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Gegen den Widerstand der Kirchen: Die Kinderrechte gehören ins Grundgesetz!


Gerade höre ich in den Nachrichten etwas, was auf den ersten Blick verwundert: Die
Kirchen sind gegen die Pläne der Justizministerin, den Artikel 6 des Grundgesetzes um folgenden Absatz ergänzen:
„Jedes Kind hat das Recht auf Achtung, Schutz und Förderung seiner Grundrechte einschließlich seines Rechts auf Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit in der sozialen Gemeinschaft. Das Wohl des Kindes ist bei allem staatlichen Handeln, das es unmittelbar in seinen Rechten betrifft, angemessen zu berücksichtigen. Jedes Kind hat bei staatlichen Entscheidungen, die seine Rechte unmittelbar betreffen, einen Anspruch auf rechtliches Gehör.“
Dieser Absatz ist notwendig, weil die UN-Kinderrechtskonvention vorschreibt:
„Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs- und sonstigen Maßnahmen zur Verwirklichung der in diesem Übereinkommen anerkannten Rechte.“
Wenn die Gegner dieser Grundgesetzänderung behaupten, die Kinder seien durch die allgemeinen Grundrechte genügend geschützt, so ist das kein echtes Gegenargument, denn man kann ja durchaus noch einmal zusammenfassend die Kinderrechte festschreiben.
Wie notwendig das ist, zeigt beispielsweise die Kinderarmut in Deutschland:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/03/kinderarmut-nicht-so-schlimm/
https://autorenseite.wordpress.com/2016/05/31/kinderarmut-in-deutschland-2/

Erstaunt hat mich, dass die Vertreter sämtlicher Religionen die Grundgesetzänderung ablehnen und dass dabei etwas zu beobachten ist, was man selten sieht: Sie sind sich einig: Man befürchtet eine Einschränkung der Elternrechte und wir hören das Schlagwort vom linken Populismus.
In Wahrheit geht es um etwas anderes: Die Religionen sehen durchaus mit Recht die Gefahr, dass ihre Möglichkeiten, sich schon früh der Kinder zu bemächtigen, eingeschränkt wird. Es könnte durchaus sein, dass die beabsichtigte Grundgesetzänderung beispielsweise dazu führt, dass die Beschneidungen vom Verfassungsgericht verboten werden und dass auch die Taufe von Babys als Missachtung von deren Persönlichkeitsrecht betrachtet wird:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/12/01/unorthodoxe-gedanken-zum-sonntag/

Unorthodoxe Gedanken zum Sonntag

Der Dalai Lama hat eine lesenswerte Botschaft an die Welt gerichtet. In ihr stellt er die Ethik über die Religion.
Dazu sei hier ein weiterer Aspekt beleuchtet: Ein Gebot der Ethik ist es, die Menschenwürde zu achten. So steht es nicht nur im Grundgesetz, sondern auch die Religionen würden wohl dieses Gebot nicht bestreiten. Für meine Begriffe verstoßen aber die Religionen gegen die Menschenwürde, wenn sie sich schon der kleinsten Kinder bemächtigen durch die Taufe oder durch die Beschneidung der Wehrlosen. Warum können sie nicht warten, bis sie einen mündigen Menschen befragen können, für was er sich entscheidet? Die Frage ist einfach zu beantworten: Die Religionen wollen die Menschen schon früh prägen (Das ist etwas anderes als erziehen). Und wenn sie sich so im Gehirn festgesetzt haben, so ist das, wie ein Psychiater einmal in einem Gutachten über einen religiösen Wahn erklärte, nur ganz schwer wieder heraus zu bekommen. Auf diese Weise nehmen die Religionen ihren kleinen Mitgliedern die Freiheit und unterwerfen sie so schlimmen Ritualen wie der Beschneidung. Es ist traurig, dass so etwas in der Bundesrepublik unter dem Stichwort „Religionsfreiheit“ zugelassen wird.
Aber auch die christliche Taufe ist in ihrer derzeitigen Praxis ein Verstoß gegen die Menschenwürde:
Man macht schon die Kleinsten zu Mitgliedern einer Kirche und die Erfahrung lehrt, dass man damit für ihr späteres Leben eine Entscheidung trifft, bei der die meisten durch ihre Prägung nicht mehr die Freiheit besitzen, aus dieser Gemeinschaft auszutreten. Erst in letzter Zeit,
in der der Glaube immer mehr an Bedeutung verliert, haben viele  ihre Kirche verlassen.
Die Kirche rechtfertigt die frühe Taufe mit dem Ausspruch Jesu: „Lasset die Kindlein zu mir kommen…“ Aber damit hat er nicht gemeint, dass die Kinder gleich nach ihrer Geburt getauft werden sollen. Er selbst hat sich ja erst mit etwa 25 Jahren von Johannes dem Täufer taufen lassen und das sollte doch wohl auch in der Kirche als Vorbild gelten.
Nichts gegen die Religionen, wohl aber etwas gegen die Praxis, dass sie sich schon der Kleinsten bemächtigen und sie zu Opfern ihrer Prägung machen.
Es wird sich aber wohl kein Politiker finden, der sich so etwas zu sagen traut.

