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Damit kann Scheuer nicht punkten

Scheuer will eine Paket-U-Bahn einrichten und damit den Verkehr entlasten. Das wird nicht funktionieren.
Die Paketzustellung ist ein Musterbeispiel für Fehlentwicklungen unserer von Lobbyisten beherrschten Politik: Ursprünglich war die Deutsche Post mit dieser Aufgabe betraut und sie erledigte das durch gut bezahlte Beamte. Dann kamen die Lobbyisten und überredeten die Politik, die Paketzustellung zu privatisieren. Sie brauchten ja wieder einmal eine einträgliche Investitionsquelle. Dem Volk wurde vorgekaukelt, die Privaten könnten das Zustellen besser und vor allem billiger erledigen. Jetzt kommen bei uns 6 Unternehmen, die die Pakete zustellen. Aber billiger ist die Versendung von Paketen nicht geworden. Das Ganze ist nur eine blödsinnige Umweltbelastung:
https://autorenseite.wordpress.com/2015/02/08/niedergang-deutschlands-beispiel-post-i-20069166/
Scheuers Paket-U-Bahn kann nicht klappen, weil sie zu arbeitsaufwändig ist: Man muss die Pakete ja erst einmal zur Bahn fahren und dann wieder an einer anderen Station abholen. Und dann muss man sowieso wieder in die Innenstadt fahren, um die Pakete zu verteilen, denn man wird das kaum zu Fuß erledigen. Bei der Briefpost sehen wir ja auch, dass die Sendungen mit LKWs unterwegs sind und nicht mit der Bahn.
Scheuers Pläne sind also eine Schnapsidee, die darüber hinweg täuschen soll, dass die Privatisierung der Post ein gewaltiger Fehler war, der neben der Umweltbelastung zur Folge hatte, dass eine solide Branche in den Billiglohnsektor abglitt.

Schlechte Luft (I)

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Gerade werden wieder in der EU die blauen Fahnen für Strände mit guter Wasserqualität vergeben. Für die Luft gibt es leider es nichts Entsprechendes. Es gibt zwar die Bezeichnung „Luftkurort“, doch scheinen mir die Qualitätsmerkmale für dieses Prädikat zu vage zu sein. Ein Luftkurort ist nämlich nach dem Gesetz „ein Ort, der ein wissenschaftlich anerkanntes und bewährtes therapeutisch anwendbares Klima besitzt, dessen Eigenschaften ebenso wie die Luftqualität periodisch überprüft werden.“ (BayAnerkV-9)
http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayAnerkV-9
Da findet man sicher bei gutem Willen überall einen Grund, ein simples Dorf zum Luftkurort zu erheben.
In Salzburg wurden im Vorjahr österreichweit die zweithöchsten Stickstoffdioxid-Werte gemessen, wie eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich zeigt. Das klingt besorgniserregend, denn sieben Millionen Menschen sterben jährlich durch Luftverschmutzung.
http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/chronik/sn/artikel/sieben-millionen-tote-jaehrlich-durch-luftverschmutzung-197859/
Es ist schon merkwürdig, dass direkt neben der Stadt Salzburg Luftkurorte liegen, die quasi Vororte der Großstadt sind und die der Logik nach auch etwas von der schlechten Luft abbekommen müssten. In Bad Reichenhall hat man beispielsweise einmal Luftwerte gemessen, die schlechter waren als die von Gelsenhirchen. Daher müsste man eigentlich verlangen, dass ein Luftkurort seine Luftwerte ständig misst und man müsste vorschreiben, welche Grenzwerte einzuhalten sind. Bad Reichenhall bezeichnet sich zwar nicht als Luftkurort, wirbt aber mit seiner Luft zum „Durchatmen“. Die Luftwerte scheinen aber so zu sein, dass man sie lieber nicht auf der Bildtafel 633 der Bayerischen Fernsehens veröffentlicht. Der Nachbarort Piding, ein Dorf, das noch näher am stark belasteten Salzburg liegt, ist ein „staatlich anerkannter Luftkurort“.
Werden hier die Verbraucher getäuscht? Müsste da nicht etwas geändert werden?

Verschmutzte Bergwelt

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Man sollte es nicht glauben aber es ist wahr:
Die Belastung von Alpengipfeln mit langlebigen organischen Schadstoffen wie Dioxinen oder Furanen ist ähnlich hoch wie in Ballungsräumen.
http://www.salzburg.com/nachrichten/wissen/sn/artikel/schadstoffbelastung-von-alpengipfeln-enorm-188776/
Deshalb ist es eigentlich eine grobe Täuschung der Verbraucher, wenn Orte wie Bad Reichenhall mit Slogans werben wie „Durchatmen im Alpenklima“. Man konnte früher einmal in der Zeitung lesen, dass die Luft in Gelsenkirchen besser ist, denn die Schadstoffbelastung in Bad Reichenhall ist so, dass die Stadt auf der Texttafel 633 des bayerischen Fernsehens darüber keine Auskunft gibt.
Wer schon wie ich mehr als 6 Jahrzehnte in den Bergen unterwegs war, für den ist es nichts Neues, was die neuesten Analysen zu Tage gefördert haben.
Als ich zum ersten Mal mit einer Jugendgruppe des DAV in den Bergen unterwegs war, konnte man das Wasser, das auf den Gletschern herab floss, trinken. Heute schmeckt es widerlich ölig. Früher konnte man bei Hochtouren in den Altschnee fassen, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Nun aber hat man Öl an den Fingern.
Die Abgase sind aber nicht die einzige Belastung, die sich in den Bergen niederschlägt. Die Erschließung der Alpen durch immer mehr Skilifte belastet diese Gebiete, die ja in der Regel auch Trinkwasser-Reservoirs sind. Noch hat der Boden genügend Filterkapazität, um all das aus dem Grundwasser fernzuhalten, was an Schadstoffen in den Skigebieten zusammen kommt. Aber irgendwann wird sich das ändern.