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Alles Bio oder was?

So schön sahen die Kartoffeln, die ich bei EDEKA gekauft habe, auf dem Bild aus, das sie zierte. Aber von der Rückseite durchs Netz betrachtet sahen sie auch nicht schlecht aus.

Aber nach einer Woche sahen sie dann so aus:

Ich habe in den mehr als 8 Jahrzehnten meines Lebens einen Haufen Kartoffeln gesehen, aber nicht solche. Was hat man mit den Kartoffeln angestellt?
Wir hatten ja früher einen Kartoffelkeller, in dem wir die Erdäpfel den ganzen Winter lagerten und sie blieben gut genießbar, bis die neue Ernte kam. Heute liest man an den nicht-biologischen Kartoffeln „behandelt“ und man fragt sich, was dahinter verborgen wird.
Auch die Behandlung anderer Lebensmittel schreitet fort. Neulich forderte ein Wissenschaftler, dass die Milch, die heutzutage verkauft wird, gar nicht mehr „Milch“ heißen dürfe, weil sie ein Kunstprodukt auf der Grundlage von Kuhmilch sei. Ja, das waren noch Zeiten, als ich als Bub jeden Morgen zum Milchmann geschickt wurde.
Und auch beim Brot wundere ich mich immer wieder, dass sich seine Haltbarkeit ständig verlängert. Während das Toastbrot einmal nach 3 Tagen zu schimmeln begann, hat es heute Haltbarkeitsfristen von rund einem Monat.
Ich würde ja gerne Biowaren kaufen, wenn nicht so viel betrogen würde. Wie oft werden Eier aus Massentierhaltung als Bioeier verkauft. Überhaupt ist die Lebensmittelkennzeichnung auf Betrug angelegt. Wer Eier von „freilaufenden Hühnern“ kauft, denkt, dass die Tiere um einen Bauernhof herum laufen, aber weit gefehlt! Denn dieses arme Federvieh ist halt nur nicht in einem Käfig, hat aber sonst ein trauriges Leben.
Wie hoch die Betrugsquote im Lebensmittelhandel ist, konnten wir gerade bei einem Test des Olivenöls sehen: Ein Fünftel war falsch deklariert.

 