Ein schwarzer Tag für Deutschland

Die Beschneidung, gegen die nicht nur in diesem Blog mehrfach protestiert worden ist, sondern vor allem von den Kinderärzten, wurde nun leider gesetzlich erlaubt. Die ganze Welt hat interessiert nach Deutschland geschaut, wie die Debatte im Bundestag ausgehen würde, denn auch im Ausland hat man sich ja Gedanken darüber gemacht, ob man diese Verstümmelung des männlichen Nachwuchses weiterhin tolerieren soll.
Nun blicken die Beschneidungsgegener hoffnungsvoll auf den Europäischen Gerichtshof, der sich sicher mit dieser Prozedur zu befassen haben wird.
Dass die Kirchen nichts gegen die Beschneidung einzuwenden hatten, war ja nicht verwunderlich, denn es existieren oder existierten eine ganze Menge von Vorhäuten Jesu, die verehrt wurden. So fand noch im Jahr 1983 die letzte Wallfahrt zur heiligen Vorhaut Jesu statt.
Die Heilige Katharina von Siena ( 1347 – 1380 ), eine sehr verehrte Heilige Italiens,behauptete, der Herr habe ihr einen Verlobungsring geschenkt, der aus seiner Vorhaut bestand. Diese sei seit seiner Beschneidung an einem geheimen Ort aufbewahrt worden, den nur der Herr selbst kannte.
http://www.welt.de/kultur/article109516993/Das-Geheimnis-der-heiligen-Vorhaut-Jesu-Christi.html
Nun wird wohl die Tolerierung der Beschneidung den Rechtsextremen Auftrieb geben, die sie als Beleg dafür sehen werden, dass die Juden bestimmen, was bei uns zu geschehen hat. Aber Leute, beruhigt euch: Sie beschneiden ja nur Ihresgleichen!
Übrigens war es für den Tierschutz ungünstig, dass die Beschneidung vorher geregelt wurde. So wurde der Brand bei Pferden und die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung weiterhin zugelassen. Warum soll es auch den Tieren besser gehen als dem männlichen Nachwuchs?

Ein schwarzer Tag für Deutschland?

Jetzt entscheidet die schwarz-gelbe Regierung darüber, ob der heutige Tag ein schwarzer Tag für Deutschland wird: Es geht um die Beschneidung, die nach unseren Gesetzen Körperverletzung ist. Sollen wir unser Rechtsverständnis insoweit aufgeben? Ist es nicht Teil unserer Kultur, dass wir wehrlosen Neugeborenen eine aufgezwungene schwere Verletzung ersparen? Würde man so am weiblichen Nachwuchs herum schneiden, wäre die Empörung groß, aber die Männer sind heute sowieso schon auf der Verliererstraße.
Wäre es wirklich nicht den Moslems und Juden zuzumuten, dass sie mit der Beschneidung in unserem Land so lange warten, bis das Kind selbst darüber entscheiden kann, ob es das will? Und was wäre schon dabei, wenn diejenigen Moslems, die nicht warten können, die Beschneidung in einem anderen Land vornehmen lassen?
Etwas Interessantes können wir bei der Abstimmung beobachten: Es war einmal die Rede davon, dass der Fraktionszwang aufgehoben würde und jeder Abgeordnete nach seinem Gewissen entscheiden dürfe. Nanu, denkt der naive Staatsbürger: was ist denn mit Art. 38 Abs.1 S.2 GG, wo es über die Abgeordneten heißt: „Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“
Mal sehen, wie es mit dem Gewissen der Abgeordneten aussieht. Ich fürchte, dass weder das Gewissen noch die Argumente zählen, sondern die Koalitionsraison: Die schwarz-gelben Abgeordneten werden den Regierungsentwurf abnicken, um nicht als zerstrittener Haufen da zu stehen. À propos „abnicken“: Schauen Sie doch mal in das „Lexikon den politischen Sprachgebrauchs und des sonstigen Geschwafels“!
(Im übrigen wird auf die früheren Blogs dieser Webseite zum Thema Beschneidung hingewiesen.)

