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Arbeiten bis 70? Warum keine ehrliche Diskussion?

Da werden nun die alten „tollen“ Ideen wieder aufgewärmt:
Die völlig zu Unrecht beneideten Beamten sollen endlich auch in die Rentenversicherung einzahlen. Warum eigentlich nicht? Nur müsste man dann die Beamtengehälter entsprechend erhöhen. Es wäre also ein Nullsummenspiel für den Staat.

Die Diskussion über eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit verläuft immer ganz schlicht so: Man sagt den Arbeitnehmern, wie viele von ihnen früher einen Alten zu versorgen hatten und wie viele es heute sind. Da kommt man dann ganz einfach zu dem Ergebnis, dass die Arbeitnehmer halt länger arbeiten müssen, um die „Rentenlast“ zu tragen. Andernfalls müsste man die Renten kürzen bzw. die Beiträge zur Rentenversicherung erhöhen. Da die beiden letzteren Alternativen sehr unpopulär ist und das Alter für viele in weiter Ferne liegt, dreht man halt an der Stellschraube Lebensarbeitszeit.
Das ist nun wieder sehr ungerecht, weil besonders die Arbeitnehmer der unteren Einkommensgruppen kaum jemals so lange arbeiten können. Das Ganze wäre also im Grunde genommen eine Rentenkürzung.
Was aber bei der Diskussion völlig außer Betracht bleibt, ist die Tatsache, dass sich die Produktivität der Arbeitnehmer wesentlich erhöht hat. Ein Beispiel: Wo früher in den Autofabriken Schweißerkolonnen die Fahrzeuge zusammen schweißten, tun dies heute automatische Fertigungsstraßen.
Man darf also nicht einfach bei der Rentendiskussion von der Frage ausgehen, wie viele Arbeitnehmer wie viele Rentner unterhalten müssen, sondern man muss die erhöhte Produktivität mit einbeziehen. Und da muss man darüber diskutieren, wie der Produktivitätsgewinn gerecht verteilt wird. Zur Zeit streichen ihn im wesentlichen die Unternehmer ein.

Paketzustelldienste – Sumpfblüten unseres Wirtschaftsprinzips (Merkelismus)

Die Post war einst ein Vorzeigeunternehmen Deutschlands: Sie besaß Postämter, die in Bauten residierten, die für das Ortsbild prägend sind. Und dort arbeiteten zuverlässige Beamte in sicheren Positionen. Alles vorbei: Die Postämter wurden verkauft und die
Postgeschäfte werden nun in den hintersten Winkeln von Geschäften abgewickelt. Aus den Beamten wurden schlecht bezahlte Arbeitskräfte gemacht. Und unser Wirtschaftsminister wollten uns weismachen, das sei zur Ankurbelung der Wirtschaft nötig:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/04/28/cdu-capitalistische-union-deutschlands/
Tatsächlich ging es der Regierung darum, den von der Nullzinspolitik gebeutelten Versicherungen und anderen Unternehmen Anlagemöglichkeiten zu schaffen. Dem Volk wurde das mit dem Mantra verkauft: Die freie Wirtschaft kann alles besser als der Staat und es würde alles billiger. Haben Sie etwas davon gemerkt? Das einzige, was ich gemerkt habe, ist, dass der Wirtschaftsminister keine Ahnung hat.

Nun fahren also bei mir 6 Paketzusteller herum, um Sendungen auszuliefern –
eine unsinnige zusätzliche Belastung von Verkehr und Umwelt.
Nicht nur das ist schlechter geworden, sondern auch die Zustellung. Gerade sollte ich ein Paket mit empfindlichen Pflanzen bekommen. Die wurden am 30.9. abgesandt. Da gibt es nun eine an sich tolle Einrichtung, nämlich die Paketverfolgung. Und siehe da: die zeigte mir an, dass meine Sendung am nächsten Tag zwischen 7.30 und 9.00 Uhr eintreffen sollte. Aber ich wartete vergeblich. Statt dessen erhielt ich dann eine E-Mail, die mich vertrösten sollte. Die Lieferung sollte demnach in den nächsten 1-3 Werktagen erfolgen. Wahrscheinlich hatte GLS nicht genügend Sendungen für unseren Ort beieinander, so dass sich die Fahrt hierher nicht lohnte.
Das Ganze soll uns als Fortschritt verkauft werden. Nein, das ist Merkelismus, der zum wohl verdienten Desaster der Union wurde.

