Schlagwort-Archive: Benedikt

Keine Heiligsprechung für Papst Benedikt XVI

Ich bin kein Freund von Papst Benedikt:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/16/sonntagsgedanken-papst-benedikt-xvi-schuldet-uns-einen-letzten-dienst/
Sein schön gefärbter Lebenslauf hätte ihm vielleicht ermöglicht, das zu erreichen, was vielen seiner Vorgänger zuteil wurde: die Heiligsprechung.
Nun allerdings wird er durch etwas belastet, was sich je nach Framing so anhört:
„Papst korrigiert Aussage“ bzw. „Falschaussage des Papstes“.
Die erste Überschrift klingt nach einer harmlosen Versehen, die zweite rückt den Papst in den Verdacht der Lüge. Man sieht: Je nach Formulierung sieht derselbe Sachverhalt entweder so oder völlig anders aus.
Mir tut der Mann leid, weil er am Ende seines Lebens in so eine Situation gekommen ist.

Meistgelesen

Es ist ja immer wieder interessant, was die Besucher dieser Seite am meisten lesen. Nie hätte ich gedacht, dass so ein ausgefallenes Thema an der Spitze steht:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/16/sonntagsgedanken-papst-benedikt-xvi-schuldet-uns-einen-letzten-dienst/

Aber klar ist. dass der Vatertag natürlich auch im Focus steht:
https://autorenseite.wordpress.com/2013/05/09/weisheiten-vatertag-15904143/

Sonntagsgedanken: Papst Benedikt XVI schuldet uns einen letzten Dienst

Im Lebenslauf des Papstes wird erwähnt, dass er im Dritten Reich Flakhelfer war und dass er sich dann unter Lebensgefahr davon gemacht haben soll. Es entsteht der Eindruck, als wäre er automatisch in diese Position gekommen und als habe er sich erst dann von der Truppe entfernen können. Tatsächlich hat er am Kriegsende das gemacht, was die meisten Soldaten getan haben, sofern ihnen das möglich war: Sie sind einfach nach Hause gegangen. M.E. enthält die Biografie des Papstes insoweit ein schiefes Bild.

Der Papst müsste einen Einberufungsbefehl erhalten haben und den müsste er wie Tausende andere Deutsche auch befolgt haben. Es gab nur wenige, die sich dem widersetzt haben: Das waren die Bibelforscher, die das dann oft mit dem Leben bezahlen mussten. Der Papst hat ein typisches deutsches Schicksal hinter sich und er täte seinem Heimatland einen guten Dienst, wenn er sich darüber äußern würde, wie er sich dazu gestellt hat. Damit würde er helfen, dass die Welt die Lage der Deutschen im Dritten Reich besser versteht.
Der Papst war Flakhelfer, also eigentlich Soldat. Die Flakhelfer waren dort eingesetzt, wo früher Soldaten tätig waren, die aber am Schluss des Krieges an die Front geschickt wurden. Die Lücken füllte man mit Jugendlichen aus, die man allerdings nicht Soldaten, sondern nur „Helfer“ nannte, um dem Vorwurf zu begegnen, man beschäftige Kindersoldaten.
Auch der Papst war also „Quasi-Soldat“. Wie ist es dazu gekommen? Sagen Sie uns das doch einmal!
> Aus jugendlichem Leichtsinn?
> Oder hat er gedacht, dass er der von Gott eingesetzten Obrigkeit Gehorsam schuldet?
> Oder hat er gemeint, sein Vaterland gegen einen bösen Feind verteidigen zu müssen? D
ie meisten Deutsche glaubten ja, der Krieg sei Deutschland dadurch aufgezwungen worden, dass man gegen die Polen habe „zurück schießen“ müssen. Und wenn man dann die zweifellos kriegsverbrecherischen Terrorbombenangriffe mit Tausenden von Toten erlebte, dann ist es verständlich, dass sich Jugendliche von der Propaganda beeinflussen ließen und es für richtig hielten, sich am Abwehrkampf zu beteiligen, zumal viele glaubten, wenn die Alliierten nach Deutschland kämen, würden die Frauen vergewaltigt und viele Männer umgebracht.

