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Da bin ich doch erschrocken

Das sind meine Rosen „Sympathie“. Sie sind über ein halbes Jahrhundert alt und immer noch gesund und kräftig. Sie haben sogar einen Umzug in dieses Haus gut überstanden.

Gerade schaue ich gerade im Pflanzenkatalog nach weiteren Rosen für meinen Garten. Und da finde ich bei den Rosen eine Rubrik: „Industriefestigkeit“. Das hätte ich nie gedacht, dass auch Pflanzen in dieser Beziehung empfindlich sind.

Dass Menschen nicht industriefest sind, wissen wir ja: Jährlich sterben 107.000 Menschen durch Dieselabgase. Und deshalb sollten sich empfindliche Menschen gut überlegen, wo sie wohnen wollen. In meiner Verwandtschaft gibt es zwei Menschen, die in München leben und an Asthma leiden und deshalb in Bad Reichenhall in Kur waren. Ich glaube, dass sie sich das in besserer Luft hätten ersparen können.

Vertriebene im eigenen Land

Immer mehr Flughäfen und neue Startbahnen werden gebaut und die Menschen ziehen dort weg wegen der Lärmbelästigung.
Im Streit um den Ausbau der 3. Startbahn in München sagte der frühere Oberbürgermeister Uhde den zynischen Satz, dass kein Bürger sich darauf verlassen könne, immer am gleichen Ort wohnen zu können. Mit anderen Worten: Diejenigen, die in den Lärmzonen wohnen, müssen halt wegziehen.
Immer mehr Menschen werden vertrieben durch den Bau neuer Autobahnen oder ICE-Strecken. Andere können das Windrad in ihrem Blickfeld nicht ertragen, das ihr Wohnzimmer abwechselnd hell und dunkler macht. So haben wir immer mehr Flüchtlinge im eigenen Land und es stellt sich doch die Frage nach der Moral dieser „fortschrittlichen“ Art zu leben.
Nun wird mancher sagen: Was ist so schlimm, wenn Leute umziehen müssen? Die einen ziehen in ihrem Leben öfter um und finden das häufig nicht einmal als unangenehm, ja manchmal sogar als Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse. Aber für andere, die in ihrer Heimat – womöglich seit Generationen – verwurzelt sind, ist ein Wegzug eine Katastrophe. Viele sehen das so wie in dem Sprichwort: „Einen alten Baum kann man nicht verpflanzen.“
Die Angelegenheit hat also eine moralische Seite: Ist es gerechtfertigt, Menschen aus ihrer angestammten Heimat zu vertreiben, damit Kreti und Pleti in Urlaub fliegen können, wobei das Ganze noch durch Steuerfreiheit des Kerosins und durch Subventionen an Flughäfen unterstützt wird? Und schauen Sie mal auf die Seite „Bayern kaputt”, wie die Flugzeuge mit ihren Kondensstreifen die Sonne verdunkeln. Die einen fliegen in die Sonne und nehmen den anderen daheim diesen Sonnenschein.
Wie soll das alles mal weiter gehen: Wachstum um jeden Preis?

Nie wieder Chieming!

An sich ist es ja so schön am Chiemsee, aber Chieming ist ein Ort, auf dem ein Fluch zu lasten scheint. Durch den Ort verläuft eine stark – auch von großen LKW – befahrene Straße, gegen deren Abgase und Luftverschmutzung sich ein Bauer mit einem großen Plakat an seinem Haus gewehrt hat. Eine Umgehungsstraße hätte längst gebaut werden müssen, scheiterte aber an jahrelangen Querelen.
À propos Verkehr: Auf der Uferpromenade ist das Radfahren eigentlich verboten, aber die Masse, die täglich um den Chiemsee radelt, kümmert sich herzlich wenig darum und auch die Gemeinde gebietet diesem Treiben nicht Einhalt, obwohl es wegen der vielen Kinder gefährlich ist. Verägert sind auf jeden Fall die Kurgäste, die ihre Ruhe haben wollen und nicht dauernd von Radlern angeklingelt werden wollen.
Das Dorf hatte einen ausgezeichneten Gasthof, den Unterwirt. Nachdem das
frühere Gastwirte-Ehepaar aufgehört hatte, wurde der Gasthof verkauft und total umgestaltet. Das einst vorhandene bayerische Flair wurde durch eine nüchterne Kantinenatmosphäre ersetzt. Und im einst so gemütlichen Biergarten standen nun aufgereiht lange Tische mit harten Bänken. So setzen sich die Menschen nur notgedrungen auf dem Oktoberfest zum Biertrinken. Kein Wunder, dass der Gasthof nun wieder geschlossen ist. Welch ein Abstieg vom Unterwirt mit Festsaal zur nüchternen nun geschlossenen Fütterungsstelle. Warum hat der Gemeinderat das nicht verhindert?
Gestern wurde ich ein Opfer der Chieminger Wirrnis: Ich fuhr morgens in einen Parkplatz, konnte aber nicht wieder weg fahren, weil die Ausfahrt wegen eines Volkstriathlons gesperrt war. So war ich zwei Stunden eingesperrt. Normalerweise hätte man ja an der Parkplatzeinfahrt ein Schild anbringen müssen, auf dem auf die Sperrung der Ausfahrt hingewiesen wird. Nicht so in Chieming. Da betreibt man amtlich genehmigte Freiheitsberaubung
und verärgert so wieder einmal seine Gäste.