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Es gibt solche Ärzte und andere

Wohl in keinem anderen Beruf wird einem die ganze Bandbreite menschlicher Charaktere so vor Augen geführt wie bei den Ärzten. Da gibt es „Ärzte ohne Grenzen“ und andere sind reine Geldschneider. Und wenn man wie ich Privatpatient ist (leider), muss man immer auf der Hut sein, dass man nicht solchen Typen zum Opfer fällt: https://autorenseite.wordpress.com/2017/12/20/der-arme-privatpatient/
Deshalb war ich doch erstaunt, was ich gerade beim Augenarzt erlebt habe. Nach Jahrzehnten dachte ich, es wäre doch einmal an der Zeit, meine Augen untersuchen zu lassen, und siehe da, der Arzt stellte einen grauen Star fest. Er sagte, das könne man operieren, aber das müsse nicht sein, wenn der Star mich nicht stört. Er stört mich überhaupt nicht. „Dann lassen wir das, denn eine OP ist ja auch immer ein Risiko. Kommen Sie halt in 3 Jahren wieder“, sagte er.
Na, so was! Das hatte ich nicht erwartet.

Lesen Sie bitte auch: Brille muss nicht sein.

Gesundheit: Der Unterschied zwischen den Generationen

„Ein wichtiger Unterschied zwischen den Generationen besteht darin, dass die heutige Generation das, was wir Alten noch nicht wissen konnten, gar nicht wissen will.“

Ich muss mich demnächst einer Staroperation unterziehen und da gerate ich ins Grübeln. Heute weiß man, dass diese Augenkrankheit durch die Sonne verursacht wird. In meiner Jugend hatte man davon keine Ahnung. Außerdem hätte man in der Kriegszeit sowieso keine Sonnenbrillen kaufen können. So ist praktisch vorprogrammiert, dass die Alten von heute sich operieren lassen müssen. Ich bin nun auch mit 88 Jahren dran, obwohl ich eigentlich immer noch gar keine Brille brauche:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/12/15/brille-muss-nicht-sein/
An sich weiß man also heute, wie man seine Augen behandeln müsste, aber wer kümmert sich schon darum? Da ist wertvolles Wissen verloren gegangen, wie ich bei einer Sendung über die Schule in der Pandemie im Fernsehen sah. Da wurden Kinder beim Schreiben gezeigt und man gewann den Eindruck, als würden sie mit der Nase schreiben. Schrecklich!

Anderes Beispiel: Viele alten Männer leiden an einer Prostatavergrößerung. Das müsste heute nicht mehr sein, denn heute weiß man, was der Prostata schadet. Aber fragen Sie mal einen Mann, ob er sich dafür interessiert.

Es ist überhaupt so, dass die Männer immer mehr entmannt werden:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/06/die-vernichtung-des-mannes/
Die Spermienproduktion und die Libido nehmen bei ihnen in erschreckendem Ausmaß ab. Aber tut man etwas dagegen? Es gibt ja Viagra.

Noch ein Beispiel dafür, was die heutige Generation nicht wissen will: Nimmt die Zahl der Schwulen und Lesben zu? Wenn ja, was ist die Ursache? Vom Fernsehen erfuhr ich, es sei „unopportun“, solchen Fragen nachzugehen. Ja, wir haben immer mehr Denkverbote, wie wir indirekt aus den ständigen Versicherungen von Politikern entnehmen können: „Da darf es keine Denkverbote geben.“

 