Beschneidung, Bekehrungswahn, Ressentiments, Judenfeindschaft?

Sonderrolle für die Juden: Beschneidungsgesetz?
In der „Jüdischen Allgemeinen“ schreibt ein Rabbiner u.a. Folgendes (gekürzt):
In dieser Kontroverse kommen die aggressiv-kulturkämpferischen Töne nicht von denen, die ihre Religion verteidigen, sondern von denen, die mit missionarischem Wahn die Welt verbessern wollen. Offensichtlich haben diese Eiferer auch ihre eigene Religion, mit einer einzigen Mission: alle anderen Religionen auf dem Müllhaufen der Geschichte zu entsorgen.
…das Urteil von Köln seinen gebührenden Platz einnehmen. Es richtet sich im Kern gegen die Religion überhaupt.
Die Rechtsprechung der Inquisition hat, ähnlich wie die heutige Rechtsprechung in Köln, ein Urteil hervorgebracht, das die Wurzel jüdischer Identität bedrohte.
Die Inquisition behauptete, Juden seien Gotteslästerer. Heute unterstellt das Kölner Urteil, sie verstümmelten kleine Kinder. Damals hieß es, man müsse Gott schützen. Heute heißt es, man müsse kleine Kinder schützen.
Wieder wird ein Glaube zum Wahn: Sie glauben, nicht zu glauben, das ist ihr Glaube. Wie in der Inquisition gilt: »Willst du nicht mein Bruder sein, so schlage ich dir den Schädel ein.« Wer ihren Glauben nicht annimmt, der ist ihnen suspekt und rückständig.
Judenfeindschaft: Die Kirchen und der Staat gerieten weiter in den Sog der Judenfeindschaft. Dennoch sollte gerade hier und jetzt festgestellt werden, dass vor 500 Jahren ein Umdenken in Gang gesetzt wurde.
Das Urteil von Köln ist in diesem Sinne aufschlussreich. Es wird nicht wissenschaftlich begründet, sondern basiert auf der moralischen Instanz körperlicher Unversehrtheit. Erstmals wurde nicht unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten differenziert und daraus ein moralisches Urteil abgeleitet, sondern es wurde im Namen der Menschenrechte gesprochen. Ein Unterschied kommt aus der Verbotsperspektive auf; und zwar eben nicht unter wissenschaftlichen, sondern menschenrechtlichen Gesichtspunkten.
Nun sind die Menschenrechte und die Humanität dran, als Schutzschild für einen Wahn herzuhalten und instrumentalisiert statt geschützt zu werden.
In Wirklichkeit agieren viele Beschneidungsgegner mit einem Eifer, den man sonst nur von religiösen Fundamentalisten kennt. In der Theologie nennt man so etwas Bekehrungswahn.“
So weit der Rabbiner.
Das sind völlig unsachliche Töne, die jedes Verständnis für das Land vermissen lassen, in dem der Mann lebt. Er spricht von Bekehrungswahn, Ressentiments, Judenfeindschaft und vergleicht das Kölner Urteil mit den Inquisitionsprozessen. Schlimme Entgleisungen sind das.
Der Rabbiner ist nicht in der Lage zu begreifen, dass das Kölner Urteil nichts anderes ist, als schlichte Rechtsanwendung. Es ist schon als Böswilligkeit zu bezeichnen, wenn behauptet wird, dabei würden die Menschenrechte als Schutzschild für einen Wahn dienen.
Wenn in diesem Zusammenhang von Wahn die Rede sein könnte, dann höchstens von Verfolgungswahn, von dem der Rabbiner befallen zu sein scheint. Kein Mensch will die Juden bekehren. Man will nur, dass sie die Gesetze unseres Landes einhalten. Was wäre denn schon dabei, wenn man mit der Beschneidung warten würde, bis das Kind mündig ist und selbst entscheiden kann? Und müssten wir in Deutschland dann nicht auch die Beschneidung von Mädchen zulassen, die bei einigen afrikanischen Stämmen Gesetz sein soll? Oder die Vielweiberei der Moslems?
Der Rabbiner kritisiert, dass das Urteil von Köln nicht unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten, sondern unter menschenrechtlichen begründet wurde. Ich betrachte das eher als Lob. Aber wenn der Rabbiner schon von Wissenschaft redet, soll er uns doch einmal von da her das Gebot der Beschneidung erklären. Die bloße Tatsache, dass es sich um ein Gebot handelt, ist jedenfalls keine wissenschaftliche Begründung.
Was das Gebot anbetrifft, so kennt das Christentum eine ganze Reihe von Geboten, die außer Kraft gesetzt wurden: So z.B.: Das 2. Gebot: „Du sollst dir kein Bild von mir machen“, das Freitagsabstinenzgebot, den „Hexenhammer“ usw. Warum kann man nicht auch im Judentum darüber nachdenken, alte Gebote, die keinen Sinn haben, außer Vollzug zu setzen?
Übrigens: Nicht nur Deutschland setzt der religiösen Praxis Grenzen. Beispielsweise haben Frankreich und Belgien das Tragen von Burkas verboten und auch Kopftücher dürfen nicht überall verwendet werden. Gemeinsame Rechtsüberzeugung ist doch wohl, dass Religion keinesfalls als Rechtfertigungsgrund dafür anerkannt werden darf, dass man sich über Gesetze hinweg setzt.
Zum Schluss noch eine Bemerkung: Was der Rabbiner nicht sieht, ist dies: Mit seinen völlig überzogenen Ausführungen, die man fast schon als Hasstiraden bezeichnen muss, schürt er den Rechtsextremismus in diesem Land. Immerhin wird er aber letztlich Recht bekommen, indem ein eigenes Beschneidungsgesetz erlassen wird wie seinerzeit das Holocaustgesetz.

