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Streiks bei der Bahn: das falsche Wirtschaftsprinzip

Gerade merkt es auch der Dümmste: Wir haben das falsche Wirtschaftsprinzip: Was waren das doch noch für herrliche Zeiten, als die Bahnbediensteten Beamte waren. Da gab es keine Streiks, weil die öffentlichen Verkehrsmittel zur Grundversorgung der Bevölkerung gehören.
Nun soll die Bahn privatisiert werden. Dass dies der falsche Weg ist, hat sich gerade in Großbritannien gezeigt, wo die Bahn wieder verstaatlicht wurde.
Auf welchem Irrweg sich die Bahn mit der Privatisierung befindet. lesen Sie hier:
https://www.businessinsider.de/gruenderszene/automotive-mobility/drehmoment-deutsche-bahn-privatisierung/

Bahnstreik und die Verarmung der Deutschen

Auch wenn es die Masse dank der ständigen Vernebelung mit der Mär vom Aufschwung noch nicht gemerkt hat: Es geht abwärts im Zeitalter des Merkelismus:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/08/07/wollt-ihr-das-so-deutschland-stuerzt-ab/
Der Streik der Lokführer beweist es auch wieder:
Wir haben zur Zeit eine Inflation (also Geldentwertung!) von knapp 4%. Bisher war es bei Streiks immer so, dass die Gewerkschaften etwas mehr gefordert haben als den Inflationsausgleich. Aber nun sieht es so aus:
Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen von nur rund 3,2 Prozent und eine Corona-Prämie fürs laufende Jahr. Die Bahn hingegen will eine Nullrunde für 2020 und 1,5 Prozent mehr Gehalt ab 2022, weitere 1,7 Prozent ab 2023 und Leistungen für die Altersvorsorge.

Wir werden also immer ärmer, ganz gleich, was bei dem Streik heraus kommt, denn die Corona-Gewinner sind „die da oben“.

Das darf es nicht geben: Tod durch offene Bahnschranke

Gerade hat es einen tödlichen Unfall in Frankfurt gegeben, weil eine Bahnschranke nicht geschlossen war. Da fragt man sich: Das kann doch nicht wahr sein! Kann es so etwas geben in unserer Zeit?
Die Schranke hätte von einer Bahnwärterin geschlossen werden müssen. Aber gab es denn keine Sicherungen für den Fall, dass die Frau ausfällt, z.B. wegen eines Herzinfarkts? Und musste es das Todesurteil für Verkehrsteilnehmer bedeuten, wenn die Frau einen Zug vergessen hat?
Die Sicherungen für einen solchen Fall wären doch mit primitivsten Mitteln herzustellen:
Es müsste eine induktive Bremsung eingerichtet werden, die vom Schrankenwärter bei Betätigung der Schranke erst ausgeschaltet werden müsste. Oder die offene Schranke müsste beim Stellwerk angezeigt werden, von wo aus man den Lokführer verständigen könnte. Oder ganz schlicht: Ein Draht zu einer 100 m entfernten roten Lampe, die vom Bahnwärter ausgeschaltet werden müsste.
Alles wäre doch so einfach! Warum existiert so etwas offenbar nicht?

Meine neueste geniale Erfindung


Ich habe ja schon gelegentlich Erfindungen gemacht, denen allerdings kein sonderlicher Erfolg beschieden war, z.B.: die Rechtsträgerhose. Dabei
wäre sie so wichtig, wie der folgende Witz zeigt. Das Wort Witz hängt ja mit Weisheit zusammen. Daher sollten Männer die darin enthaltene Weisheit beherzigen:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/09/15/witz-zum-tag-1264/
Doch nun zu meiner neuen Erfindung. Sie kam mir, als ich gestern im Zug nach Salzburg fuhr. Da standen etliche Fahrgäste vor einem Klo. Auf einmal schrie eine Frau: „Lasst mich vor, sonst mach ich in die Hose!“
Auf der Rückfahrt war es ähnlich: Ich wunderte mich über eine Frau, die dauernd an mir vorbei hin und her ging. Dann merkte ich, dass sie schaute, ob vorn oder hinten ein Klo frei wird. Und als ich die Klos im Auge behielt,
gewann ich den Eindruck, dass die Klos teilweise überhaupt geschlossen waren oder von Schwarzfahrern okkupiert worden waren, denn es ist kaum anzunehmen, dass jemand eine solche Verstopfung hat, die von Salzburg bis Bergen dauert, also etwa eine halbe Stunde.

