Spiegel – ein typisches Frauenschicksal

Das Wort „Multitasking“ sollte zum Unwort erklärt werden. Damit suggerieren die Unternehmer in ihrer Gier nach Wachstum und damit auch gerade in ihrer Gier nach Arbeitskräften, Frauen könnten leicht zwei Berufe stemmen. Viele Frauen glauben das und wollen dabei nicht auf die warnenden Worte ihrer Vorkämpferin für ihre Rechte hören.
Die bekannteste deutsche Frauenrechtlerin, nämlich Alice Schwarzer, sagte in einem Interview mit dem Spiegel (Nr.47/99) auf die Frage, ob sich für eine Frau Kind und TopKarriere vereinbaren lassen:
„Frauen, die glauben, dass es selbstverständlich sei, alles hinzukriegen, machen sich etwas vor. Sie drücken sich vor der Realität. Heute wird behauptet, es sei doch kein Problem, beides hinzukriegen. Das ist eine furchtbare Lüge. Frauen, die Karriere und Kinder wollen, müssen Abstriche machen. Es tut mir leid, das ist die bittere Wahrheit.“
Inzwischen äußerte sich Robert Habeck anlässlich des Rücktritts von Frau Spiegel ähnlich. Jetzt sind wir schon mindestens zu dritt

Warum arbeiten Frauen im Beruf?
> Während früher eine Familie vom Einkommen des Mannes in der Innenstadt wohnen konnte, verdanken wir dem Merkelismus eine derartige Spekulation auf dem Wohnungsmarkt, dass heute oft beide Eheleute arbeiten müssen, um bei den hohen Mietern über die Runden zu kommen.
> Manchen Frauen, die mit sich und den Kindern nichts anzufangen wissen, fällt zu Hause die Decke auf den Kopf. Sie wollen unter Menschen sein.
> Viele Frauen haben eine besondere Ausbildung und wollen daher in dem hart erarbeiteten Beruf tätig sein.
> Der schönste Beruf (Hausfrau) hat ein schlechtes Image.
>  Manche Frauen wollen nicht von einem Mann abhängig sein…

Ich bin ja sehr alt und überblicke das Leben von Frauen von mindestens 4 Generationen. Nie ging es dem Durchschnitt der Frauen so schlecht wie jetzt:
Meine Mutter (Jahrgang 1907) war selbstverständlich Hausfrau wie fast alle Frauen damals:
Milch, Fleisch, Fisch, Gemüse und sonstige Lebensmittel – alles musste in gesonderten Geschäften gekauft werden, denn Supermärkte gab es noch nicht. Auch Waschmaschinen kannte man nicht und so war der Waschtag immer ein anstrengender Tag. Kleidung war teuer und so nähten die Frauen und strickten fast alles selbst. Die Frauen hatten also viel zu tun, aber sie bewältigten das stressfrei und hatten auch viel Zeit für sich oder Geselligkeit.
Meine Frau (Jahrgang 1933) ist auch nach der Hochzeit aus dem Berufsleben ausgeschieden und genoss ihr Hausfrauendasein: Sie kümmerte sich um die Kinder und musizierte mit ihnen. Sie machte mit den Kindern 5 Wochen Ferien: Erst 2 Wochen allein mit den Kindern auf einer Alm und dann mit mir  3 Wochen am Meer. Sie hatte sich selbst das Zitherspielen beigebracht. Und sie malte hervorragend, dass sie ihre Bilder sehr gut hätte verkaufen können, wenn sie gewollt hätte. Sie hatte ein schönes freies Leben. Abends genossen wir gemeinsam den Feierabend, denn da gab es nichts mehr zu tun.
Und die nächste Generation lebte in der Regel im Stress und Burnout nahm zu: Morgens die Kinder in die KITA bringen und abends nach der Arbeit wieder abholen. Viele haben dann keinen ruhigen Feierabend, sondern müssen einkaufen, kochen, sauber machen… Mir tun sie leid, wenn ich ihr Leben mit unserem vergleiche.
Für mich ist Frau Spiegel eine typische Vertreterin ihrer Generation. Sie wollte beruflich voran kommen, aber die Familie nicht zu kurz kommen lassen. An diesem Dilemma ist sie gescheitert.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.