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Die nächste Niederlage für Söder

Söder hat Glück, dass die Gerichte nicht so schnell sind. Sonst hätte er sich mit seinem Kreuz-Erlass unmittelbar vor dem Wahlsonntag eine saftige Niederlage eingehandelt:
Verschiedene Bürger und Vereinigungen haben sich ja zusammen getan und gegen seinen Kreuz-Erlass Klage erhoben. Das hat durchaus etwas für sich, denn inzwischen glauben in Deutschland 38 % nicht an Gott, in Ostdeutschland sind es sogar 73 %. Durch Söders Erlass werden nun auch diejenigen dauernd mit dem Kreuz konfrontiert, die die Religion für eine „Ideologie“ halten, die „vor Geldgier brennt“ (Hl. Hieronymus) und moralisch herunter gekommen ist (Missbrauch).

Der Staat ist Heimstatt aller Bürgerinnen und Bürger und darf sich von Verfassungs wegen nicht mit einer bestimmten Religion identifizieren“, schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung zur Auslegung des Grundgesetzes. Also ist für Kreuze in Behörden kein Raum.

Das Bundesverfassungsgericht hat sich vor langer Zeit einmal mit einem Kreuz im Gerichtssaal befasst und entschieden, dass es abgehängt werden muss, wenn ein Beteiligter dies verlangt. In den Gründen heißt es: „Dennoch muß anerkannt werden, daß sich einzelne Prozeßbeteiligte durch den für sie unausweichlichen Zwang, entgegen eigenen religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen „unter dem Kreuz“ einen Rechtsstreit führen und die als Identifikation empfundene Ausstattung in einem rein weltlichen Lebensbereich tolerieren zu müssen, in ihrem Grundrecht aus Art. 4 Abs. 1 GG verletzt fühlen können. Das als unverletzlich gewährleistete Grundrecht der Glaubens- und Bekenntnisfreiheit steht – wie das Bundesverfassungsgericht wiederholt betont hat – in enger Beziehung zur Menschenwürde als dem obersten Wert im System der Grundrechte und muß wegen seines Ranges extensiv ausgelegt werden (vgl. BVerfGE 24, 236). Das in ihm verkörperte Freiheitsrecht, von staatlichen Zwängen in weltanschaulich-religiösen Fragen unbehelligt zu bleiben, kann einen Minderheitenschutz selbst vor verhältnismäßig geringfügigen Beeinträchtigungen jedenfalls dort rechtfertigen, wo – wie im Bereich der staatlichen Gerichtsbarkeit – die Inanspruchnahme dieses Schutzes nicht mit Rechten einer Bevölkerungsmehrheit zur Ausübung ihrer Glaubensfreiheit kollidiert.“

Allerdings ging das Gericht bei der verfassungsrechtlichen Beurteilung des vorliegenden Falles davon aus, daß weite Kreise der Bevölkerung gegen die Anbringung von Kreuzen in Gerichtssälen nichts einzuwenden haben …“

Die Entscheidung stammt aus dem Jahr 1973. Inzwischen sind Hunderttausende aus den Kirchen ausgetreten und der weitgehend ungläubige Osten ist hinzu gekommen. Auch die Missbrauchsfälle haben dazu geführt, dass auch die in den Kirchen verbliebenen Christen eine gewisse Distanz zu ihren Bistümern eingenommen haben.
Nachdem nun auch die Bischöfe beider Kirchen den Kreuzerlass kritisiert haben, kann das Bundesverfassungsgericht eigentlich kaum anders entscheiden, als dass es der Klage statt gibt.

Übrigens sollte auch einmal nachgeprüft werden, wie es um die Neutralität der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten steht. In den Rundfunk- und Fernsehräten sind zwar die Kirchen vertreten, aber ihre Gegenspieler haben keine Stimme. So ist es nicht verwunderlich, dass es unter den Fernsehsendungen praktisch keine einzige gibt, die sich mit der Grundfrage unserer menschlichen Existenz beschäftigt: Gibt es einen Gott oder nicht? Schon diese Frage wird anscheinend als Blasphemie angesehen.

