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Ist die Kirchensteuer rechtswidrig?

Die Kirche hat mir den Sonntag verdorben. Im Briefkasten lag der Kirchensteuerbescheid des Katholischen Kirchensteueramts. Und der war genau so,  wie er eigentlich im Verkehr zwischen „Brüdern und Schwestern im Glauben“ nicht ausfallen sollte. Er stammt von einem „Amt“. Bisher dachte ich, dass es Ämter nur bei Staat gibt. Aber der Stil des „Bescheids“ war so, wie er dem früheren obrigkeitsstaatlichen Gebaren entspricht: Keine höfliche Anrede, auch kein Dank im voraus für den beträchtlichen Betrag. Dazu fiel mir den Hl. Hieronymus ein, der sagte:
„Wir brennen wahrlich vor Geldgier!“
Die Kirchensteuer widerspricht nämlich ganz klar dem Kirchenrecht, denn dort heißt es, dass es einem Bischof nur im Falle großen Notstands erlaubt ist, eine außerordentliche und maßvolle Abgabe aufzuerlegen (can 1263). Weil dies so ist, hatten sich schon Papst Johannes Paul II und Bischof Dyba gegen die Kirchensteuer ausgesprochen. Dann hat auch Papst Benedikt Ähnliches von sich gegeben:
„“Die Säkularisierungen – sei es die Enteignung von Kirchengütern, sei es die Streichung von Privilegien oder ähnliches –– bedeuteten jedes Mal eine tiefgreifende Entweltlichung der Kirche, die sich ja dabei gleichsam ihres weltlichen Reichtums entblößt und wieder ganz ihre weltliche Armut annimmt… Die von materiellen und politischen Lasten befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein. Sie kann ihre Berufung zum Dienst der Anbetung Gottes und zum Dienst des Nächsten wieder unbefangener leben. Die missionarische Pflicht, die über der christlichen Anbetung liegt und die ihre Struktur bestimmen sollte, wird deutlicher sichtbar.““
Merkwürdig ist, dass der danalige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz das Gesagte nicht richtig verstehen will, indem er behauptet, der Papst habe nicht die Abschaffung der Kirchensteuer gemeint. Wer damals glaubte, der Papst würde für eine Klarstellung sorgen, hat sich geirrt. Schade!
Die Kirche sitzt auf so viel Geld, dass sie gar nicht weiß, wohin damit:
Der Kirche gehörte der 1,7 Mrd. schwere Weltbild-Verlag und der soll auch Pornos vertrieben haben. Sogar am Fernsehballett war sie beteiligt.
Die Kirche rechtfertigt die Kirchensteuer damit, dass sie sagt, dadurch würden ihre Verluste durch die Säkularisation ausgeglichen. Nun ist es allerdings so, dass ein großer Teil des Kirchenbesitzes  auf unrechtmäßige Weise erlangt wurde, wie die Konstantinische Schenkung eindrucksvoll vor Augen führt. Heutzutage  hat die Kriminalistik aufgedeckt: Beispielsweise wurde bei den umfangreichen angeblichen Schenkungen Karls des Großen die Unterschrift des Kaisers gefälscht.
Und wenn ich durch meine Kleinstadt gehe, in der, wie die Leute zu sagen pflegen, die Hälfte der Kirche gehört, dann frage ich mich, wie das wohl damals zugegangen ist, als die Kirche zu diesem Besitz kam.
Man dürfte also bei der Ermittlung der Entschädigungssumme für die Säkularisation nur die rechtmäßig erworbenen Güter der Kirche einbeziehen und müsste die Leistungen abziehen, die die Kirche vom Denkmalschutz erhalten hat. Dann würde wohl nichts mehr übrig bleiben. Aber an diese Wahrheit traut sich kein Politiker heran. Das würde nur Ärger geben.
Lesen Sie mehr zur Kirchensteuer hier!

Quo vadis Söder?


