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Achtung: Alarmzeichen!

Früher gab es Propheten, Seher und Auguren, die angeblich aus irgendwelchen Anzeichen die Zukunft voraus sagen konnten. Heute gibt es eine Menge Alarmzeichen, die jetzt schon anzeigen, was schief läuft und geändert werden muss, aber die werden entweder nicht gesehen oder jedenfalls nicht genügend beachtet. Was haben wir doch für tolle Rezepte!

  • Klimawandel: Da müssen erst Schulschwänzer auf die Straße gehen, damit sich vielleicht ein bisschen rührt.
  • Luftverschmutzung: Millionen sterben daran, aber das ist halt der Tribut, den wir fürs moderne Leben zahlen müssen. Schließlich haben ja auch viele Religionen Menschenopfer erbracht.
  • Artensterben: Interessiert uns wenig. Der Mensch hält mehr aus.
  • Spermien bei Männern nehmen rapide ab. Macht nichts. Es bleiben noch genug übrig, die durch eine in vitro fertilisation für eine Schwangerschaft sorgen können.
  • Ausufernde Gewalt: Ursache ist die Zerstörung der Familie. Vielleicht lösen auch Nahrungsbestandteile (Mikroplastik und Chemie) Gehirnschäden aus, die zu Aggressionen führen. Damit müssen wir leben. Also: Sozialarbeiter und Psychologen in die Schulen!
  • Zunahme der psychischen Erkrankungen: Wofür haben wir denn Psychologen?
  • Adipositas: Die „Frustfresser“ sollen sich gefälligst am Riemen reißen.
  • Süchtigkeit nimmt zu. Wie soll sonst die arme Jugend einen Discobesuch nach Mitternacht überstehen? Vorher ist ja dort nix los.
  • Burnout: Die Leute sollen sich ein Beispiel an ihren Bossen nehmen: Die kennen so was nicht.
  • Mobbing: Da muss man sich halt wehren.
  • Alterserscheinungen schon bei Kindern: Diabetes, Bluthochdruck, Alterskurzsichtigkeit. Da sollen sich die Kinder halt ein Beispiel an den Alten nehmen. Die haben so was in ihrer Kindheit nicht gehabt.
  • Wohnungsnot: Zieht halt ins Umland der Städte!
  • Plastikflut: Wollen Sie vielleicht unhygienisch leben? Das Problem wird bald gelöst sein: Die Wissenschaft arbeitet schon daran, Plastik fressende Mikroben zu züchten.
  • Welterschöpfungstag: Eine Erfindung von Hysterikern. Im übrigen: Heute ist heut‘!
  • Glyphosat soll Krebs erregen? Da können wir nur lachen. Was versteht schon eine amerikanische Jury von so einem Problem!
  • Nitrat im Grundwasser: Da müssen schleunigst die Grenzwerte erhöht werden, damit wir nicht Millionenstrafen zahlen müssen.

Wir sehen: Man hat heute gegen alle Missstände ein Rezept (bzw. eine Ausrede). Was man aber nicht sieht, ist die Tatsache, dass all diese Erscheinungen ein Menetekel sind. Man darf sie nicht einzeln sehen, sondern in einer Gesamtschau. Dann merkt man, wie falsch wir leben:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/
Da hilft kein Herumkurieren an Symptomen. Nein, nur eine radikale Kehrtwendung kann uns retten.
Übrigens gibt es ein großartiges Theaterstück, das uns zeigt, was passiert, wenn wir die Warnzeichen nicht beachten: „Biedermann und die Brandstifter“. Man sollte das Stück endlich mal wieder aufführen. Es ist brandaktuell.

Alles wird schlechter


Wenn man wie ich viele Jahrzehnte den Strömungen der Zeit zugesehen hat, dann staunt man über die Veränderungen, die immer schneller kommen, wie ich in meinen Aphorismen „Mit spitzer Feder“ feststellte:

Heraklit sagte: „Panta rhei“, was soviel bedeutet wie: „Alles fließt bzw. ist im Fluss“. Heute kann man feststellen: „Alles fließt immer schneller.“