Missbrauch in der Kirche: Wo bleibt die Buße?

Heute, am Donnerstag, 27. September, wollen die Bischöfe erste Konsequenzen aus der von ihnen in Auftrag gegebenen Langzeituntersuchung präsentieren, nach der es wohl in Wirklichkeit 75.000 Missbrauchsfälle gegeben hat. Dabei werden wir wohl hören, wie die Strukturen geändert werden sollen, damit in Zukunft Missbrauchsfälle vermieden werden. Was aber mit Sicherheit fehlen wird, ist die Ankündigung von echter Buße:
Normalerweise ist es ja so, das ein Christ, der gesündigt hat, dies zu bekennen und zu bereuen hat. Dies hat die Bischofskonferenz getan. Der dritte Akt, die Buße, fehlt aber – jedenfalls teilweise. Die Kirche hat zwar Geldzahlungen an etliche Opfer bezahlt. Dies geschah aber wohl auch aus Mitteln der Kirchensteuer und Spenden der Gläubigen. Sicherlich tut dieser finanzielle Verlust der Kirche sehr weh, denn wie sagte der Hl. Hieronymus: „Wir brennen wahrlich vor Geldgier:“ Aber eine echte Buße sähe doch anders aus, zum Beispiel so: Die Angehörigen eines betroffenen Ordens melden sich an ihrem freien Tag bei sozialen Diensten, um dort mit zu helfen. Die Zahlung eines Ausgleichs für einen angerichteten Schaden kann man nur als ausgleichende Gerechtigkeit sehen, nicht aber als Buße. Im normalen Rechtsleben ist es ja auch so: Wer einen anderen schlägt, muss ein Schmerzensgeld bezahlen und außerdem eine Strafe, der die christliche Buße entspricht.

In der Katholischen Kirche gärt es

Das Motto des Katholischen Kirchentages „Suche Frieden“ passt zur derzeitigen Lage. Es gärt nämlich in der Führungsebene:
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Marx hat Bayerns Regierungschef Söder für dessen Kreuz-Erlass attackiert. Dadurch seien „Spaltung und Unruhe“ entstanden. Nun hat sich sein Regensburger Kollege Voderholzer in die Debatte um den bayerischen Kreuzerlass eingemischt und sich hinter Ministerpräsident Markus Söder gestellt.
So etwas ist nicht gut: Wenn der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz etwas äußert, sollten ihm andere nicht in den Rücken fallen. Allerdings sollte Marx, bevor er solche Äußerungen von sich gibt, mit seinen Kollegen darüber reden, was die denken, und dann sollte er sagen, ob er für alle Bischöfe spricht oder seine private Meinung äußert.


Ein anderer Misston in der Kirche ist dieser: Die deutschen Bischöfe hatten bei ihrer Frühjahrsvollversammlung eine „Handreichung für konfessionsverbindende (zu deutsch: konfessionsverschiedene) Ehen“ mit Zweidrittel-Mehrheit verabschiedet: Demnach sollten Protestanten mit ihrem Ehepartner zur Kommunion gehen dürfen. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erklärte dazu, es handele sich um eine pastorale Angelegenheit, die in die Kompetenz der Bischofskonferenz falle. Die überstimmten Bischöfe unter Leitung von Woelki wandten sich dann aber an den Papst. Der meinte jedoch, die Bischöfe sollten ihren Streit selbst lösen. Diese Äußerung des Papstes bezeichnete der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat als „armselig“.
Kardinal Müller hat es offenbar nicht überwunden, dass sein Amt als Leiter der Römischen Glaubenskongregation fristgerecht nach fünf Jahren am 2. Juli 2017 endete, weil der Papst auf eine mögliche Verlängerung verzichtete. Müller hatte damals den Papst kritisiert, weil der ihm „innerhalb einer Minute seine Entscheidung mitgeteilt“ und keine Gründe genannt habe: „Diesen Stil kann ich nicht akzeptieren.“ Auf keinen Fall zu akzeptieren ist es aber, dass er nun eine Äußerung des Papstes öffentlich als „armselig“ bezeichnet.
Auch der Stil der deutschen Bischöfe entspricht nicht dem, was man von Leuten erwartet, die sich als Brüder im Glauben betrachten: Wenn ein Dissens darüber besteht, ob protestantische Eheleute mit ihrem katholischen Gatten gemeinsam zur Kommunion gehen dürfen, dann wäre es richtig gewesen, gleich den Papst mit dieser Frage zu befassen, bevor man eine endgültige Entscheidung fällt. Dass stattdessen die Überstimmten beim Papst „petzen“, wirft kein gutes Licht auf das Verhältnis der Bischöfe zueinander.
Wenn man sich vorstellt, wie einfach sich wohl die Urchristen zu einer Agape zusammen gefunden haben dürften, dann sieht man an dem Streit über die gemeinsame Kommunion konfessionsverschiedener Paare, wie sehr sich die Kirche von ihren Wurzeln entfernt hat.