Die Beschneidung ist nun beschlossene Sache

So schnell sind selten Gesetze beschlossen worden, wie das neue Beschneidungsgesetz. Ich glaube kaum, dass sich diejenigen, die das beschlossen haben, mit der Materie richtig befasst haben. Ich meine, wer für eine Beschneidung ist, sollte sich die Prozedur einmal anschauen, dann wird er doch noch einmal nachdenken. Vielleicht sollte man, wenn der Bundestag darüber entscheidet, einmal eine Beschneidung im Plenum durchführen, damit alle sehen, über was sie abstimmen.
Was mich am meisten an der Diskussion stört, ist die Tatsache, das kein Jude oder Moslem uns Ungläubige darüber aufklärt, warum die Beschneidung notwendig ist. Wir lesen:
„Auch will Charlotte Knobloch mit niemandem darüber diskutieren müssen, ob Beschneidung für den jüdischen Glauben essentiell ist oder nur eine Kann-Vorschrift. Für sie und die meisten Juden ist die Lage klar. „Die Beschneidung im Judentum ist kein Ritual und keine Tradition. Es ist ein Gesetz“, betont Knobloch.“ (http://www.tagesschau.de/inland/beschneidungsgesetz100.html)
Ich hoffe doch sehr, dass man im Bundestag unserer Rechtsordnung gemäß denkt. Dass für die Juden die Beschneidung ein Gesetz ist, kann hierzulande niemanden überzeugen. Bei uns war einmal der „Hexenhammer“ ein Gesetz. Wenn so wie die Juden an alten Gesetzen festhalten würden, müssten wir heute noch Hexen verbrennen.