An Söder können wir nun ein interessantes Phänomen beobachten, mit dem ich mich hier beschäftigt habe:
https://autorenseite.wordpress.com/2014/11/13/der-mensch-ist-schizophren/
Es geht um die Frage, ob der Mensch schizophren ist – nicht in medizinischem Sinne, aber doch in sich gespalten. Nehmen wir nun Söder als Beispiel;
Der Mann hat sich etwas ausgedacht, von dem er dachte, dass es gut ankäme, und dass er damit Wähler von der AfD für die CSU zurück gewinnen könnte: Er will Kreuze in den Behörden aufhängen lassen.
Entgegen seinen Erwartungen kommt seine Idee bei der Bevölkerung allerdings nicht gut an: Die Meisten, sogar die Katholiken, lehnen die Kreuze ab. Und nun bezieht Söder sogar Schelte von höchster Stelle, nämlich von den Bischöfen.
Fragen wir uns nun einmal, was ein vernünftiger Mensch in einer solchen Situation tun würde: Er würde sagen: „Leute, ich habe es gut mit euch gemeint, aber wenn ihr das nicht wollt, machen wir das eben nicht.“
Jetzt wird es spannend, wie Söder sich verhalten wird: Wird er seine Fehleinschätzung der Lage zugeben und seine Anordnung zurück nehmen? Oder ist er in seiner neuen Position schon so abgehoben, dass er sich eine papstähnliche Unfehlbarkeit anmaßt und an seinem Beschluss festhält? Oder ist er in sich gespalten, indem er zwar seinen Fehler erkennt, ihn aber keinesfalls zugeben will und er deshalb nicht zurück weicht?
Worauf tippen Sie?

Unglaublich: „Wir-sind-die-Kirche“-Vorsitzende exkommuniziert

Die Kirche hat Glück, dass sich die Frauenbewegung für sie nicht so recht interessiert. Sonst würde das eine religiöse Revolution auslösen. Man stelle sich vor, die Frauen würden sich zu fröhlichen Eucharistie-Feiern zusammen finden. Dann wären die Kirchen kaum noch halb voll, denn die Frauen sind das frömmere Geschlecht und gehen daher mehr zur Messe als die Männer.
Die Vorsitzende der österreichischen Bewegung „Wir sind die Kirche“, Frau Heizer, hat es nun gewagt, eine private Eucharistie-Feier abzuhalten. Sie wurde daraufhin exkommuniziert, also strenger bestraft als die Missbrauchstäter innerhalb der Kirche.
http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/politik/sn/artikel/wir-sind-kirche-vorsitzende-exkommuniziert-107888/
Was ich an dem Ganzen nicht verstehe, ist dies. Nach dem Matthäus-Evangelium hat Jesus gesagt: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Jesus hat nicht gesagt, dass Eucharistie-Feiern nur von einem Priester abgehalten werden dürfen. Im Gegenteil haben sich die Urchristen ganz schlicht zu einer Agape zusammengefunden. Und wenn Gläubige das heute auch mal so halten, dann ist auch Jesus gemäß seinem Versprechen mitten unter ihnen. Wer das bestraft, versündigt sich gegen Gott. Aber die Kirche hat halt Angst, dass noch weniger Menschen zur Messe gehen, und sie macht daher Druck.
Weiter verstehe ich nicht, was das Organ der Katholischen Kirche dazu schreibt:
„Papst Franziskus war dem Vernehmen nach nicht persönlich über das Kommunikationsverfahren informiert. Die Feststellung der Exkommunikation falle in die Zuständigkeit des Diözesanbischofs, hieß es dazu im Vatikan. Da es sich um ein Delikt gegen die Eucharistie handle, habe der Bischof gemäß geltendem Kirchenrecht im Anschluss an eine interne Voruntersuchung die Römische Glaubenskongregation informiert. Diese habe dann festgestellt, dass es sich um einen Fall handle, der gemäß Canon 1379 des Kirchengesetzbuches CIC zur Tatstrafe der Exkommunikation führe. Die Exkommunikation wiederum habe der Bischof dann in der Diözese festgestellt und bekanntgegeben.“
Zunächst einmal glaube ich nicht, dass der Papst nicht informiert war, obwohl dieser explosive Fall im Vatikan behandelt wurde. Aber es ist halt besser, wenn er sich da erst einmal heraus hält, um zu sehen, wie sich der Fall entwickelt: Ist es ein Strohfeuer, das schnell von selbst erlischt, oder ein gefährlicher Brandherd?
Die Begründung der Exkommunikation trifft übrigens nicht zu. Man tut so, als habe sich die Vorsitzende selbst exkommuniziert. Das stimmt nicht, denn die zitierte Bestimmung lautet: „Can. 1379 — Wer außer in den Fällen von can. 1378 eine Sakramentenspendung vortäuscht, soll mit einer gerechten Strafe belegt werden.“
Frau Heizer hat doch nichts vorgetäuscht. Und von einer automatischen Exkommunikation ist in der Vorschrift auch nicht die Rede. Die Kirche hätte also darlegen müssen, warum sie eine Exkommunikation für angebracht hielt in einem Fall, der durchaus dem Willen Jesu entsprochen haben dürfte.

