Glück kann so einfach sein

Wenn man wie ich dankbar auf fast 9 Jahrzehnte seines Lebens zurück blickt, dann erinnert man sich gerne an die vielen glücklichen Tage: mit der Familie, im Beruf, im Urlaub… Es gab so viele schöne Erlebnisse.
Aber was merkwürdig ist: Zu den glücklichen Tagen gehören auch ganz einfache:

Ich bin drei Mal mit dem Fahrrad von Kiel aus durch ganz Deutschland bis in die Berge gefahren und daher erinnere ich mich gerne an erholsames Rasten in Jugendherbergen: in der Festung Ehrenbreitstein oder bei peitschendem Sturm im warmen Turmzimmer der Ludwigsburg. Und manchmal sitze ich im Geiste in einem der Bögen von der Kaiserpfalz in Bad Wimpfen und erinnere mich an den herrlichen Ausblick.

Aber zu den schönsten Erinnerungen gehört auch beispielsweise eine ganz einfache: Weil ich wenig Geld hatte, fragte ich auf einer Alm, ob ich dort im Heu schlafen könnte. Aber der Bauer lud mich in seine Hütte ein. Sie war ganz schlicht: Der Boden bestand aus Baumrinde. An der Stirnseite brannte das Feuer im Herd. Davor war der Esstisch mit Stühlen. Und von rechts schauten aus einem Verschlag die Kühe zu. Und auf der anderen Seite waren die offenen Schlafplätze nebeneinander. Einfacher geht es nicht mehr – und doch so schön. Selten habe ich das Leben so gespürt wie hier, wo ich mit den Kühen in einem Raum schlief. Und ich höre noch heute, wie sie in ihrem Traum schnauften. Da war ich ganz eins mit der Natur. Und selten habe ich ein so starkes Gefühl der Geborgenheit gehabt.

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