Der Papst könnte dazu beitragen, das Bild zurecht zu rücken, das viele von den Deutschen haben: In Wirklichkeit waren nämlich auch die meisten Deutschen Opfer der Nazis. Wir Kinder sowieso: Wir wurden bombardiert und von Tieffliegern beschossen. Aber manchmal denke ich an meinen Vater, wenn von der Schuld der Deutschen gesprochen wurde: Er war seiner Wehrpflicht nachgekommen und hatte es als Akademiker natürlich zum Leutnant der Reserve gebracht. Er hatte die Nazis nicht gewählt. Als dann der Krieg ausbrach, wurde er natürlich eingezogen. Ich bin überzeugt, dass er das geglaubt hat, was der Staat verlautbart hatte, nämlich dass Polen diesen Krieg begonnen hatte und Deutschland sich verteidigen musste. Als guter Katholik hat er seinen Dienst als Soldat getan natürlich mit dem Grundsatz: „Die Waffe muss sauber bleiben!“
Versetzen Sie sich einmal in die Lage von Menschen in seiner Situation: Hätten Sie der Einberufung nicht Folge geleistet und damit ihr Leben riskiert? Und wenn Sie wie er Familie gehabt hätten: Hätten Sie mit Ihrer Verweigerung Ihre Familie an den Bettelstab gebracht? Aber vor solchen Fragen stand – wie gesagt – kein Katholik, für den die Obrigkeit von Gott gewollt war und der man daher Folge zu leisten hatte.

Papst Benedikts letzter Dienst


Papst Benedikt XVI könnte an seinem Lebensende seinem Heimatland einen großen Dienst erweisen: Er war im Krieg Flakhelfer. In den Beschreibungen seines Lebens wird das fast so dargestellt, als sei er Kriegsdienstverweigerer gewesen: Er wurde eingezogen und hat sich dann davon gemacht, so in etwa lesen wir es.
Was uns aber interessiert, ist dies:
Warum hat er den Kriegsdienst nicht verweigert? Hatte er Angst vor der Bestrafung? Natürlich hätten wir Verständnis dafür. Oder sah er entsprechend der damaligen Auffassung im Führer die von Gott gewollte Autorität, der er zu folgen hatte? Oder fühlte er sich verpflichtet, bei der Verteidigung des Vaterlandes mitwirken zu müssen? Die autoritätsgläubigen Deutschen hatten ja damals keinen Zweifel an der nationalsozialistischen Propaganda, nach der uns die Polen angegriffen hatten und dann von den Alliierten unterstützt wurden. Die unstreitig kriegsverbrecherischen Bombenangriffe die deutsche Zivilbevölkerung ließen viele Menschen befürchten, dass uns das Schlimmste bevor stehen würde, wenn wir den Krieg verlieren würden. So wäre es möglich, dass auch der Papst damals der Überzeugung war, richtig zu handeln, wenn er bei der Verteidigung seines Vaterlandes mitwirkte.
Aber gleichgültig, was der Papst damals dachte: Es wäre wichtig, dass er sich dazu äußert, damit die Welt sieht, in welcher Lage sich selbst christliche, gutwillige Menschen damals befanden.
Und vielleicht würde der Papst damit dazu beitragen, dass die Deutschen von damals nicht pauschal als Täter, sondern als Opfer gesehen werden: nämlich als Menschen, die von der Regierung betrogen und zum Kriegsdienst gezwungen wurden.

Zum 90. Geburtstag des Papstes

pope-benedict-1036042_1280

Papst Benedikt wird gerade 90 Jahre alt. Aus diesem Anlass bringt das Bayerische Fernsehen im Hauptabendprogramm einen Film. Ich werde mir den Film nicht ansehen, weil ich nicht erwarte, dass ich dabei etwas Neues erfahre.

Ich wage aber eine Prognose über das, was wir nicht erfahren werden: Der Papst wurde ja in jungen Jahren zur Wehrmacht eingezogen und war als Flakhelfer tätig. Wenn wir lesen, was über diesen Abschnitt seines Lebens berichtet wird, so erscheint die Einberufung zur Wehrmacht als unabwendbares Schicksal. Was wir gerne wissen würden, wäre dies: Was hat der Papst damals gedacht? Hat er wie die meisten Deutschen gemeint, sein Vaterland verteidigen zu müssen? Oder hat er wie seine Konkurrenz, nämlich die Bibelforscher, erwogen, den Kriegsdienst zu verweigern?
Es wäre wichtig, wenn sich der Papst einmal dazu äußern würde, damit die Welt erfährt, in welcher Situation sich die deutschen Christen damals befunden haben.
Was wir aber wohl im Film auch wieder lang und breit hören werden, ist ein Bericht darüber, dass der Papst unter Lebensgefahr die Truppe verlassen hat. Sicherlich war die Fahnenflucht ein todeswürdiges Verbrechen, aber als der Krieg verloren war, hat sich die Wehrmacht trotzdem einfach aufgelöst und der Papst hat auch nichts anderes getan als die meisten anderen auch. Es besteht also kein Grund, ihn nachträglich zum Widerständler empor zu stilisieren.