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Mein Antisemitismus

Verboten neu

Ich bin ein Antisemit. Nicht wirklich, aber ich wurde so von Frau Knobloch beschimpft, als seinerzeit darüber diskutiert wurde, wie ein Denkmal für die ermordeten Juden in der Hauptstadt gestaltet werden sollte. Ich hatte mich damals gegen den jetzigen Bau ausgesprochen und gemeint, die Fläche solle für das Leben in der Stadt genutzt werden. Daher möge man eine andere Form des Gedenkens wählen, beispielsweise ein Denkmal in Form eines Obelisken. Mein Meinungsbeitrag war für Frau Knobloch Anlass, mich als Antisemiten zu beschimpfen, was natürlich völliger Unsinn war. Solche unsachlichen Äußerungen tragen nicht gerade zu einer Normalisierung der Verhältnisse bei. Im Übrigen wird das Denkmal, wie ich bei meinem letzten Besuch in Berlin feststellen konnte, nun doch für das Leben genutzt: Auf den warmen schwarzen Steinen sonnten sich die Mädchen im Bikini.

Dass ich aber alles andere als ein Antisemit bin, können sie in meinem Buch „Verbotene Zone“ entnehmen, von der ich eine interessante Geschichte ich meine Leseecke eingestellt habe. Dort erfahren Sie etwas über die wahren Wurzeln des Antisemitismus.

Heute ist der Welttag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk


Schon wieder so etwas Antisemitisches? Das werden diejenigen fragen, die „Schubladen-Denker“ sind. Diese Menschen kann ich beruhigen: Dieser Gedenktag wurde von der UNESCO eingeführt. Wer aber lieber feiern statt gedenken möchte, findet im Kalender der kuriosen Feiertage diese Möglichkeiten:
Resteessen-Tag – der National Throw Out Your Leftovers Day in den USA
Tag der elektronischen Grußkarten – der amerikanische Electronic Greetings Day
Tag des Square Dance – der amerikanische National Square Dance Day

Warum der Antisemitismus zunimmt

Zum sechsten Mal haben die Israelis eine UN-Schule angegriffen, obwohl ihnen die UN die genauen Daten der UN-Gebäude im Gaza-Streifen mitgeteilt hatten. Diese UN-Gebäude erschienen den armen Palästinensern als einzige Fluchtmöglichkeit, denn ihr Land ist ja völlig abgeriegelt. Nun sind sie nicht einmal auf neutralem Boden sicher und sie haben weder Strom noch Wasser.

Als der UN-Beauftragte die Zustände schilderte, brach ihm die Stimme.

Was in Gaza geschieht, sind unbeschreibliche Kriegsverbrechen. Warum tut denn keiner was dagegen? Können sich die Israelis alles leisten? Wo bleiben die Boykott-Maßnahmen, die bei der Ukraine-Krise so schnell beschlossen wurden? Ist die EU nur ein Kolonialgebiet der USA?

Und während Sie dies lesen, stirbt in Palästina wieder ein Kind.

Aber wehe, wenn Sie Antisemit werden! Dann schimpft der Gauck.

Bin ich ein Antisemit?

Ich habe in diesem Blog Kritik an der Kriegführung Israels geübt:
https://autorenseite.wordpress.com/2014/07/22/antisemitismus-ueberall-18938458/
Und gestern sah ich in den Nachrichten, dass die Israelis eine Schule der UN beschossen und zahlreiche Menschen getötet haben. Es war so (und das musste den Israelis auch klar sein), dass sich zahlreiche Menschen in dieses Gebäude geflüchtet hatten, weil sie meinten, dort unter dem Dach der UN sicher zu sein.
Von Netanjahu hörten wir zu dem Vorfall nur, die Hamas benutze die Bevölkerung als menschliche Schutzschilde. Kein Wort des Bedauerns zu dem Beschuss des Krankenhauses oder des UN-Gebäudes.
Bin ich nun schon ein Antisemit, wenn ich die Vorgehensweise der israelischen Armee als Kriegsverbrechen ansehe? Oder sind diejenigen Antisemiten, die angesichts solcher Kriegsführung mit Schildern auf die Straße gehen, auf denen sie geschrieben haben: „Feiger Jude“?
Ich meine, wir sollten sehr sorgfältig unterscheiden zwischen Antisemitismus und harter Kritik und wir sollten nicht jede Kritik, die vielleicht auch mal über die Stränge schlägt, als Antisemitismus bezeichnen.
Im übrigen meine ich, dass die Welt groß ist und dass unser Land nur ein „Fliegenschiss auf dem Globus“ ist. Seien wir angesichts unserer Vergangenheit mit unseren Protesten doch sachlicher als die Demonstranten in anderen Ländern. Frankreich empört sich sowieso viel stärker als unsere Bevölkerung. Was würden unsere Politiker wohl sagen, wenn das bei uns geschehen würde?