Schlagwort-Archive: Boden

Die plastifizierte Landschaft

Auf dem Inzeller Kienbergl genoss ich diesen Ausblick ins Tal. Er stimmte mich ein wenig traurig, denn wohin ich auch schaute, sah ich keine einzige Kuh. Stattdessen lagerten auf den Wiesen Heuballen, die in Plastik verschweißt waren, aber im obigen Foto nicht erkennbar sind:
Wenn nun beim Einkauf Plastiktüten gespart werden, sorgen die Bauern dafür, dass der Plastikverbrauch nicht weniger wird.

Die Kühe stehen heutzutage lebenslänglich im finsteren Stall:

Nur wenige haben noch das Glück, auf einen Berg laufen zu können:

Wussten Sie übrigens, dass ein Drittel des Plastikmülls im Boden entsorgt wird?
Kürzlich sah ich im Fernsehen Studenten, die am Strand die Sandkörner auszählten. Die Hälfte der vermeintlichen Sandkörner waren Plastikteilchen.
Wussten Sie, dass Nanoplastikteilchen inzwischen sogar bis ins menschliche Gehirn vorgedrungen sind? Haben Sie also Nachsicht mit den Politikern!
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/

Nächstes Volksbegehren: Rettet den Regenwurm!


Heute ist der Tag den Regenwurms. Widmen wir diesen armen Tieren ein paar Gedanken:
Die Menschen sind schon ungerecht: Die Bienen wollen sie nun retten. Aber wer kümmert sich um den Regenwurm? Er ist sehr wichtig für einen gesunden Boden, weil er mit seinen Ausscheidungen einer der primären Erzeuger des sogenannten Dauerhumus ist und somit wichtige Nährstoffe für das Pflanzenwachstum im Boden liefert. Darüber hinaus lockert er den Boden, weshalb die Regenwürmer vor allem für den biologischen Gartenbau wichtig sind und ein zusätzliches Umgraben überflüssig machen.
Aber die moderne Landwirtschaft bereitet dem Wurm den Garaus durch dauerndes Befahren der Flächen mit schwerem Gerät, durch Intensivdüngung und durch Monokulturen wie den Maisanbau. In einem Maisfeld gibt es keine Regenwürmer mehr.
Kommt nun auch ein Volksbegehren für den Regenwurm?
Und wie sieht’s mit dem Maulwurf aus, der das gleiche Schicksal hat?

Lesen Sie bitte unbedingt weiter in „Todeszone Bayern„!

Der Kampf um den Boden

Wir verschlafen den Kampf um den Boden: China kauft in Afrika und Südamerika riesige Flächen für die Ernährung seiner Bevölkerung. Wir schauen zu und betonieren unsere heimischen Flächen zu.
Ich erinnere mich an die Nachkriegszeit: Aus den Erfahrungen, die man im Krieg gemacht hatte, stellte man den Grundsatz auf, dass man sich notfalls aus dem eigenen Land ernähren können muss. Damit rechtfertigte man die Subventionen an die Landwirtschaft. Dieser Grundsatz ist längst vergessen (wie auch der, einen Notvorrat anzulegen).
Wie sieht es denn nun mit unserem Boden aus? Ein Mensch in Deutschland braucht etwa 2500 Quadratmeter landwirtschaftlicher Fläche, um sich ökologisch zu ernähren. Rein rechnerisch stehen einem deutschen Bürger aber nur zirka 2.100 Quadratmeter landwirtschaftlicher Fläche zur Verfügung. Es reicht also auch bei sparsamem Umgang mit dem Boden nicht. Im übrigen ernähren wir uns mit viel Fleisch, was einen hohen Flächenbedarf mit sich bringt: Um ein Kilogramm Gemüse (einschließlich Kartoffeln) zu produzieren, werden zirka 0,4 Quadratmeter benötigt; die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch erfordert dagegen etwa 30 Quadratmeter.

 Verseuchte Erde.

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In unserer Kreisstadt soll eine neue Turnhalle gebaut werden. Allerdings ist das Erdreich auf dem Grundstück teilweise sehr stark mit Schwermetallen und Altöl kontaminiert und muss darum als gefährlicher Abfall entsorgt werden. Das ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch teuer: 1,7 Millionen Euro wird das kosten. Auf dem Grundstück, auf dem die neue Turnhalle entstehen soll, hatten früher ein Entsorgungsunternehmen und eine Baustofffirma ihren Sitz. Die beiden Unternehmen sind aber heute nicht mehr zu belangen.
So läuft das also! Auf dem Schrottplatz des Versorgungsunternehmens türmten sich Autowracks. Und wenn man dort herumging, watete man über öliges Erdreich. Jeder in der Stadt konnte das sehen und wusste es. Aber keiner tat etwas dagegen. Die Behörden haben geschlafen. Auf diese Weise ist ein gewaltiger Schaden entstanden.
Und wie läuft das heute? Wer so etwas verursacht, verabschiedet sich aus der Verantwortung. So einfach geht das. Den Schaden könnte er ja wohl sowieso nicht bezahlen.

Fortschritt?

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Früher fuhren die Bauern mit kleinen Traktoren und Odelfässern zum Düngen auf ihre Felder. Heute fahren sie mit immer riesigeren Fässern ein Vielfaches an Jauche in die Natur:0011

Der Boden, der voller Leben war, wird zur toten Masse: Da lebt kein Maulwurf und kein Regenwurm mehr und die Mikroorganismen haben das Zeitliche gesegnet. Sogar das Grundwasser wird verseucht mit Nitrat.

In Österreich ist es noch schlimmer (II)

Ich habe auf meiner Seite „Bayern kaputt“ beschrieben, wie wir mit unserer Landschaft umgehen. In Österreich ist alles noch schlimmer. An sich war ja Österreich immer auch ein Agrarland. Aber jetzt können die Leute dort sich nicht einmal mehr von ihrem Boden aus ernähren, denn die Fläche, die notwendig wäre, um die gesamte österreichische Bevölkerung mit heimischen Lebensmitteln zu versorgen, existiert schon lange nicht mehr. Während normalerweise jeder Einwohner pro Kopf dafür eine Ackerfläche von 3.000 Quadratmetern benötigen würde, stehen in Österreich nur mehr 1.600 Quadratmeter pro Kopf zur Verfügung.
Diesem Thema habe ich mich ja schon einmal gewidmet:
https://autorenseite.wordpress.com/2015/10/13/oesterreich-schlimmer-20759425/
Was sonst noch schlimmer in Österreich ist, lesen Sie in meinem neuen Blog bei WordPress:
https://autorenseite.wordpress.com/2015/10/22/die-oesterreicher-sind-noch-schlimmer/