Sehen Sie das auch so? Früher war alles besser

Ja, ich weiß schon, was viele denken: Da ist wieder einer der ewigen Meckerer und Vorgestrigen am Werk, die keine Ahnung haben und immer davon reden, dass früher alles besser war. Aber sehen Sie das nicht auch:
> Engpässe bei Medikamenten hat es früher nicht gegeben. Das kann lebensgefährlich sein.
> Im Krankenhaus erwarten uns heute: mangelnde Hygiene,
unnötige Operationen, zu wenig Plätze in der Notaufnahme und Intensivstation und zu wenig Personal. Deswegen sterben bei uns Menschen!
> Heute häufen sich überflüssige Operationen. Die Geldgier hat die Ethik verdrängt.
> Noch schlimmer geht es in den Altenheimen zu. Dort fehlt Personal, so dass schon
Altenheime schließen mussten. Bei uns müssen die Pflegekräfte doppelt so viele Alte betreuen wie in den Nachbarländern. Der Personalmangel ist zum Hauptproblem in der Altenpflege geworden:17.000 Stellen in den rund 13.500 Pflegeeinrichtungen können derzeit nicht besetzt werden. In der ambulanten Altenpflege sind weitere 21.000 Stellen noch offen.
> Die Leistungen der Krankenkassen wurden immer mehr reduziert.
> In den Schulen fehlen Lehrer, so dass man Quereinsteiger braucht.
> Gewalt an den Schulen war früher noch kein Problem und das Wort „Mobbing“ gab es noch nicht.
> Auch das Wort „Umwelt“ habe ich früher nie gehört.
> Die deutschen Universitäten standen einmal an der Spitze und viele Ausländer kamen deshalb zum Studium hierher. Heute bemühen sich diese jungen Leute um einen Studienplatz in den USA.
> Die deutschen Erzeugnisse wurden wegen ihres technischen Fortschritts in aller Welt gern gekauft. Heute müssen wir billig verkaufen und der amerikanische Präsident wirft uns nicht zu Unrecht vor, wir würden unsere Autos zu Dumpimglöhnen produzieren (gemeint sind unsere prekären Arbeitsverhältnisse).
> Die Buchstaben „Bio“ verwandte man nur im Zusammenhang mit Biologieunterricht bzw. Wissenschaft.
> Arten-, Insekten- oder Bienensterben gab es nicht.
> Massentierhaltung gab es auch noch nicht.
> „Umwelt“ war noch kein Thema. Über Abgase, CO2, Klimaerwärmung, oder Ozonloch sprach man noch nicht, weil man keinen Anlass dazu hatte.
> Das Grundwasser war noch sauber.
> Das Wort Glyphosat kannte man noch nicht.
> Die Kühe hatten noch Hörner und grasten auf den Wiesen.
> Brillenträger oder Pillenschlucker unter Kindern waren bedauernswerte Ausnahmen.
> Die Armen werden nun immer mehr. Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander.
> Durch die Nullzinspolitik werden heutzutage die Sparer und Alten enteignet zugunsten der Industrie, die dadurch Kredite fast zum Nulltarif bekommt.
> Es gab noch echte Bankiers, die ihre Kunden fair berieten und die heute von Bankern abgelöst wurden, die nur den Profit ihres Unternehmens im Auge haben.
> Der Staat hatte einmal keine Schulden, sondern Rücklagen in einem „Juliusturm“ (so benannt nach dem damaligen Finanzminister).
> Die Unternehmen trugen einmal die überwiegende Steuerlast, aber heute bekommen sie Milliarden-Subventionen. Nun wird der Staat überwiegend von den Bürgern über die Einkommenssteuer finanziert.
> Es gab noch keine Globalisierung mit der Folge, dass die deutschen Arbeitnehmerlöhne von ausländischen Hungerlöhnen gedrückt werden und die deutschen Bauern Konkurrenten in aller Welt bekommen haben, die unter ganz anderen Bedingungen arbeiten können.
> Polizeibeamte waren Respektspersonen und nicht Ziel von Steinwürfen und Molotow-Cocktails.
> Gewalt gegen Schiedsrichter, Sanitäter usw. gab es noch nicht. Heute brauchen sogar Kliniken ein Sicherheitspersonal.
> Nach dem Krieg kamen Gastarbeiter zu uns und keine Flüchtlinge.
> Während früher beispielsweise ein Handwerker seine Familie allein ernähren konnte, müssen nun beide Eheleute arbeiten.
> Die prekären Arbeitsverhältnisse werden immer mehr.
> Das hat es früher nicht gegeben, nämlich dass Menschen von ihrer Hände Arbeit nicht leben konnten und „aufstocken“ mussten.
> Es gab keinen Klimawandel.
> Die Luft war sauber.
> Man lebte ohne Plastik.
> Man hatte Sinn für Anstand und Ordnung und warf daher keine Abfälle auf den Boden.
> Chemie in den Nahrungsmitteln gab es fast nicht.

> Eine Wohnung in den Großstädten ist für Normalverdiener unerschwinglich geworden. Die meisten müssen in den Speckgürtel der Städte ziehen.
> Das Einkommen des Mannes reichte aus, um eine Familie zu ernähren. Heute müssen meist beide Eheleute arbeiten, weil einer die Miete verdienen muss.
> Früher waren die meisten Frauen mit ihrer Tätigkeit als Hausfrau und Mutter voll beschäftigt und zufrieden.
> Die durchschnittlichen Fahrten zum Arbeitsplatz verlängern sich von Jahr zu Jahr. Wie viel Zeit des Lebens wird dadurch verschwendet!
> Im Alter erwarten jeden 5. Bürger Altersarmut. Die Zahl steigt ständig.
> Die Zahl der Tafelbesucher steigt ebenfalls.
> Die Zahl der Wohnungslosen ist allein im letzten Jahr um 4% gestiegen.
> Es gab früher noch das „Wir“ und nicht die Spaltung in „die da oben“ und die „Menschen draußen im Lande“.
> Es gab noch keine Protestwähler, weil die Demokratie noch nicht so kaputt war.
> Man stellte einmal Qualitätsprodukte „made in Germany“ her. Heute baut man oft Sollbruchstellen ein.
> Die Zahl der Suizide steigt.
> Wir steuern auf eine Rezession zu. Trotzdem werden die finanziellen Forderungen der Oppositionsparteien immer größer.
Und da frage ich mich immer: Wie haben wir damals nur so leben können, als die Welt noch in Ordnung war?
Das Seltsame am Ganzen ist, dass sich die Menschen laut Umfragen angeblich glücklich fühlen. Wer hat ihnen das eingeredet? Oder mögen sie es nur nicht zugeben, dass sie nicht glücklich sind, weil sie sonst als Versager da stehen würden?