Katholische Scheidungswelle!

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In der „vorfranziskanischen“ Zeit war die katholische Ehe praktisch unauflöslich. Aber das ist nun vorbei. Ich habe diese Abwendung der Katholischen Kirche von ihrer alten Tradition hier schon vor vielen, vielen Jahren prophezeit, denn dass es so kommen würde, war voraus zu sehen:
https://autorenseite.wordpress.com/2014/11/29/endlich-klammheimlich-scheidung-katholisch-19774364/
Immer mehr Ehen gehen in die Brüche. In Großstädten liegt die Scheidungsquote sogar bei 50%. Die Geschiedenen wollen natürlich wieder neue Bindungen eingehen und viele Katholiken wollen dann auch zur Kommunion gehen, was ihnen die Kirche bisher verwehrt hat. So sind viele aus der Kirche ausgetreten. Das bedeutete für die Kirche einen gewaltigen finanziellen Aderlass. Und beim Geld kennt die Kirche keinen Spaß. Schon der Hl. Hieronymus hat gesagt: „Wir brennen wahrlich vor Geldgier.“ Und so kam es, wie es kommen musste: Man hat die Scheidung der katholischen Ehe erlaubt. Natürlich nennt sich die Trennung der Ehe nicht Scheidung, sondern Annullierung. Als Grund für die Auflösung der Ehe genügt nunmehr, dass man bei der Ehe nicht die notwendige Einsichtsfähigkeit besaß. Und wer hat die schon im Rausch der Gefühle?
https://autorenseite.wordpress.com/2014/11/29/ist-ihre-ehe-uberhaupt-gultig/
Nun ermutigten die Bischöfe „alle, die begründete Zweifel daran haben, dass ihre Ehe gültig zustande gekommen ist, den Dienst der kirchlichen Ehegerichte in Anspruch zu nehmen, damit ihnen ggf. eine neue kirchliche Heirat ermöglicht wird“. Die katholische Scheidung ist im Gegensatz zur zivilrechtlichen ganz billig. Und ein Antrag auf Annullierung der katholischen Ehe ist zudem sehr aussichtsreich. Im Bistum Würzburg lag die Erfolgsquote 2016 sogar bei 100 Prozent. Da ist schon ein Gebet angebracht: „…und führe uns nicht in Versuchung!“ Denn eigentlich ist nun jede Ehe annullierbar. Wissenschaftler haben nämlich festgestellt, dass die Hormone das Gehirn mehr beeinträchtigen als ein Alkoholrausch.
https://autorenseite.wordpress.com/eheratgeber/
Wenn Sie also im Zustand der Verliebtheit geheiratet haben sollten, waren Sie bei der Trauung unzurechnungsfähig.  Und wenn Sie dann feststellen mussten, dass der 7. Himmel ein Loch hat, dann reicht Ihnen jetzt die Kirche ihre hilfreiche Hand. Und auch hier finden Sie Trost:
Himmel
https://autorenseite.wordpress.com/home/

EU-Wahl: Hört nicht auf die Bischöfe!