 

Streiks bei der Bahn: das falsche Wirtschaftsprinzip

Gerade merkt es auch der Dümmste: Wir haben das falsche Wirtschaftsprinzip: Was waren das doch noch für herrliche Zeiten, als die Bahnbediensteten Beamte waren. Da gab es keine Streiks, weil die öffentlichen Verkehrsmittel zur Grundversorgung der Bevölkerung gehören.
Nun soll die Bahn privatisiert werden. Dass dies der falsche Weg ist, hat sich gerade in Großbritannien gezeigt, wo die Bahn wieder verstaatlicht wurde.
Auf welchem Irrweg sich die Bahn mit der Privatisierung befindet. lesen Sie hier:
https://www.businessinsider.de/gruenderszene/automotive-mobility/drehmoment-deutsche-bahn-privatisierung/

Die Rettung des Rentensystems: Beamte in die Sozialversicherung?

Das Rentensystem ist am Zusammenbrechen, und da tauchen wieder die alten „Patentrezepte“ auf. Besonders die Linken fordern wieder einmal die Einbeziehung der Beamten in die Sozialversicherung. Das klingt zwar populär, wenn man hinzu fügt, dass die Beamtenpensionen im Vergleich zu den Renten doppelt so hoch sind.

Also, liebe Linke: Die Beamtenpensionen sind deshalb höher als die Renten, weil die Beamten im Vergleich zu den Arbeitern im öffentlichen Dienst eine höher qualifizierte Tätigkeit ausüben, was natürlich auch zu höheren Altersbezügen führt.
Ihr Linken habt doch in Eurer Partei einen Mann, der einmal Finanzminister war und der demnach rechnen können müsste. Ich meine Oskar Lafontaine. Der müsste Euch doch sagen können, dass Bartschs Pläne nichts bringen. Natürlich könnte man die Beamten in die Sozialversicherung einbeziehen, aber dann müsste man ihnen entsprechend mehr Gehalt zahlen. Das, was der Staat dann mehr ausgeben müsste, wäre also indirekt eine Zahlung für eine allgemeine Bürgerversicherung. Das Ganze wäre also ein Nullsummenspiel, das uns da vorgeführt wird – mit anderen Worten: reiner Populismus!
Was die Beamten angeht, erleben wir ja immer wieder, dass von Privilegien gesprochen wird, die abgeschafft werden müssten. In Wirklichkeit sind es aber keine Privilegien, sondern es handelt sich um eine andere Art von Bezahlung. Mir persönlich wäre es ja auch lieber, wenn die Beamten nach dem Angestelltentarif bezahlt würden, damit endlich die ewige Neidhammelei aufhört. Wenn Leute glauben, dass es den Beamten zu gut geht, sollen sie doch selbst Beamte werden. Sie werden dann schnell merken, dass es „zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel ist“, wie ein Sprichwort zur Beamtenbesoldung sagt. Beispielsweise könnten einfache Beamte von ihrem Gehalt in München nicht leben, wenn sie keine Staatsdienerwohnung hätten.
Als ich vor Jahrzehnten in den Staatsdienst eintrat, sagten meine Freunde: „Bist du blöd – bei dem Gehalt!“ Heute allerdings wird der Staatsdienst geschätzt, weil er einen sicheren Arbeitsplatz bietet. Dennoch tut der Staat sich schwer, Leute für bestimmte Tätigkeiten zu gewinnen. Und viele Spezialisten laufen ihm davon – trotz Beihilfe und Pension.

Damit kann Scheuer nicht punkten

Scheuer will eine Paket-U-Bahn einrichten und damit den Verkehr entlasten. Das wird nicht funktionieren.
Die Paketzustellung ist ein Musterbeispiel für Fehlentwicklungen unserer von Lobbyisten beherrschten Politik: Ursprünglich war die Deutsche Post mit dieser Aufgabe betraut und sie erledigte das durch gut bezahlte Beamte. Dann kamen die Lobbyisten und überredeten die Politik, die Paketzustellung zu privatisieren. Sie brauchten ja wieder einmal eine einträgliche Investitionsquelle. Dem Volk wurde vorgekaukelt, die Privaten könnten das Zustellen besser und vor allem billiger erledigen. Jetzt kommen bei uns 6 Unternehmen, die die Pakete zustellen. Aber billiger ist die Versendung von Paketen nicht geworden. Das Ganze ist nur eine blödsinnige Umweltbelastung:
https://autorenseite.wordpress.com/2015/02/08/niedergang-deutschlands-beispiel-post-i-20069166/
Scheuers Paket-U-Bahn kann nicht klappen, weil sie zu arbeitsaufwändig ist: Man muss die Pakete ja erst einmal zur Bahn fahren und dann wieder an einer anderen Station abholen. Und dann muss man sowieso wieder in die Innenstadt fahren, um die Pakete zu verteilen, denn man wird das kaum zu Fuß erledigen. Bei der Briefpost sehen wir ja auch, dass die Sendungen mit LKWs unterwegs sind und nicht mit der Bahn.
Scheuers Pläne sind also eine Schnapsidee, die darüber hinweg täuschen soll, dass die Privatisierung der Post ein gewaltiger Fehler war, der neben der Umweltbelastung zur Folge hatte, dass eine solide Branche in den Billiglohnsektor abglitt.

