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Wie Gott sich verändert hat

Der Titel ist natürlich falsch: Nicht Gott hat sich verändert, sondern das Bild, das die Kirche den Menschen eingeredet hat. Osho hatte schon recht, als er sagte, die Religionen würden sich des Sexuallebens bemächtigen, um die Menschen beherrschen zu können:

Als ich ein junger Katholik war, hatte ich einen Beichtspiegel zur Erstkommunion erhalten, den ich bei der alljährlich notwendigen Osterbeichte „abzuarbeiten“ hatte. (Das Wort Osterbeichte kennt mein heutiges Rechtschreibprogramm gar nicht mehr.)  Da wurden die einzelnen Gebote aufgeführt und erläutert. Nehmen wir als Beispiel das 6. Gebot. Da hieß es:
„Du sollst nicht Ehe brechen!
Was ist das? Warst du unkeusch in Gedanken, Worten und Werken? …“
Da hatte man als normaler Heranwachsender sicherlich allen Grund, sich als schäbiger Sünder zu fühlen.
Dabei kam hinzu, was die Kirche zum Thema Todsünde dozierte. Mit so einer Sünde kam man in die Hölle. Eine Todsünde war ein Verstoß gegen die 10 Gebote in bewusster Abkehr von Gott. Wer also nur ein „unkeusches“ Bild ansah im Bewusstsein dessen, dass Gott dies angeblich verboten hat, gehörte schon dem Satan.

Inzwischen hat die Pille auch die Sexualmoral der Kirche revolutioniert. Die Menschen machen von der gewonnenen Freiheit Gebrauch und kein Priester wagt es mehr, gegen vorehelichen Sex von der Kanzel zu wettern.
Und Gott als Sündenzähler wurde abgelöst vom „Lieben Gott„.

 

Witz zum Tag

Einen fröhlichen Sonntag!

Die Zenzi ist in einem Gewissenskonflikt. Beim Beichten fragt sie den Pfarrer:
„Gell, Herr Pfarrer, ma derf net lügen.“
„Ja, so ist es.“
„Und seine Sünden muss man bereuen?“
„Ja, auch das ist richtig.“
„Was ist jetzt aber, wenn die Sünd’ so schee war, dass man’s net bereuen kann?“

Die verschwiegene Art des Missbrauchs: Frauen im Beichtstuhl

Eine Art von Missbrauch wird völlig verschwiegen. Weil sich die Betroffenen schämen, reden sie in der Regel auch nicht darüber, nämlich über den Missbrauch im Beichtstuhl. Nur in einem Spottlied wird er erwähnt:
„Das ist’s, warum die Mädchen so gern beichten geh’n,
Beim Pater Augustin, da ist’s besonders schön…“
Der Missbrauch, von dem hier die Rede sein soll, besteht nun allerdings nicht in irgendeinem körperlichen Kontakt, sondern findet nur verbal statt. So, wie manche Männer eine Sex-Nummer anrufen, um sich aufzugeilen, gibt es durchaus nicht wenige Priester, die sich Sünden gegen das 6. Gebot in allen Einzelheiten schildern lassen – angeblich um das Gewicht der Sünde richtig ermessen zu können. Natürlich mag ein Beicht-„Vater“ danach fragen, ob die arme Sünderin ein Opfer einer Verführung geworden ist oder ob sie selbst die Initiative ergriffen hat. Aber ist das nicht lächerlich, weil es ja nur darum geht, ob er ihr zur Buße drei oder fünf Vater-Unser auferlegt? Was aber peinlich ist, sind Fragen nach sämtlichen Details einer solchen Sünde. Das, was da im Beichtstuhl manchmal abläuft, ist genau so widerlich, als wenn ein Sexgangster ein Mädchen zwingt, sich nackt auszuziehen. Vielleicht ist die seelische Nacktheit sogar noch schlimmer. Die Prozedur ist für viele Mädchen so entwürdigend, dass sie dann gar nicht mehr beichten gehen  oder in sexueller Hinsicht psychisch gestört sind.
Ich war einmal Vorstand eines Vereins mit ein paar Hundert Frauen als Mitgliedern und war erschrocken, wie viele von ihnen sich über diese Form des seelischen Missbrauchs beklagten. Sie hatten schon als junge Mädchen begriffen, dass es ihrem Beichtvater nicht um das Gewicht einer Jugendsünde ging, sondern um die eigene sexuelle Erregung. Und diese Erfahrung hat bei ihnen nicht selten ein Trauma hinterlassen.
Vielleicht geht man auch einmal diesem Problem nach und macht einmal eine Umfrage: Da wird Erschreckendes ans Licht kommen.

