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ZDF (Welke) ist doof


Wenn einem Kabarettisten nichts mehr einfällt, erinnert er sich des Spruchs „Täglich eine Sau durchs Dorf treiben.“ Das Thema Dobrindt ist ausgelutscht. Was nun? Da hat sich Oliver Welke einfallen lassen, sich den Beamten vorzuknöpfen.
Und da kamen die üblichen Klischees: „Beamte sind doof“ und genießen einen Haufen Privilegien wie zu hohe Gehälter, fette Pensionen, Beihilfe und nun sogar in einem Land kostenlose Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Was die Doofheit angeht, fällt dieses Attribut auf die Sendung zurück.
Damit Oliver Welke versteht wieso, möchte ich es ihm mit einem Beispiel erklären: Die Gastronomie sucht händeringend Personal. Sie bietet daher teilweise neben dem Lohn kostenlose Unterkunft und Verpflegung an. Wird deshalb irgendjemand auf die Idee kommen, so etwas als Privilegien zu bezeichnen. Wohl kaum! Und ein Schreiner (für Welke: Tischler) wird kaum auf die Idee kommen, einen Koch zu beneiden.
Anders ist es bei Beamten: Sie werden anders besoldet als das übrige Personal im öffentlichen Dienst. Zu Neid besteht aber deshalb kein Anlass, denn jeder kann ja Beamter werden. Nur hat der Staat trotz aller angeblichen Privilegien der Beamten immer größere Probleme, solche Stellen zu besetzen.
So muss der Staat immer mehr auf die teils karge Besoldung draufschlagen, um geeignete Kräfte zu gewinnen. Als ich vor über 50 Jahren in den Staatsdienst eintrat, wurde mir ein billiges Grundstück angeboten, ein günstiger Baukredit und ein VW zum Vorzugspreis. Dennoch waren die mit mir befreundeten Kommilitonen der Überzeugung, ich sei dumm, wenn ich zum Staat ginge bei der Besoldung. Sie entschieden sich alle anders. (Der Vollständigkeit halber möchte ich doch mitteilen, dass ich mir damals beim meinem Gehalt weder ein Grundstück noch einen VW leisten konnte.)
Heute muss der Staat beispielsweise in Großstädten Polizeibeamten günstige Staatsdienerwohnungen anbieten, damit die Leute von ihrem Gehalt überhaupt dort leben können. Trotzdem hat man Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Deshalb schieben Polizeibeamte Millionen Überstunden vor sich her und warten vergebens darauf, sie „abfeiern“ zu können.
Das Schäbige an Welkes ZDF-Show ist, dass sie gerade in dieser Zeit, in der Polizeibeamte für geringe Besoldung „ihre Haut zu Markte tragen“, über angebliche Privilegien von Beamten herfällt und damit bei geistig Minderbemittelten Neidgefühle auslöst.
In einem Punkt hatte Oliver Welke allerdings Recht: Die finanzielle Belastung des Staates aus den
künftigen Beamtenpensionen ist erschreckend hoch. Dafür können aber die Beamten nichts, sondern der Staat ist schuld, weil er keine Rücklagen gebildet hat. Der Staat hat sich wie ein Mensch verhalten, der sich fürs Alter nichts erspart hat. Ich war ja als Staatsdiener der Überzeugung, dass der Staat für seine Beamten das zur Seite legt, was er für die Angestellten in deren Versicherung einzahlen muss. Leider habe ich mich getäuscht und sogar lesen müssen, dass der Staat zeitweise lieber Beamte als Angestellte eingestellt hat, weil dies billiger war, denn für die Beamten waren keine Versicherungsbeiträge fällig.
Herr Welke: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen:
Sie vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen haben es gerade nötig, sich über Privilegien anderer aufzuregen. Sie sollten längst abgeschaltet worden sein:
https://autorenseite.wordpress.com/2013/06/15/oeffentlich-rechtliche-sender-abschalten-16128132/

Privatisierung: Wieso eigentlich?

