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Deutschland stürzt ab: Ranking der Unis


Ich habe schon öfter über diese Themen geschrieben: „Deutschland stürzt ab“ und „Deutschland erwache!“. Hier nun ein Update:

Gerade wird wieder das Ranking der Universitäten der Welt veröffentlicht. Natürlich räumen da die Unis der USA ab, wie wir ja auch bei den Nobelpreisträgern ablesen können, von denen früher viele aus Deutschland kamen,
Aber erstaunlich ist, dass Großbritannien mit seinen altehrwürdigen Universitäten weit vorne liegt, wobei sogar eine den ersten Platz errungen hat.
Und wo bleiben wir? Auf Platz 32.
https://www.timeshighereducation.com/world-university-rankings/2022/world-ranking#!/page/0/length/25/sort_by/rank/sort_order/asc/cols/stats
Warum sind die Briten so viel besser als wir? Es wäre interessant, das einmal zu untersuchen. Und warum sind wir so schlecht? Weil die Unionswähler es so wollen:
„Wir geben wenig für Bildung aus, denn wir Deutschen sind sowieso gescheit.“

Für uns ist es gefährlich, nicht mehr vorne dabei zu sein. Unser Land lebt vom Blaupausenexport und wenn wir da nicht gut sind: Gute Nacht!
Wir haben viele Spitzenplätze in der Wirtschaft verloren: Erinnern Sie sich noch an Agfa, Leica…? Noch halten wir uns mit der gehätschelten Autoindustrie über Wasser, aber nun kam der Paukenschlag: Tesla baut ein Autowerk bei uns!

 

Was für ein Tag ist denn eigentlich heute?

Wenn Sie diese Frage im Internet stellen, erfahren Sie, dass heute der Tag der Bierdose sein soll. Wenn Sie aber weiter forschen, werden Sie überrascht sein, welche Gedenken heute viel wichtiger wären:

Heute ist zunächst einmal der UNESCO-Tag der Bildung. So einen Tag brauchen wir, weil die Bildung immer mehr durch Ausbildung ersetzt wird. Das heutige Wirtschaftsleben braucht keine nachdenklichen Menschen, sondern gut funktionierende Arbeiter, die möglichst schnell durch die Schule und Uni geschleust werden.

Dann wäre heute noch de Tag des herzhaften Lachens. Deshalb bemühe ich mich hier jeden Tag, meinen Lesern jedenfalls mit dem Witz zum Tag ein Lächeln zu entlocken.

Und schließlich ist heute auch noch der Tag der Komplimente: Also an die Arbeit! Sie glauben gar nicht, wie einfach sich wie viel Freude bereiten lässt!

 

 

Der Untergang der deutschen Leitkultur


Ich bin ja nun schon sehr alt und ganz anders erzogen worden als die heutige Jugend, Wir lernten in der Schule auch das, was man unter „Bildung“ verstand. Unsere Abiturreise hatte das Thema „Norddeutsche Backsteingotik“ Und so fuhren wir mit dem Fahrrad von Kiel bis Hildesheim und besichtigten die bekannten Baudenkmäler, während heutzutage die Schulklassen oft sonst wohin fliegen.
Von der Schule her ist mir das Interesse daran geblieben, mich weiter zu bilden: Ich radelte durch Franken und am Rhein entlang. Ich besuchte die Gottesdienste, in denen die bekannten Messen der bedeutenden Komponisten aufgeführt wurden. Ich stellte mich abends an die Opern- und Theaterkassen an, um verbilligte Restkarten für die Aufführungen zu bekommen. Wenn ich eine Reise unternahm, schaute ich in den Kunstführer, was ich dabei besichtigen konnte…
Ganz anders ist es heute: Vielleicht habe ich ja nur die falschen jungen Leute im Blick. Die kennen nicht einmal die bekannten Baudenkmäler aus ihrer Umgebung, haben dafür aber das Taj Mahal und die chinesische Mauer gesehen. Ihre Sehnsuchtsorte sind Neuseeland, New York, Hawaii und Las Vegas. Ich will das nicht kritisieren, sondern ganz schlicht feststellen, dass das, was wir einmal unter „Leitkultur“ verstanden haben, nun durch eine globale Kultur ersetzt wurde, sofern man bei Las Vegas von Kultur sprechen kann.
Man kennt die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Welt und die will man gesehen haben. Und so drängen sich Menschenmassen an Orten wie Venedig, während man in den Münchner Kirchen beim Besichtigen ziemlich allein ist.
Immerhin kommen Japaner und Chinesen auf ihrem Trip „Europe in one Week“ auch nach Bayern und schauen sich hier etwas an, was die meisten Einheimischen noch nicht gesehen haben, beispielsweise die Wieskirche. Da ist sie dann doch wieder: die deutsche Leitkultur.