Beginnen wir mit der Schule: Das Wort „Mobbing“ gab es früher noch nicht, wozu auch? Gewalt an Schulen kam nicht vor, abgesehen vielleicht von ein paar Raufereien, die glimpflich abliefen. Heute brauchen Schulen Psychologen und Sozialarbeiter, um die jungen Leute im Zaum zu halten. Und mir verriet ein Lehrer, dass er nur bewaffnet in seine Schule geht.
Immer mehr Kinder brauchen nun infolge Bewegungsmangel und falscher Ernährung eine Brille und sind übergewichtig. Bei uns damals gab es nur einen Brillenträger und viele Unterernährte, die eine „Sonderbespeisung“ erhielten.
Gegen eine Kanzlerin, die Schüler wegen des Schulschwänzens lobt, wäre womöglich früher ein Entmündigungsverfahren eingeleitet worden.
Burnout“ kannte man nicht. Psychische Erkrankungen waren selten.
„Amokläufe“
waren ein unbekanntes Fremdwort, ebenso „Terrorismus“.
Gewalt gegen die Staatsmacht und Steinwürfe gegen die Polizei kamen nicht vor. Heute werden sogar Sanitäter und Klinikpersonal angegriffen.
Der Mensch ist zur Umweltsau geworden.
Die Realeinkommen stiegen damals noch, während sie nun jahrelang gesunken sind.
Ersparnisse wurden anständig verzinst, während sie nun entwertet werden.
Die Einkommen der Bosse steigen in unverschämtem Ausmaß: Die Einkommensschere zwischen Arbeiter und Chef ist in den 60ern 1:16 gewesen, heute beträgt sie 1:432.
Wir bräuchten einen „Reset-Knopf“, um die alten Relationen wieder herstellen zu können oder eine radikal-soziale Partei.
Wir konnten früher ohne Plastik gut leben.
Über die Luftverschmutzung machte man sich keine Gedanken.
Die Ehen und Familien waren bis auf wenige Ausnahmen in Ordnung.
Es gab noch bunte Wiesen mit Insekten. Ein Bienensterben wäre unvorstellbar gewesen.
Die Kühe, die heute im Stall stehen, grasten noch in freier Natur.
Klimaschutz oder Artensterben waren
kein Thema.
Niemand sprach von „Versiegelung der Landschaft“. Man kam mit wenig Fläche aus.
Das Grundwasser war sauber und nicht durch Düngung verseucht.
Ein Leben in der Stadt war auch für Geringverdiener und Rentner erschwinglich.
Das Einkommen des Mannes reichte für die Ernährung der Familie aus. Die Frauen hatten als Hausfrau und Mutter einen Full-Time-Job: Supermärkte und Fertignahrung gab es noch nicht. Und die Kleidung war teuer, so dass die Frauen vieles selbst nähten und strickten. Und sie hatten Zeit für die Kinder: Sport, musizieren und spielen.
Ein Minister konnte verkünden: „Die Rente ist sicher!“
Der Staat hatte Ersparnisse für den Notfall, den „Juliusturm“.
Heute hat er Schulden, die nicht mehr bezahlbar sind.
Die Wirtschaft lief von selbst und musste nicht dauernd „angekurbelt“ werden.
Der Staat wurde überwiegend durch die Unternehmenssteuern finanziert und nicht
mit den Einkommenssteuern der Bürger.
Wir bräuchten heutzutage 1 ½ Erden, um so weiter leben zu können wie bisher. Der Welterschöpfungstag rückt immer weiter nach vorn. Früher verbrauchten wir nur so viel an Ressourcen, wie sich auch wieder regenerieren konnte
Ach, es gäbe noch so vieles zu sagen. Und man fragt sich: Wie haben wir damals nur so leben können? Und: Haben wir nun wirklich einen echten Fortschritt oder fahren wir sehenden Auges den „Karren an die Wand“? Was hat uns denn der Fortschritt gebracht? Kreti und Pleti können sich ein Auto leisten und im Urlaub in ferne Länder fliegen, anstatt sich im eigenen Land umzusehen (Flucht vor der eigenen Leitkultur). Und der Fortschritt der Medizin lässt auch die Menschen mit ungesunder Lebensweise genau so lange Leben wie die, die sich vernünftig ernähren und bewegen. Toll!

 

Schlimme Nachrichten

Mein Senf dazu:

Die KKH teilt mit: Rund 1,1 Millionen von insgesamt 9 Millionen Schülern sind in therapeutischer Behandlung. Die Zahl der an Burnout Erkrankten hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt, ebenso die Zahl der unter Depressionen leidenden älteren Schüler. Das ist die eine schlimme Seite des Problems.

Die andere habe ich hier beschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/09/28/was-fuer-eine-jugend-waechst-da-heran/

Was ist los mit der Jugend von heute? Ich bin ja auch einmal vor vielen Jahrzehnten in die Schule gegangen. Da hat es so etwas nicht gegeben, obwohl damals Krieg herrschte. Meine Sommerferien verbrachte ich damit, dass ich auf der Kohlenhalde des Gaswerks den rußigen Abfall durchsiebte, um noch ein paar übrig gebliebene Koksstückchen zum Heizen zu finden. Und dann haben wir die abgeernteten Kartoffelfelder durchwühlt, um noch einige vergessene Kartoffeln zu ernten. Hätten wir nicht viel eher an Burnout leiden müssen?

Auch von meinen Kindern habe ich darüber nie etwas über Burnout in ihrer Schule gehört. Das hat es einfach noch gar nicht gegeben.

Meine Diagnose für diese Erscheinungen ist ganz einfach: All dies sind Folgen der Zerstörung der Familie. Wie anders wuchsen die Kinder früher auf: Wenn sie nach den Anspannungen in der Schule nach Hause kamen und wenn dann die Familie gemeinsam am Mittagstisch saß, dann konnten die Kinder „abladen“ und dann waren die Probleme nur noch halb so schlimm. Kinder die in der liebevollen Umgebung einer Familie aufwachsen, werden wohl auch kaum gewalttätig.

Wie haben wir damals nur so leben können?

