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Die Ausbreitung der Schäbigkeit in Deutschland

Die Fahnen hier sollten eigentlich auf Halbmast gesetzt werden.

Trigema-Chef Grupp ist einer der Menschen, die mir in Deutschland am meisten imponieren. Er sagte neulich einen Satz, den ich nicht mehr wörtlich zitieren kann, der aber wach rütteln sollte: „Es ist schäbig, dass es in Deutschland überhaupt eines Mindestlohns bedarf.“
Noch schäbiger aber ist, dass immer mehr Unternehmer sich sogar noch um den Mindestlohn herum drücken. Das geht etwa so, dass Reinigungskräfte, die in einem Krankenhaus arbeiten, nicht nach Stunden, sondern nach gereinigten Zimmern bezahlt werden. Wie sehr solche Unsitten um sich greifen, belegt die Tatsache, dass die deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr wegen Verstößen gegen den gesetzlichen Mindestlohn 4,2 Millionen Euro Bußgelder zahlen mussten. Allein in Schweinfurt wurden 180 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Eine Befragung des DIW hatte für das Jahr 2016 ergeben, dass insgesamt 1,8 Millionen Arbeitnehmer nicht den gesetzlichen Mindestlohn erhielten. So schäbig sind viele deutsche Unternehmer – krank vor Geldgier!

Schlimme Nachrichten

Gestern kamen wieder schlimme Nachrichten wie die Tage zuvor:
Besorgniserregend ist die Zunahme der Mehrfachbeschäftigungen. Die Tendenz zu mehreren Jobs setzt sich seit Jahren fort. Vor zehn Jahren, im Juni 2007, waren es 2,18 Millionen Multi-Jobber. Im Juni 2016 gab es bundesweit 3,13 Millionen Mehrfachbeschäftigte, im Juni 2017 waren es bereits 3,26 Millionen.
Kein Wunder, dass die
Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen zu nahmen. Zwischen 2012 und 2016 ist die Zahl der stressbedingten Fehltage von knapp 20 Millionen pro Jahr auf mehr als 30 Millionen gestiegen.
2,2 Millionen Arbeitnehmer werden um den Mindestlohn betrogen. Beispielsweise werden Reinigungskräfte im Krankenhaus nicht nach Stunden, sondern nach gereinigten Zimmern bezahlt.  Was haben wir nur für schäbige Arbeitgeber!
Kriminalstatistik: Bei uns waren von 2957 Tatverdächtigen waren über die Hälfte (1577) Nichtdeutsche. Das entspricht 53,3 Prozent.
Hier noch eine herzzerreißende Geschichte über die neunjährige Isabel-Chantal, bei der das Hartz-IV-Geld nicht mal für eine Geburtstagsfeier reicht  (Laut Spahn keine Armut!)

