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Berchtesgaden – der „hotteste Spot“ Deutschlands

Mit der Überschrift ist nicht gemeint, dass Berchtesgaden über den schönsten Berg der Welt verfügt, sondern die Rede ist von Corona. Der Gebirgsort ist in Deutschland am stärksten von der Pandemie betroffen. Schon am Anfang der Krankheit litt Berchtesgaden besonders darunter.
Ich frage mich: Wie kann das sein? Berchtesgaden ist ein Ort, in dem viele Bergsteiger und Wanderer Urlaub machen und das Nachtleben geht gegen Null. Die Kontaktmöglichkeiten sind also geringer als in anderen Fremdenverkehrsorten. Man möchte meinen, dort könnte sich – vom Standpunkt des Epidemilogen aus gesehen – eine „Insel der Seligen“ befinden. Woran liegt es also, dass es nicht so ist?
Wenn sich die Virologen einmal darum kümmern würden, warum es in Berchtesgaden so schlimm ist, hätte man wichtige Erkenntnisse zur Bekämpfung der Pandemie gewonnen und die Berchtesgadener könnten aufatmen. Aber leider tut sich in dieser Beziehung nichts. Man nimmt das hin wie ein Kismet.

Corona: Fragen über Fragen

Ist das nicht merkwürdig? Wenn man die Zahlen der Neuinfektionen vergleicht, fällt auf, dass wir im Landkreis Traunstein mehr Neuinfektionen haben als die Stadt München: 148:130. An sich möchte man meinen, dass in der  Großstadt, wo die Menschen dichter beisammen leben und U-Bahn fahren, mehr Infektionen zu verzeichnen sind. Ich erkläre mir das so: In München sind sich die Menschen der Gefahren bewusst und sie sind vorsichtiger. Wie ich hier beschrieben habe, haben sich nach meinen Beobachtungen die Verkäufer in beengten Geschäften nicht infiziert. Man sieht also klar, dass Masken wirken wie eben auch in München.
Aber hier auf dem flachen Land meint man, gesünder zu leben, und man wird dadurch leichtsinniger. Und das hat Folgen.
Unerklärlich ist mir allerdings, warum der Landkreis Berchtesgaden mehr als doppelt so viele Neuinfektionen (326) aufweist als wir. Das ist deshalb auffällig, weil jener Landkreis wegen der vielen Neuinfizierten schon früh hart durchgegriffen hat. Ist das vielleicht ein Hinweis darauf, dass dort unerkannt eine ansteckendere Abart des Virus unterwegs ist?
Jedenfalls sollte das geklärt werden, damit nicht allgemein die Zukunft in Deutschland so düster aussieht, wie Merkel sie prophezeit.
Wird es bei uns vielleicht so kommen wie in China. Dort hatte man die Pandemie ziemlich gut im Griff:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/12/01/corona-china-tanzt-wieder-und-deutschland-ist-deprimiert/
Aber nun schlägt das Virus wieder umso heftiger zu.

Mein Dokumentationszentrum der anderen Art

 

Berchtesgaden: Was für ein herrlicher Ort mit einer so düsteren Last.

Immer wenn ich auf der A8 in Richtung Salzburg fahre, sehe ich an der Straße ein riesiges Hinweisschild für das Dokumentationszentrum in Berchtesgaden. Dort werden Verbrechen der deutschen Wehrmacht gezeigt. Und pflichteifrig, wie unsere Gutmenschen sind, hat man es gerade sogar erweitert. Obwohl ich hier wohne, habe ich es mir erspart, es anzuschauen. Ein Blick durch die Tür zeigte mir ein Bild von Aufgehängten, und das hat mir gereicht.
Jemand aus Berchtesgaden, der öfter in das Zentrum muss (ich weiß nicht mehr, ob es sogar der Bürgermeister war), sagte, er müsse jedes Mal hinterher brechen wegen der Grausamkeiten, die er anschauen musste.
Welcher andere Staat macht denn so etwas? Würde es je den USA einfallen, ein ähnliches Mahnmal für Verbrechen in My Lai, Abu Ghraib… aufzustellen?
Nicht einmal die Katholische Kirche, die nach den Missbrauchsskandalen allen Grund zur Buße hätte, denkt nicht daran, ihrer dunklen Seite zu gedenken: Hexenverbrennungen, Sklavenhandel, Kreuzzüge, Bartholomäusnacht, Katharer… Das waren nach ihrer Diktion Verfehlungen einzelner, aber keine solchen der Kirche.
Wie schön wäre es, wenn man so eine Sicht zu eigen machen könnte. Aber wäre es nicht jedenfalls angebrachter gewesen, mal ganz allgemein auf den Zusammenhang von Krieg und Verbrechen hinzuweisen, der bis in die jüngste Zeit zu beobachten ist (Srebrenica…)?