So las ich es kürzlich an einem gelben Auto

Zum Credo unserer Marktwirtschaft gehört die Privatisierung. Angeblich können die Privaten alles besser. So wird es jedenfalls den Bürgern eingeredet, damit sie das schlucken. Gerade ist man dabei, einen ersten Schritt in Richtung zur Privatisierung der Autobahnen zu unternehmen. Der Bundesrechnungshof hat zwar gewarnt, dass dies teurer würde als der derzeitige Zustand, aber die Regierung lässt sich davon nicht beeindrucken.
Was die Privatisierung bringt, sehen wir eindrucksvoll am Beispiel der Post: All die schönen Postgebäude wurden verkauft und stattdessen hausen die Postfilialen irgendwo hinten in Geschäften. In unserem Nachbarort hat die EDEKA-Filiale ihren Postschalter geschlossen, so dass die Leute nun in die10 km entfernte Stadt fahren müssen. In unserem Ort wollte niemand die Post übernehmen und daher ist die Gemeinde eingesprungen: Sie stellt einen Raum zur Verfügung und eine Angestellte, um die Bürger zu versorgen. Ein gutes Geschäft für die Post! Sie zahlt dafür auf jeden Fall wesentlich weniger als sie früher für einen von ihr angemieteten Raum und eine eigene Angestellte aufwenden musste.
Ein Vorteil der Privatisierung ist nicht zu sehen. Wo früher Beamte in einem sicheren Arbeitsverhältnis arbeiteten, sind heute billigere Kräfte am Werk. Und wo früher ein einziges Postauto herumfuhr und die Pakete verteilte, kommen nun 6 verschiedene Dienstleister angefahren: DHL,UPS, Hermes…
Billiger geworden ist die Post durch all diese Maßnahmen nicht. Nur der Service ist unvergleichlich schlechter.
https://autorenseite.wordpress.com/2017/02/12/deutschlands-niedergang-in-bildern/
Man kann feststellen: Privatisierung bedeutete hier: Perlen vor die Säue werfen. Die Deutsche Post war wirklich eine Perle und sie wurde gierigen Investoren zum Fraß vorgeworfen – zum Nachteil der Postbeamten und der Kunden.

Verstehen Sie das?


Wo man hinhört, fehlt der Nachwuchs: besonders bei den Pflegeberufen, dem Handwerk, dem Krankenhauspersonal und nun auch bei den Lehrern und übrigens auch bei den Beamten. Da wird dauernd über die Beamten gemeckert, weil die angeblich so viele Vorzüge erhalten wie Beihilfe und dergleichen. Aber die Leute fragen sich nicht, warum trotzdem zu wenig Nachwuchs in das angeblich so fürstlich besoldete Beamtendasein strebt.
Was ich daran nicht verstehe ist dies. Wir leben doch in einer Marktwirtschaft, in der doch das Prinzip von Angebot und Nachfrage gilt. Wenn es also zu wenig Arbeitskräfte in bestimmten Branchen gibt, muss man die Leute halt besser besolden. So einfach wäre das. Aber es rührt sich zu wenig: Lieber lassen Krankenhäuser Abteilungen schließen oder Schulen den Unterricht ausfallen, als dass mehr Kräfte durch höhere Einkommen angelockt werden.
Es nützt auch nichts, dass u.a. der IWF Deutschland auffordert, die Löhne zu erhöhen. Warum funktioniert da die Marktwirtschaft nicht? Sieht unsere Regierung nicht, dass Trumps „America first“ die Ursache darin hat, dass Trump bei uns Dumpinglöhne ausmacht. Und er hat damit Recht, nicht nur, weil das Lohnniveau niedrig ist, sondern weil wir immer mehr „Aufstocker“ haben, denen der Staat einen Teil des Lohnes zahlt. So etwas ist halt kein fairer Wettbewerb.

Der Linkspopulismus

Das ist kein Teil des Parteiprogramms der Linken, aber sie haben eine andere blöde Idee:

Die Linken wollen eine Bürgerversicherung einführen. Finanziert werden soll das Ganze dadurch, dass die Selbständigen und die Beamten auch Beiträge in die Sozialversicherung einzahlen sollen.
Also, liebe Linke: Ihr habt doch in Eurer Partei einen Mann, der einmal Finanzminister war und der demnach rechnen können müsste. Ich meine Oskar Lafontaine. Der müsste Euch doch sagen können, dass es so nicht klappen kann. Natürlich könnte man die Beamten in die Sozialversicherung einbeziehen, aber dann müsste man ihnen entsprechend mehr Gehalt zahlen. Das, was der Staat dann mehr ausgeben müsste, wäre also indirekt eine Zahlung für die Bürgerversicherung. Das Ganze wäre also ein Nullsummenspiel, das uns da vorgeführt wird – mit anderen Worten: reiner Populismus!
Was die Beamten angeht, erleben wir ja immer wieder, dass von Privilegien gesprochen wird, die abgeschafft werden müssten. In Wirklichkeit sind es aber keine Privilegien, sondern es handelt sich um eine andere Art von Bezahlung. Mir persönlich wäre es ja lieber, wenn die Beamten nach dem Angestelltentarif bezahlt würden, damit endlich die ewige Neidhammelei aufhört. Wenn Leute glauben, dass es den Beamten zu gut geht, sollen sie doch selbst Beamte werden. Sie werden dann schnell merken, dass es „zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel ist“, wie ein Sprichwort zur Beamtenbesoldung sagt. Beispielsweise könnten einfache Beamte von ihrem Gehalt in München nicht leben, wenn sie keine Staatsdienerwohnung hätten.
Als ich vor Jahrzehnten in den Staatsdienst eintrat, sagten meine Freunde: „Bist du blöd – bei dem Gehalt!“ Heute allerdings wird der Staatsdienst geschätzt, weil er einen sicheren Arbeitsplatz bietet. Dennoch tut der Staat sich schwer, Leute für bestimmte Tätigkeiten zu gewinnen. Und viele Spezialisten laufen ihm davon – trotz Beihilfe und Pension.

Bertelsmanns Milchmädchenrechnung zur Beamtenbeihilfe

milch
Die Bertelsmannstiftung hat errechnet, dass der Staat 60 Milliarden sparen könnte, wenn er die Beihilfe der Beamten streichen würde. Das ist genauso unsinnig, als wenn man berechnet hätte, wie viel der Staat sparen könnte, wenn er die Beamtengehälter halbieren würde.
Bei den Beamten gilt das Alimentationsprinzip. Der Staat muss seine Beamten angemessen unterhalten. Dazu gehört auch die Versorgung im Krankheitsfall, also die Beihilfe. Alle paar Jahre kommen Neidhammel und verlangen die Abschaffung der Beihilfe. Diese wird ja sowieso ständig zusammengestrichen: Für etliche Leistungen gibt es Höchstgrenzen und die Chefarztbehandlung gehört längst der Vergangenheit an. Mir persönlich wäre es ja lieber, das Alimentattionsprinzip würde abgeschafft und durch eine Besoldung nach Angestelltentarifen ersetzt, damit das ewige Beneiden der Beamten endlich aufhört.
Wie sieht es denn aus mit der Beamtenbesoldung? Teilweise wurden von den Ländern lieber Beamte eingestellt anstelle von Angestellten, weil die Beamten billiger waren, denn man brauchte nicht in die Rentenversicherung einzubezahlen und für die späteren Pensionen hat man nicht entsprechende Beträge zurück gelegt.
Teilweise sind die Gehälter von Beamten so niedrig, dass man davon nicht leben kann. So muss der Staat dadurch nachhelfen, dass er Staatsdiener-Wohnungen zur Verfügung stellt, beispielsweise für Polizeibeamte. So kann er das Gehaltsgefüge aufrecht erhalten.

Als ich im Jahr 1965 Beamter wurde, war ich Idealist und wollte gerne Richter in einem schönen Gebirgsort in Bayern werden. Das geht halt nur im Staatsdienst. In den Augen meiner Kommilitonen wurde ich als Idiot angesehen: „Bist du blöd? Bei dem Gehalt? Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel!“ Solche Sprüche musste ich mir anhören. Schon damals musste der Staat zusätzlich zum Gehalt und zur Beihilfe Extraleistungen anbieten, um fähige Leute zu bekommen: ein günstiges Grundstück oder Darlehen oder eine schöne Sta-Di-Wohnung. Wie bescheiden die Beamtengehälter damals waren, mag diese Episode belegen: Vor der Hochzeit suchten meine Verlobte und ich eine Wohnung und meine künftige Frau erledigte die Formalitäten bei der Grundstücksverwaltung. Dort wollte man natürlich eine Auskunft über unsere Einkommen. Meine Verlobte musste passen, denn über Geld hatten wir nie gesprochen. Darauf befand man bei der Grundstücksverwaltung, dass ich doch als Staatsanwalt mindestens 3000 DM verdienen müsste und dies wurde dann in die Auskunft eingetragen. Tatsächlich aber verdiente ich nur 1000 DM und davon gingen dann 400 für die Miete drauf.
Der langen Rede kurzer Sinn ist: Natürlich kann der Staat die Beihilfe streichen. Dann muss er aber die Beamtengehälter entsprechend erhöhen, um geeignete Leute zu finden. Leute, die beim Staat zu wenig verdienen, werden von der Wirtschaft weg gekauft. Beispiel: Ein tüchtiger Finanzbeamter, der sich mit allen Tricks gut auskennt, ist natürlich bei Steuerkanzleien willkommen und kann so den Staat Millionen an Steuerausfällen kosten. Der Staat muss also seine Beamten angemessen besolden, ob jetzt nach Angestelltentarifen oder mit Gehältern plus Beihilfe – das kommt im Endeffekt aufs selbe raus. Der Staat gibt nicht mehr aus, als er muss. Und wenn das zu wenig ist, bleiben die Bewerber weg.

