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Alarm in Bergen! Der Wolf geht um


In unserem friedlichen Dorf herrscht auf einmal Alarm: Ein Wolf hat 6 Lämmer gerissen, und zwar nur 250 m vom Bauernhof entfernt:
https://www.traunsteiner-tagblatt.de/region/landkreis-traunstein/bergen_artikel,-abgeordneter-klaus-steiner-fordert-aenderung-auf-euebene-wir-muessen-den-schutzstatus-des-wolfs-aendern-_arid,662717.html
Ich kann überhaupt nicht verstehen, welch verquere Art von Naturverständnis und Tierliebe jene Leute haben, die den Wolf unter Artenschutz gestellt haben. Ihnen sind die Wölfe wichtiger als die grausam getöteten Lämmer. Diese „Naturfreunde“ meinen ja, man müsse halt die Weiden einzäunen. Aber wie soll das bei der Almwirtschaft (im Hochgebirge) geschehen? Auch die Bewachung der Herde durch einen Hund wird vorgeschlagen, doch so ein Hund kann auch sehr bissig werden, wenn ein Mensch sich der Herde nähert.
Weil diese Diskussion längst gelaufen ist und die Wolfsfreunde sich dabei durchgesetzt haben, müssen wir halt warten, bis das erste Kleinkind vom Wolf getötet wird. Nehmen wir mal an, der Wolf hätte nicht die Lämmer vorgefunden, sondern ein vor dem Bauernhof spielendes Kind: Was wäre dann wohl passiert?
Müssen nun die Bauern vorsichtshalber ihre Kinder weg sperren?

Zitat zum Tag

Auf unserer gestrigen Wanderung (s.u.) kamen wir an einem Bauernhof vorbei, bei dem uns dieses Schild neugierig machte:
Eine Kuh mit Hörnern schaute zum Stallfenster heraus und musterte uns neugierig. Andere Tiere waren durch die offene Stalltür ins Freie gegangen. Dann kam der Bauer mit seinem Traktor angefahren und ich fragte ihn, wie das mit den Hörnern sei:
„Stimmt es, dass die Milch von Kühen mit Hörnern für Allergiker geeignet ist?“
„Stimmt es, dass die Hörner für die Verdauung notwendig sind?“
„Und ist er überhaupt gegen Unfälle mit gehörnten Kühen versichert?“
So hatten wir viel Gesprächsstoff und auf die letzte Frage antwortete er:
„Warum sollen mir die Kühe was tun?“
Und tatsächlich bemerkte ich im Stall etwas, was ich nur aus meiner Kindheit kannte: Auf diesem Hof herrschte eine fühlbare Harmonie zwischen Mensch und Tier. Leider sieht es heute so aus in den Ställen, deren Tiere nie auf die Weide kommen:

https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/
Mir fiel einer meiner Aphorismen ein:


Wie arrogant die Christen sind, sieht man daran, dass sie glauben, die Tiere hätten keine Seele. Wer je einem Tier in die Augen gesehen hat, weiß es besser.

Als wir dann weiter gingen, kamen wir an diesem Fenster des Hofs vorbei, wo die Kinder gewirkt hatten:

Sie hatten sich im Lockdown nicht gelangweilt, sondern eifrig an der Verbesserung der Welt gearbeitet. Was für andere Menschen wachsen auf einem solchen Hof heran.

Witz zum Tag

Lach mit!

Ein alter Senner kommt erstmals in die Stadt. Bei einem Fahrstuhl sieht er, wie eine Alte Frau einsteigt und sich dann die Tür schließt. Nach einiger Zeit öffnet sich die Tür wieder und eine hübsche Blondine steigt aus. Da staunt er und sagt sich:
„Da muss ich meine Frau auch mal rein tun.“

Witz zum Tag

Lach mit!

Ein Tourist hat sich verirrt. Er kommt in die Nacht hinein und weiß nicht mehr weiter. Er klopft bei einem Bergbauernhof an. Nichts rührt sich.
Dann hämmert er den Fäusten an die Tür und die Bäuerin erscheint im Nachthemd. Sie schimpft:
„Was rumpeln sie hier herum? Mei Mo schlaft und mir ham grad an Kind kriegt.“

Der Mensch is a Sau!

