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Die schweren Fehler des Elster-Programms (Grundsteuererklärung)

Ich bilde mir ein, ein netter Mensch zu sein, jedenfalls bemühe ich mich. Deshalb habe ich versucht, meine Grundsteuererklärung elektronisch abzugeben, um das Finanzamt zu entlasten. Aber dabei bin ich beinahe gescheitert: Zunächst einmal habe ich feststellen müssen, dass Deutschland  ein elektronisches Entwicklungsland ist. Über dieses Thema habe ich ja schon geschrieben.
Ich begann also meine Grundsteuererklärung über meine kleine Wiese mit der Formularübersicht und kreuzte dort Hauptvordruck, Grundstück und Landwirtschaft an. Das Formular Landwirtschaft konnte ich nicht benutzen: alles rot. Dann kam ich nach umständlichen Recherchen darauf, dass ich das Formular Grundstück nicht hätte benutzen sollen. Also habe ich das gelöscht, aber das hat nichts genützt. Was tun? Hotline anrufen:

Ewiges Warten bei der im Anschreiben des Finanzamts angegebenen Hotline. Als ich dort endlich durch kam, erfuhr ich, dass ich mich bei Elster erkundigen solle. Wiederum mehrere Anrufversuche und Warten. Dort sagte man mir, ich müsse bei meinem Finanzamt anrufen. Aber der Sachbearbeiter dort wusste auch nicht weiter und meinte, ich solle halt die Formulare mit der Hand ausfüllen.

Das hat mir keine Ruhe gelassen und so kam mir die Vermutung, dass das Elsterprogramm zwar mein Formular Grundstück gelöscht habe, dass dies aber nicht vom Programm Landwirtschaft zur Kenntnis genommen wurde, obwohl die Anlage Gundstück nicht mehr in der Übersicht der Anlagen enthalten war. Ich habe also meinen Entwurf gelöscht und neu angefangen und siehe da: Da lief alles ganz einfach.

Nun soll noch mal einer sagen: Die Alten könnten nicht mal mit einem Computer umgehen.

Fazit der beiden Beiträge: Fehler des Elster-Programms:
1. Zu Beginn des Ausfüllens der Erklärung sollte man nicht die Anlagen „Grundstück“ und „Land. und Forstwirtschaft“ kumulativ zur Auswahl stellen, sondern sollte beim Anklicken von „Land- und Forstwirtschaft“ die Anlage „Grundstück“ streichen.
2. Oder: warum lässt man nicht beide Anlagen nebeneinander zu?
3. Wenn man das nicht tut: Warum erscheint beim Ausfüllen von „Landwirtschaft“ nicht anstatt der roten Einträge ein Hinweis: „Erst Anlage Grundstück löschen?“
4. Bei den Anlagen sollte ein Hinweis erfolgen, was „Unland“ ist und was „Landwirschaft“ ist, dass man also mit einer Wiese zur Landwirtschaft zählt, ohne Bauer zu sein.

Übrigens stehe ich mit meiner Kritik nicht allein:
Ein unwürdiges Schauspiel: Beendet den Wahnsinn! Mehr Zeit und Logik für die Grundsteuererklärung (msn.com)
Da fragt man sich doch: Wie kann man so einen Wahnsinn auf die Bevölkerung loslassen? Ist unsere Unfähigkeit schon so weit gediehen, dass wir nicht nur unfähig sind, ein vernünftiges einfaches Programm zu schreiben, sondern dass wir auch nicht in der Lage sind, Probleme sofort zu beheben, die ja ständig in den Hotlines sichtbar werden?

 

Vorsicht, giftige Pakete!

