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Die gefährliche Sicherheit

Gerade lesen wir, dass autonomes Fahren schwere Unfälle mit Tesla-Autos verursacht hat. So hatte beispielsweise die Automatik die weiße Seite eines anderen Autos nicht erkannt. Deshalb weist Tesla ja auch ausdrücklich darauf hin, dass die Automatik den Fahrer nicht von seiner Aufmerksamkeit und Verantwortlichkeit befreit.
Nur wird es halt immer mehr so sein, dass sich die Fahrer auf die normalerweise präzise funktionierende Automatik verlassen und dass sie es daher doch an der notwendigen Aufmerksamkeit fehlen lassen. So ist wahrscheinlich die vermeintlich sichere Automatik in Zukunft Ursache für neue Unfälle anderer Art.
Ich möchte nie ein autonom fahrendes Auto haben. Was habe ich davon, wenn ich sowieso aufpassen muss? Dann fahre ich ja gleich lieber selbst.

Dau fällt mir ein, was mein Vater von der Besichtigung eines der größten deutschen Werke berichtete: Ein Mann ist da verantwortlich für fast ein stadtviertelgroßes Teil des Werkes. Seine Aufgabe besteht nur darin, alles zu überwachen. Und damit er es nicht an der notwendigen Aufmerksamkeit fehlen lässt, gibt es immer wieder Fehlalarme, auf die er reagieren muss.  So was müsste auch in die autonomen Fahrzeuge eingebaut werden. Aber die haben wohl auch eine Augenkontrolle, die Alarm auslöst, wenn dem Fahrer die Augen zu fallen.

Die deutschen Bremser

Man kann hinschauen wo man will: Überall hat Deutschland auf die Bremse getreten: bei der Senkung der Abgaswerte, bei der Umsetzung der Antikorruptionsrichtlinie, beim Verbot der Zigarettenreklame, beim Schutz des Grundwassers vor Nitrat, bei der Höchstgeschwindigkeit…
Die Liste ist lang und wird nun wieder verlängert: Das autonome Fahren rückt gerade in greifbare Nähe und jetzt wird schon darüber diskutiert, ob man nicht ab sofort in die Autos eine Vorrichtung einbauen könnte, die die Fahrzeuge beim Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit automatisch ausbremst.
So etwas ist mit Deutschland nicht zu machen: Technische Probleme werden vorgegeben und überhaupt…
Was die Technik angeht, so wissen wir vom Navi, dass es Geschwindigkeitszonen erkennt und bei zu schnellem Fahren piept (aber nicht so lange und laut wie beim Fahren ohne Gurt). Dabei wird es wohl bleiben, obwohl man schon berechnet hat, wie viele Tote uns eine automatische Ausbremsung ersparen würde. Beispielsweise könnte es dann Rennen in der Stadt mit entsetzlichen Folgen nicht mehr geben.
Wird es vielleicht dann auch beim autonomen Fahren so sein, dass den Deutschen als letzte Freiheit der Tritt aufs Gaspedal bleibt? Nicht ist so be-scheuer-t, dass man es sich nicht vorstellen könnte. Schließlich brauchen ja die Kommunen die vielen Millionen, die ihnen aus den Geschwindigkeitskontrollen zufließen.

Unsere Autoindustrie: mit dem Rücken zur Wand


Was gab es nicht früher alles bei uns:
Kamerahersteller von Weltruf: Leica und Zeiss-Ikon beherrschten das Feld, wo sich heute eine Menge Hersteller von Digitalkameras tummeln,
Eine Bekleidungsindustrie versorgte uns, wo heute unser Zeug aus Bangladesh kommt.
Unsere vielen Werften belieferten die Welt…
Geblieben ist vom früheren Glanz nur die Autoindustrie, aber die ist stark gefährdet, und zwar in einem Ausmaß, wie wir es uns jetzt kaum vorstellen können.
Schon von der Nachfragseite sieht der Osramchef Berlien einen erheblichen Einbruch kommen.
Und im Vergleich zur Konkurrenz stehen unsere Autobauer nicht gut da:
Tesla verkauft seine Autos ohne Händlernetz und ohne Reklame übers Internet. Sogar in unserem kleinen Dorf fahren nun schon zwei dieser teuren Nobelkarrossen.
Und Google wird wohl bald den Ton beim autonomen Fahren angeben. Allerdings wird das noch ein bisschen dauern, denn das autonome Fahren ist erst dann interessant, wenn der Fahrer sich um nichts mehr kümmern muss und auch nicht verantwortlich ist. Sonst macht es ja keinen Sinn, sondern wirkt einschläfernd, weil man nichts zu tun hat, aber doch aufpassen soll.
Eine andere Gefahr sehen wir jetzt: Elektroautos kann jeder herstellen. So hat die Post nun schon über 10.000 Lieferfahrzeuge selbst gebaut und verkauft diese auch. Die Post als Autoproduzent. Das hat gerade noch gefehlt. Auch die neue Firma E-Go wird wohl mit ihren billigen Modellen erhebliche Marktanteile gewinnen.
Und wenn die Chinesen dann alles noch billiger herstellen, wird es zappenduster für unsere verschlafenen, gehätschelten Autobauer. Da hilft dann auch kein Scheuer mehr. Wir müssen uns auf harte Zeiten einstellen, denn wenn die Autoindustrie Schnupfen hat, hat die Wirtschaft Grippe.