Erziehungsratgeber

 Erziehungratgeber: kurz und bündig in Aphorismen

Erziehung ist eigentlich ganz einfach: Man sollte das erste Kind so erziehen wie das zweite (gelassener).

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Erziehungsregel Nr.2: Auch wenn du reich bist, erziehe dein Kind so, als ob du arm wärst. Dann wird es mit allen Lebenssituationen zurecht kommen.

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Das schwierigste an der Erziehung ist, ein Kind, das nicht von sich aus lernen will, zur Leistung zu erziehen.

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Wenn man seine Kinder zu Anstand und Moral erzogen hat, fragt man sich schon, ob es nicht in der heutigen Zeit besser gewesen wäre, ihnen statt dessen Aggressivität und Durchsetzungsvermögen beizubringen.

Kinder waren früher ein Gottesgeschenk, heute sind sie für viele oft ein Störfaktor.

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Je mehr Frauen mit Computern und Maschinen umgehen, umso mehr glauben sie, ihre Kinder müssten genauso funktionieren: Wenn Kinder beispielsweise für den Kindergarten angezogen werden müssen, so soll dies schnell und reibungslos funktionieren. Kinder dagegen sehen das Anziehen als eine Art von Spiel oder Spaß, wobei ihnen Eile völlig fremd ist.

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Manche junge Mutter entdeckt an ihrem kleinen Sprössling ganz stolz, dass er „Führungsqualitäten“ hat, und übersieht dabei, dass sie einen kleinen Tyrannen groß zieht, dem die Anpassungsfähigkeit fehlt.

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Wir zerstören die Phantasie der Kinder, indem wir ihnen perfektes Spielzeug kaufen, das ihrem Geist keinen Raum mehr lässt, eigene Ideen zu entwickeln.

Neben der Abtreibung gibt es ein fast gleich schweres Delikt, das immer häufiger vorkommt, nämlich dass die berufstätigen Frauen ihre Kinder frühzeitig aus dem Paradies der Kindheit vertreiben.

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Vielen jungen Paaren geht es beim Kinderkriegen wie den Menschen, die sich sehr leichtfertig einen Hund zulegen und ihn dann am liebsten im Tierheim abgeben.

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Reichtum ist nicht gut für Kinder: Je mehr Spielzeug sie haben, desto weniger intensiv spielen sie; je mehr Musik sie aus Radio und Recorder hören, desto weniger singen sie. So werden sie übersättigt, antriebs- und phantasiearm.

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Viele Eltern meinen, der Sinn der Erziehung bestünde darin, aus dem Kind etwas anderes zu machen, als es eigentlich ist. Das ist so ähnlich, als wenn ein Gärtner aus einem Apfelbaum einen Birnbaum machen wollte.

In manchen Familien gewinnt man den Eindruck, als ob sich die Mutterliebe reziprok zur Zahl der Kinder verhält.

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Obwohl es so viele neue psychologische Erkenntnisse gibt und diese in den Medien verbreitet werden, wird die Erziehung der Kinder schlechter, wie die zunehmende Gewalt Jugendlicher eindeutig beweist.

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Gott sei Dank nehmen Kinder so leicht nichts übel. Was für Kinder hätten wir wohl, wenn sich jeder Erziehungsfehler rächen würde?

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Wenn man feststellt, dass die Jugend (sofern man das verallgemeinern kann) immer schlechter wird, wird einem oft entgegen gehalten, schon Sokrates und sogar die alten Ägypter hätten sich so geäußert. Aber die Fakten sind: Noch nie hat es solche Amokläufe von Jugendlichen gegeben wie jetzt und – was die körperliche Seite angeht – noch nie so viele Übergewichtige.

Kinder, die ständig neues Spielzeug bekommen, lernen nicht mehr, den Wert der Dinge zu achten.

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Erziehung ist nicht einseitig, sondern auch du lernst viel von deinen Kindern: Unbefangenheit, Fröhlichkeit, Neugier, Freude an kleinen Dingen, jung bleiben und…

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Wenn man heute an einer Schule vorbei geht, hört sich der Unterricht von außen oft genauso laut an, wie früher die Pausen bei Regenwetter, wenn die Schüler im Klassenzimmer bleiben mussten.

