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Mein Topbeitrag

WordPress zeigt einem ja immer eine Statistik an. Und die finde ich immer sehr interessant. Gerade wundere ich mich darüber, dass ein Beitrag aus dem Jahr 2016 am meisten gelesen wird:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/11/05/wir-waren-frueher-gluecklich-aber-ganz-anders/
Ebenso erstaunlich fand ich, dass gerade so etwas Ausgefallenes wie das „Herodesprinzip“ zuvor einen Spitzenplatz einnahm.
Vielen Dank für Ihr Interesse!

 

Trumps Angriff auf Damaskus: Vergeltung und die Moral?


Zunächst einmal fehlen die Beweise dafür, dass es überhaupt einen Giftgasangriff Assads gegeben hat. Kann das Ganze nicht auch eine bloße Inszenierung gewesen sein, wie die Russen behaupten? Es ist nicht einleuchtend, warum Assad Giftgas angewandt haben sollte, nachdem er doch klar auf der Siegerstraße ist. Demgegenüber hätten seine Gegner allen Grund, Assad eines Giftgasangriffs zu beschuldigen, um so zu versuchen, die Amerikaner im Land zu halten.
Mit den Beweisen für eine Benutzung von Giftgas durch Assad sieht es ziemlich  merkwürdig aus. Angeblich hat der britische Geheimdienst welche. Das behauptet zumindest die britische Premierministerin. Warum legt sie die nicht auf den Tisch? Dasselbe gilt für den forschen Macron.
Man fragt sich schon, ob ein Vergeltungsschlag überhaupt moralisch vertretbar ist. Man hätte ja ins Auge fassen können, Assad zu töten, doch ist das zum einen schwierig. Zum anderen hat Trump wegen des Angriffs mit Putin telefoniert und dabei wird Putin gesagt haben, dass bei einer Tötung Assads eine rote Linie überschritten werden würde. Auch würde ein Tyrannenmord zu viel Wirbel machen. Also blieb nur die Alternative, Assads Militär einen Schlag zu versetzen.
Die Vergeltung, von der Trump spricht,  bedeutet Rache. Ist ein Angriff aus Rache auf das dicht besiedelte Damaskus überhaupt moralisch vertretbar, zumal die „Kollateralschäden“ (Politikerausdruck für tote Zivilisten) erheblich sind?
Trump rechtfertigt den Angriff aber auch damit, dass weitere Giftgaseinsätze Assads verhindert werden sollen. Die sind aber – wie gesagt – nicht zu erwarten, so dass dieses Argument Trumps ins Leere geht.
Ein Motiv für Trump dürfte sicherlich auch sein, dass er davon ablenken will, welchen Vorwürfen er ausgesetzt ist. Schon sein Vorgänger Bush hat seine miesen Umfragewerte durch den Angriff auf den Irak gewaltig aufgebessert,so dass er wieder gewählt wurde.

Wenn ich diese Bilder sehe…

Wenn ich die Bilder von Ost-Ghouta sehe, denke ich an meine Jugend und an die Bombenangriffe, die ich überlebt habe. Ich wohnte damals in Kiel. Die Stadt war der „Reichskriegshafen“ und wurde daher besonders stark bombardiert. Die Häuser wurden zu 88% zerstört und das sah noch schlimmer aus als heute Aleppo und Ost-Ghouta, denn die Bauten waren nicht aus Beton. Wenn die Alliierten wieder einen „Bombenteppich“ gelegt hatten, stand dort überhaupt nichts mehr und man hatte Schwierigkeiten, sich überhaupt noch orientieren zu können, denn die Straßen lagen unter dem Schutt. Nach Kriegsende wurde dann der ganze Schutt einfach in die Ostsee gekippt. Und weil es an der See immer windig ist, hatte man das Problem, dass Staubstürme über die leeren Trümmerfelder wehten. Also pflanzte man Bäume an, die nach dem Oberbürgermeister liebevoll „Gayk-Wäldchen“ genannt wurden. Statt einer Innenstadt hatten wir einen Wald – das muss man sich heute einmal vorstellen, wenn man nun durch Kiel geht.
Der Wiederaufbau Aleppos und Ost-Ghoutas wird insofern schwieriger sein, als die Betonruinen nicht so einfach zu einem Schuttberg abtransportiert werden können, wie es in München geschehen ist. Aber die Einwohner werden sicherlich Unterstützung von der UNO bekommen, die uns damals fehlte.
Wenn nun beim Thema Ost-Ghouta von Kriegsverbrechen gesprochen wird, weil viele Zivilisten als Opfer zu beklagen sind, so sind diese Verbrechen aber doch nur halb so schlimm wie diejenigen, die im zweiten Weltkrieg geschehen sind. Assads Angriffe richten sich jedenfalls gegen seine Gegner und nicht gegen die Zivilisten, die allerdings nicht geschont werden. Im zweiten Weltkrieg dagegen wurden gezielt Zivilisten getötet – am schlimmsten in Dresden.
Eine Weisheit besagt: „Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst.“ Der Spruch sollte ergänzt werden wie folgt: „Danach stirbt das Völkerrecht.“

