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Oma, die Umweltsau: Was sind wir doch für ein humorloses, hysterisches Volk geworden

Wird bei uns demnächst auch das Lachen verboten? Das Lied über Oma, die Umweltsau, lässt solche Befürchtungen aufkommen.
Über dieses Thema habe ich ja schon hier geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/05/oma-die-umweltsau-was-sind-wir-doch-fuer-ein-humorloses-hysterisches-volk-geworden/
Wie sehr ich Recht hatte, zeigt nun die neueste Meldung in dem Medien: Wegen des Liedes über Oma, die Umweltsau, sind 200 Strafanzeigen erstattet worden. Haben die Leute nichts anderes zu tun?
Müssen jetzt die Kabarettisten dauernd Angst haben, sich wegen irgendeines Beitrags vor Gericht verantworten zu müssen? Wohl kaum, denn die Urteile in den Fällen Künast und Erdogan zeigen, dass der Schutz der Ehre gehend dem Schutz der Meinungsfreiheit zum Opfer gefallen ist.
Die Anzeigen sind also völlig sinnlos. Aber die Justiz kann sich freuen: Sie kann 200 Fälle in einem Aufwasch erledigen und so ihre Erfolgsstatistik wesentlich verbessern.

Der üble Stil des SPD-Abgeordneten Wolf


Der Abgeordnete Sven Wolf (SPD) hat gegen Innenminister Seehofer Anzeige erstattet:
Ein Innenminister müsse sich „an Recht und Gesetz halten“, sagte er dazu. Er wirft Seehofer vor, eine Gerichtsentscheidung „im Alleingang“ ignoriert zu haben. Seehofer habe „ganz bewusst mal das Recht brechen wollen, um zu zeigen, dass er etwas machen kann“.
Die Anzeige offenbart einen ganz üblen Stil, der auch nicht mit dem Wahlkampf in Bayern entschuldigt werden kann. Wolf sollte nun befürchten müssen, dass er von Seehofer wegen Verleumdung angezeigt wird: Zunächst einmal war Seehofer für die Abschiebung überhaupt nicht zuständig. Es ist also absurd, dem Innenminister einen Rechtsbruch „im Alleingang“ vorzuwerfen. Ebenso absurd ist es, Seehofer vorzuwerfen, er habe bewusst dass Recht gebrochen, um zu zeigen, was er machen kann: Er konnte ja gar nichts machen, weil NRW zuständig war. Also hätte er sich, wenn die Abschiebung problemlos verlaufen wäre, auch nicht mit diesem Erfolg brüsten können.
Seehofer hätte höchstens telefonisch seine Meinung äußern können. Dass er das getan hat, dafür fehlen jegliche Anhaltspunkte.
Vielleicht sollte die SPD-Vorsitzende Herrn Wolf auffordern, sich zu entschuldigen. Aber so etwas ist wohl zu viel verlangt, wenn Wahlkampf ist.
Zu wünschen wäre jedenfalls, dass die Staatsanwaltschaft die Anzeige Wolfs sofort mit einem Kommentar zurück weist, den sich Wolf hinter den Spiegel stecken kann und der auch eine Warnung für andere ist, die Justiz mit solchen Dingen zu belästigen.
Immerhin wissen wir nun, dass es den Abgeordneten Wolf gibt. Wir hätten darauf verzichten können.
Und von den Mainstream-Medien wäre zu erwarten gewesen, dass sie solchen Aktionen wie denen des Herrm Wolf keine Plattform bieten, sondern dass sie, wenn sie diese überhaupt veröffentlichen, mindestens ein paar kritische Fragen anfügen.

Anzeige gegen die Kanzlerin

Merkel

Was mich wundert, dass noch keiner die Kanzlerin wegen fahrlässiger Tötung angezeigt hat. Ich glaube nicht, dass ich da etwas übersehen habe, denn das stünde sicher gleich als Schlagzeile auf der Titelseite der Bild Zeitung. Die Deutschen sind doch sonst ein so anzeigefreudiges Volk. Allein gegen Böhmermann wurden Hunderte von Anzeigen erstattet. Und gegen die Kanzlerin keine? Hat sie nicht die Flüchtlinge unkontrolliert herein gelassen? War es nicht absehbar, dass mit ihnen auch Terroristen zu uns kommen und Attentate verüben würden?
Es wäre ja spannend, was heraus käme, wenn sich die Justiz mit einer solchen Anzeige befassen müsste. Aber ich würde es wohl nicht mehr erleben, was dann nach Ausschöpfung des Instanzenwegs schließlich entschieden würde. Am Fall Böhmermann sehen wir ja, wie langweilig die Justiz ist. Diverse Anzeigen und das Gedicht liegen vor. Man könnte also sofort entscheiden. Warum tut man das nicht?