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Je mehr Spielzeug Kinder haben, desto weniger lernen sie etwas, was im Leben sehr wichtig ist: Sich intensiv mit etwas zu beschäftigen.

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Deine Eltern sind kein seelischer Müllabladeplatz.

Der lebensgefährlichste Ort für ein (werdendes) Kind ist häufig der Bauch der eigenen Mutter.

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Die Menschen von heute verlernen den Respekt. Deshalb sehen manche Kinder in ihren Eltern nur nervende alte Trottel.

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Weil viele Mütter offenbar nicht in der Lage sind, ihren Neugeborenen menschliche Wärme zu vermitteln, fliegen sie mit ihnen gleich nach der Niederkunft in möglichst heiße Urlaubsländer.

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Je mehr die Medizin fortschreitet, umso weniger achten die Mütter auf die Gesundheit ihrer Kinder.

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Einen erholsamen Urlaub haben die Eltern nur, wenn es die Kinder gut haben. Viele glauben, irrtümlich es würde umgekehrt funktionieren.

Was junge Eltern für die Vorpubertät ihrer Kinder halten, ist oft nichts anderes als die missglückte Erziehung.

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Man muss sich überlegen, ob man ein Kind heute noch zu Anstand und Ehrlichkeit erziehen soll: Dann kann es sich in vielen Berufen nur schwer durchsetzen, z.B. als Politiker, Geschäftsmann, Arzt oder Anwalt.

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Anscheinend denken zu wenige Menschen darüber nach, welches Weltbild wir den Kindern über das Fernsehen vorsetzen: Dort beherrschen oft Lesben, Schwule, Bisexuelle und ein Haufen Schießereien die Szene. Eine normale Ehe und Familie gelten als langweilig.

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Zwar man zeuget viele Kinder,

Doch man denkt sich nichts dabei;

Und die Kinder werden Sünder,

Wenn’s den Eltern einerlei

(W. Busch)

An Puppen und Teddybären sollen Kinder lernen, eine Beziehung zu anderen Wesen aufzubauen. Daraus kann aber nichts werden, wenn sie ständig neue Sachen geschenkt bekommen.

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Je weniger die Mütter heutzutage ihre Kinder erziehen, umso weniger wollen andere junge Frauen solch einen strapaziösen Nachwuchs in die Welt setzen. Aus diesem Grund stirbt Deutschland langsam aus.

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Wenn ein Kind in seiner Jugend nur eine – schließlich ziemlich abgenutzte – Puppe hatte, wird es vielleicht später einmal eher in der Lage sein, seinen alt gewordenen Partner lieb zu haben.

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Das Kind ist in unserer Gesellschaft zu einer Art von Spekulationsobjekt geworden: Es wird errechnet, wie viele finanzielle Anreize man geben muss, damit wieder Kinder in die Welt gesetzt werden.

Die Farbzusammenstellungen, die heute modern sind, wären früher bei einem psychologischen Test sicherlich als Anzeichen für eine geistige Erkrankung gewertet worden. Wie sollen Kinder, die so gekleidet sind, normal bleiben?

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Das erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das letzte, wonach er die Hand ausstreckt, das Kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie.

(Adolf Kolping)

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Das Beispiel der beiden amerikanischen Präsidenten Bush lehrt etwas, was viele junge Menschen heute nicht mehr so recht wahrhaben wollen: Sie können von ihren Vätern einen Haufen lernen und müssen nicht immer unbedingt alles anders machen.

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Erziehung nennt man die Illusion, Menschen verändern zu können.

Viele Eltern glauben, ihre verzogenen Sprösslinge seien in Ordnung, weil die Lehrer sich nichts zu sagen trauen, um sich so Beschwerden vom Halse zuhalten.

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Die Kunst der Erziehung besteht darin, dem ersten Kind, das einmal die ungeteilte Liebe der Eltern allein genossen hat, nach der Geburt eines Geschwisterchens den Eindruck zu vermitteln, es werde bevorzugt, ohne dass das zweite Kind auf die Idee kommen könnte, es werde benachteiligt.

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Wie soll es in Zukunft echte Individualisten und Persönlichkeiten geben, wenn die Erziehung der Kinder immer mehr vom Elternhaus in Kinderkrippen, -gärten und Schulen verlagert wird?