Sind Bayern beim Sex besser?

„Nix G’wiss’s woaß ma net!“ würde man in Bayern sagen. Aber die Wissenschaft, die sich sogar um das Sexualleben sämtlicher Viecher kümmert, kann natürlich das bayerische Sexualleben nicht übergehen. Und da können wir nun lesen, dass die Bayern ihr Sexualleben als besser beurteilen, als die Hamburger das Ihrige:
https://web.de/magazine/regio/bayern/umfrage-bayern-sex-hamburger-34222094
Das hilft uns eigentlich nicht weiter, weil wir nicht erfahren, wie es wirklich ist. Vielleicht neigt ja der Hamburger eher zum nordisch-kühlen Understatement und die Bayern könnten ja womöglich protzen, obwohl ihnen das nach dem folgenden Witz eigentlich dem Wesen nach  fremd sein soll:

Ein bayerischer Mann beichtet, dass er mit einer Frau geschlafen hat, obwohl er nicht mit ihr verheiratet ist. Der Beichtvater fragt:
„Wie oft, mein Sohn?“
Darauf der junge Mann:
„Bin ich jetzt zum Beichten hier oder zum Protzen?“

Lassen wir also die heikle Frage, wessen Sex tatsächlich besser ist, lieber auf sich beruhen, um nicht eine weitere Spaltung in unser Volk zu bringen, denn die Umfrage hat ja auch andere merkwürdige Fakten ans Licht gebracht, nämlich dass unsere Kanzlerin zu dem Volksstamm gehört, der am zufriedensten mit seinem Sex ist.
Was mich aber an der zitierten Umfrage am meisten überrascht hat, sind die Antworten der Frauen: Sie beurteilen ihr Sexualleben seltener als mangelhaft als die Männer. Dabei lesen wir doch in Frauenzeitschriften dauernd die Klagen der Frauen: „zu kurz“, „zu schnell“,  „zu wenig Vorspiel“…

 

 

 

 

Liederliche Lieder von früher

Mein Gott, was wurde doch früher nicht alles auf den Berghütten gesungen. Was war das für ein Spaß, wenn Leute aus den verschiedensten Gegenden kamen und ihre teils lustigen, teils aber auch wüsten Gesänge zum Besten gaben. Manchmal muss ich daran denken und jetzt habe ich mal danach gegoogelt. Leider war meine Ausbeute gering.
Das Lied von „der Rosl ihr’m scharfen Urin“, der sogar Stahlfedermatrazen zum Verrosten brachte, fehlt ganz im Internet. Schade – für immer verloren.
Auch das Lied,
„Warum die Mädchen so gern beichten geh’n
Beim Pater Augustin, da ist’s besonders schön…“
ist im Internet nicht zu finden. Da gibt es nur etwas Ähnliches, aber Harmloses in „Karmeliter – Lustige liederliche Lieder, Lumpenlieder“.
Ähnlich ist es auch mit dem „Räuberleben“. Davon gibt es nur diese gesoftete Version im Netz:
http://www.volksliederarchiv.de/text3134.html
Der Text, von dem ich von den vielen Strophen noch ein paar nach 50 Jahren in Erinnerung habe, lautete etwa so:
„Kann’s was schön’res geben,
Als das Räuberleben
In dem finstern, finstern, finstern Wald.
Da wird Schnaps gesoffen
Und ein Lied gepfoffen,
Dass es schaurig, schaurig, schaurig widerhallt.

Kann’s was schön’res geben,
Als das Räuberleben
In dem finstern, finstern, finstern Wald.
Kommt ’ne Staatskarosse
Aus dem nahen Schlosse
In den finstern, finstern, finstern Wald.
Die wird umgeschmissen
Und dann vollgeschissen,
In den finstern, finstern, finstern Wald.

Kann’s was schön’res geben,
Als das Räuberleben
In dem finstern, finstern, finstern Wald.
Kommt ein schönes Mädchen,
Aus dem nahen Städtchen
In den finstern, finstern, finstern Wald.
Die wird erst besichtigt,
Und dann notgezüchtigt,
In den finstern, finstern, finstern Wald.“

Ach, es gab so viele schaurige Lieder, die in Vergessenheit geraten sind. Die heutigen Gutmenschen würden solchen derben Späße wohl auch die rote Karte zeigen und sagen: „Über eine Vergewaltigung kann man doch keine Witze machen!“ Wahrscheinlich ist das so ähnlich wie mit den Mohammed-Karikaturen.
Aber wir damals waren halt noch „wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht“, wie es so schön in einem Lied heißt.