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Die unglaubliche Dummheit des Militärs

Was man über den Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs liest, zeugt von unglaublicher Dummheit des Militärs. Zunächst einmal darf es einfach nicht vorkommen, dass man ein Flugzeug der zivilen Luftfahrt als angreifendes Flugobjekt einstuft. Wenn man schon militärische Anlagen in der Nähe eines Flughafens unterhält, dann muss man eben den zivilen Flugverkehr auf dem Radarschirm verfolgen, abgesehen davon, dass zivile Flugzeuge sich sowieso durch Signale zu erkennen geben. Es zeugt schon von unglaublicher Dummheit, wenn trotz aller Sicherungsmöglichkeiten ein Flugzeug der zivilen Luftfahrt abgeschossen wird.
Aber die Dummheit geht noch weiter: Da wollte man doch tatsächlich der Welt weismachen, der Absturz des Flugzeugs sei auf einen technischen Defekt zurück zu führen. Dabei kann selbst ein Laie durch bloßen Augenschein feststellen, dass der Flugzeugrumpf von außen her durchlöchert wurde. Wer das nicht versteht, sollte mal einen Nagel in eine Dose schlagen und sich fragen, wie man den Leuten einreden kann, dieses Loch sei von innen her verursacht worden.
Dieser Abschuss ist nun der zweite bekannt gewordene, nachdem über der Ukraine eine niederländische Passagiermaschine abgeschossen wurde. Anscheinend reichen die herkömmlichen Sicherungen des zivilen Flugverkehrs nicht aus, um Menschen vor der Dummheit des Militärs ausreichend zu schützen.
In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass ein großer Teil der gefallenen Soldaten dem „friendly fire“ der eigenen Truppen zum Opfer fällt; im Vietnamkrieg waren es 18 % der Amerikaner. Dabei wird man aber wohl vermuten dürfen, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist, denn wer gibt schon so etwas gerne zu? Nun trifft also das friendly fire auch die zivile Luftfahrt.

 

Brutale Bayern

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Erinnern Sie sich noch an Bruno, den Bären? Er lebte in Bayern und wurde schließlich zum Abschuss frei gegeben, weil er sogar in Dörfern sein „Unwesen“ trieb. Es gab damals einen heftigen Streit darüber, ob der damals einzige Bär in Bayern weiter leben durfte oder nicht. Schließlich traf ihn die Kugel eines Jägers. Und die Nachrufe auf das Tier klangen fast so wie die auf den „Meuchelmord“ am Wildschützen Jennerwein.
Da konnte ich natürlich nicht abseits stehen und habe dem Bären Bruno ein Gedicht gewidmet:

Nachruf auf Bruno
(„Problembär“, erschossen  im Juli 2006
auf Anordnung von Minister Schnappauf)

Bruno, unser Lieblingsbär,
Weilt leider unter uns nicht mehr.
Nachdem man wochenlang geheuchelt,
Wurde er dahingemeuchelt.
Dem Schnappauf war er nicht genehm,
Der sprach: „Der Bär ist ein Problem.
Weil er nicht so lebt wie ein Bär,
Drum dulden wir ihn nun nicht mehr,
Hat er doch ganz unverhohlen,
Ein Pfund Honig sich gestohlen.
Dieser Bär hat kein Gewissen,
Hat kleine Lämmchen aufgerissen.
Und dann ist er ganz ungeniert
In Kochel auf der Straß’ spaziert.
Auch am Haus der Polizei
Ging er ohne Gruß vorbei.
Ein Bär, der Anstand nicht gelernt,
Wird nun aus der Natur entfernt.“
(Zu deutsch: „…zum Abschuss freigegeben.“)
Und so endete sein Leben.
Wir suchen Trost im Alkohol:
„Prost, Bruno – auf dein Seelenwohl!“
Und die Moral von der Geschicht?
Reize einen Schnappauf nicht!
Und so raten wir den Tieren:
Lasst euch schleunigst gut dressieren!
Nehmt euch ein Beispiel an dem Schaf:
Gebt Wolle, Milch und seid recht brav!
Haltet’s Maul und gebt a Ruh,
Als Vorbild nehmt die CSU.

Nun lesen wir gerade, dass in Sachsen ein Wolf Probleme bereitet. Und da staunen wir darüber, wie sensibel die Sachsen mit dem Problem sprachlich umgehen: Das Tier wird nicht zum Abschuss, sondern zur „Entnahme“ freigegeben. Dagegen kann doch niemand etwas haben, oder?
Wir werden dieses Wort dem „Lexikon des politischen Sprachgebrauchs und sonstigen Geschwafels“ hinzu fügen. Schauen Sie doch mal rein!

Glauben Sie dem BND?

BND-Präsident Schindler hat erklärt, es gebe eindeutige Beweise, dass die Separatisten das malaiische Passagierflugzeug abgeschossen hätten.
Ich kann das nicht glauben. Wir sind im Zusammenhang mit der ukrainischen Krise so oft belogen worden, wie ich in diesem Blog immer wieder dargetan habe, dass ich nun auch Herrn Schindler nicht glauben kann. Für mich ist immer noch ungeklärt, wer das Flugzeug abgeschossen hat. Meine Zweifel gründen sich auf folgende Indizien:
1. Die Ukraine gehörte während der Krise zu den am besten überwachten Gebieten der Welt. Da müssten doch sofort nach dem Abschuss des Flugzeugs vorzeigbare Bilder vorhanden gewesen sein, mit denen man hätte belegen können, wer die Rakete abgeschossen hat. Denken Sie nur an die Bilder, die Außenminister Powell seinerzeit der Weltöffentlichkeit vorgeführt hat, um den Irakkrieg zu rechtfertigen. Da sah man jeden einzelnen LKW. Wenn erst so spät Bilder zum Abschuss von MH17 vorgelegt werden, bei denen jede Seite behauptet, diejenigen von der anderen Seite seien gefälscht, dann kann ich gar nichts glauben.
2. Jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie wären ein ukrainischer Soldat an der Flugabwehrraketenbasis und die Separatisten kämen: Würden Sie nicht die Anlage unbrauchbar machen, damit die Separatisten keine Flugzeuge abschießen könnten?
3. Dem würde entsprechen, dass Kiew ja einmal behauptet haben soll, die von den Separatisten erbeutete Flugabwehrraketenbasis sei nicht funktionsfähig gewesen. Das allerdings könnte auch wieder gelogen sein, weil man nicht zugeben wollte, eine intakte Anlage den Separatisten überlassen zu haben.
4. Die Separatisten behaupten, sie hätten gar keine Leute, die das komplizierte Flugabwehrsystem hätten bedienen können. Auch dieser Punkt müsste doch näher geklärt werden: Ein Abschuss des malaiischen Flugzeugs durch die Separatisten wäre also nur möglich gewesen, wenn entweder die Raketen doch einfach auszulösen gewesen wären oder die Separatisten über die nötigen Experten verfügen würden. Der Westen sollte also, wenn ihm an einer exakten Aufklärung liegt, die Ukraine veranlassen, einmal vorzuführen, dass man das Raketensystem auch ohne Vorkenntnisse bedienen kann. Und wenn doch für den Raketenabschuss eine Ausbildung nötig ist, könnte die Ukraine doch aus ihren Listen über ihr Militär belegen, welche Raketenspezialisten abtrünnig geworden sind und sich den Separatisten angeschlossen haben.
All das geschieht nicht, und das gibt mir zu denken.