Zur Zeit findet der Weltwirtschaftsgipfel statt. In den Nachrichten kam die Meldung, dass die Banken einen Haufen giftiger Papiere im Keller haben und dass sie diese in „Paketen verschnüren“ und  verkaufen. Da wird man sich dann auf die Suche nach a+b-Kunden machen, denen man einredet, es handele sich um „Anlagen mit Potenzial“. (a+b-Kunden sind solche in meiner Altersklasse, die nach der Diktion einer Bank „alt und blöd“ sind und  denen man alles Mögliche aufschwatzen kann. Hier ein erschütterndes Beispiel:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/30/egoismus-der-alten-forts/
Wenn Sie das gelesen haben, brauchen Sie nun etwas zur Aufheiterung: Beim Stichwort „Paket“ fällt mir ein Erlebnis ein, das ich in meinen Anekdoten geschildert habe:

Als junger Student war ich Mitglied der Bergwacht, und weil ich viel Zeit hatte, half ich gelegentlich dem bekannten Wiggerl Gramminger beim Bau und der Reparatur von Akias, die er ja erfunden hatte. Dabei gab es nur ein Problem: Als ich aufs Klo musste, fragte ich den Wiggerl, wo diese Lokalität sei. Er antwortete:
„So was ham mir hier net. Hier muass‘t halt in d‘ Hosen machen!“ So verstand ich ihn und hielt das für einen Scherz.
Tatsächlich aber hatte er gemeint: „Hier musst du in Dosen machen.“
Der Wiggerl klärte mich auf, was zu tun sei: „In der Garage steh’n alte leere Konservendosen, da machst ’nei. Pass aber auf, dass nix daneben geht. Beim großen Geschäft musst’d abwechselnd vorn und hinten schließen. Das ist nicht einfach und des muass ma üben. Am Anfang muasst a Zeitung drunter legen.“
Tatsächlich gelang es mir beim ersten Mal, alles zielgenau in eine Dose zu bekommen.
„Und was jetzt?“ fragte ich ihn.
„Jetzt kommt der Hauptspaß. Nun wickelst’d das Ganze in Packpapier und klemmst es in den Gepäckständer von dein’m Radl. Und dann wart’st, bis dir des Zeug g’stohl’n wird. Mir san hier nämlich im Glasscherbenviertel von München.“
„Aber wohin damit, wenn das Packerl nicht gestohlen wird?“ wollte ich noch wissen.
„Des gibt’s net! Aber in dem Fall muasst d’as halt abends mit heim nehmen.“
Ich war gespannt. Kaum hatte ich mein Packerl auf dem Rad vor dem Haus untergebracht, war es schon weg. Der Wiggerl freute sich ganz diebisch darüber, dass seine Prognose zugetroffen hatte.

Totsicherer Anlagetipp


Rette sich, wer kann!“ Das scheint zum Sinnspruch für alle Sparer geworden zu sein. Diese armen Leute müssen nämlich zusehen, wie ihre Ersparnisse immer mehr entwerten, weil unser kapitalistisches Wirtschaftssystem eine Nullzinspolitik zur ständigen Ankurbelung der Wirtschaft betreibt, die von den Sparern bezahlt wird. Wussten Sie eigentlich, dass die Nullzinspolitik die Deutschen in 10 Jahren 368 Millionen Euro gekostet hat?
https://autorenseite.wordpress.com/2019/02/21/weisheiten-und-wahrheiten-253/
Die verzweifelten Sparer suchen ihr Heil in der Flucht in Sachwerte oder Aktien. Aber es bilden sich Blasen, die ein Risiko in sich bergen. Da gibt es beispielsweise die „Dienstmädchen-Hausse“. Falls Sie nicht wissen, was das ist, will ich Ihnen das mit einer Anekdote erklären:
Einer der Kennedys fuhr in einem Taxi. Der Taxifahrer erkannte ihn und fragte ihn, welche Aktien er kaufen würde. Darauf sagte Kennedy:
„Ich werde meine Aktien sofort verkaufen.“
Er wollte damit sagen: Wenn sogar Taxifahrer und Dienstmädchen Aktien kaufen, weil sie meinen, dass deren Wert immer weiter steigen würde, dann sind diese Papiere ausgereizt und werden gefährlich.