Unsere armen Rentner und die schäbige Regierung

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Was haben wir nur für eine schäbige Regierung: Dauernd musste sie ermahnt werden, soziale Mindeststandards einzuhalten. So wurde sie von der OECD auf die steigende Armut, insbesondere bei den Kindern hingewiesen. Der IWF musste die Bundesregierung auffordern, für gerechtere Löhne zu sorgen:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/11/11/danke-mr-trump-2/
Die OECD hat die Bundesregierung auch auf die desaströsen Zustande bei den deutschen Renten hingeweisen müssen. Ausgerechnet in unserem reichen Land gibt es keine Mindestrente, die verhindert, dass Geringverdiener auf Sozialhilfeniveau absinken.
Und noch etwas ist unerträglich: Im OECD-Durchschnitt betragen die Renten 73 % des Lohns, bei uns dagegen nur 47,9 %. Und was schreibt die „Zeit“ dazu? Typisch Mainstream:
„ Deutschland holt im internationalen Vergleich bei der Beschäftigung Älterer auf. Eine OECD-Studie sieht das positiv.“
http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-12/rente-studie-eintrittsalter-ungleichheit-altern-oecd
Wieso „positiv“? Die OECD meint das Wort „positiv“ nämlich nicht aus der Sicht der Rentner, sondern aus der Sicht der Kassen. Positiv ist es nicht, dass viele Arbeitnehmer bei uns bis an den Grabesrand arbeiten müssen, weil die Rente nicht reicht. Deshalb sind wir bei der Zunahme der Arbeit von Alten traurige Weltspitze.
Oskar Lafontaine sagte einmal, er wundere sich, dass es in Deutschland keinen Aufstand geben würde, weil die österreichischen Rentner durchschnittlich 800 Euro mehr im Monat bekommen würden als die Deutschen. Die Österreicher haben zwar ein höheres Bruttosozialprodukt pro Kopf (50.000 Dollar; bei uns: 45.000 Dollar; wieso eigentlich haben die mehr?) Jedenfalls rechtfertigen diese Unterschiede keine so großen Differenzen bei den Renten. Schließlich zahlen wir ja im Gegensatz zu den Österreichern eine Ökosteuer auf Benzin, die ja eigentlich den Renten zugute kommen sollte.
Warum schlucken die Deutschen diese Zustände? Sind wir Deutschen dümmer als die Österreicher? Bekanntlich sind ja die Österreicher jenes gescheite Volk, das der Welt weis macht, dass Hitler ein Deutscher und Beethoven ein Österreicher war.
Aber auch wenn die Deutschen nicht so gescheit sein sollten: Warum schlucken sie es, dass sie einem Alter in Armut entgegen gehen? Das fragt nicht nur Oskar Lafontaine, sondern auch ich habe hier schon häufig dieselbe Frage gestellt. Mich wundert nicht, dass Theorien aufkommen wie die, dass die Bevölkerung durch Chem-Trails ruhig gestellt würde, die von Flugzeugen mit den Kondensstreifen abgelassen würden. „Deutschland erwache!“, habe ich hier schon öfter mit Kurt Tucholsky ausgerufen:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/02/08/aufschwung-a-la-merkel/
Der Deutsche ist zum verschlafenen Gutmenschen verkommen, der sich wohl fühlt, obwohl es ihm immer schlechter geht. Es gab einmal eine Zeit, in der das Einkommen des Mannes ausreichte, um eine Familie zu unterhalten, und in der alte Rentner nicht aus Geldmangel ihre Wohnung in der Stadt aufgeben mussten.
Die Deutschen werden von der Regierung damit eingelullt, dass ihnen gesagt wird, dass immer weniger junge Arbeitnehmer für immer mehr alte Rentner sorgen müssten. Dabei wird aber verschwiegen, dass sich die Produktivität der Arbeitnehmer entsprechend vervielfacht hat: Wo früher in den Autowerken Schweißerkolonnen arbeiteten, erledigen dies heutzutage Roboter.
Nicht an der Alterspyramide liegt also die Ursache für die Armut der Rentner, sondern daran, dass „die da oben“ immer mehr absahnen:
Der Deutsche steht nicht dagegen auf, dass Leute wie Winterkorn das 170-fache eines normalen Arbeitnehmers bekommen oder dass die VW-Vorständin Christine Hohmann-Dennhardt mindestens zwölf Millionen Euro bekommt – dafür, dass sie nach einem Jahr bei VW schon wieder geht, ohne dass sie wegen parteischädigenden Verhaltens von der SPD ausgeschlossen wird.
Übrigens finde ich, dass wir endlich wieder einmal streitbare Kardinäle bräuchten, die den Regierenden so richtig die Leviten lesen würden.  Die Zustände, die die Regierung unter Beteiligung christlicher und sozialer Parteien zu verantworten hat, müssen mit Nachdruck bekämpft werden. Wie wäre es denn, wenn die Bischofskonferenz beschließen würde, den C-Parteien zu verbieten, das Wort „Christlich“ im Namen zu führen?
https://autorenseite.wordpress.com/2017/12/06/zitat-zur-rentenpolitik/

Lesen Sie hierzu bitte auch den gestrigen Beitrag!

 

Es geht weiter bergab mit uns

Wenn Sie auf dieser Seite nach „bergab“ googeln, werden Sie viele aufschlussreiche Beiträge finden. Manchmal vollzieht sich allerdings der Abstieg so, dass er praktisch nicht als Einkommensverlust erfasst wird. Da die Wohnungen in verschiedenen Städten für die Normalbürger unerschwinglich teuer geworden sind, pendeln 60% der Arbeitnehmer aus dem Umland in die Städte. Die Zahl der Pendler wird immer größer und die durchschnittlichen Pendel-Entfernungen werden immer länger. So betrug die Länge des einfachen Arbeitswegs im vergangenen Jahr im Schnitt 16,91 Kilometer, im Jahr davor waren es 16,76, 1999 nur 14,59 Kilometer.
Wer pendeln muss, hat weniger Geld zur Verfügung. Aber dieser Einkommensverlust wird nicht richtig statistisch erfasst: Weil die Arbeitnehmer immer weiter hinaus ziehen müssen, um billiger wohnen zu können, steigen ihre Ausgaben für die Miete statistisch gesehen nur wenig. Und dass sie mehr Auto fahren müssen, läuft in der Statistik unter Privatvergnügen.
Tatsächlich ist aber jeder Kilometer, der auf dem Weg zur Arbeitsstelle gefahren werden muss, mit mehr Ausgaben verbunden. Und je mehr gefahren werden muss, um so mehr Staus bilden sich und die kosten mehr Lebenszeit und das ist gravierender als die damit verbundenen Mehrausgaben.
Am schlimmsten an der derzeitigen Lage aber ist, dass die Alten aus ihrem gewohnten Umfeld vertrieben werden, weil sie sich die Wohnung, in der sie fast ihr ganzes Leben verbracht haben, nicht mehr leisten können. Auch diese armen Menschen sind im Grunde genommen Flüchtlinge – wenn auch im eigenen Land.

