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Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften.

Wer ist schlechter dran: der Kassenpatient, für den der Arzt keine Zeit hat, oder der Privatpatient, der von vielen Ärzte als Einkommensquelle betrachtet wird und der daher oft mehr über sich ergehen lassen muss, als nötig wäre?


Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke. Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/

Ärzteumfragen (Lungenfachärzte, Homöopathen, Impfgegner)


Die Umfrage unter Lungenfachärzten, die gerade Aufsehen erregt, wirft die Frage auf, ob es sich dabei um eine gezielte Aktion der Autoindustrie handelt. Man fragt sich allerdings auch weiter, ob ein einzelner Pneumologe den Überblick hat, den Wissenschaftler bei einer Erhebung über große Zahlen gewonnen haben. Und ist es überhaupt von Bedeutung, wenn nicht einmal 3% eine andere Meinung vertreten als der Rest? Man tut ja fast so, als würden diese 3% die gesamten internationalen Untersuchungen aus den Angeln heben.
Warum macht man nicht mehr solche Erhebungen? Es wäre ja auch mal interessant, wenn man die Ärzteschaft fragen würde: Wie viele halten Honöopathie für Scharlatanerie?
Oder: Wie viele Impfgegner gibt es unter den Ärzten? Ich habe einmal von einem Krebsarzt gehört, dass Kinderkrankheiten mit hohem Fieber die Immunabwehr stärken und die Entstehung von Krebs verhüten würden. Wenn also vielleicht 3% der Ärzte Impfgegner wären: Was würde da wohl passieren? Man würde wahrscheinlich prüfen, ob denen die Zulassung entzogen werden muss.

Gesundheit? Unsere verkommene Medizin

So kann es doch nicht weiter gehen!
Wir geben 11,3 % unseres Bruttoinlandsprodukt für die Gesundheit aus und liegen damit auf Platz 4 der reichen Länder, berichtet das Fachmagazin JAMA. Es kommt aber nicht viel dabei heraus, denn bei der Lebenserwartung liegen wir auf dem vorletzten Platz. Übrigens las ich einmal in einer erstaunlichen Statistik, dass die Lebenserwartung umso kürzer ausfällt, je größer die Arztdichte in einem Ort ist.
Was bei uns auffällt, ist die Tatsache, dass wir eine vergleichsweise hohe Zahl an teuren Untersuchungen wie Magnetresonanztomographie haben. Auch wird bei uns zwei- bis dreimal so oft an der Wirbelsäule operiert wie in Frankreich oder Großbritannien. Bei Prostataoperationen ist es ähnlich, ohne dass bei uns die Patienten deshalb länger leben würden. Man gewinnt den Eindruck, als würde die Medizin immer mehr kommerzialisiert, wie auch die überflüssigen Angebote von Igel-Leistungen zeigen.
Und dann freut man sich, wenn man mal einen Lichtblick sieht: Ärzte ohne Grenzen.

Lesen Sie auch: https://autorenseite.wordpress.com/2018/05/28/die-ausbreitung-der-schaebigkeit-in-deutschland/

Das hat mich entsetzt:


In den Fernsehnachrichten sah ich, wie hübsche Koreanerinnen in Tracht die Medaillen überreichten. Bei der Gelegenheit wurde berichtet, dass sich jede 2. Koreanerin mindestens einmal einer Schönheitsoperation unterzieht, um beruflich Erfolg zu haben.
Das kann ja heiter werden, wenn dieser Trend (oder soll man sagen: Zwang?) sich auch bei uns durchsetzt. Wird dann der Personalchef von Aldi vielleicht sagen: „Bevor Sie bei uns an der Kasse sitzen dürfen, lassen Sie sich erst mal operieren?
Wir kaufen ja bei den verschiedensten Geschäften ein und stellen manchmal fest, dass es ein ungesunder Job ist, dort an der Kasse zu sitzen. Viele Frauen scheinen dabei vom vielen Sitzen dick zu werden. Bisher dachte ich, dass dagegen auch keine Schönheitsoperationen helfen können. Aber seit ich gesehen habe, was Schönheitschirurgen aus manchen Frauen gemacht haben, beispielsweise aus der Tochter von Roberto Blanco, muss ich sagen: Da kann ich nur staunen.
Noch mehr aber staune ich darüber, wie die schönheitsdurstigen Damen die Risiken der Operationen ausblenden können. Manchmal liegt das aber auch an der Art, wie Ärzte aufklären:
„Wenn ein betrunkener Arzt in Afrika einen Fehler macht, müssen wir wegen der Juristen darüber aufklären, dass so ein Fehler passieren kann.“
Seit ich einen topfitten Freund bei einer harmlosen Knie-OP verloren habe, denke ich da ein bisschen anders.

