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Meine affengeilen Amseln

Lange war meine Amsel ganz allein, sodass ich ihr diese Gedicht gewidmet habe:

Die Amsel

Ach trübe sieht es heute aus,
Dass es sogar der Amsel graust.
Sie sitzt im Baum am höchsten Ast
Und hält dort oben kühle Rast.
Sie weiß genau: Nach kurzer Zeit
Ist es wieder schon so weit:
Da wird der ganze Himmel blau,
Die Lüfte werden wieder lau:
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Und geht’s dir einmal nicht so gut:
Denk an die Amsel, schöpfe Mut!

Aber nun auf einmal hat meine Amsel einen Partner gefunden. Und seit drei Wochen führen die beiden vor meinem Fenster ein Spektakel bzw. einen Balztanz auf, dass man vor Neid erblassen könnte: Sie rasen auf meiner Terrasse hin und her. Mal ist die eine vorn und wird von der anderen verfolgt, dann ist es umgekehrt. Und dann steigen sie Brust an Brust kurz in die Höhe und danach geht alles wieder von vorne los. Zu einer Vereinigung scheint es dabei bisher nicht gekommen zu sein. Sie haben anscheinend auch so „Spaß an der Freud“.

Ich bin kein Heiliger Franziskus, aber ich unterhalte mich mit Tieren


Das hier ist meine Amsel. Sie zeigt mir gerade, wo ich noch Unkraut jäten muss.

Vom Hl. Franziskus wurde berichtet, dass er sich mit den Tieren unterhalten konnte. So weit habe ich es noch nicht gebracht, aber ich mag Tiere. Mit manchen kann man sich unterhalten.
Zur Zeit erfreut mich besonders eine Amsel, die mir beim Rasenmähen zusieht und darauf wartet, dass dabei Würmer ans Tageslicht kommen. Abends sitzt sie auf meinem Balkongeländer und genießt den Ausblick. Dabei singt sie ihr Abendlied hinaus in die Landschaft. Und dann mache ich mir den Spaß und flöte mit. Und witzigerweise ergibt sich dann ein Wechselgesang, bei dem der eine versucht, den anderen nachzuahmen.
Ein wunderbares Abendvergnügen! Und wenn da jemand zuhören würde, könnte er fast glauben, ich hätte dieselben Fähigkeiten wie der Hl. Franziskus.

Eine ganz besondere Amsel

Amsel
Ich habe mehrere Amseln im Garten, aber eine ist ein ganz besonderer Vogel. Man kann sich mit ihr unterhalten: Sie zwitschert eine Melodie vor und ich pfeife ihr eine Antwort nach. So verständigen wir uns auf unsere Weise und haben unseren Spaß daran.
Nun habe ich etwas entdeckt, was ich nie für möglich gehalten hätte. Sie sitzt stundenlang auf dem höchsten Baum und genießt ganz offensichtlich den Rundblick, wie man deutlich daran erkennen kann, dass sie ihren Kopf dreht. Aus der Art, wie sie ihren Kopf hält, kann man deutlich sehen, dass sie in die Ferne schaut. Und ich sitze unter ihr auf der Bank und tue dasselbe.
Und wenn ich dann später am Computer sitze, schaut die Amsel durch die Terrassentür herein – neugierig darauf, was ich da treibe:
Wenn ich Buddhist wäre, würde ich mich fragen, wessen Seele wohl in das Tier gewandert ist.