Schlagwort-Archive: Anstand

Sahra Wagenknecht ist auch nicht nett (Der Umgang der Politiker mit dem Bürger)

In meinen Aphorismen ist zu lesen:

Gib jemandem ein Amt und du siehst, was für ein Mensch er ist.

Und da habe ich traurige Erfahrungen gemacht: Manchmal, wenn auch selten, schreibe ich an Politiker, um ihnen einen Vorschlag zu machen. Der einzige, von dem ich eine sogar detaillierte Antwort erhalten habe, war Söder als Finanzminister.

Die anderen sind in ihren Ämtern so abgehoben, dass sie nicht einmal mehr die Regeln der Höflichkeit beachten, nach denen man sich für eine Mail bedankt. Das wäre ja heute ganz einfach, indem man einen Knopf drückt, mit dem man eine vorgefertigte Dankesmail als Antwort verschickt. Aber nicht einmal das ist mehr drin bei den Politikern von heute, für die wir nur mehr „Menschen draußen im Lande“ sind. Und denen gegenüber haben sie eine Arroganz wie der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm:

Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht für die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.

Aber wenn Wahlen sind, rennen die Politiker einem die Türen ein. Da interessieren sie sich plötzlich für die da „draußen im Lande“. Es ist direkt so, dass man sich fragt, ob die Politiker schizophren sind:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/09/10/sind-politiker-schizophren/

Gerade habe ich Frau Wagenknecht im Zusammenhang mit ihrer Einstellung zur Impfung eine Mail geschickt und keine Antwort erhalten, obwohl die Frau für solche Fälle 3 Mitarbeiterinnen hat. Man möchte meinen, dass eine Partei, die nicht einmal die 5%-Hürde knacken konnte, etwas mehr Interesse am einzelnen Bürger hat. Aber leider können sich die Linken nicht einmal in dieser Lage aufraffen, jedenfalls die primitivsten Formen des Anstands zu wahren.

 

Überall Betrug im Internet – Die Lahmheit der Politiker

Gestern veröffentlichte ich hier einen Beitrag über den Betrug im Internet, der viel Beachtung fand. Was ich nicht verstehe, ist die Lahmheit der Politik. Ich habe mich ja schon seit einiger Zeit mit dem Thema beschäftigt und auch an den Datenschutzbeauftragten geschrieben, aber leider keine Antwort erhalten.

Genau so erging es mir mit meinen Beiträgen: „Der Mensch is a Sau„. Auch damals habe ich der Umweltministerin brauchbare Vorschläge gemacht, aber auch keine Antwort erhalten.
Man ist es ja gewohnt, dass in unserer Zeit die Höflichkeit immer mehr abnimmt. Aber ein Politiker und erst recht eine Politikerin sollte so viel Anstand besitzen und eine Mail beantworten. Dazu bedürfte es nur eines Klicks auf eine Formblatt Antwort, in der man sich bedankt und verspricht, die Sache zu prüfen.

Die Politiker wachen erst kurz vor der Wahl auf. Da rennen einige von Tür zu Tür. um für Stimmen zu werben. Aber all das machen diejenigen zunichte, die nicht einmal die primitivsten Anstandsregeln befolgen. Die fördern damit die Politikverdrossenheit der Bürger.

Heute ist der Tag der Dankbarkeit (und der Weltfriedenstag)

Heute ist nicht nur der Weltfriedenstag, sondernauch der Tag der Danbarkeit und dem sollte man doch ein paar Gedanken widmen.
Wie halten Sie es denn mit dem Danken?
In Zürich gibt es ein Büro, wo man den Verlust von immateriellen Gütern melden kann:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/02/24/tolle-erfindung/
Da könnte man auch den Verlust der Dankbarkeit anmelden. So sieht es nämlich heute aus:
Halten Sie mal anderen die Tür auf und zählen Sie, wie viele Leute sich dafür bedanken. Oder wenn im Lokal das Essen serviert wird: Wer sagt da noch „Danke!“? Selbst die primitivsten Anstandsregeln. zu denen die Höflichkeit gehört,  gehen immer mehr verloren.

Übrigens: Wie wär‘s denn, wenn Sie heute mal Ihren Partner mit einem Dank dafür überraschen, dass er (sie) es bis jetzt mit Ihnen ausgehalten hat?

Ich habe eine interessante Entdeckung gemacht: Man sieht es den Menschen an, ob sie zu den netten gehören, die sich bedanken, oder zu den dumpfen Muffeln, die nie auf diese Idee kämen. Agatha Christie hatte schon recht, als sie schrieb: Von einem gewissen Alter an ist jeder für sein Gesicht selbst verantwortlich

Hier noch ein Aphorismus aus meinem Buch „Mit spitzer Feder“:

Auch bösartige Menschen haben auf der Erde einen Sinn zu erfüllen: Sie sollen in dir die Dankbarkeit dafür erwecken, dass du um dich herum so viele gutmütige Menschen hast.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Grund zu einer solchen Dankbarkeit haben.

