Schlagwort-Archive: Anglizismen

Politkauderwelsch

Nun also hat er das ganze Osterfest gebraucht, um nachzudenken. Und was ist dabei heraus gekommen? Laschet fordert nun „mehr Tempo!“ und einen „Brücken-Lockdown“. Was ist das anderes als „neuer Wein in alten Schläuchen“? Aber in der Politik macht es sich gut, wenn man mit neuen Schlagworten daher kommt. So forderte Söder ja zuvor einen „Wakeup-Call“. Von Aufbruch war ja schon dauernd die Rede, aber das hat sich schon abgenutzt. In diesem Blog heißt dasselbe gut deutsch: „Deutschland erwache!“ Aber so etwas klingt im heutigen Berlin zu bieder und zu sehr nach Nazi oder AfD. Da muss schon ein Anglizismus her, um up to date zu sein. Deshalb wurde in Berlin auch eine „Task Force“ statt einer Arbeitsgruppe gegen Corona eingesetzt. Ja man muss schon auf Ausdrücke zurück greifen, die die amerikanische Navy im Krieg benutzte. So was kommt eben an.
Wenn ich sehe, wie bei uns die Amerikanisierung um sich greift, muss ich an meine Schulzeit denken. Im Dritten Reich herrschte ein umgekehrter Trend. Alle Worte mit fremdsprachigen Wurzeln sollten ausgemerzt werden. Das gipfelte darin, dass die „Nase“ durch den „Gesichtserker“ ersetzt werden sollte.

Politiker haben ihre eigene Sprache und damit sie diese besser verstehen, habe ich Ihnen ein Lexikon des Politsprechs zusammen gestellt:
https://autorenseite.wordpress.com/lexikon-des-politischen-sprachgebrauchs-und-des-sonstigen-geschwafels/
Da sollten Sie mal rein schauen.

Heute ist der Tag der Muttersprache

Der Tag der Muttersprache ist für mich ein trauriger Tag. Mit der deutschen Sprache geht es nämlich bergab;
https://autorenseite.wordpress.com/2019/09/14/ein-trauriger-tag-der-tag-der-deutschen-sprache/
Für mich ist das kein Wunder, denn überall werden wir von den USA überrollt: Amazon, Internet, Ebay, Filmindustrie, Computer, Facebook, Twitter …
Und wir schauen zu, ohne uns zu wehren. Bevor wir unsere Daten Google überlassen, hätten wir längst ein eigenes deutsches soziales Medium schaffen müssen. Aber wir passen uns lieber an, auch sprachlich.

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften.

Manche schimpfen darüber, dass sich immer neue Anglizismen in unserer Sprache breit machen. Aber oft muss das so sein, denn „Teenager“ sind etwas völlig anderes als „Backfische“, „chillen“ ist nicht dasselbe wie „entspannen“, um nur zwei Beispiele zu nennen.


Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke. Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/

Was ist denn das schon wieder? Eine Nackte als Boost

Auf der Startseite von Web.de wird heute eine Nackte angeboten, die eigentlich nicht nackter ist, als wenn sie einen Bikini an hätte. Mich hat weniger die Frau interessiert als die Tatsache, dass das Ganze ein „Boost“ sein soll. Ich kann zwar englisch, aber was ein Boost ist, war mir nicht bekannt. Ist die Frau vielleicht ein Biest? Ich habe also die Nackte angeklickt, bin aber auch nicht schlauer geworden.
Liegt es an meinem Alter, dass ich solche Worte nicht kenne? Oder wissen Sie auch nicht mehr? Was sagen Sie dazu, dass immer mehr englische Worte die deutschen ersetzen? Statt Nachrichten gibt es den News-Flash usw. Diese Seite hat sich schon öfter mit der Verhunzung unserer Sprache befasst.

Vielleicht bin ich ja blöde oder rückständig

… aber es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht nachschauen muss, was gewisse Worte bedeuten. Meist sind es Anglizismen, die sich in unserer Sprache breit machen und deutsche Worte verdrängen. Man sieht ja ein, dass ein Teenager etwas anderes ist als ein Backfisch. Und auch mit dem Ausdruck „Kids“ verbinde ich eine andere Vorstellung als mit „Kindern“.
Interessant wird es aber bei Quizsendungen im Fernsehen. Da könnte es ja ganz einfach heißen, dass die Kandidaten einen „Knopf“ drücken müssen, aber nein, das wäre ja zu unmodern, und deshalb heißt dieses Ding im deutschen Fernsehen „Buzzer“ und im österreichischen: „Bumper“. Das englische Wort „Button“ wäre wohl auch noch zu normal gewesen. Wir müssen also in Zukunft das österreichische Englisch lernen und daneben auch noch das deutsche.
Die Österreicher sind uns bei den Fremdworten sowieso ein Stück voraus. Sie zeigen statt Kurznachrichten einen „News Flash“. Wer denkt sich nur so einen Blödsinn aus?
Übrigens musste ich heute nachsehen, was ein „Freelancer“ ist. Ich hatte eine ungefähre Vorstellung davon, was sich hinter dem Wort verbirgt, wollte aber doch vorsichtshalber eine genaue Definition bekommen. Aber wie ich die hatte, fragte ich mich, warum man den Freiberufler mit diesem Fremdwort ersetzen musste.
Und hätten Sie gewusst, was „dissen“ ist, ein Wort, das ich in der „Zeit“ fand? Dann gratuliere ich Ihnen. Sie sind also „up-to-date“.
Was ich nur schlimm finde an diesem modernen Trend: Die meisten verstehen nicht, was gemeint ist, und wollen es auch gar nicht wissen. Im Schlussverkauf entdeckte ich einen blöden englischen Spruch an einem Schaufenster und erlaubte mir, die Passanten zu fragen, ob sie mir das übersetzen könnten. Keiner war dazu in der Lage.