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Deutschland entchristianisiert sich

Heute am Buß- und Bettag merkt man es wieder: Deutschland entchristianisiert sich. Wer weiß denn heute noch, dass dieser Tag eine Aufforderung an ihn richten soll? Wer weiß auch noch überhaupt, dass es diesen Tag gibt? Und wer büßt und betet wirklich?
Ähnlich verhält es sich mit dem Allerheiligenfest der Katholiken: Es wird mehr und mehr zum Halloween.
Wie anders war das alles noch in meiner Jugend! Zur Erstkommunion erhielt ich ein Gebetbuch mit einem Bild des Papstes Pius XII. Darauf war er beim Beten abgebildet – mit einem Heiligenschein! Und wenn er im Petersdom eine Messe las, ließ er sich in einer Sänfte hinein tragen. Ja, das waren noch Zeiten! Niemand hätte damals geahnt, was noch alles auf diese Kirche zukommen würde. Erst konnte die Kirche ja noch die Missbrauchsfälle und all die sonstigen Verfehlungen unter der Decke halten. Wer traute sich schon, gegen einen Priester schmutzige Vorwürfe zu erheben? Wenn man so etwas gemacht hätte, hätte man ja befürchten müssen, wegen Verleumdung bestraft zu werden oder schlimmer: von der Gemeinde geächtet zu werden. Aber dann brach der Schmutz überall hervor, denn die Kirche hatte missachtet, was in der Bibel steht:
„Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, auch nichts Heimliches, das nicht kund werde und an den Tag komme.“ (Lukas 8,17) Und noch deutlicher konnte die Kirche bei Hiob 12,22 nachlesen: „Er öffnet die finsteren Gründe und bringt heraus das Dunkel an das Licht.“
Dadurch hat die Kirche viel an ihrer Autorität verloren und ihre Mitglieder treten in Massen aus. Das hätte früher kaum einer gewagt aus Angst vor der Hölle, aber an die oder den Teufel glauben nur noch die Erzkonservativen.
Was sich doch alles seit meiner Kindheit geändert hat: Früher gab es eine echte Fastenzeit. Heute hält man höchstens eine Diät ein. Und die Abstinenz am Freitag ist auch sanft entschlafen.
Man musste damals nüchtern zur Kommunion gehen und im Religionsunterricht lernten wir, ob man nach einem versehentlichen Wasserschlucken beim Zähneputzen noch nüchtern war.
Man hatte ein Kreuz im Esszimmer und man betete vor und nach dem Essen.
Und man hatte ein kleines Weihwasserbecken im Haus, mit dem man sich segnete, bevor man es verließ.
Natürlich ging man am Sonntag in die Messe. Sogar in der oben abgebildeten kleinen Kirche von Bernhaupten, einem Ortsteil des Dorfes Bergen, wurden gut besuchte Messen gelesen. Solche Filialkirchen gibt es nicht mehr und immer mehr Kirchengemeinden werden zu einer einzigen zusammengefasst. Oft wird aus vier ehemaligen eine einzige neue Gemeinde – angeblich wegen Priestermangel, aber wirklich wohl eher wegen Mangels an Kirchgängern.
So gibt es vieles, was darauf hin deutet, dass wir im Zeitalter der Entschristianisierung leben. Umso eifriger scheinen uns die Moslems zu sein, bis auch für sie die Einkaufstempel der Stadt zu den neuen Moscheen werden.

Spenden für die Kirche? Nein danke!

Wenn man wie ich auf ein langes Leben zurückblickt und sich fragt, was man gut gemacht hat und was man bereut, dann muss ich sagen, dass ich etwas bereue, was in den geldgierigen Augen der Kirche alles andere als eine Sünde ist: Ich habe allein steuerlich betrachtet ca. 1 Jahr ausschließlich für die Kirche gearbeitet und außerdem noch gespendet.
Und nun sehe ich, was die Kirche mit dem Geld so alles anstellt: Da würde ich am liebsten aus der Kirche austreten, wenn es nicht schon zu spät wäre: Wo man hinschaut, werden die mir abgeknöpften Steuergelder, die mir im Leben oft gefehlt haben, missbräuchlich verwendet: Erinnern Sie sich noch, wie Bischof Mixa mit einem Geldkoffer mit 200.000 Euro am Flugplatz erwischt wurde? Aber Näheres haben wir nicht erfahren. Und seine sonstigen Finanztransaktionen waren auch so, dass ich immer noch auf eine Aufklärung warte. Aber dann müsste ich mich wohl noch mehr aufregen, und das ist nicht gut in meinem Alter. Deshalb will ich auch gar nicht daran denken, dass Bischof Schraml einen Alterssitz für eine halbe Million eingerichtet bekommen hat, und das bei seinem exorbitanten Gehalt, das ja auch aus meinen Steuergeldern bezahlt wird.
Wie abgehoben die Führungskräfte der Kirche sind, zeigt sich allein schon in ihren Titeln: Mit „Eminenz“ lassen sich diese Menschen anreden, die doch nur – wie es immer so schön heißt – „“Arbeiter im Weinberg des Herrn““ sind. Auch als Hirten bezeichnen sie sich, wenn auch nicht als schlichte, sondern als „Oberhirten“.
Weil die Kirche nicht weiß, wohin mit dem vielen Geld, verunziert sie alte Klostergärten und Gotteshäuser mit modernen Kunstwerken (Vgl. „Bayern kaputt“). Jahrhunderte lang ließ man ehrfürchtig alles so, wie es war, und erst in unserer Zeit kommt man auf die Idee, auch noch den letzten Freiraum voll zu stellen.
Während irgendwo auf der Welt alle Sekunde ein Mensch verhungert, treibt die Kirche Missbrauch mit meinem Geld.
Bemerkenswert ist, dass ich nicht allein so denke, sondern wenn alte Leute beieinander sitzen und über die Kirche reden, ist der Tenor immer der Gleiche: Kein Geld für die Kirche! Und in den Klingelbeutel gerade nur soviel, dass es scheppert! Über einen bekannten Pfarrer hörte ich, dass er von sehr reichen Leuten, die aus der Kirche ausgetreten sind, Geld in Höhe der Kirchensteuer bekommt, damit sein Orden in einem Entwicklungsland „etwas Vernünftiges damit macht“.
Den jungen Leuten möchte ich den Rat geben: Warten Sie mit ihren Spenden, bis sie alt werden, damit sie nichts zu bereuen haben. Die Kirche hat genug Geld und ist auf ihr Scherflein gar nicht angewiesen. Und wenn Sie das nicht glauben oder widersprechen wollen, lesen Sie doch erst einmal dies: Kirchensteuer.