Deshalb hier ein Geheimtipp der besonderen Art: Kaufen Sie Klopapier, denn das ist eine sichere Kapitalanlage mit Potenzial:
https://www.pnp.de/nachrichten/bayern/3254262_12-Jahre-einlagig-Gemeinde-kauft-aus-Versehen-Lkw-Ladung-Klopapier.html
Ich kann das aus eigener Anschauung bestätigen, denn ich überblicke mit meinen 85 Jahren schon fast ein Jahrhundert dieses allgegenwärtigen Papiers. Seine Geschichte ist interessant und sieht so aus:
In der Kriegszeit gab es kein Klopapier. Man riss daher die Zeitungen in Stücke und hängte sie an einem Haken auf. Im Zuge des Wirtschaftswunders kam
dann das gute alte Klopapier wieder auf den Markt. Es war im Vergleich zum heutigen riesig und rau wie ein Reibeisen. Dann wurde es immer kleiner, obwohl die Hintern der Deutschen immer größer wurden. (Eine ähnliche Entwicklung haben wir ja bei den Parkplätzen) Nachdem es nun nicht mehr kleiner geht, hat man sich etwas Neues einfallen lassen: Es wird immer dünner. Bisher habe ich mir immer ein zweilagiges gekauft, aber als mir das zu dünn wurde, bin ich auf ein dreilagiges umgestiegen und… oh Wunder! Das war noch dünner als das zweilagige.
Kurzum: Sie sehen, dass der Kauf von Klopapier im Hinblick auf dessen ständige Verschlechterung eine durchaus sinnvolle Kapitalanlage ist.


Kompetenter Anlagetipp?

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Zufällig kenne ich die Frau eines früheren Landesbankpräsidenten. Ihr Mann ist in seine Stellung gekommen, wie es halt so geht in diesem Lande. Es war eine politische Entscheidung, und so wurde er Chef einer Behörde, von der auch nicht mehr Ahnung hatte als vielleicht Sie oder ich. Nun – dafür hat er ja auch seine Berater(-innen). Eine davon ist seine Frau, wie sie mir erzählte, und das kam so:
Als ich mich einmal mit ihr unterhielt, fragte ich sie nach einem guten Anlagetipp und danach, wie denn ihr Mann ihre Ersparnisse anlege. „Ach!“, sagte sie: „Der hat ja keine Ahnung. Das muss alles ich machen.“ Und dann berichtete sie mir, welche Zeitschriften mit Anlagetipps sie abonniert hatte und was sie daraus entnommen hatte.
Ich schüttelte den Kopf und wandte ein, dass ihr Mann doch einen ganzen Stab von „studierten“ Analysten beschäftige und man doch ganz einfach deren Empfehlungen folgen könne. (S. hierzu „Zitat zum Tag“ unten)
Sie lachte und sagte: „Nein, da verlasse ich mich lieber auf meinen eigenen Kopf!“ Ihr Mann tat dies offenbar auch, denn er hat ihr das Finanzwesen der Familie überlassen, für das er wohl auch keine Zeit hatte.
Wie gut es war, dass der Bankpräsident in seinen eigenen Angelegenheiten dem Rat einer schlichten Hausfrau, nämlich seiner Ehefrau, gefolgt ist, zeigte sich bald: So ist er im Gegensatz zu seiner Bank nicht pleite.
Was lernen wir daraus? Wenn wir im Finanzwesen unserer Republik mehr Hausfrauen mit normalem Menschenverstand hätten, hätten wir die Schuldenkrise nicht gehabt, denn eine Hausfrau weiß, das man nicht mehr ausgeben kann, als man hat.
Und schauen Sie sich doch einmal um bei Ihrer Landesbank: Dort waren ein Haufen Politiker tätig: im Verwaltungsrat und im Aufsichtsrat. Kennen Sie einen, der pleite gegangen ist? Sicher nicht! Nur die Bank! Gibt Ihnen das nicht zu denken?
Sehen Sie das auch so: Die Leute haben fremdes Geld wie Spielgeld eingesetzt, um über höhere Umsätze mehr zu verdienen. Als dann das ganze in die Hose ging, hatten sie ihr Geld schon längst in Sicherheit, und wir durften nun alle für den angerichteten Schaden bezahlen.