Gasthof am Hochberg

Unter dem Titel „Der Mensch is a Sau!“ habe ich schon einige Beiträge geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/05/29/der-mensch-is-a-sau-8/
Bisher habe ich ja immer geglaubt, die Bayern und die Bergsteiger wären die besseren Menschen: Ich bin ja viel in den Bergen unterwegs und freue mich immer, dass sie so sauber sind. Nur ganz selten sieht man mal vielleicht ein weg geworfenes Bobonpapier. Auch an den Seen sieht es erfreulich aus. Obwohl am Chiemsee ja immer viele Menschen beim Baden sind, sieht man am Strand so gut wie keine Hinterlassenschaften.
Aber jetzt auf einmal bin ich erschrocken, dass es am Hochberg bei Traunstein ein Müllproblem gibt:
https://www.suedost-news.de/region-und-lokal/regionales-traunstein/traunstein_artikel,-sehr-viel-muell-bleibt-auf-den-wiesen-liegen-_arid,572102.html
Hier ist offenbar das moderne Leben angekommen: Man versammelt sich plötzlich zu „Events“. So ein herrlicher Sonnenuntergang, den man einfach auf einem Berg genießen kann, hat schon seine Anziehungskraft, wenn man mit dem Auto hinauf fahren kann. Und mit dem Event-Denken geht ein Service-Denken einher: Für das Saubermachen sind andere zuständig.
Übrigens bin ich auch entsetzt über einen Beitrag in der Sendung „Quer“ im BR: Da wurde gezeigt, dass Bauern die benutzten Plastikfolien einfach untergepflügt haben. Die Folien sollen ja im günstigsten Fall biologisch abbaubar sein, aber  dann bleiben halt doch winzige Teile im Boden und beeinträchtigen das Leben im Untergrund sowie die Fruchtbarkeit. Der Folienverbrauch der Landwirtschaft nimmt ja immer mehr zu: im Spargelanbau und bei der Heuernte:

Kein schöner Anblick: ein Dorf mit Heuballen und Kirche. Ja, Bayern geht halt immer mehr kaputt.

Was stimmt denn nicht an unserem Wirtschaftssystem?

Bei den Fleischfabriken ist zu Tage getreten, dass unser Wirtschaftssystem nicht richtig funktioniert. Wir sehen unhaltbare Zustände bei der Unterbringung der Arbeitskräfte. Dort sind Hotspots der Corona-Pandemie entstanden:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/05/14/fleischindustrie-ich-bin-entsetzt/
Ebenso unhaltbar ist die Preispolitik der Fleischfabriken, die den Bauern oft  Preise unter den Herstellungskosten diktiert. Deshalb wollen die Grünen anscheinend eine Art Planwirtschaft einführen und den Fleischpreis erhöhen.
Zunächst einmal müsste man natürlich die Unterbringung der Arbeitskräfte strenger kontrollieren und gegebenenfalls anders regeln.
Aber niemand fragt, wie es sein kann, dass die Fleischfabriken wie auch die Molkereien so niedrige Preise durchsetzen können. Man stelle sich vor, die Autofabriken bekämen für ihre Fahrzeuge auch nur den Herstellungspreis oder sogar weniger. Das würde niemals passieren. Warum ist es bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen anders? Müsste die Politik nicht da ansetzen?
Ist die Fleischindustrie vielleicht eine kartellartige Marktmacht, denen die Bauern nichts Vergleichbares entgegen setzen können?
Der Mensch braucht etwas zu essen und ist bereit, dafür einen angemessenen Preis zu zahlen. Bei allem, was er sonst kauft, zahlt er normalerweise Preise, die über den Herstellungskosten liegen. Warum funktioniert dieses System der sozialen Marktwirtschaft bei Fleisch und Milch nicht? Darauf müsste die Politik eine Antwort haben, die zur Lösung des Problems führen muss.

