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Was die CDU von den Hunden lernen könnte

Wenn ein Hund verletzt ist, leckt er sich die Wunden. Und nach der Wahlniederlage wäre auch bei der CDU ein Wundenlecken angesagt. Da hätte ein außerordentlicher Parteitag einberufen werden sollen, in dem die Parteibasis zu Wort hätte kommen sollen. Die hätte sicherlich etliche Ideen dazu beitragen können, wie man sich neu aufstellt und sich vom Merkelismus abwendet. Und vielleicht hätte sogar eine Doppelspitze der Parteiführung eine Mehrheit bekommen. Aber so etwas hätte Unruhe erzeugt. Ein Schlagabtausch auf offener Bühne wird in der Partei, für die Ruhe und Geschlossenheit oberstes Gebot sind, eine glatte Katastrophe (sprich: Demokratie). Und so wirft man der Basis einen Brocken vor, der sie zufrieden stellen soll: Sie darf ihren Vorsitzenden selbst wählen. Das könnte allerdings womöglich wenig demokratisch ablaufen:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/11/02/die-union-so-schwach-und-undemokratisch/
Die CDU scheut die notwendige echte Kehrtwendung wie der Teufel das Weihwasser. Und so wird es mit einem der alten Herren an der Spitze so weiter gehen wie bisher. Was wir da jetzt schon zu hören bekommen, sind Phrasen wie die, dass die Partei nun eine neue Mitte sein wolle.
Arme CDU! Es steht schlecht um eine der letzten Männerbastionen:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/11/03/heute-ist-weltmaennertag-ein-ganz-trauriger-tag/

SPD „verwürselen“


Das Lachen wird ihm schon noch vergehen!


Das, was zur Zeit in der SPD vorgeht, hat es wohl noch nie in dieser Partei gegeben. Dafür müsste man direkt ein neues Wort erfinden: „Verwürselen“ – das neue Unwort des Jahres 2018.
Ein Mann aus Würselen ist nämlich gerade dabei, eine ohnehin schon schwer gezeichnete alte Volkspartei kaputt zu machen. Ich war erschrocken, als ich in den Nachrichten sah, was die Bürger im Ruhrpott über die SPD und insbesondere über Schulz sagten: Er sei ein Lügner; er habe sein Wort gebrochen; man könne den Politikern überhaupt nicht mehr trauen, und ähnliche vernichtende Urteile waren zu hören.
Man kann ja noch verstehen, dass Schulz nach einem Appell des Bundespräsidenten anderen Sinnes geworden ist und sich bereit erklärt hat, entgegen seinem Wort doch bei einer Regierungsbildung mitzuwirken. Aber dass er dann entgegen seinem weiteren Wort nun doch ein Amt in der Regierung übernehmen will, ist dem Volk schwer zu vermitteln. Geradezu übel ist es jedoch, wie er sich Platz in der zu bildenden Regierung verschaffen will. Er will den beliebten Gabriel aus dem Amt drängen. Der wehrt sich nun in einem Presseinterview, was menschlich verständlich ist. Solche Querelen schaden aber dem Ansehen der Partei. Wenn Oppermann dazu meint, jeder müsse sich damit abfinden, dass sein Amt nur auf Zeit vergeben worden sei, liegt er völlig schief. Es ist nicht gut, wenn jemand, der sich gerade in sein Amt eingearbeitet hat, davon gejagt wird. Beständigkeit ist ein wichtiger Faktor in der Politik. So einen Grundsatz kann man nicht einfach über Bord werfen nur, weil ein anderer machtgierig zugreifen will.
Das nimmt man besonders bei der Parteibasis übel, denn bei ihr spielt auch das Menschliche eine große Rolle. Schließlich sind ja alle „Genossen“ und duzen sich.
Für das Demokratieverständnis von Schulz ist bezeichnend, dass er sich erst zum Parteivorsitzenden hat wählen lassen, um dann alsbald dieses Amt Frau Nahles zu überlassen. Bei solchen Manipulationen dürfte gerade die SPD-Basis besonders empfindlich reagieren, denn sie versteht unter Demokratie, dass sie mehr Mitspracherecht hat: nicht nur beim Koalitionsvertrag, sondern auch bei der Besetzung des wichtigsten Postens in der Partei.
Betrachtet man all dies zusammen, so dürfte die Parteibasis enttäuscht oder besser gesagt wütend sein. So ist es sehr gut möglich, dass die Basis den Koalitionsvertrag ablehnt. Das hätte die Partei Schulz zu verdanken, der sich wie ein Elefant im Porzellanladen über über demokratische Regeln, über genossenschaftliche Verbundenheit und über die Empfindlichkeiten der einfachen Parteimitglieder hinweg gesetzt hat.
Er will nun mit Frau Nahles durch Deutschland reisen, um für den Koalitionsvertrag zu werben. Das könnte ein Spießrutenlauf werden, wenn er von den Genossen ausgepfiffen wird.

Mein Senf dazu


Das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen wird so ähnlich sein, als wenn jemand in einer Konditorei eine Schoko-Sahne-Torte bestellt, aber stattdessen einen trockenen Schokoladenkuchen bekommt. Und als er dann reklamiert und sagt, er habe Schoko-Sahne bestellt, bekommt er einen kleinen Sahne-Klecks auf seinen Schokoladenkuchen.
Mit anderen Worten: Die GroKo wurde abgewählt. Jetzt behalten wir sie trotzdem, allerdings mit einem kleinen Sahne-Klecks zur Beruhigung der Gemüter.
Ob die Parteibasis der SPD das hinnimmt?