Ich habe mir die Vorsitzende von“„Wir sind die Kirche““ ganz anders vorgestellt nämlich so, wie halt die Frauen in Spitzenpositionen häufig sind. Sie machte aber auf mich einen eher zarten und verletzlichen Eindruck und bedürfte der Unterstützung. Wie wäre es denn, wenn sich die Katholiken mit ihr solidarisieren würden? Sie könnten eine Unterschriften-Aktion organisieren, in der sie erklären, dass sie nicht einer Kirche angehören wollen, die eine private Messfeier mit der Exkommunikation bestraft, aber den Missbrauchstätern in ihren Reihen ein solches Schicksal erspart?
Eindrucksvoll wäre es auch, wenn die Frauen eine Wallfahrt nach Rom organisieren und den Papst auffordern würden, die Exkommunikation zurück zu nehmen. Die Aufmerksamkeit der Medien wäre ihnen sicher. Der Papst hat sich ja vorsichtshalber nicht zu dem Fall geäußert und sich so alle Möglichkeiten offen gelassen. Er hat wohl erkannt, welche Brisanz in dieser Geschichte liegen könnte.
Auch eine Schneeflocke kann eine Lawine auslösen. Und Luther hat mit seinem völlig berechtigten Protest gegen den Ablasshandel eine Kirchenspaltung ausgelöst.
Noch eine Bemerkung: Die Frauen haben sich den Zutritt zu den früher reinen Männerorganisationen verschafft: zur Feuerwehr, zur Bergwacht… Mir fallen nun nur noch zwei Institutionen ein, die Frauen nicht haben wollen: die Burschenschaften und die Priesterschaft der Katholischen Kirche. Eine seltsame Verbindung!

Gottes Gebot: Der Staat muss Kardinal Marx monatlich 11.000 Euro .zahlen

Manchmal fühlt sich der gläubige Christ von Gott verlassen. Umso mehr kann sich der Kardinal freuen, dass Gott sich persönlich um sein exorbitantes Einkommen gekümmert hat. Der Kardinal erhält laut Konkordat ein monatliches Gehalt von 11.000 Euro bei freier Wohnung. Neidisch sind wir da nicht, denn wir haben im Religionsunterricht gelernt:
„Den Neid jag‘ auf der Stelle fort,
Durch ihn geschah der erste Mord!“
Wieso Gott das Gehalt des Kardinals geregelt hat, wollen Sie wissen? Ich weiß es auch nicht. Diese These entstammt ja auch nicht meinem Gehirn, sondern ich darf insoweit das Konkordat von 1817 zitieren, auf das sich die derzeitige Praxis immer noch gründet:
„Artikel I. Die Römisch katholische-apostlische Religion wird in dem ganzen Umfange des Königreiches Baiern und in den dazu gehörigen Gebieten unversehrt mit jenen Rechten und Prärogativen erhalten werden, welche sie nach göttlicher Anordnung und den canonischen Satzungen zu genießen hat.“
Wir aufgeklärteren Menschen fragen uns allerdings, wie diese göttliche Anordnung ausgesehen hat. Vielleicht erklärt uns das einmal ein Theologe.
Und schauen Sie zur Ergänzung doch mal hier vorbei:
http://mitglied.multimania.de/peterpoehl/Kirchensteuer.html

Sündigt die Kirche?

Gerade wurde eine Mutter verurteilt, weil sie ihr Kind verhungern ließ.
Gestern war Welternährungstag und bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, das täglich 6000 Kinder an Hunger sterben. Müssten dann nicht auch alle, die für den Hungertod der vielen Kinder Verantwortung tragen, verurteilt werden?
Besonders die Katholische Kirche sitzt auf ihrem gewaltigen Reichtum, ohne davon viel herzugeben, Wenn die Kirche spendet, sind das meist Gelder, die sie vorher bei den Gläubigen eingesammelt hat. Und dann beweihräuchert sie ihre Hilfsbereitschaft. Aber ihren eigenen unermesslichen Goldschatz lässt sie im Tresor:
Vgl. https://autorenseite.wordpress.com/kirchensteuer/
Auch die Bischöfe ziehen sich immer wieder den Zorn der Gläubigen zu, weil sie das Geld für Luxus ausgeben. Besonders hervor getan haben sich die Bischöfe von Limburg,
Augsburg (Mixa kennen Sie ja noch)) und Passau.
Gut, dass ein schwarzer Bischof aus Afrika, der vom Fernsehen interviewt wurde, nicht den nötigen Durchblick hatte, als er sagte, er bewundere die vielen herrlichen Kirchen in Deutschland, aber er frage sich, ob das alles so sein dürfe, wenn anderswo Kinder verhungern. Und nach einer Pause fügte er hinzu, er frage ja nur. Wenn der Mann gewusst hätte, was hier so alles mit dem Geld der Kirche passiert…