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Können echte Bilder lügen?


Das ist eindeutig zu bejahen:
Ein guter deutscher Journalist zeichnet sich bei uns dadurch aus, dass er die AfD ins Visier nimmt. Nehmen wir als Beispiel die Heute-Show: Da wird Gauland gezeigt, wie er sich intensiv schnäuzt. Die Szene wird zusammen geschnitten mit einer anderen, in der er der Kanzlerin die Hand gibt. Kommentar dazu: Igitt!
Anderes Beispiel: Eine Jüdin spricht im Bundestag. Am Schluss gibt es Applaus. Die Kamera zeigt einen AfD-Abgeordneten, der sich zwar erhoben hat, aber nicht klatscht. Das wird in der Heute-Show politisch ausgeschlachtet. Als unvoreingenommener Zuschauer fragt man sich allerdings, ob der Mann nicht womöglich nur zu faul war, mit zu klatschen. Eine politische Demonstration gegen eine Jüdin wird es wohl kaum gewesen sein, denn sonst hätte er sich die Rede wohl überhaupt nicht angehört oder er wäre nicht aufgestanden. Aber aus einer solchen Szene Antisemitismus  abzuleiten – das macht sich halt bei uns so gut.
Ich habe nichts mit der AfD am Hut, ich habe aber etwas dagegen, dass man sich mit einem politischen Gegner in dieser Weise auseinander setzt. Man verfährt nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein, bzw: „Semper aliquid haeret.“. Richtig wäre es, das Parteiprogramm nach Hohlheiten zu durchforsten.
Noch ein Beispiel: Wir haben auch schon ein paar Chaoten vor der Kamera gesehen, deren Treiben zu Ausschreitungen hochgespielt wurden.
Verlassen wir die Politik und wenden uns den Frauen zu. Auch hier werden wir zwar wahr, aber doch falsch informiert. Wir hören ständig etwas über arme Ehefrauen, die von ihren Männern geschlagen werden. Und die Familienministerin fordert im Hinblick auf die angeblich so schlimmen Zustände mehr Frauenhäuser. Durch dieses ständige Lamento wird der Eindruck erweckt, als seien die Männer ein fieses Geschlecht, das nicht einmal davor zurückschreckt, wehrlose Frauen zu verprügeln. Die Wahrheit sieht aber anders aus: Die Frauen sind gewalttätiger als Männer:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/11/21/wer-ist-gewalttaetiger-maenner-oder-frauen/
Ein Beispiel erlebten wir kürzlich in der Fernsehshow „Bachelor“. Da hat eine Frau einen Mann vor der Kamera geohrfeigt. Nehmen wir an, das wäre in einer Ehe passiert und der Mann hätte in gleicher Weise zurück geschlagen, wäre die Frau zum Arzt gegangen, hätte sich die gerötete Wange bestätigen lassen und wäre ins Frauenhaus gezogen. Und dann hätten wir wieder eine Meldung, die zwar wahr wäre, aber die Wirklichkeit verdreht: „Gewalt gegen Frauen angestiegen!“
Wenn wir also das Schimpfwort „Lügenpresse“ hören, sollten wir nicht nur Fälle wie den des Claas Relotius, der übrigens noch für sein Tun ausgezeichnet wurde, ins Auge fassen, sondern auch die vielen schiefen Darstellungen in der übrigen Medienwelt.

Man darf es ja bei uns nicht sagen, dass manches im Nationalsozialismus besser war, aber ich tue es trotzdem in meinen Aphorismen:
„Der Nationalsozialismus hatte gegenüber der Demokratie einen Vorteil: Man wusste jedenfalls, von wem man belogen wurde,“

 

 

Weisheiten und Wahrheiten

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr lesen Sie in dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt:

Wie tief unsere künstlerischen Fähigkeiten gesunken sind, sieht man daran, dass die alten Ägypter ein Tier so darstellen konnten, dass man es auch heute noch als Gottheit erkennt; die heutige Kunst hingegen benötigt meist althergebrachte Attribute, um einen Menschen als Gottessohn darzustellen: langes weißes Gewand oder Heiligenschein.

H. Pöll, Autor

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke.