 

 

 

Ich kaufe keine Bio-Eier mehr

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Ist es nicht nett, wie sich hier der Hahn mit zwei Hennen unterhält? Was sie wohl zu bekakeln haben? Überlegt der Hahn: Welche von euch beiden kommt jetzt dran? Die drei haben ein Leben, das es kaum noch gibt: Sie können überall herum laufen und sich ihre Körner suchen.
Eigentlich bin ich ja Tierfreund, aber kein Idiot. Früher einmal kaufte ich immer die teureren Eier von frei laufenden Hühnern, weil ich so einen Beitrag dafür leisten wollte, dass es dem Federvieh besser geht. Dann aber wurden immer mehr Fälle aufgedeckt, in denen Eier von Hühnern aus Käfighaltung als solche von frei laufenden Tieren verkauft wurden. Es reihte sich Skandal an Skandal. Und nun lese ich im Stern einen erschreckenden Artikel darüber, wie ALDIs Bio-Eier erzeugt werden:
http://www.stern.de/genuss/essen/aldi–so-erschreckend-sieht-s-in-den-huehnerfarmen-aus–die-aldi-sued-mit-bio-eiern-beliefern-7494716.html
Soll man in einer Wirtschaft, die mehr und mehr auf Betrug ausgerichtet ist (vgl. Dieselskandal), den Erzeugern vertrauen und mehr Geld ausgeben?
So wie bei den Eiern läuft es auch sonst in unserem Geschäftsleben: Vor Weihnachten liest man in den Medien, man solle nur ja kein chinesisches Billigspielzeug für die Kinder kaufen, denn das sei mit Giften belastet. Dann kommt später heraus, dass das teurere Spielzeug ebenfalls in China hergestellt und auch belastet ist.

Sind Sie auch so ein Versager?

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Mit den Eiern fing es an. Da merkte ich zum ersten Mal, dass ich ein Versager bin. Erst hatte ich mir vorgenommen, aus Gründen des Tierschutzes nur Eiern von Hühnern zu kaufen, die aus natürlicher Haltung stammten. Aber dann gingen die Probleme an: Was will ich denn nun: Eier aus Freilandhaltung, Eier aus Bodenhaltung, Eier aus ökologischer Erzeugung? wo sind die BIO-Eier? Was ist das Beste für die Hühner? Und was sagen mir die Nummern auf den Eiern? Wer kennt sich da noch aus? Als ich dann in der Zeitung mehrfach las, wie sehr bei der Kennzeichnung von Eiern betrogen wird, haben sich meine Probleme in Luft aufgelöst. Da kaufe ich halt gleich die billigsten.
Jetzt war ich wieder beim Einkauf total überfordert. Ich wollte mir nur mal ganz einfach einen Johannisbeersaft kaufen. Auch da tun die Hersteller alles, um die Kunden zu verwirren. Soviel weiß ich schon über Säfte, dass Nektar kein Saft ist, sondern ein Zuckergesöff. Was aber ist ein Direktsaft? Und warum werden viele Säfte aus Konzentrat hergestellt? Ist es denn nicht teurer, wenn man die natürlichen Säfte erst zu Konzentrat eindampft und dann wieder verdünnt und sind dann überhaupt noch Vitamine drin? Was ist der Grund für so einen Unsinn?
In dem Saftwirrwarr habe ich schließlich einen „frischen Johannisbeersaft“ entdeckt. Na also, dachte ich, man kann also doch noch einen natürlichen Saft kaufen. Als ich aber den Saft in meine Tasche stecken wollte, fiel mir die eng beschriftete Rückseite auf, die für den Normalmenschen ohne Brille nicht lesbar ist. Aber wie Sie ja aus meinen Blogs wissen, bin ich kein Normalmensch. So staunte ich, was alles dem Johannisbeersaft zugesetzt worden ist: Säuerungsmittel, Glukosesirup, … Und da fragte ich mich, wie viele Prozente da noch für den Saft übrig bleiben.
Ich hatte die Nase voll und kaufte mir eine Flasche Rotwein. Da hatte ich aber früher auch schon immer Probleme: Bioweine oder naturreine Weine gibt es nicht. Dagegen haben sich die Winzer gewehrt mit der Behauptung, alle Weine seien ja Naturprodukte. So bekomme ich halt offenbar keinen Wein ohne Schwefelzusatz. Aber wer weiß? Vielleicht ist das ja sogar gesund.
Und Sie verstehen nun sicher, warum ich immer aus dem Supermarkt nach Hause gehe mit dem Gefühl, ein totaler Versager zu sein.