Wie die moderne Landwirtschaft meinen Garten zerstört

Früher machte mir mein Garten viel Freude, aber jetzt, wo ich alt bin, erfordert er durch die moderne Landwirtschaft immer mehr Arbeit:
Früher nutzten die Bauern selbst die kleinsten Flächen aus, um dort ihre Tiere zu weiden. Nun stehen die Kühe im Stall und die Wiesen werden etliche Male im Jahr mit dem Traktor gemäht. An den kleinen Flächen, wie an den Bahndämmen, hat man kein Interesse mehr. Das ist zu arbeitsintensiv. Und so werden diese Flächen von allen möglichen Pflanzen überwuchert: Brombeeren, Wildrosen,…
Und all das Zeug habe ich nun in meinem Garten. Die Vögel fressen die Früchte dieser Pflanzen und sitzen dann auf meinen Sträuchern, um dort ihren Kot abzulassen. Darin befindet sich der Samen für all das Zeug, das nicht in meinen Garten gehört. Das Blöde daran ist, dass diese Wildpflanzen eine unheimliche Wuchskraft haben, so dass ich sie alle Vierteljahre wegschneiden muss. Heraus reißen kann ich sie nicht, da sie sich direkt im Wurzelwerk der Sträucher zu sehr festgesetzt haben. So krieche ich also als alter Mann 4 Mal im Jahr durch mein 2000 qm großes Grundstück, um Ordnung zu schaffen.
Nun plötzlich kommt neues Ungemach: Eine aggressive Grasart breitet sich überall aus und verdrängt den alten Rasen. Das üble an diesem neuen „Grün“ ist, dass es welkt. Der Rasen ist also im Herbst und Winter nicht mehr grün, sondern hässlich gelb (s. Bild). Ich frage mich, ob es sich dabei um eine Grasart handelt, die neuerdings von den Bauern ausgesät wird, um größere Erträge zu erzielen. Bisher hat es sie ja nicht gegeben.

Das große Bauernopfern


Oben: Lauter Wiesen und keine Kühe! So etwas wie auf dem Bild unten ist ganz selten geworden:

Es ist ja interessant zu erleben, wie verschiedene Berufsstände sich in ihrem Ansehen und ihren Einkommensverhältnissen verändern: Es gab eine Zeit, in der die Schauspieler ein so schlechtes Image hatten, dass es sich für einen Offizier verbot, eine Frau aus diesen Kreisen zu heiraten. Heute sind
viele Schauspieler Spitzenverdiener und weltbekannte Promis.
Umgekehrt ist es den Bauern ergangen: Im Krieg und in der Nachkriegszeit hungerten die Menschen und da gab manche Frau den gesamten Schmuck der Familie dafür her, um
bei einem Bauern auf dem schwarzen Markt eine Weihnachtsgans zu erstehen und um sich jedenfalls bei diesem Fest einmal richtig satt essen zu können.
Inzwischen sind die Preise für Nahrungsmittel immer weiter gesunken. Nie haben die Menschen so wenig ihre Nahrung ausgeben müssen wie jetzt.
Man hat versucht gegen zu steuern, indem man bessere Nahrungsmittel teurer machte. Aber besonders geklappt hat das nicht. Zum einen wird da häufig betrogen, zum anderen gibt es so viele Labels, dass der Verbraucher kaum noch durch blickt:
Wer kennt schon den Unterschied zwischen Freilandhaltung von Hühnern und Bodenhaltung? Und wenn er dann feststellt, dass die Bodenhaltung anders ist, als ihm suggeriert wird, nämlich dass 9 Hennen pro qm gehalten werden dürfen, dann pfeift er auf solche Angaben und kauft immer das Billigste.
Warum ist die Situation der Bauern so schwierig
geworden?
Die Bauern sind ein Opfer der Autoindustrie. Klingt paradox, ist aber so: Wir wollen unsere Autos exportieren können und setzen deshalb freie Märkte ohne Zölle durch. Das geht freilich nur, wenn auch wir unsere Märkte öffnen, und darunter leiden unsere Bauern. In anderen Ländern können Nahrungsmittel unter ganz anderen Bedingungen viel billiger hergestellt werden: die klimatischen Bedingungen sind im Ausland oft günstiger, die Arbeitskräfte billiger und die Gesetze lockerer. Deshalb sind bei unseren Bauern enorme Anstrengungen und große Investitionen erforderlich, um da mithalten zu können..
Und nun stößt die Art und Weise, wie unsere Lebensmittel produziert werden, an ihre Grenzen:
> Die Insekten sterben, weil es keine blumigen Wiesen mehr gibt, sondern überdüngtes Gras, das etliche Male gemäht wird und den armen Kühen im Stall vorgeworfen wird.
> Die althergebrachte Form der Bewirtschaftung des Bodens bringt zu wenig und so setzt man Glyphosat zur Unkrautbekämpfung ein, was jedoch den Nachteil hat, dass es das Grundwasser belastet.
> Auch die Nitratbelastung des Grundwassers und der Flüsse und Seen hat so zugenommen, dass die Seen wegen des Pflanzenbewuchses gemäht werden müssen. Am Chiemsee sind zwei Seekühe (Mähmaschinen) im Einsatz. Unserem Land drohen wegen der Nitratbelastung Milliardenstrafen von der EU.
Wenn die Bauern nun protestieren, so ist das verständlich, aber deswegen kann man ihnen nicht gestatten, so weiter zu machen wie bisher. Man könnte sie unterstützen, damit sie biologischer arbeiten, aber das kostet wohl zu viel, denn die Autoindustrie schwächelt und setzt mit ihrer starken Lobby Milliarden-Subventionen durch und das Ende des Kohleabbaus kostet auch viele Arbeitsplätze und also viel Geld. Wir stoßen also an unsere Grenzen und da denke ich an die Zeit zurück, als ich jung war: Damals war alles besser.
Bei der Art, wie wir leben, muss ich immer an das Märchen vom Fischer und seiner Frau denken, die immer mehr und mehr wollten und am Ende wieder in ihrem „Pisspott“ landeten.
Lesen Sie bitte auch: https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/