Kein Aufschrei in Deutschland!

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Die Hans-Böckler-Stiftung hat eine lesenswerte, brisante Statistik vröffentlicht. Demnach hat sich die Erwerbsarmut in den letzten 10 Jahren in Deutschland verdoppelt:
https://www.boeckler.de/109849_109869.htm
Heute sind also doppelt so viele Arbeitnehmer trotz Arbeit arm wie vor 10 Jahren. Sollte da nicht ein Aufschrei durch Deutschland bzw. durch die Medien gehen? Warum sind wir nicht wie andere Länder (Niederlande, Polen…) in der Lage, die Verarmung der Arbeitnehmer zu bremsen?
Wenn Sie es noch nicht gemerkt haben:
Es geht überhaupt ständig bergab mit uns:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/07/03/es-geht-rapide-bergab-mit-uns/
Es kann ja nicht bergauf gehen, weil wir wissenschaftlich hinterher hinken:
https://autorenseite.wordpress.com/?s=universit%C3%A4t
Und den Bergab-Trend bekommen natürlich diejenigen zuerst zu spüren, die die schwächsten sind: die Arbeitnehmer. Aber die sind brav und wählen trotzdem mehrheitlich CDU/CSU. Nur ein paar werden böse, wie sich beim G20-Gipfel zeigte: Sie demonstrierten in Hamburg und bei nicht wenigen steigerte sich der Zorn in blindwütige Raserei.

Gedanken zum Tag

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Ich denke mir gerade:
So sieht der ständige „Aufschwung“ aus: Wir haben es fertig gebracht, dass ein erheblicher Teil der Arbeitnehmer vom Einkommen nicht leben kann und „aufstocken“ muss. Und wir bringen es fertig, dass große Teile der Bevölkerung von ihrer Rente in Zukunft nicht mehr leben können.

Viele Trumps auch bei uns!

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Man kann es sich kaum vorstellen, dass ein Milliardär wie Donald Trump es fertig gebracht hat, keine Steuern zu zahlen. Aber der Mann hat ja recht: Wenn die Gesetze so blöde sind, wäre man ja dumm, wenn man das nicht ausnutzen würde. Das tut sogar die Katholische Kirche.
Wenn Sie meinen, dass es jedenfalls normalerweise bei uns anders ist, täuschen Sie sich. Man hat einmal recherchiert, wie hoch das Steueraufkommen in den Finanzbezirken ist, in denen die reichsten Deutschen wohnen. Dabei kam heraus, dass es sich dem Steueraufkommen nach auch um Armenviertel hätte handeln können.
Warum tut keiner was dagegen, dass die Reichen immer reicher werden? Warum wird es hingenommen, dass früher die Unternehmer die finanziellen Stützen des Staates waren und nun die Arbeitbehmer die Hauptsteuereinahmen des Staates bezahlen?

In den Salzburger Nachrichten lesen wir:  Die obersten Einkommensbezieher (knapp über 400.000 Euro jährlich) lieferten auch die stärkste Auffälligkeit: Während die Steuerlast bei der großen Masse der Einkommen (zwischen knapp 20.000 und 80.000 Euro pro Jahr) nämlich zwischen 35 und 40 Prozent liegt und danach auf bis zu 47 Prozent ansteigt, sinkt die Belastung der obersten Einkommen wieder auf 40 Prozent. Dies u.a. deshalb, weil für diese Gruppe die niedrig besteuerten Kapitaleinkommen eine deutlich größere Bedeutung haben. http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/wirtschaft/sn/artikel/spitzenverdiener-zahlen-laut-studie-weniger-steuern-218609/http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/wirtschaft/sn/artikel/spitzenverdiener-zahlen-laut-studie-weniger-steuern-218609/http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/wirtschaft/sn/artikel/spitzenverdiener-zahlen-laut-studie-weniger-steuern-218609/
In Deutschland wird es ähnlich oder noch schlimmer sein.