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Selten tritt der menschliche Irrtum so zutage wie bei der Erziehung: Das, was vor kurzem noch als völlig indiskutabel galt, wird plötzlich zum Programm erhoben.

Wie soll man Kindern Orientierung geben in einer Zeit, in der das Unnormale als normal hingestellt wird?

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Kinder haben den Nachteil, dass ihre „süße Phase“ nur kurz ist.

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Ausspruch meiner Frau:

Als ich in die Schule kam, sagte meine Mutter: „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!“ Als ich dann meine erste Arbeitsstelle antrat, sagte meine Mutter wieder: „Aber jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ Als ich jedoch mein erstes Kind im Arm hielt, wusste ich: Das ist der Ernst des Lebens.

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Wenn man das Kinderprogramm der verschiedenen Fernsehsender anschaut, in denen durchweg unmenschliche Wesen ihr Unwesen treiben, die mit schrill überdrehten Stimmlagen daherreden, muss man sich schon fragen: Was für einen Typ von Kindern wollt ihr mit so einem Unsinn heranziehen? Krakeelende Zappelphilipps?

Früher hatten Kinder Angst, ohne Fleiß zu versagen. Heute glauben viele Teens, man könne auch mit Sex, Drogen und Alkoholexzessen ein Star zu werden.

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Manches Frauchen kümmert sich intensiver um ihren Hund als manche Mütter um ihre Kinder.

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Es galt einmal der Satz: Der größte Erziehungsfehler besteht darin, dass zu oft „nein“ und zu wenig „ja“ gesagt wird. Heutzutage wird aber zu wenig „nein“ gesagt, so dass den Kindern ihre Grenzen nicht aufgezeigt werden.

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Wie viele Talente und Chancen schlummern in den Kindern – und wie wenige werden genutzt!

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Wenn man als älterer Mensch heutzutage eine Schulklasse sieht, fragt man sich oft, ob es sich um verhaltensgestörte Kinder handelt: Offenbar sind sie durch die modernen Medien so geprägt, dass sie auf jeden Fall unbedingt irgendwie auffallen wollen.

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In der Kriegs- und Nachkriegszeit waren die Kinder wunschlos glücklich. Heute werden ihnen alle Wünsche erfüllt und sie nicht trotzdem nicht glücklich.

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Die Eltern von heute finden eine solche Fülle von Versorgungsmöglichkeiten für ihre Kinder vor, dass manche glauben, sie bräuchten sie nur noch in die Welt zu setzen.

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Manche Frau, die einmal ihr Kind als Gottesgeschenk empfunden hat, merkt ein Jahrzehnt später, dass es eher ein Satansbraten ist.

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Früher hatten die Kinder Angst vor den Eltern, heute ist es oft umgekehrt.

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Wir müssen den Schadstoffausstoß mindern: Wieso brauchen wir dann mehr Kinder?

(Zur Klarstellung: Gemeint ist natürlich die Tatsache, dass jeder Mensch Schadstoffe produziert, so dass die Weltbevölkerung nun eigentlich abnehmen sollte.)

Die Kinder, die einmal antiautoritär oder, wie es dann immer mehr üblich wurde, kaum noch erzogen wurden, sind die Flegel in weiß und schwarz (Ärzte und Richter), mit denen du es nun zu tun hast.

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Wenn die Kinder heutzutage von vielen Eltern als Nervensägen empfunden werden, so liegt das daran, dass man keine Zeit mehr für sie hat.

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Die Erziehung vieler Kinder besteht darin, dass ihre Eltern ihnen das richtige Fernsehprogramm einschalten.

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Irgendwann wird jeder Vater auch einmal Gewissensbisse bekommen, ein Kind gezeugt zu haben.

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Es sollte zu denken geben: Die Zahl der Kinder nimmt ab, aber die der Hunde nimmt zu.

Kinder sterben an Hunger: in der Dritten Welt aus Mangel an Nahrung, bei uns aus Mangel an Liebe.

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Lieben heißt auch, gerecht zu sein. Das bedeutet nicht, allen Kindern gleich viel Liebe zu geben, sondern so viel, wie sie brauchen.