Bei uns herrscht grenzenlose Geldgier

Wir sind eine Gesellschaft geworden, in der der Betrug zum Geschäftsmodell geworden ist (und natürlich auch zum Mittel der Politik). Bleiben wir hier aber nur bei den Geschäften: Gerade habe ich erfahren, dass wieder ein Fall aufgedeckt wurde, in dem Bio-Eier von Hühnern stammten, die gar nicht entsprechend gehalten wurden. Dies ist nun schon der soundsovielte Fall, der durch die Medien ging. Eigentlich würde ich ja gern etwas für den Tierschutz tun, aber weil so viel betrogen wird, kaufe ich nur die billigsten Eier.
Uns wird auch immer eingeredet, wir sollten nur teure Waren kaufen, um Qualität zu bekommen. Auch das ist eine Betrugsmasche: Bei Sportschuhen, Kinderspielzeug u. v. a. wurde festgestellt, dass teurere Ware und Markenprodukte manchmal sogar stärker mit Giften belastet waren als billige No-Name-Artikel.
Interessant ist ja auch, dass man heute Produkte herstellen könnte, die „ewig“ halten. Weil dies aber unerwünscht ist, werden immer häufiger Sollbruchstellen eingebaut, damit bald wieder Neues gekauft werden muss: Mein letztes Auto war wirklich ein solches Wunderwerk deutscher Ingenieuskunst: Bis 100.000 km lief es fehlerlos und dann ging ein Teil nach dem anderen kaputt. Wie kann man nur so etwas konstruieren? Nun habe ich einen Koreaner gekauft und hoffe, dass bei den dortigen Ingenieuren die Bräuche noch etwas anders sind.
Bei Waschmaschinen ist es ähnlich: Da wurden die früher üblichen stählernen Zahnräder durch solche aus Plastik ersetzt und so hält halt die Maschine nur 5-7 Jahre (so die durchschnittliche Lebensdauer der heutigen Waschmaschinen). Für mich ist das Betrug am Verbraucher, denn der erwartet kein Gerät mit einer Sollbruchstelle, sondern eines, dass die nach dem derzeitigen Stand der Technik längste Lebensdauer hat. Aber wenn man diesen Betrug zur Anzeige bringen würde, würde dieser kein Erfolg beschieden sein, denn die Staatsanwaltschaft würde sagen: Das sollte doch jeder wissen, dass überall Sollbruchstellen eingebaut werden. Und ein frommer Mensch wird finden: Die Hersteller fühlen sich wie Gott, denn auch der hat ja auch beim Menschen einen Haufen Sollbruchstellen eingebaut.
So gäbe es noch vieles darüber zu berichten, dass wir in den Händen geldgieriger Betrüger sind. Denken Sie immer daran, besonders wenn Sie zur Bank gehen! Dort sind schon viele um ihr Vermögen gebracht worden.