Heute ist der Welttag des Sehens. Warum er so wichtig ist

Es gab eine Zeit, in der man mehr auf die Gesundheit achtete, denn die Medizin war noch nicht so fortgeschritten wie heute. Eine Erkältung, die zu einer Lungenentzündung führen konnte, konnte ein Todesurteil bedeuten. Heute denkt man anders: Viele leben bedenkenlos dahin und meinen, wenn ihnen was fehlt, wird es ein Arzt schon richten. Wer denkt heute schon daran, etwas für die Gesundheit der Augen zu tun? Wenn man kurzsichtig wird, trägt man eben eine Brille:
Nur wer denkt daran, dass er in der Jugend schon so alte Augen hat, wie früher die über 50-Jährigen? Und wer denkt daran, wie es dann bei ihm einmal im Alter weiter geht? Die meisten glauben, dass sie dann halt eine stärkere Brille brauchen könnten. Aber an Blindheit denkt keiner:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/29/werden-brillentraeger-blind/https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/29/werden-brillentraeger-blind/
Viele Menschen glauben ja, dass sie eine Brille tragen müssten, weil sie zu viel gelesen oder am PC gearbeitet hätten. Das ist falsch:
Ich brauche mit meinen 87 Jahren immer noch keine Brille, obwohl ich mehr gelesen habe als die meisten. In meiner Jugend habe ich Bücher geradezu verschlungen, beispielsweise sämtliche Karl-May-Bände. Und mein Berufsleben bestand hauptsächlich im Aktenstudium. Seit meiner Pensionierung arbeite ich stundenlang am PC. All das hat meinen Augen bisher nicht geschadet.

Corona: Ein erschreckendes Bild im Fernsehen

Nun haben die Schulen wieder geöffnet und wir sahen in den Fernsehnachrichten natürlich Bilder dazu. Man sah dabei, wie Schüler fleißig etwas schrieben. Was mich dabei erschreckt hat, war die Tatsache, dass viele „mir de Nase schrieben“, d.h. sie hielten den vorgeschriebenen Abstand zwischen Augen und Heft nicht ein, ohne dass die Lehrkraft dagegen eingeschritten wäre.
Wenn ich da an meine Schulzeit zurück denke: Da ging der Lehrer mit dem Rohrstock durch die Bankreihen. Und wenn da jemand seine Nase zu tief in ein Heft steckte, gab es einen Schlag mit dem Rohrstock auf die nackten Waden. Das haben wir uns gemerkt.
So etwas wäre heute völlig unmöglich, aber es hat mir nicht geschadet: Ich brauche auch in meinem hohen Alter keine Brille, obwohl ich einen Beruf hatte, dessen Tätigkeit im wesentlichen im Lesen bestand. Und auch 25 Jahre am PC haben meine Augen nicht kaputt gemacht.

Werden Brillenträger blind?