Ich finde, die Bischöfe sollten sich politisch neutral verhalten. Aber sie können’s halt nicht lassen. Jetzt rufen sie mal wieder zur EU-Wahl auf. Sie übersehen dabei, dass auch Nicht-Wählen ein politisches Signal ist:
https://autorenseite.wordpress.com/nichtwahler/
Mich erinnert der Wahlaufruf an die Adenauer-Zeit, in der die Katholiken von der Kanzel herunter durch Hirtenbriefe aufgefordert wurden, „christlich“ zu wählen. Weiter zurück gehen sollte man lieber nicht:
„Kein Staat ist schlechter regiert als der, in dem alle mitregieren wollen“, sagte Kardinal Faulhaber in einer Predigt. Und auch dies: „Katholische Männer, wir beten jetzt zusammen ein Vaterunser für das Leben des Führers.“
Da kann man nur sagen: Hört nicht auf die Bischöfe, sondern auf Euer eigenes Gewissen.
Nicht versäumen sollten Sie auf jeden Fall, das zu lesen, was van Rompuy zur Wahl gesagt hat, der es ja wissen muss wie kein anderer:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/23/van-rompuy-haelt-eu-wahl-fuer-ueberfluessig-entschieden-wird-woanders/
Dann werden Sie die Wahl wahrscheinlich etwas anders sehen, die ohnehin ein Betrug ist, weil man so tut, als könnten Sie Schulz und Juncker wählen.
Mich erinnert das Ganze an einen Jahrmarktschreier, der versuchte, die Leute mit folgendem Spruch in seine Bude zu locken:
Treten Sie näher, kommen Sie ran,
Hier werden Sie genauso beschissen wie nebenan!

Hier ist schon wieder so ein Hetzartikel gegen die Katholische Kirche…

…würde Erzbischof Müller sagen. Für ihn ist die Kirche sakrosankt. Wir aber meinen, die Kirche kann sich nur erneuern, wenn die Missstände nicht unter den Teppich gekehrt, sondern offen ausgesprochen und schnellstmöglich beseitigt werden:
Das Stift Kremsmünster in Oberösterreich hat seit Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen Ordensangehörige 2010 mehr als 700.000 Euro, davon 200.000 Euro an Therapiekosten, an die Opfer gezahlt.
In Deutschland dagegen wurden zunächst den Opfern schäbige 5000 Euro angeboten. Nun aber haben immerhin 3 von 27 Bistümern insgesamt 300.000 Euro an ihre Opfer bezahlt. Das wäre etwas mehr, als die Therapiekosten ausmachen, die allein ein einziges Kloster in Österreich, nämlich das Stift Kremsmünster, verursacht hat.
Aber was ist nun bei uns aus der versprochenen Aufarbeitung der Missbrauchsfälle geworden? Nachdem sich die Kirche mit dem von ihr betrauten Aufklärer Pfeiffer gestritten hatte, teilte man der Öffentlichkeit mit, dass bald ein anderes Institut beauftragt würde. Seitdem hört man nichts mehr. Ist es für die Kirche denn so schwierig, ein in ihren Augen neutrales Institut zu finden?
Vom nächsten Papst erwarten wir, dass er ein solches Schleifen-lassen eines Prozesses nicht durchgehen lässt. Und was es sonst noch zu ändern gäbe, finden Sie hier.
Übrigens fällt mir bei solchen Gelegenheiten immer ein Spruch des Vaters der Ministerin von der Leyen ein. Er pflegte zu sagen: „Wenn du in ein Wespennest langst, musst du fest zupacken!“ Wenn man es aber so macht wie die Kirche, braucht man sich nicht zu wundern, wenn man dauernd „gestochen“ wird. Haben Sie das verstanden, Herr Müller?