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Wir lassen die Kinder in vergifteter Luft mit vergifteten Lebensmitteln aufwachsen. Und wir vergiften ihnen auch das zarte Pflänzchen junger Liebe mit der allgegenwärtigen Pornografie.

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Heimat“ ist für viele Kinder ein Land, aus dem man sofort abhaut, wenn man Urlaub hat.

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Der Kindergarten in Deutschland sollte ehrlicherweise Kinderverwahranstalt genannt werden.

Langeweile kann tödlich sein: Immer öfter langweilen sich Heranwachsende so, dass sie einmal einen Menschen sterben sehen wollen.

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Die Kunst der Erziehung besteht darin, dass die Kinder nichts davon merken.

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Eltern denken oft: Erziehung ist so ähnlich, wie wenn man Wasser in ein Sieb gießt – Nur wenig bleibt hängen.

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Früher bekamen Kinder etwas geschenkt, wenn sie brav waren; heute bekommen sie etwas, damit sie keine Aggressionen kriegen.

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Erziehen bedeutet auch, dass die Eltern Konflikten nicht ausweichen. Heute gießt man lieber eine Tünche von scheinbarer Harmonie darüber.

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Es sollte den heutigen Müttern zu denken geben, dass es immer mehr Hotels und Lokale gibt, in denen Kinder unerwünscht sind.

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Die Globalisierung zeigt den Stand der Kindererziehung: Überall in den 5-Sterne-Hotels sieht man die plärrenden Kleinen unbeaufsichtigt herumtoben oder im Abendbüffet wühlen.

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Früher gab es Erziehungsheime für schwer Erziehbare. Heute haben uns Psychologen eingeredet, man müsse solche Jugendliche mit einem Sozialarbeiter auf einen Segeltörn oder in ein exotisches Ferienland schicken.

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Kaum ein Nachtgebet ist so intensiv wie das einer Schwiegermutter für die Schwiegertochter, wenn diese ohne die Kinder in Urlaub fliegt.

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Wenn du dein Kind konfliktfrei und ohne Strafen erziehst, dann sind die Konflikte und Strafen nur ins spätere Leben verschoben und fallen dafür umso härter aus.

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Beim ersten Kind übertreiben die Eltern, beim dritten tun sie das Gegenteil.

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Auch wenn es Emanzen und viele Psychologen nicht wahrhaben wollen: Buben müssen anders erzogen werden als Mädchen.

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Mit der Erziehung verhält es sich wie mit der Gesundheit: Wenn man ein Loch im Zahn nicht sofort füllen lässt, verfault der ganze Zahn.

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Was für Kinder zieht ihr heute groß, wenn die Lehrer nun der Berufsstand sind, der am meisten unter dem Burned-Out-Syndrom leidet?

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Arme Kinder von heute: Viele wissen nicht mehr recht, was sie sich noch wünschen sollen.

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Erziehe deine Kinder so, als wärest du arm. Dann werden sie nicht an Überdruss leiden, sondern auch für schlechte Zeiten gerüstet sein.

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Das Wort „sterbenslangweilig“ ist erst in unserer Zeit zu seiner wahren Bedeutung gekommen, seit es Jugendliche gibt, die vor lauter Langerweile einmal sehen wollen, wie ein Mensch stirbt.

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Die Ornithologen haben festgestellt, dass die Vögel in unserer lauten Welt immer lauter werden. Wer stellt endlich dasselbe bei unseren Kindern fest?

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Wer setzt schon Kinder in die Welt zum Zahlen unserer Schulden?

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Unser Schulsystem stiehlt den Kindern das Wertvollste, das sie haben: Ihre Kindheit.

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Erziehung ist der vergebliche Versuch der Eltern, aus ihren Kindern bessere Menschen zu machen, als sie selbst sind.

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Liebe, Geduld, Konsequenz und Einfallsreichtum sind die Schlüssel für die Kindererziehung.

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Heutzutage greift die Service-Mentalität immer mehr um sich. Für alles Mögliche gibt es Zuständigkeiten und so meinen viele Eltern, für die Erziehung ihrer Kinder seien Kita und Schule zuständig.

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Erziehen heißt auch schuldig werden.

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Erziehen heißt auch: Mach dir deine Kinder zu Freunden, sonst hast du Störenfriede.
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