Blöde Frage!“ wird mancher denken. Aber wenn man so alt ist wie ich, sieht man Entwicklungen, die andere nicht sehen.
Eine davon ist diese: Früher achtete man mehr auf seine Gesundheit, weil die Medizin noch nicht so weit fortgeschritten war. So ernährte man sich gesund nach dem Grundsatz des Hippokrates: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“
Man wusste, was wofür gesund war.
Heute ist dieses Wissen weitgehend verloren gegangen und man ernährt sich nach Gusto. Und wenn dann etwas schief läuft, gibt es ja die moderne Medizin.
Ein Beispiel sind die Brillenträger. Mir fällt öfter auf, dass unter der älteren Generation weniger Menschen eine Brille tragen als bei der Jugend. Ich brauche beispielsweise mit meinen 85 Jahren immer noch keine Brille – ebenso wie manche Altersgenossen. Ich führe das auf unsere Lebensweise zurück:
Wir aßen früher viel Gemüse, weil Fleisch zu teuer war. Nur Sonntags gab es einen Braten. Beim Gemüse waren natürlich häufig Karotten dabei, weil die nach Kenntnis der Alten gut für die Augen sein sollten.
Die moderne Medizin hat natürlich dieses alte Volkswissen bestritten: Man machte als Wirkstoff der Karotten Karotin aus und gab dieses konzentriert Probanden ein und konnte keine Verbesserung der Augenleistung feststellen. Nun wird es aber wohl so sein, dass nicht allein das Karotin der Karotten günstig für die Augen ist, sondern das Zusammenwirken sämtlicher Bestandteile dieses Gemüses. Für unsere Gesundheit galt in den Augen der Älteren „frische Luft“ als besonders wichtig. „Stubenhocker“ waren verpönt. Meine Mutter schickte mich bei jedem Wetter hinaus mit dem Befehl: „Vor 2 Stunden will ich dich nicht mehr sehen.“ Und schließlich lernten wir in der Schule, wie man richtig liest: „Nicht mit der Nase im Buch!“ usw. Alle Viertelstunde musste man beim Lesen kurz hinaus schauen. Solche Regeln haben anscheinend gewirkt.
Heute sind solche Regeln in Vergessenheit geraten und viele junge Leute tragen eine Brille. Sie finden das im Gegensatz zu der alten Generation nicht weiter schlimm. Während früher nicht selten Brillenträger als „Brillenschlangen“ verunglimpft wurden, empfindet man heute Brillen als „cool“.
Was man aber dabei übersieht, ist die Frage, wie es weiter geht: Wenn man schon 30 oder 40 Jahre früher an Alterskurzsichtigkeit leidet: wie sieht es dann aus, wenn die junge Generation ins Rentenalter kommt?
Zwei Bekannte, die schon in der Kindheit eine Brille benötigten, sind heute blind. Und diejenigen aus meinem Bekanntenkreis, die schon im Studium eine Brille brauchten, sehen heute so schlecht, dass sie zu ihrem Leidwesen nicht mehr lesen können.
Ich hoffe, dass dies nur Einzelerscheinungen sind und dass sie nicht Indikatoren für die künftige Entwicklung sind.
Übrigens galt für uns als medizinische Erkenntnis, dass Brillenträger einander nicht heiraten sollten, weil sie sonst Kinder mit schwerer Sehbehinderung bekämen.
Unser Gesundheitswesen, das eher Krankheitsunwesen heißen müsste, krankt daran, dass an Krankheiten verdient wird. Wie soll es da der Gesundheit dienen? Ich las einmal, dass im alten Indien die Ärzte dafür bezahlt worden sein sollen, dass die Menschen gesund waren.
Und im alten China sollen Leibärzte des Kaisers einen Kopf kürzer gemacht worden sein, wenn seine Majestät bei einer seiner 999 Gespielinnen versagt haben soll (siehe die Kurzgeschichte „Der alte Quassler“ in der Leseecke).
Bleiben Sie gesund!

Wie traditionell als gesund bekannte Nahrungsmittel schlecht gemacht wurden

Ich bin ja nun sehr alt und kann aus eigener Anschauung schildern, wie anders und gesund man sich früher ernährt hat. Fleisch konnte man sich nur am Sonntag als Braten leisten. Sonst ernährte man sich abwechslungsreich vor allem mit verschiedenem Gemüse. Und da wussten unsere Mütter aus der Tradition, was wofür gesund sein sollte.
Nehmen wir als Beispiel den Spinat. Ich hasste ihn als Kind, musste ihn aber häufig essen, weil er von meiner Mutter als gesund eingeschätzt wurde. Und tatsächlich bestätigte
damals die Medizin, dass dies stimmte, weil er wegen seines Eisengehalts gut für das Blut sein sollte. Dann aber stellte sich heraus, dass den Experten bei der Untersuchung des Spinats ein Kommafehler unterlaufen war: Der Eisengehalt betrug also nur ein Zehntel des festgestellten Werts. Dadurch geriet der Spinat in Misskredit, weil man annahm, dass er demnach nicht so gesund ist.
Anders ist es in den USA: Dort propagiert man den Spinat als besonders gesundes Gemüse und hat ihm daher
sogar zwei Ehrentage gewidmet: den 26.3 und den 16.7.
Noch ein Beispiel: Karotten galten von Alters her als gut für die Augen. Die Mediziner untersuchten diese Tradition und fanden heraus, dass Karotten viel Karotin enth
alten. Wenn dieses Gemüse also gut für die Augen sein sollte, musste es am Karotin liegen, so schloss man messerscharf. Daher bildete man bei einem Test zwei Gruppen: Die eine bekam Karotin und die andere nicht und man kam zu dem Ergebnis, dass beide Gruppen dieselben Augen hatten. Also betrachtete man die Karotten nicht mehr als eine Stärkung der Augen. Was ich allerdings gegen das Experiment einzuwenden habe ist dies. Wahrscheinlich sind Karotten wegen des Gehalts verschiedener Substanzen gut für die Augen. Man hätte also zwei Gruppen bilden müssen: Karottenesser und -nichtesser.
Gesund sind die Karotten auf jeden Fall. Und nun fragen Sie mal die Kinder, wann sie zum letzten Mal Karotten oder Spinat gegessen haben!
Ich vermute ja, dass die traditionelle Art der Ernährung aus zwei Gründen schlecht gemacht wird: Die berufstätigen Mütter sollen kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie nicht selbst kochen. Und an Fertigessen wie Pizza verdient man am meisten.