Die Dummheit der deutschen Bischöfe (II)

Immer mehr englische Ausdrücke schleichen sich in unsere Sprache ein und werden sofort begierig aufgegriffen und verbreitet. Dazu gehört auch die „Win-Win-Situation“. Über die „Loose-Loose-Situation“ dagegen spricht man nicht. In eine solchen Lage haben sich aber die deutschen Bischöfe manövriert, indem sie den Forschungsauftrag zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle gekündigt haben und nun juristisch gegen den Leiter des Forschungsinstituts vorgehen.
Wenn ich recht orientiert bin, will die Kirche Pfeiffer verbieten, der ihr vorzuwerfen, sie habe seine Arbeit zensieren wollen. Wenn ich mich aber recht erinnere, hat aber doch ein Sprecher der Bischöfe dies selbst in den Fernsehnachrichten zugestanden, indem er sagte, die Kirche habe natürlich insoweit ein Wörtchen mitreden wollen, als es um kirchliche Belange gehe. Das ist doch ganz klar eine Zensur. Um was geht es denn bei der Arbeit des Forschungsinstituts? Um die Missbrauchsfälle in der Kirche, also doch wohl auch um kirchliche Belange oder was denn sonst? Soweit ich also die juristische Auseinandersetzung zwischen den Bischöfen und Pfeiffer mitbekommen habe, müssen die Bischöfe hier nun auch wieder auf die Nase fallen wie schon in den früher geschilderten Fällen (s. Beitrag unten).
Aber das ist nur nebensächlich im Vergleich zu dem, was sich die Bischöfe sonst noch mit ihrem Vorgehen eingebrockt haben: Sie stehen nun als diejenigen da, denen der Wille zur raschen Aufklärung des Missbrauchs fehlt, um es einmal milde auszudrücken. Entsprechende Äußerungen gibt es massenweise im Internet, aber auch von hochrangigen Persönlichkeiten wie der Justizministerin und dem Präsidenten des Kinderschutzbundes (vgl. Beitrag unten).
Was aber das Schlimmste ist, ist die Tatsache, dass sich die Bischöfe einen gefährlichen Mann zum Gegner gemacht haben. Er hat ja schon erklärt, er wolle nun auf eigene Faust aufklären und es ist anzunehmen, dass er sehr viele Informationen auch von Priestern erhält, die sich innerlich von der Amtskirche verabschiedet haben. Und wenn Herr Pfeiffer dann ein Buch über seine Recherchen schreibt, etwa unter dem Titel „Paffenerotik“, dann wird das ein Bestseller wie seinerzeit der Kinsey-Report oder etwa Sarrazins Buch.
Dann kann man den deutschen Bischöfen nur die Frage stellen: „Quo vadis congregatio episcoporum?“ (in lateinischer Sprache, weil das die Bischöfe vielleicht besser verstehen).
Sie sollten vielleicht mal das Wochenende nutzen, um einmal grundsätzlich über die Kirche und die Religion nachdenken:

Klicke, um auf Janosch.pdf zuzugreifen


http://mitglied.multimania.de/peterpoehl/Religion.html
http://www.lulu.com/content/paperback-buch/teufel-teufel-das-buch-der-unfrommen-geschichten/12538567

Bischöfe auf dem Holzweg:

Es begann vor 2 Jahren: Damals verlangte Erzbischof Zollitsch von der Justizministerin, sie solle binnen 24 (!) Stunden den Vorwurf zurück nehmen, die Kirche arbeite bei den Missbrauchsfällen nicht genügend mit der Justiz zusammen. Er warf ihr vor, sie habe dabei den eigenen Vorteil im Auge. Die Justizministerin blieb standhaft, und Zollitsch stand dumm da, weil er seinen starken Worten keine Taten folgen ließ. Er wusste wohl, warum.
Nun sagte die Ministerin laut Deutschlandfunk, der kirchenseitige Abbruch der Missbrauchsstudie erwecke den Eindruck, als wolle man nicht alles unabhängig aufklären lassen. Ein sehr schlimmer Vorwurf! Aber Zollitsch wird sich wohl nicht trauen, nochmals gegen die Justizministerin vorzugehen, denn die Frau ist schlau und weiß, was sie sagt und sagen darf.
Nun will die Bischofskonferenz stattdessen gegen den Aufklärer Pfeiffer vorgehen und verlangt von ihm, den Vorwurf kirchlicher Zensur zurück zu nehmen. Das Vorgehen der Bischöfe kann man nur als dumm bezeichnen. Die Bischöfe sollten nur einmal lesen, was alles über ihre Kündigung des Vertrags zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Internet steht: Schlimm ist das, was man da alles zu lesen bekommt, aber die Bischöfe sind wohl zu abgehoben, um mal da hinein zu schauen.
Was diese schreckliche massenhafte Beschimpfung der Kirche hätte abbiegen können, wäre ein einfacher Schritt gewesen: Zollitsch hätte Pfeiffer zu einer Fernsehdiskussion über die Ursache der Kündigung auffordern sollen und dann hätte jeder gesehen, wo die Probleme liegen. Das Publikum hätte dann vielleicht den Standpunkt der Kirche immer noch nicht für richtig gehalten, aber doch wohl Verständnis dafür aufgebracht. Aber wenn jeder in Interviews seine eigene Version verbreitet und dem Gegner vorwirft, die Unwahrheit zu sagen, ist das traurige Ergebnis dies, dass der Kirche misstraut wird. Dabei sollte es doch eigentlich so sein, dass in erster Linie der Kirche geglaubt wird.
Wenn die Kirche einen solchen Kampf mit offenem Visier scheut und stattdessen juristisch gegen Pfeiffer vorgeht, besteht zunächst einmal die Wahrscheinlichkeit, dass sie unterliegt wie bei den Papstkarikaturen. Aber auch wenn sie gewinnen sollte, würde sie in den Augen der Öffentlichkeit so da stehen, wie die Justizministerin schon gesagt hat. Man würde der Kirche die Kündigung und den folgenden Prozess dahin gehend auslegen, dass es der Kirche um Verzögerung und damit um Erschwerung der Aufklärung ginge.
Als PR-Beratre würde ich der Kirche nochmals das wiederholen, was ich ihr schon gesagt habe: Wenn man straflos als Kinderfickersekte bezeichnet werden darf, dann hilft einem nur eines: rasch und rückhaltlos alles aufklären und dabei in Demut die Arbeit der Aufklärer über sich ergehen lassen. Hätte man das getan, wäre alles längst erledigt. So aber besteht die Gefahr, dass sich nicht nur Gläubige von der Kirche abwenden, sondern auch Geistliche. Es gärt jedenfalls schon gewaltig. Bisher haben viele Priester ja nur den Weg der inneren Immigration gewählt.
Zum Thema Kirche lesen Sie doch bitte unbedingt dies:
Kirchensteuer
„Teufel, Teufel! Das Buch der unfrommen Geschichten“
Lilith

Verheimlichen uns die Bischöfe etwas?

Ich hatte im Radio gehört, dass sich die Bischöfe treffen. Die Themen wurden kurz umrissen: Hochschulförderung, Euthanasie und Sterbehilfe. Es wurde ausdrücklich betont, dass die Initiative aufbegehrender Pfarrer nicht Gegenstand der Tagung ist. Wer aber die Kirche kennt, weiß, dass gerade Letzteres wohl das Hauptthema sein dürfte. Mich hat nun interessiert, was bei nun dem Treffen herausgekommen ist. Ich habe also in die Suchmaschine die Worte „Bischöfe Treffen Freising“ eingeben. Und die ersten Treffer waren diese:

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Bischöfe Schnäppchen
Jetzt oder nie: Bischöfe Riesenauswahl stark reduziert!“

Da habe ich doch gestaunt. Wie kann es denn so etwas geben? Da sollten sich die Bischöfe doch ein Beispiel an Frau Wulff nehmen und das beanstanden.
Immerhin habe ich nun in Erfahrung bringen können, dass die Bischöfe heute Nachmittag das Ergebnis ihrer Tagung bekannt geben wollen.
Wir aber wissen jetzt schon, was heraus kommt: „kein Geld!“ Ablehnung von Euthanasie und Sterbehilfe, Schweigen zu den Veränderungswünschen von Priestern. (Was das Geld anbetrifft, klicken Sie hier!
Die Bischöfe haben offenbar noch nicht mitbekommen, dass diese Veränderungen auf Ebene der Gemeinden vielfach schon stattgefunden haben.