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Geheimniskrämerei um Corona

Der Landkreis Berchtesgaden befindet sich im Lockdown. Was mich dabei stört, dass man pauschal den ganzen Landkreis lahm legt. Vom Gesundheitsamt hören wir zwar, das Corona-Virus habe sich über den gesamten Landkreis ausgebreitet. Ich meine aber doch, dass die Bevölkerung Anspruch auf genauere Aufklärung hat.
Man macht ja im allgemeinen keine näheren Angaben darüber, welche Orte wie stark betroffen sind. Anscheinend ist dies auf Datenschutzerwägungen zurück zu führen. Aber wenn es um Existenzen und Arbeitsplätze geht, sollte man doch etwas konkreter werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in dem gebirgigen Landkreis, in dem die Einwohner der verschiedenen Ortschaften oft kaum Kontakt untereinander haben, sich ein Virus gleichmäßig ausbreiten kann. Es könnte also sein, dass abgeschiedenere Orte wie beispielsweise Schneizelreuth oder Weißbach coronafrei sind. Dann wäre es verfassungswidrig, sie in den Lockdown mit einzubeziehen.
Die Gerichte haben ja immer wieder behördliche Corona-Regelungen aufgehoben, weil sie zu wenig differenziert waren. Auch das Berchtesgadener Land könnte zu so einem Fall werden. Aber mangels ausreichender Informationen können sich die Leute nicht wehren und das macht böses Blut.

Geheimniskrämerei um Corona

Der Lockdown für das ganze Berchtesgadner Land wird damit begründet. dass sich die Pandemie über den ganzen Landkreis ausgebreitet habe. Das ist ein Pauschalurteil, das einfach in seiner Verallgemeinerung nicht zutreffen kann. Der Landkreis besteht aus so vielen Bestandteilen, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Wenn also Corona in Berchtesgaden und in Bad Reichenhall wütet, dürften Gebirgsdörfer wie Weißbach und Schneitzelreuth, die nichts mit den Städten zu tun haben, kaum davon betroffen davon betroffen sein.
Und daher stellt sich eine Frage: Warum macht man eine Geheimniskrämerei um die Verteilung des Virus auf die verschiedenen Ortschaften? Das dürfte vielleicht mit dem Datenschutz zusammen hängen: Man will nicht, dass beispielsweise 3 Dorfbewohner als Gefährder verfemt werden. Aber etwas konkreter könnte man doch werden. Schließlich geht es darum, dass die Bevölkerung die Maßnahmen der Verwaltung akzeptiert. Und das kann man nur mit mehr Offenheit erreichen. Sonst entstehen Verschwörungstheorien.
Und wie soll sich beispielsweise ein Hotelier in Weißbach gegen eine unberechtigte Ausdehnung des Lockdowns auf seinen Ort wehren können, wenn er die Fakten nicht kennt?

So schön war’s heut‘ am Berg

Wir waren heute auf dem Soleleitungsweg unterwegs. Man kann ihn in beliebiger Länge begehen. Ein Stück davon nennt sich „Balkon Gottes“ und wer mal da war, weiß warum.
Wir haben es uns heute bequem gemacht und sind ein kurzes Stück von Gerstreit zum Söldenköpfl gewandert. So schön ist’s dort:

Sterbende Innenstädte – auflebende Orte

 

Gestern haben wir es uns gut gehen lassen: Wir sind durch Berchtesgaden spaziert und haben dort in einem schönen typisch bayerischen Gasthaus ausgezeichnet gegessen:

Überrascht waren wir, wie großartig sich der Ort entwickelt hat. Vielleicht ist das einem kühnen österreichischen Unternehmer zu verdanken, der dort ein hochklassiges großes Hotel errichtet hat, das Publikum mit Geld in den Ort lockt.
Anschließend haben wir in Bad Reichenhall Kaffee getrunken und eine völlig andere Ortsentwicklung beobachtet: 35 Geschäfte stehen in der Innenstadt leer:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/31/sterbende-innenstaedte/
Die Stadt ist ein Musterbeispiel dafür, welche Fehlentwicklungen eine „staatliche Hängematte“ hervorrufen kann: Vor der Gesundheitsreform floss das Geld von selbst in die Kassen der Bürger. Es gehörte nämlich einfach zum normalen Leben, dass die Bürger auch einmal auf Kosten der Kasse für 3 Wochen in Kur gingen. Ich erinnere mich, dass unser Hausarzt meine Frau und mich fragte, ob wir uns nicht auch eine Kur gönnen wollten, was wir aber abgelehnt haben. Dass man sich diesen Luxus heute nicht mehr leisten kann, ist der Tatsache zu verdanken, dass Deutschland immer mehr abstürzt. Daher war es plötzlich vorbei mit diesem Geldsegen für die Stadt. Der Staat half, die Krise zu überwinden, indem er sich am Neubau eines Solebads beteiligte. Aber das nützte nicht viel, denn eine ideenreiche Eigeninitiative war Mangelware in einer Stadt, wo man doch bisher nicht viel tun musste, um zu Geld zu kommen.
Wir hatten einmal eine Wohnung in Bad Reichenhall und haben das Leben in der Kurstadt genossen, aber wir sind weggezogen, weil uns der Niedergang der Stadt vertrieben hat.
Das Kurbad, in dem „abends die Gehsteige hochgeklappt“ werden, wird es immer schwerer haben, gegen eine harte Konkurrenz zu bestehen.

Heute ist der Tag der Berge


Das ist der Watzmann mit Berchtesgaden. Er wurde bei einer Umfrage unter Bergsteigern zum schönsten Berg der Welt gewählt. Wie schön er ist, erlebte ich mal am Watzmannhaus. Da stand eine Frau und weinte. Natürlich fragte ich sie nach dem Grund, um sie vielleicht zu trösten. Sie antwortete: „Ich muss einfach weinen, weil es hier so schön ist!“
Es ist schon so, dass die gewaltige Landschaft den Menschen bis in die tiefste Seele ergreift.

Und noch ein Zitat aus meiner Aphorismensammlung:
„Der Berg nimmt dir die Beichte ab!“
Das tut er in jeder Beziehung: Er prüft deine körperliche Fitness, wie es so schön in einem Spottlied heißt:
„Wenn i mit meiner Wampen kannt
Aufi auf die Kampenwand.“
Bergsteigern ist aber neben dem Naturerlebnis auch eine kontemplative Beschäftigung. Du denkst auf dem langen Weg über dich und dein Leben nach und wenn du Heim kommst, ist die Harmonie von Körper. Geist und Seele wieder neu justiert.

Wandern Sie mit!

So schön ist’s auf dem Toten Mann. Man steigt 1 1/4 std auf oder fährt mit der Hirscheck-Sesselbahn nach oben. Dann genießt man den Blick auf Watzmann und Hochkalter
Und in Berchtsgaden liegt noch in aller Früh der Nebel vom Königsee:


Blick auf Hohen Göll.
Vom Toten Mann kann man zum Gasthaus Söldenköpfl absteigen und auf dem „Balkon Gottes“ zurück zum Parkplatz wandern. Der Weg hat wirklich seinen Namen verdient.