Schlagwort-Archive: Berge

Wir brauchen unbedingt eine neue Umweltschutzregel

Ich habe ja schon in diesem Beitrag beschrieben, wie die Berge immer mehr durch Markierungen verschandelt werden:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/09/05/der-mensch-is-a-sau-14/


Die Bilder zeigen, dass jeder sich das Recht heraus nimmt, die Natur nach eigenem Gutdünken zu beschmieren oder sogar mit Plastikstreifen zu markieren:
Auch Kommunen wollen sich profilieren, indem sie mit eigenen angeblich besonderen Wegen werben, z.B.: „Salzalpensteig“. Und so ein Weg muss natürlich auf ohnehin schon markierten Wegen mit eigenen Symbolen beschmiert werden.
Das Blöde dabei ist, dass die Markierungen sogar dort angebracht werden, wo man sowieso nicht vom Weg abweichen kann.
Was für ein Wandel in der Mentalität hat sich hier vollzogen: Ich erinnere mich an meine Jugend. Da las ich in dem Buch eines bekannten Bergsteigers, schon jeder rote Markierungspunkt würde ihn mitten ins Herz treffen. Gut, dass er die heutigen Zeiten nicht mehr erlebt hat.
Was wir unbedingt brauchen, ist eine Gesetzesregelung, in der die Markierungen in den Alpen von der Genehmigung der Umweltschutzbehörde abhängig gemacht und Verstöße mit saftigen Geldbußen belegt werden.
Ich würde dies ja auch gerne der Umweltministerin ans Herz legen, aber wie meine Erfahrung zeigt, ist sie beratungsresistent und findet es nicht einmal nötig, einem Bürger mit einem höflichen Blabla für seine Zuschrift zu danken

Roter und schwarzer Schnee – Der Mensch is a Sau!

Wenige Anblicke auf der Welt sind so schön wie glänzend weißer Schnee mit unzähligen Kristallen, die in der Morgensonne glitzern, als hätte man Diamanten ausgestreut.
Heuer hatten wir allerdings teilweise „Blutschnee“. Das Weiß war vom Saharastaub rot gefärbt worden. Das erinnert mich an meine Jugendzeit, als wir auf Skiern verschiedene Berggruppen durchquerten. Damals war auch in einem Frühjahr der Schnee so verfärbt, dass man beim Skifahren den Eindruck hatte, es wäre gestreut worden. An Saharastaub hatte seinerzeit noch niemand gedacht, sondern man hielt das für Blütenstaub.
Über schwarzen Schnee wird nicht geredet, obwohl der überall sichtbar wird, wenn im Spätsommer nur noch der alte Firn übrig ist. Dann sieht man auf dem Schnee die Folgen der Umweltverschmutzung. Und wenn man da hinein langt, hat man ölige Finger.
Früher konnte man an heißen Tagen von dem Wasser trinken, das auf den Gletschern herunter lief. Ich habe das kühle Nass allerdings beim letzten Mal ausgespuckt, weil es so nach Öl schmeckte.
So tragen wir die Luftverschmutzung bis in die letzten Winkel. Aber auch die Müllbelastung nimmt in den Bergen immer mehr zu: Jährlich werden 400 Tonnen Müll vom Mont Everest entfernt. Es stimmt schon, was ich hier öfter beklagt habe:
Der Mensch is a Sau!

Corona-Urlaub: Bayern überfüllt?

Selten sah ich im Fernsehen Bilder, die einen so falschen Eindruck vermittelten wie die von den angeblich übervollen bayerischen Bergen. Ich weiß ja nicht, woher die Kameraleute die Bilder nahmen, die zeigen sollten, dass die bayerischen Berge und Seen überquellen vor lauter Urlaubern, die wegen der Corona-Krise im Lande bleiben.
Das Gegenteil ist richtig. Das obige Bild zeigt den Chiemsee, wo sich die Badenden zur Zeit locker verteilen – ein Urlaub für Genießer. Wer noch mehr Einsamkeit liebt, findet auch solche Seen:

Und was die Bergwanderungen angeht: Ich habe bei meinen letzten Wanderungen gerade mal ein halbes Dutzend Menschen getroffen.
Wer allerdings dorthin will, wo viel los ist, muss auf einen der Münchner Hausberge gehen: Herzogstand und Heimgarten. Dort oben ist es herrlich und man versteht, warum sehr viele Münchner gerne hinauf gehen.

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften. Heute mal ganz einfach:

Die Berge altern wie die Menschen: Die Furchen (bzw. Lawinenbahnen) werden immer mehr und immer größer.“

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Heute ist der Tag der Berge


Das ist der Watzmann mit Berchtesgaden. Er wurde bei einer Umfrage unter Bergsteigern zum schönsten Berg der Welt gewählt. Wie schön er ist, erlebte ich mal am Watzmannhaus. Da stand eine Frau und weinte. Natürlich fragte ich sie nach dem Grund, um sie vielleicht zu trösten. Sie antwortete: „Ich muss einfach weinen, weil es hier so schön ist!“
Es ist schon so, dass die gewaltige Landschaft den Menschen bis in die tiefste Seele ergreift.

Und noch ein Zitat aus meiner Aphorismensammlung:
„Der Berg nimmt dir die Beichte ab!“
Das tut er in jeder Beziehung: Er prüft deine körperliche Fitness, wie es so schön in einem Spottlied heißt:
„Wenn i mit meiner Wampen kannt
Aufi auf die Kampenwand.“
Bergsteigern ist aber neben dem Naturerlebnis auch eine kontemplative Beschäftigung. Du denkst auf dem langen Weg über dich und dein Leben nach und wenn du Heim kommst, ist die Harmonie von Körper. Geist und Seele wieder neu justiert.