Streiks bei Bahn und Post dürften nicht sein

Was waren das doch für Zeiten – früher. Da hatten unsere Vorväter Postämter mitten in den Städten gebaut und manche von ihnen glichen schon fast Palästen. Alles vorbei. Und wo einst Postbeamte arbeiteten, mussten deren Nachfolger nun gerade darum kämpfen, nicht in die die neu gegründeten Untergesellschaften abgeschoben zu werden und dort zu Löhnen der Logistik-Branche arbeiten zu müssen.
Ich frage mich: Warum konnte man nicht alles lassen, wie es war? Ich glaube nicht, dass die Post dann für den Bürger zu teuer gewesen wäre. Dem Bund ging es wohl nur darum, die Post zu Geld zu machen, um so seine Haushaltslöcher zu stopfen. Der Nachteil des Verkaufs der Post ist der, dass eine ganze Menge sicherer Beamtenarbeitsplätze verloren ging. Und je weniger sichere Arbeitsplätze es gibt, umso weniger Kinder werden geboren, denn wer setzt schon Kinder in die Welt, wenn er einer unsicheren Zukunft entgegen sieht? Wohlgemerkt: Es geht nicht darum, Deutschland zu verbeamten, sondern darum, die Abwärtsspirale zu stoppen, die aus früheren Beamten quasi Minjobber machen will.
Der Poststreik hatte zur Folge, dass wichtige Sendungen liegen blieben: Bewerbungen, Kündigungen, Ausschreibungsteilnahmen usw. Von manchen Sendungen hingen sogar Menschenleben ab, wie von Gewebeproben, die schnell untersucht werden mussten. Dies zeigt, dass ein so wichtiger Teil der Daseinsvorsorge nicht einfach dem freien Markt überlassen werden durfte. Dass andere Postversender nicht gestreikt haben, bot keine Alternative, denn man wusste ja beim Absenden der Post nicht, dass diese infolge des Streiks liegen bleiben würde.
Es ist ähnlich wie bei der Bahn. Seit dort nicht mehr Beamte tätig sind, kann eine kleine Gewerkschaft ganz Deutschland lahm legen. Die Idee Gabriels, in diesen Fällen das Streiken verbieten zu können, ist eines Sozis unwürdig. Dann sollte man halt ehrlicherweise zum Beamtenstatus zurückkehren.

Der Niedergang Deutschlands am Beispiel der Postbank (II)

Die Postbank hatte für mich den gewaltigen Vorteil, dass ich meine Überweisungen mit der Hand schreiben konnte. Das war einfach und sicher. Da konnte kein Trojaner etwas dran verändern und niemand konnte per Pishing an mein Geld gehen. Nun auf einmal soll ich für das läppische Einlesen eines Überweisungsträgers zahlen.
Ja, die Postbank ist arm dran. Das sahen wir nicht nur beim Bankentest, sondern es wird uns auch täglich vor Augen geführt: Abgesehen davon, dass Lebensmittelgeschäfte einen Teil der Bankgeschäfte erledigen, sieht es in meiner Stadt so aus: Wir hatten 2 Postämter, die zusammen gelegt wurden. Inzwischen ist sogar die Postbank im Schalterraum mit untergebracht worden, und zwar in zwei kleinen Klo-großen Zellen. Die Automaten zum Geldabheben und Eintippen von Überweisungen sind vor die Tür verlagert worden in einen zugigen Gang.
Der Postraum selber wirkt wie der billigste Laden: bunte Luftballons hängen herum mit handgeschmierten Zetteln. So was soll eine seriöse Bank sein?
Manchmal denke ich daran, wie es war, als ich mein erstes Konto eröffnete: Ich bekam als Referendar monatlich 352 DM und habe daher beim Bankhaus gegenüber von der Behörde ein Konto eingerichtet. Trotz des läppischen Betrages ließ es sich der Bankier nicht nehmen, mich in sein Büro einzuladen, weil er seine Kunden persönlich kennen lernen wollte.
Wie einfach war alles früher: Bei meinen vielen Auslandsreisen hatte ich einmal mein Geld vergessen. Ein kurzer Anruf bei der Bank genügte und das Geld war per Blitzüberweisung sofort da. Und heute? Mir graut vor der Vorstellung.
Lesen Sie auch Teil I:
https://autorenseite.wordpress.com/2015/02/08/niedergang-deutschlands-beispiel-post-i-20069166/