Beschneidung und Kinderschutz

Die Welt schreibt zum Entwurf des Beschneidungsgesetzes
„Zustimmung kommt auch vom Deutschen Kinderschutzbund – dieser lobt, dass das Einspruchsrecht der Kinder gestärkt werde. «Wir begrüßen, dass Beschneidung nicht strafrechtlich verfolgt wird. Eine Verfolgung würde die Kinder weiter belasten», sagte Präsident Heinz Hilgers.“
Ich frage mich, wie sich ein Verband „Kinderschutzbund“ nennen darf, wenn er solchen Verstümmelungen von Kindern nicht entgegen tritt.
Wenn der Kinderschutzbund die Stärkung des Einspruchsrechts der Kinder begrüßt, so frage ich ihn, wie es denn aussieht, wenn Babys Einspruch erheben: Genügt da vielleicht Geschrei?
Und noch eine Frage an Herrn Hilgers: Warum brauchen wir das Gesetz? Wenn die bisherige Rechtslage bestehen bleibt, kann jeder sich bei Eintritt der Volljährigkeit beschneiden lassen. Warum kann man nicht so lange warten?

Nochmals zum Thema Beschneidung: Ich bin entsetzt!

Nun liegt also ein Gesetzentwurf über die Zulässigkeit der Beschneidung vor. Das war zu erwarten, denn wir sind ein Volk, das bei solchen Problemen sofort einknickt. Ich hoffe doch aber sehr, dass bei diesem Gesetz der Fraktionszwang aufgehoben wird (Warum gibt es den überhaupt?). Vielleicht regt sich dann bei dem einen oder anderen Abgeordneten das Gewissen, das ihm sagt, dass wehrlose Babys vor solchen Verstümmelungen bewahrt werden müssen. Vielleicht kann mir mal jemand den Sinn solcher Operationen erklären. „Tradition“ ist für mich keine Erklärung.
Und warum kann man nicht warten, bis jemand volljährig ist und selbst entscheiden kann, was er will? Haben Moslems und Juden insoweit nicht den nötigen Respekt vor ihrem Nachwuchs? Was mich nun aber an der Diskussion besonders stört, ist die Tatsache, dass unsere Kirchen nicht für die wehrlosen Kleinkinder eintreten, sondern die Beschneidung befürworten. Schlimm!
Hoffen wir, dass unser Recht nicht so weit absinkt, dass es etwas, was als Körperverletzung strafbar ist, per Gesetz zur religiösen Wohltat erklärt. Interessant wird es ja, wenn dieses Thema im Wahlkampf eine wichtige Rolle spielen würde und was dann das Volk dazu sagen würde.
Wir regen uns über die Genitalverstümmelung bei Frauen auf, die sicher schlimmer ist als die Beschneidung. Aber vom Ansatz her ist beides das Gleiche. Sollten nicht alle Religionen den menschlichen Körper als Gottesgeschenk betrachten, den man aus Ehrfurcht vor dem Schöpfer so akzeptiert, wie er ihn gemacht hat? Wie wäre es denn, wenn unsere Kirchen einmal diesen Gedanken anderen näher bringen würden? Ach so, das geht nicht, denn wir Deutschen dürfen ja niemanden belehren! Uns wird ja immer gleich als unangebrachte Belehrung ausgelegt, wenn wir mal unsere Meinung sagen.