Der arme Privatpatient


Als Beamter bin ich Privatpatient
leider. Die SPD will ja die Zweiklassenmedizin abschaffen, denn es macht sich beim Wähler gut, wenn man anderen vermeintliche Vorteile wegnimmt („Neiddebatte“).
Der einzige Vorteil, den ich als Privatpatient beinahe im Krankenhaus einmal gehabt hätte, war dieser: Eine Schwester kam und entschuldigte sich: Sie habe vergessen, dass ich Privatpatient sei und deshalb nachmittags ein Stück Kuchen hätte bekommen sollen.
Bei Arztterminen muss ich genauso warten wie Kassenpatienten. Für meine alljährliche Herzuntersuchung muss ich mich sogar ein Vierteljahr vorher anmelden. Vielleicht liegt das ja daran, dass ich in Bayern auf dem Lande wohne und die Ärzte dort doch darauf bedacht sind, auf ihren Ruf zu achten.
Eine Ausnahme habe ich allerdings einmal erlebt: Ich wurde um 7.55 Uhr in eine Praxis bestellt und wunderte mich über diese merkwürdige Uhrzeit. Hinterher staunte ich, dass dafür eine Nachtdienstgebühr berechnet wurde.
Als Privatpatient muss ich immer Angst haben, dass mir zu viel aufgeschwatzt wird. Manchmal ist es ja erschreckend, was dabei herauskommt, wenn man sieht, wie unterschiedlich die Medizin in verschiedenen Ländern ist: Beispielsweise werden in Deutschland unglaublich viel mehr Prostata-Operationen durchgeführt als in Frankreich, ohne dass sich signifikante Unterschiede in der Sterberate ergeben würden. Auch bei den kostenträchtigen Gelenk- und Wirbelsäulen-Operationen fragt man sich, warum wir hier mit Abstand Spitze sind.
Auch ich wäre beinahe ein Opfer der Gebührenschinderei geworden: Wenn ich auf einen Orthopäden gehört hätte, hätte ich vor ca. 20 Jahren auch ein künstliches Knie bekommen: Ich hatte Probleme mit einem Muskelfaserriss und der Arzt schlug mir vor ein neues Kniegelenk einzusetzen, “weil dies die Gesamtsituation verbessern würde“.
Als Privatpatient muss man immer Angst vor überhöhten Rechnungen haben. Nur ein Beispiel: Meine Frau ließ sich die Ohren ausspülen. Hinterher bekam ich eine saftige Rechnung über eine Ohrenoperation. Ich hielt das für ein Versehen und rief an. Der Ohrenarzt klärte mich auf: Weil bei der Spülung Hautpartikel mit abgingen, sei das nach der Gebührenordnung als Operation zu bewerten.
Ich könnte ein ganzes Buch mit dem Titel „Der verarschte Patient“ schreiben.
Also liebe Leser, als Privatpatient ist man auch nicht zu beneiden.
Bleiben Sie lieber gesund!

 

Sind deutsche Ärzte nicht gut genug?