Altes Wissen: vergessen und wieder neu entdeckt

In meinen Aphorismen habe ich geschrieben:

Das zum Leben notwendige Grundwissen geht immer mehr verloren: Wie erziehe ich ein Kind? Wie führe ich eine Ehe oder Partnerschaft? Wie ernähre ich mich richtig?“

Wie sehr dies zutrifft, sah man in der Sendung „Wer weiß denn sowas?“ Keiner wusste, dass man die Gardinen nicht geschlossen halten sollte, damit durch die Sonne Bakterien und Milben vernichtet werden können. Kai Pflaume „verkaufte“ diese Erkenntnis als neuestes Forschungsergebnis einer Universität. In Wirklichkeit gehörte das früher zum normalen Grundwissen für die Gesunderhaltung des Körpers, denn beispielsweise erregen Hausstaubmilben Allergien.
So gäbe es noch vieles, was die Alten noch wussten und die Jungen achtlos vergessen haben.
Ein typisches Beispiel ist die Tatsache, dass die Menschen von heute nicht mehr wissen, wie man die Augen gesund erhält. Sie kümmern sich nicht darum und tragen lieber eine Brille.

Welttag des Sehens: Was tun Sie für Ihre Augen?


Ich habe hier eine ganze Reihe von Beiträgen über Brillenträger geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/07/03/brillentraeger-sind-gescheiter/
Ich bin inzwischen 85 und brauche immer noch keine Brille und habe darüber berichtet, wie man sein Sehvermögen erhält.
Wenn ich nun die vielen jungen Leute mit Brille sehe, frage ich mich, wie das mit denen weiter geht. Sie haben jetzt schon dieselben Augen, die früher die Menschen ab 60 hatten. Da nannte man das Alterskurzsichtigkeit.
In meiner Jugend hatte kaum einer eine Brille. Ich kann mich nur an zwei erinnern, die kurzsichtig waren, und die sind heute blind. Geht das mit den heutigen jungen Leuten auch so weiter? Irgendwo las ich, dass sie auf jeden Fall Atropin nehmen sollen, um ein weiteres Wachstum des Augapfels zu verhindern.
Und noch etwas fällt mir zu den Brillenträgern ein: Die Tochter eines Kollegen war extrem kurzsichtig und brauchte daher eine sehr starke Brille, Der Kollege erzählte mir, sein Augenarzt habe ihm Vorwürfe gemacht und gesagt: „Wie konnten Sie nur als Brillenträger eine Brillenträgerin heiraten?“ Ich weiß ja nicht, ob das auch heute noch Stand der Wissenschaft ist, wenn ja, dann sieht es schlimm aus mit dem Sehvermögen der nachfolgenden Generation.