Dazu noch eine Anekdote: Der Maler Nolde hatte in Kiel in der Kunsthalle seine Bilder ausgestellt und war persönlich anwesend. Als ich meinen Rundgang beendet hatte und gehen wollte fragte mich der Maler, welches Bild mir denn am besten gefallen habe. Ich sagte ihm:
„Die Bleistiftzeichnung von Jesus, weil sein Gesicht so ganz anders aussieht, als man erwartet: fast slawisch und nicht arabisch oder europäisch. Und doch erkennt man, dass der Mann Gott sein soll.“
Nolde antwortete: „Das freut mich, dass Ihnen bei der großen Auswahl von farbigen Bildern ausgerechnet diese Bleistzeichnung gefällt. Ich habe mir da zur Aufgabe gemacht, etwas Göttliches in den Gesichtsausdruck eines Mannes zu bringen, der eben nicht nach Gott aussieht.“

Also, nee Männer!

Also wirklich, Männer: Das habt Ihr nicht drauf. Frauen verstehen es ja, uns Männer mit allen möglichen Bildern zu erfreuen. Aber wenn Männer das nachmachen, sieht das – wie man heute zu sagen pflegt – „echt Scheiße“ aus:
https://www.sn.at/panorama/oesterreich/maenner-in-klassischen-pin-up-posen-verstoeren-23408305
Wir Männer haben halt dafür innere Werte – jedenfalls bilden wir uns das ein.

So nicht, Frau Merkel!


Wie ich diese Bilder hasse. Der Januar begann wie jedes Jahr in den Medien mit Fotos der Kanzlerin im Kreis der Sternsinger. Im Februar folgt nun gerade wie üblich ein Bild, das die Kanzlerin mit den Karnevalsdelegationen zeigt. Mich wundert nur, dass diese Szenen immer neu fotografiert werden müssen. Man kann doch immer die gleichen Bilder hernehmen. Wer weiß denn schon, wie die Sternsinger oder Karnevalsdelegationen im letzten Jahr ausgesehen haben?
Bilder die ich gerne sehen würde, wären diese: Die Kanzlerin kocht mal einen Tag für die Tafel und isst mit den Leuten, um zu zeigen, dass das Schicksal dieser Menschen ihr nicht gleichgültig ist. Aber diese Bilder sind halt nicht so schön, denn sie zeigen Verhältnisse, mit denen die Kanzlerin nichts zu tun haben will. Man sollte nicht glauben, dass sie aus einer Pfarrerfamilie stammt.

Fortschritt?

Was waren das noch für Zeiten: Als wir früher in Urlaub fuhren, wählten wir schöne Postkarten aus und schrieben damit Grüße an Verwandte und Bekannte. Damals war es üblich, nach dem Urlaub im trauten Kreise Dias über die Erlebnisse vorzuführen, denn Fernsehen gab es noch nicht und so waren die Daheimgebliebenen durchaus interessiert, wie es anderswo aussieht. Dieses arbeitsaufwändige System wurde mit der Zeit ersetzt durch Digitalfotos, die man mit einem einheitlichen E-Mail-Gruß an alle Lieben versandte. So sparte man wertvolle Urlaubszeit. Auch das ist nun wiederum vielen zu umständlich: Sie haben einen Account bei Instagram und stellen da ihre Fotos ein. Dort sollen sich die Leute gefälligst anschauen, wie es im Urlaub war.
Aber wer interessiert sich
heute schon dafür? Und ist das wirklich ein Fortschritt?

Ich liebe Fenster

Fenster sind die Augen des Hauses, sagt man. Ich bin gerne in Häusern mit schönen Fenstern:Fenster

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Fenster sind viel schöner als Gemälde, weil sie Licht und Leben ins Zimmer bringen. Und auch von außen betrachtet sieht ein Haus mit schönen Fenstern ganz anders aus als eines, bei dem die Scheiben nur schwarze Löcher in der Fassade sind.

Es ist ganz schrecklich

Und es wird immer schlimmer. Wir sind auf dem Weg zum Analphabetismus. Ein Siebtel der Deutschen kann nicht richtig lesen und schreiben und das ist kein Wunder, sondern die Folge einer schlimmen Entwicklung: Schon das Fernsehen machte für viele das Zeitungslesen überflüssig. Und wenn man nun die Nachrichten im Netz anschaut, sind die auch in der Regel bebildert. Eine Meldung ohne Bild geht da unter. Und die Entwicklung geht noch weiter: Die Meldungen werden nicht geschrieben, sondern als Video gesendet:
Beispiel: Gerade sah ich bei meinem Provider die Meldung, dass immer mehr Iraker von Deutschland enttäuscht sind und zurück gehen. Das hätte mich schon interessiert, aber die Meldung war nicht zu lesen, sondern man musste ein Video anschauen. Na ja, dachte ich, ausnahmsweise… Aber dann wurde ich von einem extrem lauten Werbespot der Versicherungskammer bedröhnt und habe sofort ausschalten müssen. Da muss ich nun halt anderswo nachschauen, wie es mit der Rückkehr der Irakflüchtlinge ist.

