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Müssten wir nicht eigentlich weniger arbeiten?

Ich bin ein schlichter Denker. Und manche Entwicklungen sind mir daher unbegreiflich: Ich will es an einem einfachen Beispiel zeigen:
Wenn ein Bauer nicht mehr wie früher mit einem Ochsengespann gepflügt hat, sondern sich einen Traktor gekauft hat, brauchte er weniger Zeit zum Pflügen. Er hatte also mehr Freizeit.
Ähnlich müsste es auch bei den Arbeitern sein: In den Autowerken schweißten früher ganze Kolonnen die Autos zusammen. Heute wird das auf Fertigungsstraßen mit Robotern gemacht. Müssten die Arbeiter in den Autowerken nicht auch mehr Freizeit haben?
Stattdessen wird der Druck bei der Arbeit immer größer, so dass sich die Burn-Out- Erkrankungen binnen 10 Jahren verdoppelt haben. Wie kann das sein?
Es liegt daran. dass die „hart arbeitenden Menschen“ vom Fortschritt kaum profitieren, denn der Gewinn aus dem Fortschritt wird „von denen da oben“ abgesahnt. Und die Menschen lassen sich das gefallen, wenn man ihnen nur „ein paar Kröten“ mehr zukommen lässt, die zur Zeit nicht einmal die Inflation ausgleichen.
Ich habe hier schon diese Entwicklung beschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/01/11/der-merkelismus-oder-das-reichtumsfoerderungsprinzip-raubtierkapitalismus/
° Müssen Topmanager wirklich durchschnittlich das 53-fache ihrer Angestellten verdienen? Das Missverhältnis der Einkommen reicht bis zum 432-fachen.
https://autorenseite.wordpress.com/2020/11/10/der-andere-gefaehrlichere-klimawandel-der-gesellschaftliche/
In den 60-er Jahren verdienten die Manager „nur“ das 16-fache ihrer Angestellten und Arbeiter. War das nicht mehr als genug?“
Wir leben im „Zeitalter der sanften Versklavung“, nur fragt sich, wie lange die Menschen das ertragen. Zur Zeit nimmt man ihnen sogar die Sicherheit im Alter. Nur merken das die Jüngeren noch nicht, denn das Alter liegt für sie in weiter Ferne.
Oft genügt dann ein kleiner Funke, um eine Revolte auszulösen: In der DDR wurde der Volksaufstand durch eine Erhöhung der Arbeitsnorm ausgelöst und auch für die Demonstrationen in Kasachstan gab es nur einen verhältnismäßig geringfügigen Anlass.

Die Drohungen der Fleischindustrie

Mein Senf dazu:

Dass es so mit der Fleischindustrie nicht weiter gehen kann, habe ich hier schon beschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/05/14/fleischindustrie-ich-bin-entsetzt/
Nun will die Politik etwas ändern. Einen Anlauf dazu hat sie genommen und das hat gleich Proteste der Fleischindustrie hervor gerufen: Sie droht damit, ins Ausland zu gehen.

Warum eigentlich nicht? Wenn man schon hauptsächlich Ausländer beschäftigt, dann soll man halt auch dort hingehen, wo diese Arbeitskräfte zu Hause sind. Das wäre eine menschliche Gestaltung der Produktion. Da würden Familien nicht dauerhaft auseinander gerissen.
Ich kenne zum Beispiel eine große deutsche Firma, die einen Teil ihrer Produktion nach Tschechien ausgelagert hat, weil es dort viele tüchtige Mechaniker gibt, die geringere Löhne beanspruchen. Statt nun diese Leute hierher zu holen, ist das deutsche Führungspersonal nach Tschechien gegangen. Warum soll es bei der Fleischindustrie nicht auch so gehen können?

Im übrigen tut man immer so, als wäre es eine Katastrophe, wenn das Fleisch teurer würde. Ich bin ja nun schon sehr alt und ich habe mir bis zu meinem 30. Lebensjahr nur am Sonntag Fleisch gönnen können. Da haben wir uns dann immer auf den Sonntagsbraten gefreut. Wenn eine Frau gut kocht, vermisst man wochentags das Fleisch nicht. Im übrigen hört man ja auch immer wieder von den Ernährungswissenschaftlern, dass zu viel Fleisch gegessen wird.

Die Fleischindustrie könnte im übrigen genauso viel verdienen wie bisher, wenn die Produktion nicht nach dem billigsten Preis ausgerichtet wird, sondern nach der Qualität.

Was stimmt denn nicht an unserem Wirtschaftssystem?