Blöde Frage, werden Sie sagen: Hat nicht gerade ein deutscher Arzt den Nobelpreis für Medizin bekommen? Sicherlich, aber der Mann lebt und wirkt seit 30 Jahren in den USA. Sein Nobelpreis ist also durch die amerikanischen Forschungsmöglichkeiten bedingt und ist so gesehen eigentlich der amerikanischen Medizin zuzurechnen. Der Mann ist übrigens amerikanischer Staatsbürger und weiß offenbar nicht recht, ob er außerdem noch Deutscher geblieben ist.
Und wenn nun der Fußballer Badstuber nach Colorado (USA) geflogen ist, um sein Kreuzband operieren zu lassen, so fragen wir uns nun doch, ob die deutsche Medizin hinterher hinkt, wenn sie eine solche Routineoperation wie die des Kreuzbandes nicht so gut hin bekommt wie die Ärzte in Colorado. Das ist nicht der einzige Fall, in dem Deutsche eine amerikanische Klinik aufsuchen. Wer ist nicht schon alles in der Majo-Klinik operiert worden? Übrigens arbeitet diese weltberühmte Klinik nicht profitorientiert! So etwas gibt es auch noch auf dieser Welt!
Abschließend noch eine Bemerkung: Wie es um die Wissenschaft in Deutschland und Europa steht, wird immer wieder bei der Verleihung der Nobelpreise offenbar. Deutschland war einmal führend und nun kann es sich nur noch darüber freuen, dass ein aus Deutschland stammender Mediziner bei den Ausgezeichneten ist. Auch die Österreicher sind in der selben Situation. Sie sind stolz darauf, dass ein in Wien gebürtiger Mann den Chemie-Nobelpreis gewonnen hat.
Wir aber fragen uns: Ist Europa ein so schlechtes Pflaster für hervorragende Wissenschaftler, dass die lieber in die USA gehen?

Jammerlappen oder Profiteure: die Ärzte

Immer wenn es über die Ärztehonorare verhandelt wird, hebt ein gewaltiges Lamento der Weißkittel an. Man könnte fast meinen, sie wären am verhungern und das deutsche Gesundheitswesen würde zusammenbrechen. Nun aber hören wir, dass die Ärzte nicht nur zu den Spitzenverdienern gehören, sondern auch mit das größte Einkommensplus erzielt haben:
Ein niedergelassener Arzt erzielte im Jahr 2007 noch einen Reinertrag von 11.833 Euro im Monat, aber im Jahr 2011 erreichte er bereits 13.833 Euro, also ein Plus von 17 Prozent.
Nicht nur dies stört mich, sondern die Tatsache, dass die Honorare der Privatpatienten von 2007 auf 2011 sogar um 32 Prozent angestiegen sind. Die Privatpatienten sind auch nicht kränker als die Kassenpatienten: Sie werden aber offenbar im Verhältnis noch mehr abkassiert.

Die deutschen Ärzte sind die schlimmsten

Die deutschen Ärzte sind Weltmeister im Operieren. Aber die Deutschen sind deswegen nicht gesünder als beispielsweise die Franzosen, Spanier und Österreicher, die alle länger leben als wir.
Ist den deutschen Ärzten die Ethik abhanden gekommen, indem der Patient zur bloßen Geldquelle geworden ist? Ich habe dies selbst erlebt: Bei einem kleinen Eingriff, der normalerweise ambulant in Narkose gemacht wird, musste ich über Nacht in der Klinik bleiben, damit diese ihre Fallpauschale bekam.
Ein anderes Beispiel erlebte ich beim Orthopäden, der mich für 7.55 Uhr in die Praxis bestellte (wegen des Nachtzuschlags). Mein operierter Muskelriss im Oberschenkel hatte mir Probleme gemacht. Daraufhin riet mir der Arzt zu einem neuen Knie. Auf meine Frage, welcher medizinische Zusammenhang denn da bestehe, erklärte er mir, die Erfahrung hätte gezeigt, dass ein neues Knie die Gesamtsituation verbessere also auch die Muskelprobleme. So blöd war ich denn doch nicht, so etwas zu glauben.
Wie unsinnig viele Operationen bei uns sind, belegt besonders die Situation bei Prostataleiden. Während bei uns sehr viel operiert wird, ist es in Frankreich ganz anders, ohne dass die Sterblichkeitsrate bei dieser Krankheit dort höher wäre.
Bevor Sie sich unters Messer legen, überlegen Sie sich das gut! Es geht um Ihre Gesundheit und um Ihr Leben.