PISA und die Bildungsmisere

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Es ist ja ganz interessant, wie unterschiedlich die Medien über das Ergebnis der neuesten PISA-Studie berichten: Die einen Medien melden stolz, dass wir wieder im oberen Mittelfeld gelandet sind, als wenn das nicht eine Selbstverständlichkeit wäre für einen Staat , der vom Blaupausenexport lebt. Andere Medien berichten das Gegenteil, nämlich dass Deutschland sich verschlechtert hat. Beides ist zwar richtig, zeigt jedoch, wie man durch die Akzent-Setzung ein völlig unterschiedliches Bild erzeugt. Was den Medienberichten fehlt, ist der Hinweis auf die Bildungsausgaben. An sich sollten die Staaten nach den EU-Vorgaben 3 % des Bruttosozialprodukts für Bildung ausgeben. Aber nur Schweden, Österreich und Dänemark erreichen das EU-Ziel von 3,0 Prozent. Uns Deutschen ist die schwarze Null wichtiger als die Bildung. Wir geben nur 2,87 Prozent aus.
Das Bild, das die PISA-Studie vermittelt scheint doch ziemlich trügerisch zu sein. Die Handwerksbetriebe klagen darüber, dass sie keine Lehrlinge finden, weil diejenigen, die sich bewerben, zu wenig deutsch und rechnen können. Dieselbe Klage hörten wir vom Chef eines unserer Geheimdienste: Man finde keinen Nachwuchs, da sogar die Abiturienten nicht einmal die Rechtschreibung beherrschen würden.

Fragen an die Studenten

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Eigentlich müsste ich ja „Studierende“ sagen, denn die Studenten von früher waren völlig anders. Man hat als Außenstehender den Eindruck, als wäret Ihr heute in einen verschulten Universitätsbetrieb eingespannt, der Euch keine Zeit lässt, Euch einmal umzuschauen, was Eure Universität zu bieten hat. Früher hat es einmal ein „studium generale“ gegeben: Man hat sich entweder ein ganzes Semester lang auf der Uni umgesehen, was es dort so alles gibt, um sich vielleicht auch zu orientieren, was man studieren möchte. Oder man hat jedenfalls das „studium generale“ nebenbei betrieben: An bestimmten Wochentagen lasen nachmittags im Auditorium Maximum die Kapazitäten der Wissenschaft, die auf der Uni dozierten: Ich hörte in meiner Studienzeit Hans Sedlmayr („Verlust der Mitte“), Romano Guardini u.a.
Und nun würde ich gerne wissen: Wisst Ihr überhaupt, welche Kapazitäten der Wissenschaft an Eurer Uni dozieren? Habt Ihr überhaupt Zeit habt, diese zu hören?

Bildungswesen: Armes Deutschland!

Bayer-Chef Marijn Dekkers hat das Ende seines Schaffens beim Chemieriesen angekündigt. Er will mit seiner Familie auswandern – der deutschen Bildung wegen. Seine Töchter sollen in den USA studieren.
Es ist ja ganz interessant zu beobachten, wie sich die Bildungsströme verlagern: Als ich jung war, war die Sorbonne das Nonplusultra. Und auch die deutschen Universitäten hatten einen guten Ruf.
Beispielsweisen hörte ich früher in Kroatien öfter, dass die Kroaten ihre Kinder gerne bei uns studieren ließen. Dann, ein paar Jahre später hatte sich das Blatt gewendet. Die Kroaten schickten ihre Kinder an die Universitäten in den USA. Nicht nur unsere Spitzenwissenschaftler wandern häufig in die USA ab. Und nun scheinen auch die Studenten zu folgen, die es sich leisten können.
Armes Deutschland!