Die kranken scheinbar Gesunden


Wir leben in einem „Zeitalter der Service-Mentalität“: Während die Menschen früher mehr eigenverantwortlich handelten, haben sie sich immer mehr entmündigt und anderen diese Verantwortung übertragen: So meint man beispielsweise, die Erziehung der Kinder müsse Experten überlassen werden, nämlich der Kita und der Schule. Gesundes Essen kocht man nicht selbst, sondern das Essen für Schulen und Kitas kommt wird möglichst billig aus Großküchen geliefert. Und man selbst isst in einem Lokal oder in einer Kantine das, was einem schmeckt…
Für die eigene Gesundheit ist man selbst nicht mehr verantwortlich, sondern dafür gibt es ja die Ärzte – so denken die meisten. In meiner Jugend war die Mentalität der Menschen ganz anders. Weil die Medizin noch nicht so weit fortgeschritten war, musste man selbst auf seine Gesundheit achten. Beispielsweise gab es weder Penicillin noch Antibiotika und so konnte eine schlichte Lungenentzündung den Tod bedeuten. Man ernährte sich daher nach der Regel des Hippokrates: „Eure Nahrung sei eure Medizin, und eure Medizin sei eure Nahrung.“ Man kannte diese Regeln und wusste, was gut für die Augen, für die Knochen, die Abwehrkräfte usw. war. Dieses Wissen ist heute weitgehend verloren gegangen, wie man beispielsweise an der Zahl der Brillenträger sieht.
Um bei den Brillenträgern zu bleiben: Besonders überrascht hat mich, was ich bei der Sendung “Wer weiß denn so was?“ sah: In zwei Folgen wurde gefragt, was gut für die Augen sei. Weder die Kandidaten noch das Publikum wussten die Antwort, obwohl sie in den Medien zu lesen war:
Der eine Tipp lautete: Man solle zur Übung der Augen weiße Schrift auf schwarzem Grund lesen, was ja auf dem PC und dem Smartphone leicht möglich ist. Und man solle auf diesen Geräten die bläuliche Färbung in eine Gelbliche umschalten, weil das blaue Licht den Augen schade. Traurig, dass niemand dies wusste. Das liegt daran, dass wir auch in einem Zeitalter der Überinformation leben. Man kann das alles gar nicht mehr verarbeiten. Und darum halten sich die Menschen auch nicht mehr an die althergebrachten Gesundheitsregeln, sondern sagen: „Meine Gesundheit interessiert mich nicht. Ich habe anderes im Kopf. Wenn mir dann was fehlt, gehe ich zum Arzt.“
Und so preisen sie es dann als Fortschritt, wenn sie mit Bypässen, Herzschrittmacher, Brille, Hörgerät, künstlichen Gelenken, womöglich auch mit einem transplantierten Organ… recht lange leben und sich dabei „gesund“ fühlen – genauso wie die normalen 60-70-jäjrigen, die im Durchnitt 8,5 Tabletten pro Tag schlucken.
Mein Gott! Da müsste ich ja mit meinen 85 Jahren allein von meinen Tabletten satt werden. Wenn ich dann meine Erfahrungen über ein wirklich gesundes Leben weiter geben möchte, interessiert das meistens kaum einen wirklich, denn…

Leicht ist es, einen Rat zu geben,
Doch and‘re woll‘n nicht danach zu leben.
Es will ein jeder selbst erfahren,
Was and´re vor ihm mit den Jahren
Gelernt aus ihrem langen Leben,
Drum kann es keinen Fortschritt geben.

(Aus „Gedichten„)

Macht Lesen kurzsichtig?

Über dieses Thema haben Wissenschaftler der Uni Tübingen eine Studie erstellt:
http://www.medizin.uni-tuebingen.de/Presse_Aktuell/Pressemeldungen/2018_07_18-port-10011-p-299490.html

Ich bin darüber sehr enttäuscht. Auch ich habe mich ja als Nichtwissenschaftler schon mehrfach mit dem Thema befasst und meine, man soll das Phänomen Kurzsichtigkeit in einen größeren Zusammenhang stellen:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/07/03/brillentraeger-sind-gescheiter/
Wenn die Wissenschaftler die Kurzsichtigkeit am vielen Lesen fest machen, so ist das eher falsch als richtig. Gewiss besteht da ein Zusammenhang, aber das ist nur ein kleiner Teilaspekt:

Ich bin 84 Jahre alt und brauche immer noch keine Brille. Bei meinem letzten Klassentreffen stellte ich fest, dass meine ehemaligen Mitschüler nur teilweise für das Lesen der Speisekarte eine Brille brauchten. Eine ähnliche Beobachtung machte kürzlich eine alte Oma, die in einem Lokal ihren Geburtstag feierte. Sie überblickte die Schar ihrer Enkel und fragte: „Was ist los mit euch, dass ihr alle eine Brille braucht? Schaut die alten Leute hier im Lokal an: Die kommen fast alle ohne Brille aus.“
Wenn die Tübinger Wissenschaftler bei der Kurzsichtigkeit auf das Lesen abstellen, so muss ich doch darauf hinweisen, dass wir alten nicht bebrillten Menschen viel mehr gelesen haben als die heutige Jugend. Es gab nämlich noch keinen Fernseher. Ich habe unter vielem anderen sämtliche Werke von Karl May „verschlungen“.
Manche meinen, die heutige häufige Kurzsichtigkeit läge am PC oder Smartphone. Auch das kann nicht stimmen, denn auch wir Alten sitzen sehr viel am PC. Und was unseren alten Augen nicht schadet, werden wohl auch die jüngeren aushalten.
Für mich sind die Ursachen der Kurzsichtigkeit vieler heutiger Jugendlicher verschiedene:

  • Die Kinder sind zu wenig draußen und haben daher nicht lange genug in die Ferne gesehen und sich zu wenig bewegt. Viele führen ein Leben wie Behinderte.

  • Die Kinder haben nicht gelernt, richtig zu lesen. Um die Augen fit zu halten, muss man alle Viertelstunde mal in die Ferne schauen. Das wurde in unserer Jugend den Schülern eingebläut.

  • Heute essen die meisten Menschen wild durcheinander, was ihnen schmeckt. Wir mussten aber früher auf unsere Gesundheit achten, denn Penicillin, Antibiotika usw. gab es noch nicht. Wir aßen daher abwechselnd verschiedene Gemüse, von denen überliefert war, welche Wirkungen sie hatten: Das eine war gut für die Augen, das andere gut für die Knochen, wieder anderes gut für die Abwehrkräfte usw. Es hat funktioniert, denn wir Alten sind dank Hippokrates gesund geblieben. Aber dann kam die moderne Medizin und hat dieses System kaputt gemacht. Auf einmal hieß es, Spinat sei gar nicht so gut fürs Blut, weil er viel weniger Eisen enthalte als angenommen. Und die Karotten seien auch nicht so gut für die Augen, denn es gebe andere Lebensmittel mit mehr Karotin (Dabei haben die früheren Generationen überhaupt keine Ahnung vom Karotingehalt gehabt und nie behauptet, dass er ausschlaggebend für die Sehfähigkeit sei). Eine Zeit lang wurde von den Medizinern geraten, Vitamin-Tabletten zu essen, was dann aber doch schnell wieder aufgegeben wurde. Kürzlich bekam ich im Fernsehen den letzten Satz eines Ernährungswissenschaftlers mit: Man solle sich am besten so ernähren wie Oma. Vielleicht klappt‘s ja dann auch wieder mit den Augen. Meine Überzeugung auf Grund eines langen gesunden Lebens ist die:
    Einer der größten Fehler unserer Zeit ist der, dass die meisten Frauen die Jahrhunderte alten Rezepte für gesunde Ernährung aufgegeben haben und einfach nach Gusto drauf los kochen. Manche denken dabei schon auch ein bisschen über Gesundheit nach und schauen nach Omega-3-Fettsäuren oder Vitamin B12 und ähnlichem. Nur fehlt dann das Konzept von früher: Ernährung aus dem Lande je nach Jahreszeit. Darauf sind wir geeicht und das brauchen wir auch weiterhin – und nicht ständig immer wieder durcheinander ein anderes exotisches Zeug, das wer weiß was für Mengen an Vitaminen enthalten soll.