Der Niedergang Deutschlands am Beispiel der Post (I)

In einem Beitrag habe ich beschrieben, dass es keine schlechte Idee der neuen griechischen Regierung ist, entlassene Beamte wieder einzustellen.
https://autorenseite.wordpress.com/2015/01/31/gute-idee-der-griechen/
Bei uns bot die Post ja auch zig-tausende sichere Beamtenstellen, die bei der Privatisierung des Unternehmens weg fielen. Warum wurde die Post den Kapitalisten zum Fraß vorgeworfen? Doch nicht deshalb, weil dadurch das Porto billiger geworden wäre, sondern nur, um Anlagemöglichkeiten für das Kapital zu schaffen.
Aus den Beamten wurden Arbeitnehmer mit schlechter Bezahlung. Nun geht es bei der Post so weiter wie bei Amazon, wo die Arbeitnehmer sich schon lange dagegen wehren, nach den Niedriglohn-tarifen der Logistik-Branche bezahlt zu werden. Auch die Post hat jetzt neue Gesellschaften gegründet, in denen die Arbeitnehmer nach Logistik-Tarifen bezahlt werden sollen. Damit die Öffentlichkeit das besser schluckt, wird verkündet, dass dadurch Zehntausende von Arbeitsplätzen entstehen. Wer’s glaubt…
Und was ist aus den einst teils prächtigen Postgebäuden in besten Lagen geworden? Diejenigen, die ich kenne, wurden verkauft: Ein unglaubliches Vermögen, das unsere Vorväter da geschaffen hatten, ist nun weg.
Mehr darüber hier: https://autorenseite.wordpress.com/2015/02/08/der-niedergang-deutschlands-am-beispiel-der-postbank-ii/

Sind Beamte Mimosen?

Wenn ich jetzt die Arbeitnehmer mit Trillerpfeifen durch die Straßen ziehen sehe, frage ich mich, wie die Leute den Krach aushalten und wer auf eine solche blöde Idee gekommen ist. Ob jedenfalls ein paar Vernünftige Ohrstöpsel tragen? Man hat nicht davon gehört, dass die Polizei gegen diesen unsinnigen Lärm eingeschritten wäre.
Anders bei der Verabschiedung des Bundespräsidenten: Da lärmten einige Protestler mit Vuvuzelas, doch hörte man die kaum in der Fernsehübertragung. Schließlich ist das Schloss Bellevue ja auch weitläufig von einem Zaun umgeben, um den „Pöbel“ draußen zu halten. Dennoch soll die Polizei 5 Demonstranten wegen Körperverletzung festgenommen haben. Die Körperverletzung soll durch den Protestlärm verursacht worden sein, der zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit von Gästen im Schloss geführt haben soll.
Zweierlei Maß? fragen wir. Offenbar nicht, denn zum einen ist man im Präsidialamt durch die Ereignisse der letzten Zeit besonders dünnhäutig und also auch hellhörig geworden. Außerdem sind Beamte anscheinend empfindlicher, denn gerade klagt ein Finanzbeamter auf Schadensersatz, weil er bei einem Böllerschuss ein Knalltrauma erlitten haben soll.
Wie stelle ich mir nun die Zukunft vor: Verbot von Trillerpfeifen, Vuvuzelas und Böllerschüssen? Oder Vorschrift im Beamtenrecht, dass Staatsbedienstete in solchen Fällen Ohrstöpsel zu tragen haben? Das sollte doch (bitte ernsthaft!) diskutiert werden. Was denken Sie?
Übrigens erklärt die besondere Empfindlichkeit von Beamtenohren, dass die Staatsdiener oft etwas schwerhörig sind, wenn man ihnen ein Anliegen vorträgt.