Darüber habe ich schon öfter geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/
Und nun fällt mir wieder etwas auf, was sich zum Nachteil geändert hat:
Gerade lesen wir, dass die Krankheitstage der Arbeitnehmer in 9 Jahren um mehr als 60 % zugenommen haben:
https://www.traunsteiner-tagblatt.de/startseite_artikel,-bundesregierung-deutlich-mehr-krankschreibungen-_arid,438542.html

Besonders stark ist die Zunahme bei psychischen Erkrankungen wie Burnout: Die Zahl der Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt.
Da frage ich mich doch: Halten die Menschen nichts mehr aus oder haben sich die Arbeitsbelastungen so erhöht? Letzteres kann wohl kaum zutreffen: Als ich zu Beginn der 60-er Jahre in den Staatsdienst eintrat, arbeiteten wir selbstverständlich auch noch am Samstag. Das war aber nur die normale Arbeitszeit, mit der man damals nicht auskam. Und gehen Sie mal heute an einer Behörde vorbei: Wenn da abends noch Licht brennt, sind da höchstens die Putzfrauen am Werk. Übrigens: Mir standen damals auch nur 14 Tage Urlaub zu.
Wie haben wir das ohne Burnout aushalten können? Der Begriff Burnout existierte überhaupt noch nicht. Ebenso gab es noch keine postnatale Depression und keine postkoitale Dysphorie, nee: die Leute waren einfach glücklich!

Arbeit immer unmenschlicher

Arbeit.jpg

Der Apotheken Umschau entnehme ich, dass im Jahr 2013 65 % der Bundesbürger über eine zu hohe Arbeitsbelastung klagten, während es fünf Jahre zuvor nur 28 % waren. Die Folge davon ist, dass sich die Fehltage wegen psychischer Leiden in den letzten 20 Jahren verdreifacht hat. In Österreich gibt es sogar in jeder 2. Firma Fälle von Burnout.
http://www.salzburg.com/nachrichten/gesundheit/sn/artikel/ak-oberoesterreich-burn-out-faelle-in-jeder-zweiten-firma-202389/
Die Arbeitswelt wird also immer unmenschlicher. Und da denke ich an die Zeit zurück, als ich als junger Assessor bei der Justiz angefangen hatte. Da war es in Bayern üblich, dass man an Josefi oder am Fest Peter und Paul gemeinsam in den Biergarten ging und natürlich auch an den Geburtstagen der Kollegen. Ach, das waren noch Zeiten! Und wenn ich an mein Leben zurück denke, zählen diese unterhaltsamen Tage im Biergarten zu den schönsten. Die hatte wohl auch Seehofer im Auge, als er sagte: „Bayern ist die Vorstufe zum Paradies!“ Aber die Vertreibung aus diesem Paradies hat längst begonnen.

ESC und Schlaflosigkeit

Das hängt eigentlich nicht zusammen, denn für mich war der ESC zum Einschlafen. Ich frage mich nur: Wer hält so was durch bis nach Mitternacht? Ich nehme solche späten Sendungen ja nur mit dem Videorecorder auf und schaue sie mir dann ausschnittsweise an. Für mich klang alles wie eine Sauce – ziemlich jammerlappig. Und die meisten Männer hörten sich an wie frisch kastriert. Sind das Auswirkungen der Gender-Bewegung? Bei dem, was ich gesehen habe, klang nichts nach Bass oder Bariton. Wohlgemerkt: Ich habe nichts gegen Tenöre und fand sogar die Italiener am besten, aber ich bin gegen einen gewissen Heulton bei den Männern.
Um nun auf die Schlaflosigkeit zu kommen: Sie soll nach den Rückenbeschwerden die zweithäufigste Krankheit sein. Mir ist so etwas fremd, denn ich habe meine einfache Schlafregel seit meiner Jugend: Gegen 22.00, spätestens um 23.00 Uhr ist Hüttenruhe. Natürlich gibt es Ausnahmen: ein Ball, ein Konzert oder ein Theaterbesuch. Aber Fernsehen bis in die Nacht – so etwas gibt es bei mir nicht. Und so kenne ich auch keine Schlaflosigkeit.
Ich finde, dass die Menschen von heute immer mehr gegen ihre innere Uhr leben. Während wir damals in Schwabing schon um 20.00 Uhr zum Tanzen gingen, beginnt der Betrieb heute in vielen Discotheken viel, viel später. Kein Wunder, dass manche Drogen nehmen, um das durch zu stehen. Und auch das Fernsehen verschiebt seine Sendungen immer häufiger in den späten Abend. So beginnen die Fußballspiele oft um 20.45 Uhr. Was soll das? Wenn es dann noch Verlängerung und Elfmeterschießen gibt, hocken die Zuschauer übermüdet vor der Glotze und können am nächsten Tag kaum aus den Augen schauen. So züchtet man immer mehr Menschen, die unter Schlaflosigkeit leiden. Und ist es dann ein Wunder, dass auch Burnout immer mehr um sich greift? Müdigkeit bei einem stressigen Job – das hält nicht jeder durch.