Wieder einmal wurde Deutschland "abgewatscht"

Bei der Armutsstatistik oder bei der Schere zwischen arm und reich sowie bei anderen Themen schnitt Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten schlecht ab und wurde von der OECD gerügt. Das haben wir in diesem Blog schon öfter dargestellt.
Nun meldet die Tagesschau, dass wir schon wieder von der OECD Prügel bezogen haben:
„Jeder Fünfte der Jüngeren erreicht hierzulande nicht das Bildungsniveau seiner Eltern. Im OECD-Durchschnitt nur jeder Zehnte. Das heißt: Runter geht es in Deutschland schneller als woanders, aufwärts dafür langsamer.
Was die Bildungsmobilität angeht, schneiden nur Estland und die Slowakei noch schlechter ab. Das ist der wichtigste Kritikpunkt der neuen Studie.“
Wir fragen uns: Was sind die Ursachen für diese Misere? Man kann natürlich unserem Bildungssystem die Schuld geben. Aber ich glaube, es gibt da noch eine andere Ursache, die gewichtiger ist: Uns geht es zu gut und das lässt viele junge Leute denken: Was soll ich mich anstrengen, wenn es mir sowieso gut geht?
Ich habe selbst ganz verschiedene Kinder: Das eine war, was das lernen angeht, ein Selbstläufer. Das andere jedoch ließ mich zu der Überzeugung kommen, dass es bei der Erziehung das schwierigste ist, ein Kind dazu zu bringen, in der Schule etwas zu leisten. Seine Leistungen lagen auf außerschulischen Gebieten. Mit viel Anstrengungen ist es bei uns gut gegangen und unsere Kinder sind uns dankbar dafür.
Aber ich glaube, dass viele Eltern diese Anstrengungen nicht auf sich nehmen wollen und sagen, dafür sei die Schule zuständig.

Traurig! Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft untersucht das Bildungssystem in Deutschland.

„Sachsen schneidet am besten ab: es hat das „leistungsfähigste Bildungssystem“, finden jedenfalls namhafte Ökonomen: Gute Kleinkindbetreuung, viele Abiturienten, viele Ingenieurabsolventen.“
So meldeten es die Medien. Ich finde die Meldung traurig. Sie ist typisch dafür, wie bei uns Politik gemacht wird und wie die Medien beeinflusst werden. Da geht es zunächst einmal darum, die Meinungsführerschaft zu übernehmen. Man muss also der erste sein, der über dieses Thema schreibt. Dann plappern die anderen nach, denn sie sparen damit das Geld für eigene Recherchen.
Den meisten fällt gar nicht auf, wer das Bildungssystem beurteilt hat: Ökonomen! So weit ist es bei uns gekommen. Das ganze Bildungssystem ist darauf ausgerichtet, möglichst schnell brauchbare, unkritische Arbeitnehmer zu produzieren. Das beginnt damit, dass schon im Kindergarten das Lernen gegenüber dem Spielen immer mehr in den Vordergrund tritt.
Ich erinnere mich noch gut an eine Ansprache des ersten Bundeskanzlers Dr. Adenauer. Dabei regte er sich furchtbar darüber auf, dass der kommunistische Staat schon nach den kleinsten Kindern greife. Heute tut der Kapitalismus das Gleiche.
Die Schulzeit wurde um ein Jahr verkürzt: G8. Auch das Studium wurde so gestrafft, dass man die Universität nun besser Hochschule nennt. Denn von „universitas“ ist nicht mehr viel übrig geblieben. Die Studenten haben keine Zeit mehr dafür, sich auch einmal in anderen Fächern umzuschauen. Die Studienzeit mit ihrer grenzenlosen Freiheit war früher einmal für viele Menschen mit die schönste in ihrem Leben. Heute ist sie eine Phase voll von Stress und Angst.
Wie sollen bei einem solchen System echte Persönlichkeiten herauskommen? Die will man nicht, sondern man braucht Funktionsträger: blass, brav und jederzeit ersetzbar.