Bei den Fleischfabriken ist zu Tage getreten, dass unser Wirtschaftssystem nicht richtig funktioniert. Wir sehen unhaltbare Zustände bei der Unterbringung der Arbeitskräfte. Dort sind Hotspots der Corona-Pandemie entstanden:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/05/14/fleischindustrie-ich-bin-entsetzt/
Ebenso unhaltbar ist die Preispolitik der Fleischfabriken, die den Bauern oft  Preise unter den Herstellungskosten diktiert. Deshalb wollen die Grünen anscheinend eine Art Planwirtschaft einführen und den Fleischpreis erhöhen.
Zunächst einmal müsste man natürlich die Unterbringung der Arbeitskräfte strenger kontrollieren und gegebenenfalls anders regeln.
Aber niemand fragt, wie es sein kann, dass die Fleischfabriken wie auch die Molkereien so niedrige Preise durchsetzen können. Man stelle sich vor, die Autofabriken bekämen für ihre Fahrzeuge auch nur den Herstellungspreis oder sogar weniger. Das würde niemals passieren. Warum ist es bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen anders? Müsste die Politik nicht da ansetzen?
Ist die Fleischindustrie vielleicht eine kartellartige Marktmacht, denen die Bauern nichts Vergleichbares entgegen setzen können?
Der Mensch braucht etwas zu essen und ist bereit, dafür einen angemessenen Preis zu zahlen. Bei allem, was er sonst kauft, zahlt er normalerweise Preise, die über den Herstellungskosten liegen. Warum funktioniert dieses System der sozialen Marktwirtschaft bei Fleisch und Milch nicht? Darauf müsste die Politik eine Antwort haben, die zur Lösung des Problems führen muss.

SPD: Wann versteht ihr das endlich?

Ich habe euch ja schon öfter hier Ratschläge gegeben, die ihr sonst bei Beratern teuer hättet erkaufen müssen:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/10/19/spd-endlich-aufwachen-genossen/
Vielleicht versteht ihr das so besser: Wenn ihr einen Partner habt, der euch dauernd betrogen hat: Würdet ihr ihn wieder akzeptieren, wenn er einen Neuanfang fordert? Sicher nicht!
So ähnlich ist es doch auch bei der SPD: Die hat die Interessen ihrer Hauptk
lientel, nämlich der Arbeiterschaft und der Mittelklasse schmählich verraten. Ich habe deshalb schon die Gründung einer neuen linken Partei vorgeschlagen:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/04/03/rpd-radikal-soziale-partei-deutschlands/
Warum habt ihr beispielsweise nicht durchgesetzt, was in Österreich normal ist:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/11/04/sind-die-oesterreicher-gescheiter-als-die-deutschen/
Und warum nehmt ihr euch nicht ein Beispiel an eurer eigenen Geschichte:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/10/01/wie-die-spd-ueberleben-kann/#respond
Auch heute sollte sich von der abgestürzten Alt-SPD eine neue SPD (NSPD) abspalten, die sich auf ihre traditionellen Werte zurück besinnt.

 

Es geht bergab mit uns in Deutschland

Dieter Nuhr machte sich in seiner letzten Sendung über die Deutschen lustig, die grundlos ständig jammern und Angst hätten. Er zählt offenbar nicht zu meinen Blog-Lesern. Sonst wüsste er, dass es ständig bergab geht. Ein Trend ist, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht – und keine Partei ändert daran etwas. Die Zahl der Armen wird immer größer. Im Jahr 2013 wuchs sie wieder um 300.000. Damit sind nun 20,3 % der Bevölkerung arm (EU-SILC). So etwas darf einfach nicht sein in einem Land, das Jahr für Jahr einen Aufschwung zu verzeichnen hat. Da müssten doch eigentlich die Armen immer weniger werden. Aber anscheinend ist es bei uns so, dass die oberen Zehntausend den Zuwachs für sich kassieren. Die Regierung lässt das zu, denn die Lobby steht dahinter. Die Gewerkschaften schlafen. Und das Volk wird ganz allmählich daran gewöhnt, mehr und mehr versklavt zu werden.
Wie wäre es denn, wenn wir nicht nur eine Schuldenbremse, sondern auch eine „Bergab-Bremse“ einführen würden, die Kriterien regelt, nach denen der Zuwachs verteilt wird. Könnte man nicht verlangen, dass die Einkommenszuwächse, die sich die Chefetagen gönnen, in gleicher Prozenthöhe auch den Angestellten und Arbeitern zugute kommen müssten? Hier wäre an sich die SPD gefordert, aber die hat längst die Seiten gewechselt und würde sich wahrscheinlich in den Chor derer eingliedern, die solche Vorschläge vehement ablehnen: „Um Gottes Willen! Das wäre ja Kommunismus!“