Das Problem Klo ist ja aus verschiedenen Gründen akut geworden: Mein Heimatbahnhof Bergen ist verkauft worden. Dort gibt es kein Klo mehr, sondern höchstens ein Gebüsch. In den Bahnhöfen war der Klobesuch früher kostenlos, aber das ist vorbei. Deshalb warten viele sparsame Menschen auf das Klo im Zug und das ist dem Ansturm oft nicht gewachsen, denn heute hat nicht mehr wie früher jeder Waggon ein WC.
Kurzum: Hier ist Hilfe angesagt! Und die biete ich hier an: Im Zeitalter des Computers sollte die Bahn auf der Höhe der Zeit sein. Was der Reisende braucht, wäre eine App, die ihm anzeigt, wo im Zug das nächste Klo frei ist. Also: an die Arbeit, liebe Bundesbahnleute! Und was wir nicht auf dieser App lesen wollen, ist der Satz: „Leider sind zur Zeit alle WCs im Zug besetzt!“

Wie funktioniert das System Deutschland?

Unsere Vorväter haben uns ein blühendes Land hinterlassen:
Sie gründeten Bahn und Post und erwarben die dafür notwendigen ungeheuren Mengen an Grundstücken. Heute wird alles verkauft, sprich privatisiert.
Sie bauten Rathäuser, die in etlichen Städten von den Nachfolgern verkauft und dann geleast wurden, weil man so auf kurze Sicht den Stadthaushalt ins Lot bringen konnte.
Ähnlich verfuhren große Kaufhausketten: Sie verkauften die von den Gründern errichteten Geschäftshäuser und mieteten sie: Lauter Luftnummern, die den Konzernchefs gute Umsatzzahlen und damit hohe Boni brachten.
Manche kommunale Versorgungsunternehmen wie Strom- und Wasserwerke, die unsere Vorfahren mit viel Mühe aufgebaut haben, wurden verkauft oder privatisiert, und manches Stadtoberhaupt fungierte nach der Privatisierung als Chef des neuen Privatunternehmens und bezog ein Vielfaches seines früheren Gehalts.
Unmassen von Sozialwohnungen wurden verkauft und die alten Bewohner wurden durch Luxussanierungen vertrieben.
Die öffentliche Hand verscherbelt ihr ganzes Tafelsilber: Grundstücke der Bundeswehr, die Post, einen Teil der Bahn, Krankenhäuser, Unternehmen wie die Bayrische Versicherungskammer usw.
Kurzum: Deutschland wird ausgelaugt und das Vermögen, das einst das Volk oder ein Unternehmen gebildet hat, wandert vorwiegend in die Taschen von Managern und Politikern. (Vgl. „Die Blutsauger – eine Schmutzschicht überzieht Deutschland„). Beide Sparten arbeiten gut zusammen, und das funktioniert aus zwei Gründen besonders gut:
1. weil Deutschland sich permanent weigert, die Richtlinie der EU über Korruption präzise umzusetzen. Der Filz ist eben in unserem System schon zu unausrottbar verankert. Da nimmt man es mit dem EU-Recht nicht so genau.
2. weil wir keine Demokratie haben, sondern unsere Staatsform als Plutokratie des Lobbyismus bezeichnet werden muss.
Der Staat ist inzwischen arm geworden, hat keine Ersparnisse (wie seinerzeit den „Juliusturm“) mehr, aber stattdessen unbezahlbare Schulden. Es gilt bei uns schon als Erfolg, wenn wir keine neuen Schulden machen. Den Herausforderungen der Zukunft sind wir nicht gewachsen. Zwar starren die Politiker immer auf das Wirtschaftswachstum, aber das, was wir als Wachstum bezeichnen, ist nur eine Illusion: Nehmen wir 2 Beispiele:
Worauf beruht denn das Wachstum? Die Deutschen sind nicht nur ein Volk, das immer älter wird, sondern – was schlimmer ist:– fetter und kränker wird. Die Gesundheits-(besser: Krankheits-)Kosten explodieren. So etwas nennen wir Wirtschaftswachstum. In Wirklichkeit bringt uns das nicht voran, sondern das macht uns nur ärmer.
Oder wenn nun im Zuge der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die Energiepreise steigen, haben die Ölkonzerne höhere Umsätze. Das ist das „Wirtschaftswachstum“, das wir Bürger bezahlen und das uns ebenfalls nicht voran bringt, sondern nur den Managern und Konzernen nützt.
Auch das Geld, das wir im Zuge der Bankenkrise aufwenden mussten, wird sich schon irgendwie als Wirtschaftswachstum niederschlagen.
Und so wird es eines Tages ein jähes Erwachen aus all unseren illusionären Träumen geben.