Erst Aleppo, nun Mossul

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Jeden Abend sehen wir im Fernsehen Bilder aus Aleppo mit unvorstellbarem Leid. Die Medien sind sich einig: Hier sind zwei Unmenschen am Werk: Assad und Putin.
Nun aber bombardieren die Amerikaner Mossul. Wir hören dazu, dass die Kollateralschäden möglichst gering ausfallen sollen. Kollateralschäden ist eine schönfärbende Beschreibung für getötete Zivilisten. Ich frage mich nur: Wie will man in einer Stadt, die 1 1/2 Millionen Einwohner hat, mit Bomben gegen den IS vorgehen und die Kollateralschäden gering halten? Wird nicht Mossul ein zweites Aleppo, von dem wir dann nur geschönte Aufnahmen zu sehen bekommen wie gerade gestern Abend. Es handelte sich um das einzige von den USA freigegebene Foto über die Bombardierung, wobei Häuser getroffen wurden, die eine Reihenhaussiedlung oder eine Kaserne sein konnten. Nur welcher IS-Kämpfer hält sich wohl noch in einer Kaserne auf? Im russischen Fernsehen sähen wir aber dieselben Bilder, wie wir sie jetzt aus Aleppo vorgesetzt bekommen.

Das Herodes-Prinzip

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Ich habe einen Wirkungsmechanismus entdeckt, den ich Herodes-Prinzip nennen möchte. Herodes war ja der König, der nach Angaben der Bibel angeblich alle Säuglinge umbringen ließ, um den „neugeborenen König der Juden“ zu töten. Seitdem ist er eine der am übelsten beleumdeten Personen der Geschichte. Tatsächlich aber war der gemeinte Herodes längst tot, als Jesus geboren wurde. Hätte es den Kindermord zu Bethlehem wirklich gegeben, hätte der mit Sicherheit auch in der sonstigen Geschichtsschreibung seinen Niederschlag gefunden. Es konnte einfach im römischen Reich nicht passieren, dass ein König sämtliche Babys umbringt, ohne dass dies irgendwo erwähnt wird.
Aus dieser Geschichte haben Propagandisten eine Lehre gezogen: Entsprechend dem Herodes-Prinzip hängt man missliebigen Staatsoberhäuptern etwas an, was nicht der Wahrheit entspricht, um sie dann vernichten zu können. Das war bei Saddam Hussein so, als die USA ihm vorwarfen, Atombomben zu bauen. Ähnlich war es auch bei Janukowitz: Weil der Westen ihn los werden wollte, um die Ukraine in die Nato zu bekommen, dichtete man ihm an, er habe auf sein eigenes Volk schießen lassen. Wie eine neutrale Untersuchung beweist, stimmt das nicht, sondern das Gegenteil ist richtig.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/01/02/studie-vom-westen-unterstuetzte-opposition-hat-maidan-massaker-veruebt/
Typisch ist ja, dass die Ukraine dieses Massaker angeblich nicht aufklären konnte. Man lässt Gras über die Sache wachsen und mit der Zeit stand dann Janukovitz ähnlich da wie Herodes.
Manchmal frage ich mich, ob das, was man Assad vorwirft, wahr ist: Er soll ja Giftgas gegen seine eigene Bevölkerung eingesetzt haben. Ist er also auch „herodisiert“ worden? Ich halte es auch gut für möglich, dass die Oppositionsstreitkräfte erbeutetes oder selbst hergestelltes Giftgas benutzt haben, um damit Assad ins internationale Abseits zu stellen.
http://www.was-die-massenmedien-verschweigen.de/aktuell/Giftgasunfertig.pdf
http://aixpaix.de/muenchhausen/syrien.html
Die Nachrichten, die aus Syrien kommen, sind sowieso immer mit Vorsicht zu genießen: Es wurde dauernd von verbrecherischen Bombardierungen durch die Russen berichtet. Ich frage mich nur, warum die Russen so etwas Widersinniges tun sollten.
Kurzum: Es gibt viele, die als Nachfolger von Herodes hingestellt werden. Putin ist auch so einer.
Ebenso erging es seinem Kollegen Orban. Er wurde bei uns verteufelt (herodisiert), weil er einen Grenzzaun bauen ließ. Was dabei meist verschwiegen wurde, ist die Tatsache, dass er Übergangsstellen für einen geordneten Eintritt in sein Land einrichtete. Um das Bild von Ungarn abzurunden, sahen wir immer wieder Bilder von einer Ungarin, die nach einem armen Flüchtling trat (Das hätten wir leicht durch Bilder aus Deutschland überbieten können). Was uns die Bilder aus Ungarn suggerieren sollten, war, dass wir mit unserer Flüchtlingspolitik die besseren Menschen sind. Und so wurde jede vernünftige Kritik an dieser Politik schon im Keime erstickt. Wenn wir ehrlich gewesen wären, hätten wir uns an die eigene Nase fassen und zugestehen müssen, dass wir in Ceuta und Mellila viel schlimmere Zäune errichtet haben als Orban.
Inzwischen hat auch Österreich in Spielberg einen Zaun gebaut und andere Staaten wollen folgen. Auch Dänemark und Schweden haben sich abgeschottet. Aber diese Länder werden nun nicht so behandelt wie Orban.

