Tag des Bikinis


Skandalös! so sagte man seinerzeit, als der Franzose Béard den Bikini erfand, den er ausgerechnet nach dem Atoll benannte, wo seinerzeit die Atomtests stattfanden. Als Béard seine neue Erfindung auf einer Modeschau präsentieren wollte, fand er zunächst nicht einmal eine Frau, die bereit gewesen wäre, sich so auf dem Laufsteg zu präsentieren. So musste er schließlich eine Stripperin anheuern.
Der Skandal war perfekt: Die Presse verurteilte einhellig diesen „Verstoß gegen die Moral“ und der Bikini wurde auf den Stränden verboten. Erst ab 1960 setzte er sich dann doch durch.
Inzwischen ist er allerdings noch knapper geworden: Nur noch ein Schnürl im Hintern:

Frau, Strand, Meer, Ozean, Mädchen

Was lernen wir daraus? Der Kampf der Behörden um die Erhaltung der Moral, der mit dem „Zwickelerlass“ begann, endete mit einem Schnürl im Hintern. Eine Niederlage der gestrengen Amtsmoral auf der ganzen Linie und ein Sieg der Frauen, so könnte man meinen. Aber ich glaube nicht, dass die Emanzen das auch so sehen. Sie haben ja einmal ihre BHs verbrannt, weil sie behaupteten, die Männer hätten ihnen diese beengenden Kleidungsstücke aufgezwungen. Und auch die neue Nacktheit gefiel ihnen nicht. So warf eine Frauenzeitschrift die Frage auf:
°Und muss es unbedingt sein, dass diese Frauen nur im Bikini bekleidet über den Laufsteg hüpfen müssen?“
Inzwischen geht nun tatsächlich der Trend in die andere Richtung: Vor nicht allzu langer Zeit hatte die Bildzeitung immer eine nackte Frau abgedruckt. Das ist nun vorbei. Auch die Werbung ist weniger sexy geworden: Vorbei ist die Zeit, als für Luxuslimousinen mit Frauen im Bikini auf der Kühlerhaube geworben wurde.
Es ist auch nicht lange her, als die Frauen die Oben-Ohne-Mode durchsetzten. Sogar in der Türkei, wo so etwas verboten ist, zeigten sie den in Ganzkörperkleidung badenden Türkinnen, was „Freiheit“ bedeutet. Aber auch diese Freiheit ist inzwischen sanft entschlummert. Die Frauen ziehen sich wieder am Strand so züchtig um, als wenn Männer erblinden könnten, wenn sie etwas mehr sehen.

 

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