Schon mal vormerken – Unwort des Jahres: „Lieferketten“

Das Wort „Lieferkette“ macht uns klar, in welcher Falle wir stecken. Im Zeitalter der Globalisierung haben wir uns abhängig gemacht von den billigsten Produzenten im Ausland. Und wenn da etwas nicht funktioniert, sitzen wir auf dem Trockenen:

Es begann bei den Medikamenten, die hauptsächlich in Indien hergestellt werden. Deshalb wird Indien auch als Apotheke der Welt bezeichnet. Plötzlich waren einige Medikamente nicht mehr lieferbar, sogar lebensnotwendige.

Weiter ging unsere Abhängigkeit bei der Pandemie. Am Anfang gab es zu wenige Masken bei uns. Mancher Arzt und Pfleger hat dies mit dem Leben bezahlen müssen.

Und die einwöchige Blockade des Suezkanals zeigte uns, wie abhängig wir vom Funktionieren der Lieferketten sind. In der Zeit des Home-Schoolings gab es auf einmal keine billigen Computer mehr. Und vieles andere fehlte.

Gerade hapert es bei den Mikrochips für die Autoindustrie. Manche Bänder stehen still:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/chipmangel-in-der-autoindustrie-europas-gefaehrliche.976.de.html?dram:article_id=494972
Das ist eine brandgefährliche Entwicklung: Wir wollen billige Waren um jeden Preis und bezahlen das mit der Sicherheit.

Wir können uns solche Abhängigkeiten nicht leisten. Da muss ich an die Adenauer-Zeit denken. Damals herrschte das Prinzip, dass wir in der Lage sein müssen, autark leben können. Deshalb wurden beispielsweise die einheimische Kohle und die Landwirtschaft subventioniert, damit sie nicht der billigeren Konkurrenz aus dem Ausland zum Opfer fielen.

Aber heute sind wir Menschen in Ketten – Lieferkette sind auch nichts anderes.

 

 

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