SPD rutscht unter 20 %

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SPD rutscht unter 20 %. Das prophezeie ich nun, seit ich gelesen habe, welchen Unsinn Justizminister Maas verbreitet: Schreiten Sie ein, Herr Gabriel!
Pfeifen Sie Ihren Genossen Maas zurück. Der Mann weiß nicht, von was er redet. Leider liest er meine Aphorismen nicht. Dort hätte er vorgestern lesen können:

Manchmal kann es ein Fortschritt sein, einen Schritt zurück zu machen.

Und dann wäre er nicht so unbedacht gewesen, wie nun überall zu lesen ist: Er hat der AfD vorgeworfen, ein „Deutschland von vorgestern“ zu wollen. Er hat anscheinend nicht begriffen, dass das Deutschland von vorgestern gar nicht so schlecht war:

Da gab es einen Babyboom, weil die Bürger sichere Arbeitsplätze hatten und hoffnungsvoll in die Zukunft blickten.
Da genügte in der Regel das Einkommen des Mannes, um eine Familie zu ernähren.
Da konnten es sich auch alte Leute mit ihrer Rente leisten, in ihrer Wohnung in der Stadt zu bleiben, weil die noch nicht vom gemeinnützigen Vermieter an Spekulanten verkauft worden war.
Da wurde die Steuerlast hauptsächlich von den Unternehmen getragen und nicht von den Arbeitnehmern, die nun sogar gezwungen werden, ihrerseits die Unternehmen trotz deren Milliardengewinnen zu subventionieren.
Da wurden Einkommen aus Arbeit noch geringer besteuert als solche aus Kapitalvermögen.
Da konnte man noch fürs Alter sparen und das angesparte Kapital vermehrte sich durch Zinsen, während nun die Alten bestohlen werden: Jeder Haushalt hat in den letzten 10 Jahren über 20.000 Euro verloren: https://autorenseite.wordpress.com/2016/05/09/warum-die-afd-gross-wird/
Da wurden die Bürger nicht mit der Riesterrente hinters Licht geführt.
Da wurden die Rentenkasse nicht zu sachfremden Zwecken geplündert, so dass nun die Altersarmut vorprogrammiert ist.
Da konnten es sich die Arbeitgeber noch nicht leisten, sich in die Rentenangelegenheiten der Arbeitnehmer einzumischen und eine niedrigere Altersrente fordern: http://www.heimatzeitung.de/nachrichten/ticker/2076058_Arbeitgeber-Rentenniveau-muss-weiter-abgesenkt-werden.html
Da war die SPD noch eine Arbeiter- und keine Kapitalisten-Partei.

Ach, da gäbe es so vieles, was vorgestern besser war.
Also erst Gehirn einschalten und dann reden, Herr Maas! Mit ihren Äußerungen schaffen Sie es, die SPD noch unter 20 % zu drücken.

Die schleichende Verschlechterung

Ich habe mich hier ja schon öfter damit befasst, dass alles immer schlechter wird. Aber diese Verschlechterung kommt in homöopathischen Dosen und findet auf den verschiedensten Bereichen statt: im Gesundheitswesen, bei den Einkommen oder bei der Enteignung der Sparguthaben: So hat beispielsweise jeder Haushalt in 10 Jahren einen Wertverlust von 20.000 Euro erlitten, um nur ein Beispiel zu erwähnen. Der Bürger wird systematisch enteignet und muss für die Enteignung sogar noch Steuern zahlen, wenn er entsprechende Zinseinkünfte hat. All dies wird überspielt durch das ständige Getöse vom „Aufschwung“, von dem der schlichte Bürger nichts hat.
https://autorenseite.wordpress.com/2016/01/19/die-blutsauger-sind-unter-uns/
Auch jetzt sehen wir gerade hier wieder, wie sich die Situation der Arbeitnehmer verschlechtert hat:
Die Bundesagentur für Arbeit zählte im letzten Jahr 50 293 Betriebe, die Arbeitnehmer an andere Unternehmen „verliehen“, wie sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion ergibt. Das ist gegenüber dem Jahr 2013 eine Steigerung von 7 %, denn damals waren es noch 46 755 Firmen. Dementsprechend hat sich die Zahl der Leiharbeiter von 867 500 im Jahr 2013 auf rund 961 000 in 2015 erhöht.
Ähnliche Beiträge:
https://autorenseite.wordpress.com/2015/10/14/aufschwung-abschwung-20760149/
https://autorenseite.wordpress.com/2015/10/22/geht-bergab-deutschland-20766607/
https://autorenseite.wordpress.com/2016/01/18/wie-recht-zu-unrecht-wird/