Die Kuh

Ich stehe gern am Weidezaun,
Um dort den Kühen zuzuschauen,
Wie sie sich anscheinend freuen,
Wenn sie ihr Fressen wiederkäuen.
Doch tun mir in der letzten Zeit
Die armen Tiere wirklich leid:
Es fehlt ihnen der Kopfschmuck vorn,
Die Kuh von heute hat kein Horn.
Und ganz scheußlich kommt mir vor:
Die gelbe Marke je am Ohr.
Das Bild von diesen armen Tieren
Kann einen nicht mehr amüsieren.
Zu traurig schauen die Viecher aus:
Für jeden Tierfreund ist’s ein Graus.
Heut’ ist die Kuh, so könnt’ man meinen,
Nichts als ein Euter auf vier Beinen.

 

Vom Wert des Studiums

Ein bekannter Professor der rechtswissenschaftlichen Fakultät pflegte immer zu Beginn seiner Vorlesungsreihe zu erzählen, dass er aus einem alten Kaufmannsgeschlecht stamme. Sein Vater habe zu ihm gesagt: „Dein Bruder ist der gescheitere, der übernimmt das Geschäft; und du: du musst studieren.“
Nun ist es sicher so, dass ein Studium dem jungen Akademiker ein gewisses Maß an Kenntnissen verschafft, mit dem sich etwas anfangen lassen müsste. Aber schauen wir uns einmal um, wie es oft aussieht bei den Akademikern:
Lassen wir das Theologiestudium vorsichtshalber einmal beiseite, das in den Augen der Atheisten ohnehin „für die Katz“ ist.
Schauen wir uns stattdessen die Landwirtschaft an. Wirtschaften die Akademiker wirklich besser? Mir fallen in diesem Zusammenhang Leute wie der österreichische Bauer Sepp Holzer ein, der Kiwis auf der Alm wachsen lässt. Über dessen Betrieb sagte ein Professor, der mit seinen Studenten hinauf gewandert ist: „Da stecken mindestens 10 Doktorarbeiten drin!“ Mit anderen Worten: ein gescheiter Bauer kann es unter Umständen mit 10 Doktoren der Agrarwissenschaften aufnehmen.
Mit Kaufleuten dürfte es ähnlich sein. Es gibt viele ausgezeichnete Kaufleute, die weder Volks- noch Betriebswirtschaft studiert haben.
Und auch viele Musiker oder Maler sind ohne Studium erfolgreich.
Googeln Sie mal unter „Studienabbrecher“: Da finden Sie viele bedeutende Leute wie Bill Gates.
Werfen wir noch einen Blick auf die Psychologen: Man müsste doch meinen, dass diese Lebensberater besser oder richtiger zu leben verstehen wie der Normalbürger. Aber die Scheidungsrate sieht bei ihnen auch nicht besser aus. Und für ihre Kinder gilt vielleicht das Sprichwort entsprechend:
„Lehrers Kinder, Müllers Küh‘ geraten selten oder nie.“
Wohlgemerkt: Natürlich verdanken wir der Wissenschaft großartige Leistungen. Ohne sie wäre beispielsweise der Mondflug nicht möglich gewesen. Aber nicht auf allen Gebieten der Wissenschaft erhält ein Akademiker das Rüstzeug, mit dem er kluge, aber weniger Ausgebildete überflügeln könnte. Schließlich spielt da auch oft der viel zu wenig bekannte Dummheitsquotient eine Rolle.