Bilder, Bilder, Bilder…

Der vom Fernsehen geprägte Mensch von heute braucht Bilder, um auf etwas aufmerksam zu werden. Entwickelt sich also die Menschheit zurück? Die ersten Bücher, die man als Kind bekommt, sind ja bekanntlich Bilderbücher. Viele der Bilder, die wir in den Medien zu sehen bekommen, sind völlig überflüssig, weil sie nichtssagend sind. Was bringt uns ein angebliches Foto von einem Tatort, auf dem nur ein rot-weißes Plastikband einer polizeilichen Absperrung zu sehen ist? Und was haben wir von Aufnahmen eines Täters, auf denen das Gesicht verpixelt ist? Bei Bildern aus Kriegen, wo wir einen Mann schießen sehen, glaube ich sowieso immer, dass die Aufnahmen gestellt sind.
Noch schlimmer ist, dass die Videos immer mehr zunehmen. Wenn man sich nur kurz über etwas informieren will, muss man erst eine Reklame über sich ergehen lassen und dann einen Film ansehen, wo sonst ein kurzer diagonaler Blick auf einen Artikel genügt hätte.
So ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen zu Analphabeten werden. 7,5 Millionen sind es inzwischen in Deutschland. Für diese Menschen sähe mein Aphorismus von gestern, nach dem manche Männer eine Frau als Navi fürs Leben brauchen, ganz schlicht so aus:

Navi

Der Fall Gurlitt beunruhigt mich wie der Fall Mollath

Freilich sind beide Fälle nicht zu vergleichen, denn im dem einen ging es um das Schicksal eines Menschen und im anderen um den Besitz an Bildern. Was aber beide Fälle gemeinsam haben, ist, dass man Unbehagen spürt.
Einzelheiten des Falles Gurlitt sind mir nicht bekannt. Ich nehme an, dass Gurlitt im Zuge des Verkaufs eines der Bilder in den Verdacht der Steuerhinterziehung geraten ist und dass die Staatsanwaltschaft dabei auch von dem weiteren Verdacht ausging, die bei Gurlitt vorgefundenen Bilder seien als „entartete Kunst“ den jüdischen Besitzern geraubt worden.
Zunächst einmal meine ich, dass die Staatsanwaltschaft damit die Beweislast, die ihr obliegt, einfach umgedreht hat. Die Tatsache, dass Gurlitt die Bilder in Besitz hatte, spricht für sein Eigentum. Warum sollen die Bilder nicht durch ein Familienmitglied Gurlitts vom NS-Staat gekauft worden sein? Wenn man die Bilder dennoch beschlagnahmt hat, hätte man als Begründung einen dringenden Tatverdacht für eine Unterschlagung liefern müssen. Diesen sehe ich nicht.
Das zweite, was mir missfällt, ist die Tatsache, dass die Bilder ins Internet gestellt wurden. Anscheinend wollte man so einen Grund für die Beschlagnahme finden, den man bisher nicht hatte. Ich finde, dass es ein unglaublicher Vorgang ist, wenn solches Privateigentum, von dem ja bisher auszugehen ist, im Internet veröffentlicht wird. Sogenannte Gutmenschen, die hier wie auch sonst wo für rückhaltlose Aufklärung sind, müssen die Grenzen des Rechts anerkennen. Recht und Moral decken sich halt nicht immer. Was würden diese Gutmenschen wohl sagen, wenn plötzlich ein Jude vor ihrem Haus stünde und es zurück verlangen würde, weil es von den Nazis zu Unrecht beschlagnahmt worden sei?
Auch wenn man die vorstehenden Ausführungen für verfehlt hält, so wird man aber doch zustimmen, wenn ich die Frage nach der dienstlichen Verschwiegenheitspflicht aufwerfe. Es gab jedenfalls überhaupt keinen Grund, den alten kranken Gurlitt in der Öffentlichkeit bloß zu stellen. Das hat nun zur Folge, dass er seine Bilder nicht mehr bei sich behalten kann, weil das zu gefährlich für ihn wäre. Eigentlich sollte der Staat sich mit ihm dahin gehend einigen, dass die Bilder als sein Eigentum nun in einen bewachten öffentlichen Museum ausgestellt werden. Dann wäre allen gedient: Gurlitt behält sein Eigentum und auch die Öffentlichkeit könnte einen Blick auf diese doch einmaligen Kunstschätze werfen.