Wie sieht denn die andere Seite der Wehrmacht aus? Dazu möchte ich hier das Schicksal meines Vaters schildern: Er hatte es als wehrpflichtiger Akademiker zum Offizier der Reserve gebracht. Sein Bruder war vor Verdun gefallen. Von ihm existierten ein paar Bilder, von denen eines mir in Erinnerung geblieben ist: Er hatte mit seinen Soldaten eine französische Festung bekämpft, die sich schließlich ergab. Als die Franzosen in die Gefangenschaft abmarschierten, präsentierten die Deutschen vor ihnen das Gewehr, um sie für ihren tapferen Kampf zu ehren. Ja, so war auch die deutsche Wehrmacht! Mein Vater zitierte einmal, was er als ihren obersten Grundsatz kannte: „Die Waffe muss sauber bleiben!“
Als der Krieg ausbrach, wurde mein Vater eingezogen. Ich glaube, er war überzeugt von dem, was die Regierung bekannt gab, nämlich dass die Polen uns angegriffen hätten. Damals waren die Zeiten noch so, dass der normale Bürger das glaubte, was die Regierung von sich gab, denn sie war in den Augen der Kirche und der braven Christen, zu denen mein Vater zählte, die von Gott eingesetzte Obrigkeit. Er war sicherlich der festen Überzeugung, sein Vaterland verteidigen zu müssen. Und dann nahmen die Dinge ihren Lauf…
So hat er den ganzen Krieg  mit gemacht als treuer Untertan einer „gottgewollten Obrigkeit“ mit Waffen, die von der Kirche gesegnet worden waren.
Mein Vater ist im ganzen Krieg nur zweimal mit Verbrechen konfrontiert worden:
Da er bei den Pionieren war, wurden ihm schwarze französische Kriegsgefangene zugeteilt, damit sie als besonders kräftige Menschen beim Bau einer Brücke halfen. Dann erhielt mein Vater den Befehl, die „Neger nach Beendigung der Arbeiten zu erschießen“. Mein Vater war der Überzeugung, der Befehl müsse von einem Verrückten stammen. Er meldete dies dem „Obersten Kommando des Heeres“. Daraufhin wurde er von der Gestapo vorgeladen, aber die Sache verlief im Sande, weil mein Vater mit seinen Soldaten ausgemacht hatte, die Schwarzen zu wenig zu bewachen, um ihnen die Flucht zu ermöglichen.
Noch ein Verbrechen hat meinen Vater entsetzt: Als er in Russland war, war die Bevölkerung den Deutschen zunächst wohl gesonnen, weil man in ihnen die Befreier vom Bolschewismus sah. Eines Tages kamen die Bewohner eines Dorfes aufgebracht zu ihm und behaupteten, die Deutschen hätten einen jüdischen Jungen erschossen. Mein Vater konnte dies nicht glauben und ist mit den Russen an die Stelle gegangen, wo der junge Mann beerdigt sein sollte. Und dort hat er beim Nachgraben zu seiner Bestürzung erfahren, dass das, was ihm gesagt wurde, gestimmt hat. Für meinen Vater war klar, dass so eine Tat nicht von der Wehrmacht verübt worden sein konnte. Es war der SD, der hier eine „Säuberungsaktion“ durchgeführt hatte. Mein Vater hat sofort wieder beim OKH protestiert und geltend gemacht, dass solche Aktionen die wohlgesonnene Bevölkerung aufhetzen und damit die Truppe gefährden würden.
So also sah die normale Wehrmacht in den Augen meines Vaters aus: „Die Waffe muss sauber bleiben!“ Es ist gut, dass er nicht mehr das Bild mit erleben musste, das die Dokumentation in Berchtesgaden zeigt.
Ich finde es nicht gut, dass mit der Ausstellung der Eindruck erweckt wird, die Wehrmacht sei eine Verbrecherorganisation gewesen. Sie war eine Truppe, die sich als Vaterlandsverteidiger begriff. Ein großer Teil beugte sich nur widerwillig dem Zwang der Einberufung. Es waren hauptsächlich die Bibelforscher, die lieber den Tod in Kauf nahmen, als zur Waffe zu greifen. Papst Benedikt VI gehörte nicht zu solchen Pazifisten, sondern leistete seiner Einberufung zum Flakhelfer Folge. Und er schuldet uns immer noch eine Aufklärung darüber, wie er sich damals dazu gestellt hat, denn das wäre hilfreich, um die Welt besser begreifen zu lassen, wie die Deutschen damals waren:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/16/sonntagsgedanken-papst-benedikt-xvi-schuldet-uns-einen-letzten-dienst/
So, wie der einzelne Mensch nicht dauernd in seinen Wunden wühlen soll, sollte auch der Staat sein Gedenken mit Maß handhaben.
Meine Überzeugung ist, dass die AfD einen großen Teil ihres Erfolges solchen Erscheinungen wie dem Dokumentationszentrum verdankt, denn aus Sicht mancher ihrer Anhänger soll das deutsche Volk durch dauerndes Schuldbewusstsein „geknechtet“ werden.



