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Zum Sonntag


Es werden zwar immer weniger Christen, die sonntags in die Kirche gehen, obwohl Katholiken dies eigentlich nach einem kirchlichen Gebot tun müssten. Und viele Kirchgänger rappeln ihr Sündenbekenntnis als leere Floskel herunter:
„Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen…“. Tja, aber wie sieht es denn nun wirklich aus mit dem unterlassenen Guten? Die Pfadfinder haben ja ein einfaches Motto: Sie sollen jeden Tag etwas Gutes tun und das zwingt sie zum Nachdenken am Abend, was sie denn getan haben. Aber der normale Christ denkt bei seiner abendlichen Gewissenserforschung (sofern er so etwas überhaupt noch kennt) wohl kaum darüber nach, was er an Gutem unterlassen hat, sondern fragt höchstens, ob er etwas Böses getan hat. Deshalb liest man in meinen Aphorismen:

Zu den größten Sünden gehört es, es unterlassen zu haben, einem anderen ein Freude bereitet zu haben, wenn man es ganz einfach hätte tun können.

Vielleicht ist es ja nur ein Lächeln, das man einem anderen entgegen bringt und das ihm Freude macht.