SPD mit Forderungen aus der Mottenkiste:

„Schluss mit den Privilegien für Beamte: SPD will Beamte gesetzlich versichern.“ So lesen wir es gerade.
Da wird wieder die Neiddebatte geschürt: Die Beamten bekommen Beihilfe und sie müssen keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Sie erhalten Pensionen, ohne Rentenversicherungsbeiträge geleistet zu haben.
Das müsste doch sofort geändert werden, so fordern es neben der SPD auch die Grünen. Und sie meinen, wenn die Beamten in die Rentenkasse einzahlen müssten, dann könnten die Renten steigen, aber die Folge wäre: Man müsste den Beamten entsprechend mehr Gehalt zahlen. Das wäre also ein „Nullsummenspiel“. Dasselbe gilt für die Beihilfe. Hört also endlich auf mit dem Neid auf die Beamten!
Die Leute, die meinen, den Beamten ginge es zu gut, sehen nicht die Realität: Obwohl doch die Beamten angeblich so gut besoldet werden, hat der Staat immer häufiger Probleme, frei gewordene Beamtenstellen zu besetzen.
Als ich im Jahr 1964 in den Staatsdienst eintrat, sagten meine Freunde, die mit mir Examen gemacht hatten, ich sei ein Idiot – bei dem Gehalt: „zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel“. So war das damals.
Ich persönlich hätte es ja lieber, wenn die Beamten den Angestellten gleich gestellt würden. Dann würden endlich die Diskussionen über die „fette“ Beamtenbesoldung aufhören.

Siehe auch diesen Beitrag: https://autorenseite.wordpress.com/2017/01/12/bertelsmanns-milchmaedchenrechnung-zur-beamtenbeihilfe/

Rente: Hektik bei der SPD – Unsinn von den Grünen

                                    Die Rentenmathematik der Parteien

 Landtagswahlen stehen bevor und da stürzen sich die Parteien auf ein Thema, das die Bürger mit am meisten beunruhigt: die Renten. Scholz meint, er könne damit punkten, dass er die Rentenhöhe bis 2040 festschreiben lässt. Sein Vorschlag ist aber reiner Populismus, also genau das, was der AfD immer vorgeworfen wird. Wenn er schon einen solchen Vorschlag macht, dann sollte er auch sagen, wie er zu finanzieren ist. Das hat er wohlweislich unterlassen, weil er sich damit einen Haufen Ärger eingehandelt hätte. Daher glauben auch viele – schon so oft betrogene – Wähler nicht, dass ihre Rente tatsächlich mit der SPD bis 2040 gesichert ist.
Der Populismus von Scholz‘ Vorschlag wird besonders dadurch deutlich, dass gerade eine Rentenkommission an der Arbeit ist. Da wäre es doch notwendig, dass man erst einmal anhört, was diese Kommission zu dem Thema zu sagen hat.

Die Grünen haben einen Vorschlag gemacht, der ebenso als Populismus abgetan werden muss: Nach ihrem Plan sollen auch die Beamten in die Rentenkasse einzahlen. Wahrscheinlich haben die Grünen nicht gelesen, was ich zu diesem Thema geschrieben habe:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/11/15/die-fetten-beamtengehaelter/
Wenn die Beamten in die Rentenkasse einzahlen sollen, müsste man die Gehälter entsprechend erhöhen, um genügend Arbeitskräfte einstellen zu können. Es ist also ein Nullsummenspiel, das die Grünen planen und das nur auf den Neid vieler unbedarfter Bürger auf die Beamtenschaft baut. Ich selbst war ja einmal im Staatsdienst tätig und war eigentlich immer dafür, die Beamten wie Angestellte zu besolden, damit der Neid endlich aufhört.
Jetzt ist es ja so, dass die Beamten zwar anders bezahlt werden als andere Arbeitnehmer, aber der Staat gibt auf keinen Fall mehr aus als für Angestellte in vergleichbaren Positionen. Wie der Staat knausert, haben wir gerade in den Sommerferien gesehen: Da wurden ganze Massen von Lehrern entlassen, um am Ende der Ferien neu angestellt zu werden.
Polizisten verdienen so wenig, dass der Staat ihnen in Großstädten Staatsdienerwohnungen zur Verfügung stellen muss, damit sie überhaupt leben können. Wie sollen die dann noch in die Rentenkasse einzahlen, wenn sie nicht entsprechend mehr Gehalt bekommen?

