Schlagwort-Archive: Arroganz

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften. Heute mal ganz einfach:

Je höher einer die Nase trägt, umso schlimmer wird es, wenn er darauf fällt.“

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Söder und die Dankbarkeit


Söder sagte gerade:„Wir sorgen dafür, dass Bayern finanziell stabil ist, wir sorgen über den Länderfinanzausgleich dafür, dass jedes Jahr sechs bis acht Milliarden Euro an andere Länder gehen, die sich finanziell sonst nicht über Wasser halten können. Das hätte etwas mehr Dankbarkeit verdient.“
Da ist er im Wahlkampf mal wieder in ein Fettnäpfchen getreten. Diese Arroganz wird sich im Wahlkampf nicht auszahlen. Hat der Mann denn keine Berater, die ihm Tipps geben?
Was die Dankbarkeit angeht, frage ich mich, wie die aussehen soll? Sollen die Ministerpräsidenten der Empfängerländer jedes Jahr mit einem Blumenstrauß im der Bayerischen Staatskanzlei erscheinen und „Danke!“ sagen?
Und Söder vergisst in seiner Überheblichkeit, dass auch er sich bedanken müsste. Schließlich ist Bayern einmal durch die Hilfe anderer Länder vom Agrarland zum High-Tech-Land geworden und steht deshalb heute so gut da.
Wenn Söder Dankbarkeit einfordern wollte, dann sollte er sich vielleicht einmal an die Flüchtlinge wenden, aber das ist wohl ein zu heißes Eisen im Lande der Gutmenschen. Dann würde er hören müssen, dass die Aufnahme von Flüchtlingen keine Wohltat ist, sondern Erfüllung einer Verpflichtung.
Außerdem ist es in unserer Zeit sowieso nicht mehr üblich, „Danke!“ zu sagen:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/09/21/welttag-der-dankbarkeit-world-gratitude-day/

VW oder die Arroganz der Macht


VW wehrt sich durch alle Instanzen dagegen, dass ein Sonderermittler untersucht, ob sich das Werk gegenüber seinen Aktionären schadensersatzpflichtig gemacht hat. Die heutigen Pressekommentare zu diesem Thema lassen den wichtigsten Aspekt außer Betracht:
Der VW-Vorstand hat offenbar in seiner Arroganz völlig übersehen, dass die Aktionäre Eigentümer des Unternehmens sind, bei dem sie angestellt sind. Sie verhalten sich damit so ähnlich, wie der Geschäftsführer einer Firma, der dem Unternehmer verwehrt, nach dem Rechten zu sehen.
Wie abgehoben die Führungskräfte von VW sind, wurde auch offenbar, als einer ihrer Manager nach Florida in Urlaub flog und dort zu 7 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Hatte der Mann überhaupt kein Unrechtsbewusstsein oder meinte er, dass er als „hohes Tier“ quasi wie ein Diplomat Immunität genießen würde? Vielleicht hatte er aber ein typisch deutsches Rechtsbewusstsein: Beim ersten Mal gibt’s sowieso Bewährung.

Sind wir so gescheit, dass wir es uns leisten können, blöde zu sein?

Nehmen wir mal VW als Beispiel: Das Unternehmen hat es zum größten Autohersteller der Welt gebracht. Das ist eine geistige Leistung, die wir bewundern. Und man fragt sich, wie kann so ein Werk so blöde sein, sich einen Abgasskandal zu leisten? Es konnte doch nicht verborgen bleiben, dass bei den Abgaswerten etwas nicht stimmt. Irgendwo auf der Welt musste doch jemand auf die Idee kommen, die Werte nachzuprüfen. Aber die Autoindustrie ist von der Politik so gehätschelt worden, dass sie sich sozusagen sakrosankt gefühlt hat. Sie hat es ja durchgesetzt, dass beim Benzinverbrauch der Fahrzeuge völlig irreale Werte angegeben werden dürfen, weil nicht der normale Verbrauch gemessen wird, sondern ein praxisferner, der nur unter bestimmten Bedingungen erreicht wird. Und wenn man schon beim Benzinverbrauch ein bisschen mogeln kann, warum dann auch nicht bei den Abgaswerten? Die Arroganz der Autounternehmensmanager ließ sie gar nicht auf die Idee kommen, was passieren könnte, wenn es so läuft, wie es nun gekommen ist. Wie blöde muss man sein, um so ein Risiko einzugehen?
Vielleicht diente ja auch die Atomindustrie als Vorbild. Dort sahen wir „dasselbe in grün“. Man baute Atomreaktoren, obwohl das Risiko von GAUs (größte anzunehmende Unfälle) genau berechnet worden war und man von vornherein nicht wusste, wohin mit dem Atommüll. „Das ist, als wenn man ein Flugzeug fliegen lässt und keine Landebahn gebaut hat“, sagte ein Gegner. Und als die vorher berechnete GAUs sich dann in Tschernobyl und Fukushima ereigneten, stieg man aus dieser Technik wieder aus. Wie viel Geld ist da wohl völlig nutzlos „verbraten“ worden. Und es geht ja noch weiter, wenn der ganze Müll eingelagert werden muss.