Wie der Anstand, der Kitt der Gesellschaft, schwindet

Mein Senf dazu:

Das tut man nicht!“ Diesen Satz bekamen wir als Kinder meiner Generation häufig zu hören. Und dann tat man es halt auch nicht. Das war eine allgemeine Übereinkunft der Bevölkerung und die war stärker als die Gesetze, die nun immer mehr das regulieren müssen, was früher einmal allgemeine Anstandsregeln waren.
Upskirting und Downblousing oder das Fotografieren von Verkehrsopfern – all das sind Erscheinungen, die es früher nie gegeben hätte. Aber heute bedarf es gesetzlicher Regelungen.
Oder nehmen wir als Beispiel den Abfall. Heute werfen viele Menschen ihren Abfall einfach auf die Straße. Das beginnt mit den kleinen Zigarettenkippen (früher war es verpönt, auf der Straße zu rauchen, weil es als Zeichen von mangelnder Beherrschung galt) und es endet mit dem Wegwerfen von Coffee-to-go-Bechern. Wenn Ordnungskräfte die Leute zur Rede stellen, ernten sie nur Beschimpfungen oder die Betroffenen meinen, sie würden Arbeitsplätze bei der Stadtreinigung schaffen.
Einst hieß es: „Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.“ Heute werden Wände mit Graffiti besprüht und Verkehrsschilder mit Aufklebern verunziert. Der Vandalismus nimmt zu.
Die Polizei, einst „Dein Freund und Helfer“, ist für viele zum Gegener geworden, der mit Steinen beworfen wird.

Der moralische Verfall betrifft sogar für die „Creme der Gesellschft“, die Regierungsmitglieder.
Früher besaß man so viel Anstand, dass man als Regierungsmitglied nicht in eine Spitzenposition bei einem Konzern wechselte. „Wie sieht das aus?“ oder: „Wie stehe ich dann da?“, so hätte man sich gefragt. Aber inzwischen zählt das Geld mehr als eine Frage nach der Ehre. Nun, nach immer dreisteren „Seitenwechseln“, bedurfte es der Einführung einer Karenzzeit.

Recht, Anstand, Fairness und Gerechtigkeit in Bayern

Ist uns das Gefühl dafür verloren gegangen? So fragt man sich öfter, wenn man sieht, was hier alles möglich ist. Uns allen ist noch der Geburtstag des Miesbacher Landrats in Erinnerung, für den man ca. 120.000 Euro aufgewandt hat und bei dem zunächst niemand gefragt hat, ob diese opulente Feier nicht den Tatbestand der Untreue erfüllt. Auch sonst wird hier üppig gefeiert:
Völlig anders aber sieht es aus, wenn ein bei der Obrigkeit nicht gern gesehener Liedermacher Abwassergebühren zurück fordert, die man bei ihm zu Unrecht kassiert hat. Bei Hans Söllner waren diese Gebühren erhoben worden, obwohl er überhaupt nicht an einem Kanal angeschlossen war. Auf seine Beanstandung hin hat man ihm dann gnädigerweise den Teil der Gebühren erstattet, der nicht verjährt war. Im übrigen verweigerte man die Rückzahlung unter Berufung auf Verjährung. Der Kämmerer der Stadt Bad Reichenhall hat den Fall kommentiert und sich sogar zu der völlig verfehlten Rechtsauffassung verstiegen, man würde sich der Untreue schuldig machen, wenn man den verjährten Teil der Gebühren erstatte.
Ist das nicht ein schlechter Witz? Man bezahlt in Bayern großzügig Feste, obwohl es dafür keine Rechtsgrundlage gibt, aber man weigert sich, Geld zurückzuzahlen, das man zu Unrecht kassiert hat.
Die Verjährung wurde im Gesetz eingefügt aus zweierlei Gründen: Zum einen soll sich ein Schuldner nicht mit schwer beweisbaren Tatbeständen aus der fernen Vergangenheit auseinandersetzen müssen und zum anderen braucht die Kommune Planungssicherheit: Es würde ja zum finanziellen Zusammenbruch mancher Kommune führen, wenn sie beispielsweise für viele Jahre Gebühren zurückerstatten müsste, die auf einer unwirksamen Satzung beruhen.
Die Verjährung dient aber nicht dazu, einem einzelnen Bürger die Zahlung eines nicht sehr erheblichen Betrages zu verweigern, den man zu Unrecht kassiert hat. So etwas ist schäbig, besonders gegenüber Hans Söllner. Der hat nämlich ein Benefiz-Konzert zugunsten der Hochwasser-Opfer in Freilassing gegeben und die Einnahmen in Höhe von 32.000 Euro gespendet. Und so einem Mann verwehrt man die Rückzahlung eines vergleichsweise geringen Betrags, den man zu unrecht vereinnahmt hat! Was macht das für einen Eindruck für unsere Mentalität!
Hans Söllner aber brauchen wir nicht zu bedauern. Über seinen Fall wird in der Presse ganz groß berichtet mit Abbildung seines entblößten Hinterteils, an dem man ihm lecken soll. Das ist eine Reklame, für die andere viel Geld bezahlen müssten. Eigentlich sollten sich nun ja die Betroffenen beleidigt fühlen, aber ich bin mir völlig sicher, dass die sich nie trauen würden, einen Strafantrag zu stellen, weil sie wissen, was dann hier los ist.