Unglaublich: Obama liefert Waffen an den Dschihad

Amerikanische Regierungsvertreter bestätigen, die Regierung Obama habe aus der Luft 112 Paletten Munition für dschihadistische Kämpfer in Syrien abgeworfen. Das sind 50 Tonnen!
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/kurt-nimmo/obama-wirft-5-tonnen-munition-fuer-dschihadisten-ab-die-gegen-russland-und-die-syrische-armee-kaem.html
Die amerikanische Politik wird immer wirrer: Erst hat man versucht, Soldaten gegen Assad auszubilden, aber die haben ihre Waffen an den IS verkauft und sind übergelaufen. Nun beliefern die Amis den Dschihad direkt. Hauptsache es geht gegen Assad, denn der wird von den Russen unterstützt. Da haben wir jetzt eine merkwürdige Konfrontation: Auf der einen Seite Assad, der mit Gas gekämpft hat und von den Russen unterstützt wird, und auf der anderen Seite die Kopfabschneider, die von Obama bewaffnet werden. Ob unsere Regierung immer noch vorbehaltlos zu Obama steht?

Macht es Putin besser?

Wir sind jetzt 14 Jahre in Afghanistan und viele Soldaten haben dort ihr Leben gelassen. Aber was haben wir erreicht? Ständig hören wir etwas von neuen Attentaten und die Taliban hatten gerade erst Kundus eingenommen, wo die Bundeswehr aufgeräumt hatte. Die Massen fliehen aus Afghanistan zu uns nach Deutschland. Man muss zugeben: Wir haben nichts erreicht.
Wenn nun Putin in Syrien eingreift, ist es eine Chance, dass jedenfalls dort etwas geschieht. Die Amerikaner haben dort ja eine totale Pleite erlebt: Ihre Bombardierungen haben nichts genützt. Und die Ausbildung und Bewaffnung von Soldaten haben nur bewirkt, dass diese ihr Kriegsmaterial an den IS verkauft haben. Man kann sagen: Die Amis haben eine halbe Milliarde in den Sand gesetzt.
Putin setzt auf Assad. Der Westen rümpft die Nase und findet, dass er mit einem Verbrecher sympathisiert. Aber vielleicht hat er Recht: Besser ein stabiles Regime mit Assad, der ja dann unter Aufsicht Russlands agieren müsste, als solche Verhältnisse wie jetzt. Ich glaube, es ist ähnlich wie im Irak: Die Amerikaner würden wohl viel dafür geben, dass sie die Zeit zurück drehen und Saddam Hussein wieder haben könnten, wo jedenfalls stabile Verhältnisse herrschten.