Unser Leben ohne Moral

Denken wir einmal darüber nach, was uns unsere Vorväter einmal alles hinterlassen haben: Unermessliche Kulturschätze, ein Straßen- und Schienennetz, ein funktionierendes Bahn- und Postwesen, Garnisonen… Man kann es gar nicht aufzählen, was man früher an Werten geschaffen hat. Die Leute haben geschuftet nach dem Motto: „Unsere Kinder sollen es einmal besser haben als wir.“
Und wir leben heutzutage genau umgekehrt: Wir verkaufen Schienennetz, Bahnhöfe, Postämter und Garnisonen. Obwohl uns das viel Geld einbringt, haben wir Schulden, die wir der nächsten Generationen hinterlassen. Über die Art, wie wir heute anders leben als unsere Vorväter, könnte man die Überschrift setzen: „Nach uns die Sündflut!“
Vielleicht ist ja die Art, wie wir heute leben, unbewusst davon bestimmt, das man innerlich das Gefühl hat: „Es kann nicht mehr lange gut gehen, also genießen wir unser Leben, so lange es geht.“ Das ist wohl auch die Wurzel unserer „Spaßgesellschaft.“
Kant hat einmal als moralisches Postulat seinen berühmten Imperativ formuliert.
Heute müsste dieser wie folgt ergänzt werden:
„Handele so, dass nach den Grundsätzen deines Handeln alle Menschen auf dieser Erde noch viele Jahrtausende leben können.“ (
Mit spitzer Feder“)
Aber wen interessiert schon heute die Moral? Nur: Wie es ohne Moral aussieht, haben wir in der Bankenkrise erlebt: Geldgier statt Moral. Und auch die Atomenergie ist Ausdruck fehlender Moral: Man nahm die Gefährdung von Menschenleben in Kauf, um mit immer mehr Verschwendung schöner leben zu können. Und wenn die Kanzlerin so tut, als habe ihr erst Fukushima die Augen geöffnet, so stimmt das nicht, denn ihre eigene Behörde hat die Möglichkeit eines GAUs berechnet: Alle 40 Jahre würde es dazu kommen. Und nach Tschernobyl und Fukushima sehen wir: Es ha t genau gestimmt.
https://autorenseite.wordpress.com/2017/08/18/wuerden-sie-das-kaufen/

Flugangst und Flugscham

Mein Senf dazu:

Es gibt Menschen, die überhaupt nicht fliegen, weil sie Flugangst haben. Und sie sind oft begeistert, wie viel schöner und geruhsamer eine Bahnfahrt oder Schiffsreise ist.
Nun macht sich ein neues Phänomen breit: die Flugscham. Sie kommt aus Schweden und führt dort zu einem Umdenken: Während die Nachfrage nach Flugreisen weltweit 2019 laut IATA um stattliche 6 Prozent auf 4,6 Milliarden Fluggäste zulegen soll, gibt es in Schweden eine Trendwende bei den Passagierzahlen im Flugverkehr. Von Januar bis September 2018 gab es drei Prozent weniger innerschwedische Flugreisen und einen leichten Rückgang bei den Charterflügen. Demgegenüber verzeichnete die Bahn eine massiv angestiegene Belegung der innerschwedischen Nachtzüge. Zwischen Malmö und Stockholm stieg sie in einem Jahr um 100 Prozent.
Wenn Sie fliegen, sollten Sie bedenken, dass Sie mit einer „Umweltsau“ unterwegs sind, die auf der Strecke von Hamburg-Berlin einen CO2-Ausstoß von 72kg hat, während die Bahn es nur auf 9kg bringt.
Also haben Sie nun auch vielleicht ein wenig Flugascham? Und denken Sie vielleicht auch einmal darüber nach, ob Sie nicht doch bei diesem Klimawandel einen Urlaub in der sonnigen Heimat verbringen sollten? Müssen Sie unbedingt das Taj Mahal oder die chinesische Mauer anschauen, wenn Sie die Sehenswürdigkeiten Ihres eigenen Landes nicht kennen? Ist es wirklich ein erholsamer Urlaub, wenn sie am Taj Mahal unter einer solchen Masse von Touristen unterwegs sind, dass vor dieser Reise in Internet gewarnt wird? Muss es denn sein, dass die Chinesen bei uns die Wieskirche besichtigen und Sie noch nie dort waren? Sollten Sie nicht ein bisschen von dem kennen, was sich „Leitkultur“ nennt? Wie heißt es schon in der Bibel:
»Bleibe im Land und nähre dich redlich.« (Ps 37,5)

 

Die Buschpiesler – Armes Deutschland!

Dies ist ein Bild aus besseren Zeiten: Damals hatte unser Dorf diesen eigenen Bahnhof mit Fahrkartenschalter und Toiletten. Der Bahnhof ist ein besonderer Bau aus Schlackensteinen des hiesigen Hüttenwerks. Er wurde verkauft wie vieles andere, was der Bund zu Geld gemacht hat, um die „schwarze Null“ zu erreichen: Postämter , Kasernen, Krankenhäuser, Versicherungen, Grundstücke…
Die Bahn hat mit dem Bahnhof auch das dazu gehörende Grundstück verkauft, so dass sie dort keinen Fahrkartenautomaten aufstellen darf, sondern nur auf der anderen Seite der Gleise. Die Leute müssen also immer erst durch den Unterführungstunnel gehen, wenn sie eine Fahrkarte brauchen.
Das ist aber nicht die einzige Unannehmlichkeit, die sich aus dem Verkauf des Bahnhofs ergeben hat: Nun gibt es dort keine Klos mehr. Mit diesem Problem ist unser Dorf nicht allein, Auch in anderen Orten gibt es am Bahnhof keine Toiletten. Die Bahn meint, es genüge, wenn sie WCs im Zug zur Verfügung stelle; alles andere sei Aufgabe der Gemeinde. Und die sieht das genau umgekehrt.
So bleiben denen, die ein „dringendes Bedürfnis“ verspüren nur zwei Möglichkeiten: entweder in die Hose machen oder einen halbwegs verborgenen Winkel suchen, wo man so etwas erledigen kann. Wer Glück hat, findet ein Gebüsch. Andere finden eine Unterführung als geeignet.
Ich muss dabei mit Mitleid an den „Pieselprinzen“ denken. Was blieb dem armen Mann in einer Notlage anderes übrig?
Armes Deutschland, wo wir uns vielerorts keinen Bahnhof mehr leisten können und nicht einmal Toiletten!