ZDF (Welke) ist doof


Wenn einem Kabarettisten nichts mehr einfällt, erinnert er sich des Spruchs „Täglich eine Sau durchs Dorf treiben.“ Das Thema Dobrindt ist ausgelutscht. Was nun? Da hat sich Oliver Welke einfallen lassen, sich den Beamten vorzuknöpfen.
Und da kamen die üblichen Klischees: „Beamte sind doof“ und genießen einen Haufen Privilegien wie zu hohe Gehälter, fette Pensionen, Beihilfe und nun sogar in einem Land kostenlose Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Was die Doofheit angeht, fällt dieses Attribut auf die Sendung zurück.
Damit Oliver Welke versteht wieso, möchte ich es ihm mit einem Beispiel erklären: Die Gastronomie sucht händeringend Personal. Sie bietet daher teilweise neben dem Lohn kostenlose Unterkunft und Verpflegung an. Wird deshalb irgendjemand auf die Idee kommen, so etwas als Privilegien zu bezeichnen. Wohl kaum! Und ein Schreiner (für Welke: Tischler) wird kaum auf die Idee kommen, einen Koch zu beneiden.
Anders ist es bei Beamten: Sie werden anders besoldet als das übrige Personal im öffentlichen Dienst. Zu Neid besteht aber deshalb kein Anlass, denn jeder kann ja Beamter werden. Nur hat der Staat trotz aller angeblichen Privilegien der Beamten immer größere Probleme, solche Stellen zu besetzen.
So muss der Staat immer mehr auf die teils karge Besoldung draufschlagen, um geeignete Kräfte zu gewinnen. Als ich vor über 50 Jahren in den Staatsdienst eintrat, wurde mir ein billiges Grundstück angeboten, ein günstiger Baukredit und ein VW zum Vorzugspreis. Dennoch waren die mit mir befreundeten Kommilitonen der Überzeugung, ich sei dumm, wenn ich zum Staat ginge bei der Besoldung. Sie entschieden sich alle anders. (Der Vollständigkeit halber möchte ich doch mitteilen, dass ich mir damals beim meinem Gehalt weder ein Grundstück noch einen VW leisten konnte.)
Heute muss der Staat beispielsweise in Großstädten Polizeibeamten günstige Staatsdienerwohnungen anbieten, damit die Leute von ihrem Gehalt überhaupt dort leben können. Trotzdem hat man Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Deshalb schieben Polizeibeamte Millionen Überstunden vor sich her und warten vergebens darauf, sie „abfeiern“ zu können.
Das Schäbige an Welkes ZDF-Show ist, dass sie gerade in dieser Zeit, in der Polizeibeamte für geringe Besoldung „ihre Haut zu Markte tragen“, über angebliche Privilegien von Beamten herfällt und damit bei geistig Minderbemittelten Neidgefühle auslöst.
In einem Punkt hatte Oliver Welke allerdings Recht: Die finanzielle Belastung des Staates aus den
künftigen Beamtenpensionen ist erschreckend hoch. Dafür können aber die Beamten nichts, sondern der Staat ist schuld, weil er keine Rücklagen gebildet hat. Der Staat hat sich wie ein Mensch verhalten, der sich fürs Alter nichts erspart hat. Ich war ja als Staatsdiener der Überzeugung, dass der Staat für seine Beamten das zur Seite legt, was er für die Angestellten in deren Versicherung einzahlen muss. Leider habe ich mich getäuscht und sogar lesen müssen, dass der Staat zeitweise lieber Beamte als Angestellte eingestellt hat, weil dies billiger war, denn für die Beamten waren keine Versicherungsbeiträge fällig.
Herr Welke: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen:
Sie vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen haben es gerade nötig, sich über Privilegien anderer aufzuregen. Sie sollten längst abgeschaltet worden sein:
https://autorenseite.wordpress.com/2013/06/15/oeffentlich-rechtliche-sender-abschalten-16128132/