Geheimniskrämerei um Corona

Der Landkreis Berchtesgaden befindet sich im Lockdown. Was mich dabei stört, dass man pauschal den ganzen Landkreis lahm legt. Vom Gesundheitsamt hören wir zwar, das Corona-Virus habe sich über den gesamten Landkreis ausgebreitet. Ich meine aber doch, dass die Bevölkerung Anspruch auf genauere Aufklärung hat.
Man macht ja im allgemeinen keine näheren Angaben darüber, welche Orte wie stark betroffen sind. Anscheinend ist dies auf Datenschutzerwägungen zurück zu führen. Aber wenn es um Existenzen und Arbeitsplätze geht, sollte man doch etwas konkreter werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in dem gebirgigen Landkreis, in dem die Einwohner der verschiedenen Ortschaften oft kaum Kontakt untereinander haben, sich ein Virus gleichmäßig ausbreiten kann. Es könnte also sein, dass abgeschiedenere Orte wie beispielsweise Schneizelreuth oder Weißbach coronafrei sind. Dann wäre es verfassungswidrig, sie in den Lockdown mit einzubeziehen.
Die Gerichte haben ja immer wieder behördliche Corona-Regelungen aufgehoben, weil sie zu wenig differenziert waren. Auch das Berchtesgadener Land könnte zu so einem Fall werden. Aber mangels ausreichender Informationen können sich die Leute nicht wehren und das macht böses Blut.

Geheimniskrämerei um Corona

Der Lockdown für das ganze Berchtesgadner Land wird damit begründet. dass sich die Pandemie über den ganzen Landkreis ausgebreitet habe. Das ist ein Pauschalurteil, das einfach in seiner Verallgemeinerung nicht zutreffen kann. Der Landkreis besteht aus so vielen Bestandteilen, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Wenn also Corona in Berchtesgaden und in Bad Reichenhall wütet, dürften Gebirgsdörfer wie Weißbach und Schneitzelreuth, die nichts mit den Städten zu tun haben, kaum davon betroffen davon betroffen sein.
Und daher stellt sich eine Frage: Warum macht man eine Geheimniskrämerei um die Verteilung des Virus auf die verschiedenen Ortschaften? Das dürfte vielleicht mit dem Datenschutz zusammen hängen: Man will nicht, dass beispielsweise 3 Dorfbewohner als Gefährder verfemt werden. Aber etwas konkreter könnte man doch werden. Schließlich geht es darum, dass die Bevölkerung die Maßnahmen der Verwaltung akzeptiert. Und das kann man nur mit mehr Offenheit erreichen. Sonst entstehen Verschwörungstheorien.
Und wie soll sich beispielsweise ein Hotelier in Weißbach gegen eine unberechtigte Ausdehnung des Lockdowns auf seinen Ort wehren können, wenn er die Fakten nicht kennt?

So schön war’s heut‘ am Berg

Wir waren heute auf dem Soleleitungsweg unterwegs. Man kann ihn in beliebiger Länge begehen. Ein Stück davon nennt sich „Balkon Gottes“ und wer mal da war, weiß warum.
Wir haben es uns heute bequem gemacht und sind ein kurzes Stück von Gerstreit zum Söldenköpfl gewandert. So schön ist’s dort:

Sterbende Innenstädte – auflebende Orte

 

Gestern haben wir es uns gut gehen lassen: Wir sind durch Berchtesgaden spaziert und haben dort in einem schönen typisch bayerischen Gasthaus ausgezeichnet gegessen:

Überrascht waren wir, wie großartig sich der Ort entwickelt hat. Vielleicht ist das einem kühnen österreichischen Unternehmer zu verdanken, der dort ein hochklassiges großes Hotel errichtet hat, das Publikum mit Geld in den Ort lockt.
Anschließend haben wir in Bad Reichenhall Kaffee getrunken und eine völlig andere Ortsentwicklung beobachtet: 35 Geschäfte stehen in der Innenstadt leer:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/31/sterbende-innenstaedte/
Die Stadt ist ein Musterbeispiel dafür, welche Fehlentwicklungen eine „staatliche Hängematte“ hervorrufen kann: Vor der Gesundheitsreform floss das Geld von selbst in die Kassen der Bürger. Es gehörte nämlich einfach zum normalen Leben, dass die Bürger auch einmal auf Kosten der Kasse für 3 Wochen in Kur gingen. Ich erinnere mich, dass unser Hausarzt meine Frau und mich fragte, ob wir uns nicht auch eine Kur gönnen wollten, was wir aber abgelehnt haben. Dass man sich diesen Luxus heute nicht mehr leisten kann, ist der Tatsache zu verdanken, dass Deutschland immer mehr abstürzt. Daher war es plötzlich vorbei mit diesem Geldsegen für die Stadt. Der Staat half, die Krise zu überwinden, indem er sich am Neubau eines Solebads beteiligte. Aber das nützte nicht viel, denn eine ideenreiche Eigeninitiative war Mangelware in einer Stadt, wo man doch bisher nicht viel tun musste, um zu Geld zu kommen.
Wir hatten einmal eine Wohnung in Bad Reichenhall und haben das Leben in der Kurstadt genossen, aber wir sind weggezogen, weil uns der Niedergang der Stadt vertrieben hat.
Das Kurbad, in dem „abends die Gehsteige hochgeklappt“ werden, wird es immer schwerer haben, gegen eine harte Konkurrenz zu bestehen.