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Schlappe Gastronomie – Warum wehrt sich keiner?

Nach meiner Meinung ist die fortdauernde Schließung der gesamten Gastronomie verfassungswidrig.
Gerade erfahren wir, was einer Wiedereröffnung der Lokale im Wege steht: Das Ausschenken von Alkohol macht nach Ansicht von Bayern und und Nordrhein-Westfalen Corona-Lockerungspläne für der Gastronomie besonders schwierig. Also das Argument zieht überhaupt nicht. So gesehen könnte man auf jeden Fall die Cafés öffnen. Wer trinkt dort schon Alkohol? Das könnte man im übrigen ja auch verbieten.
Für Gasthäuser könnte man vorschreiben, dass jeder Gast nur eine Nummer bekommt, die ihn zum Bestellen von einem einzigen alkoholischen Getränk berechtigt. Man könnte vorschreiben, das im Lokal Maskenpflicht herrscht, bis jemand seinen Tisch erreicht hat, der natürlich genügend Abstand vom nächsten haben muss. Für Bedienungen, Köche und Art der Speisen könnte man strenge Regeln erlassen. Was soll dann noch passieren?
Ich halte es für einen großen Fehler, dass die Gastronomie nicht das Verfassungsgericht anruft. Dort würde man sicher eine differenzierte Regelung erreichen können. Das Beispiel der Entscheidung über das Demonstrationsverbot zeigt, dass das Verfassungsgericht solche pauschalen Regulierungen nicht hinnimmt.

Corona: Schließung von Restaurants und Cafés ist verfassungswidrig

Schon gestern machte ich erneut darauf aufmerksam, dass es bei den Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus individuellerer Lösungen bedarf. Das gilt insbesondere für die bayerische Gastronomie. Das hätte eigentlich Markus Söder auffallen müssen. Und mich wundert, dass der Verband der Gastronomie noch keinen Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht eingereicht hat.
Das Bundesverfassungsgericht hat ja gerade entschieden, dass ein generelles Verbot von Demonstrationen verfassungswidrig ist. Dies gilt entsprechend auch für die Gastronomie: Eine generelle Schließung aller Lokalitäten verstößt gegen Art. 12 GG.

Am deutlichsten wird dies gerade bei der bayerischen Gastronomie: Dort gibt es Biergärten, wo die Gäste an der frischen Luft weit auseinander sitzen können. Aber auch insgesamt ist die bayerische Gastronomie darauf ausgerichtet, ganze Massen von Touristen, sogar von Busreisenden, zu verkraften. Wenn nun im Zuge der Corona-Krise wenig gereist wird, so sind die Lokale ziemlich leer und können daher mit Sicherheitsauflagen durchaus geöffnet bleiben.


Also, Herr Söder: Gönnen Sie Ihrem Volk ein Feierabendbier im Biergarten, bevor es das Bundesverfassungsgericht tut!

Öffentliches Stillen – Das regt mich auf

Gerade ist eine Schauspielerin aus einem Café geflogen, weil sie dort ihr Kind gestillt hat. Nun ist die Aufregung im Netz ganz groß. Das zuständige Ministerium bedauert, dass keine Prominente sich zu Wort meldet, um Partei für die Frau zu ergreifen. Anscheinend ist das doch ein heißes Eisen.
Und das regt mich auf: Sind wir so weit herunter gekommen, dass die Promis den Leuten beibringen müssen, was gut und richtig ist?
Die Zeiten ändern sich: Während die alte Generation prüder war und die Frauen sogar ihre Schwangerschaft mit Umstandsmoden kaschierten, stellen sie heute stolz ihre „Babykugeln“ ins Netz.
Werden wir nun so liberal, dass der eine im Gasthaus in Ruhe seinen Schweinsbraten isst und der Kleine vis-à-vis mit der Brust ernährt wird?
Ja , und was tut man als Richter, wenn eine Frau bei der Verhandlung gegen ihren angeklagten Mann ihr 4-jähriges Kind stillt, um Mitleid zu erregen?
Man sieht: Da gibt es noch Probleme zu lösen, die uns jedenfalls von der politischen Lage ein wenig ablenken können.