Beschneidung – Die Züchtung des Antisemitismus‘

Das Fernsehmagazin „Fakt“ brachte einen Bericht über den Antisemitismus. Demnach sollen 20 % der Deutschen Antisemiten sein. Ich bin auch einer, nicht wirklich, sondern nur von Frau Knobloch als solcher beschimpft worden, weil ich ihr seinerzeit vorgeschlagen habe, sie möge doch auf die Stelen vor dem Reichstag verzichten.
Wenn man eine Umfrage macht, kommt es immer auf die Umstände an: Frage ich die Leute vor den Stelen, werde ich auf mehr Antisemitismus stoßen als sonst. Ähnlich wird es sicher gewesen sein, wenn eine Umfrage nach dem Überfall der Israelis auf ein Schiff mit Hilfsgütern stattgefunden hat. Bei all diesen Umfragen kommt immer ein Gesichtspunkt zu kurz: Es zeugt keineswegs für eine Anti-Stimmung gegen gewisse Staaten oder deren Angehörige bzw. Volksgruppen, wenn die Menschen gegen die dort verfolgte Politik sind. Man sollte da doch sorgfältig unterscheiden.
Wenn sich Frau Knobloch hier, wie sie sagt, als Schaf unter Wölfen fühlt, sollte sie sich einmal fragen, ob sie Wölfe nicht von Schafen unterscheiden kann und ob sie nicht einfach in diesem Land auch ein Schaf unter anderen sein kann. Und wenn sie nach dem Urteil über über das Verbot der Beschneidung schicksalsschwanger fragt: „Wollt ihr uns noch?“, dann kann ich nur sagen: „Sie nicht! Aber andere schon, die sich an die Kultur des Landes anpassen, in dem sie leben.“ Was ist schon dabei, wenn ein Jude bei uns mit der Beschneidung warten muss, bis er volljährig ist und selbst entscheiden kann, ob er diese Verstümmelung will. Was soll eigentlich das Ganze? Dass es Tradition ist, ist für mich keine Begründung. Übrigens: Theodor Herzl, der Begründer des modernen politischen Zionismus, hatte seinen Sohn nicht beschneiden lassen.

Beschneidung: Ich bin entsetzt

Nun scheint alles darauf hinaus zu laufen, dass die Beschneidung in Deutschland zugelassen wird. Wieso brauchen wir nach 2000 Jahren ein solches Gesetz? Ist es nicht Aufgabe des Staates, wehrlose kleine Kinder vor solchen Verletzungen zu bewahren? Gehört das nicht zu unserer Rechtskultur und gilt es nicht, diese zu bewahren anstatt auf fremde Religionen Rücksicht zu nehmen? Wir regen uns über die „Beschneidung“ von Mädchen auf, aber besteht nicht nur eine gradueller Unterschied zwischen den Beschneidungen von Jungen und Mädchen? Kann man mit der Beschneidung nicht warten, bis die Kinder volljährig sind und sich selbst dafür entscheiden können oder dagegen?
Aber die Religionen können nicht warten. Sie wollen die Kinder schon ganz früh prägen, weil sie wissen, dass sie auf diese Weise ihre Mitgliederzahl einigermaßen halten können. Was würde wohl heraus kommen, wenn man die Kinder frei erziehen würde und sie als Erwachsene auswählen lassen würde, welcher Religion sie angehören wollen?
„Kleiner Finger – die ganze Hand!“ Lautet ein Sprichwort. Wenn wir bei der Beschneidung unser Rechtsverständnis aufgeben, wird es weiter gehen: Die Moslems werden verlangen, dass wir die Polygamie einführen, denn sie dürfen als Männer mehrere Frauen haben. Ja, warum sind wir nicht eher darauf gekommen, diese Neuerung bei uns einzuführen? Wir Männer würden da doch völlig neue Erfahrungen machen: Wenn eine der mehreren Frauen Migräne hat…
Aber lassen wir das. Die Gleichheit aller Menschen verlangt aber doch wohl, dass nicht nur die Homosexuellen ihre Sexualität ausleben dürfen, indem sie heiraten können, sondern das muss auch den Polygamisten zugestanden werden, indem man sie mehrfach heiraten lässt. Da sollten die Polygamisten mal bis vor den Europäischen Gerichtshof gehen.
Und was ist mit dem Harem? Gehört der nicht vielleicht auch zur Kultur oder sogar zur religiösen Tradition, die gewisse Menschen mit arabischem Migrationshintergrund hier ausleben wollen?
Ja, da gäbe es noch viele Ideen, die wir als Multikulti-Staat sicherlich diensteifrig übernehmen müssten. Mancher deutsche Mann würde es sicher begrüßen, wenn er seine Frau im Harem halten könnte, anstatt dass sie beim Shoppen sein Geld ausgibt.
Mein Vater pflegte immer zu sagen: „Der deutsche Kellner ist der Beste!“ Damit wollte er nichts über das Gaststättenpersonal sagen, sondern ausdrücken, dass wir ein Volk von „Arschkriechern“ sind.