Tag des Faulenzens – Können Sie so etwas noch?

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Es ist ja erstaunlich, dass wir im Kalender gleich drei Tage der Faulheit widmen. Im Oktober kommt der Tag des Faultiers, heute ist der Tag des Faulenzens  und dann gibt es auch noch den Faulpelzes. Anscheinend haben wir das nötig in unserer hektischen Zeit.

Die Tiere haben uns etwas voraus:
Sie können einfach so da liegen und das Leben genießen. Das ist eine Form des Glücklich-Seins, die wir verlernt haben. Wir müssen immer etwas tun. Und wenn wir nur so da liegen, dann wollen wir jedenfalls etwas lesen oder Musik hören. Deswegen sagen wir ja inzwischen statt „ausruhen“ „chillen“, denn einfach nur so da liegen und nichts tun: das hält der Mensch von heute kaum aus, es sei denn, er sonnt sich. Dabei sind solche Phasen des Lebens ganz wichtig: Man lässt die Gedanken schweifen und folgt ihnen.
Ich erinnere mich an die Zeit, als meine Kinder klein waren. Damals lagen sie halt auch häufig nur da und manchmal ging ein Kräuseln über ihre Stirn. Dann pflegte die Oma zu sagen: „Schau hin: Da sieht man richtig, wie sich der Geist bildet.“
Und solche Phasen braucht der Mensch auch, wenn er älter wird. Er soll sich nicht immer voll stopfen mit Vorgefertigtem, seien es nun Bücher oder Melodien. Er sollte halt auch versuchen, seinem eigenen Geist ein wenig Raum für das Schöpferische lassen.
Aber immer mehr Menschen halten es mit einem gewissen Typen überhaupt nicht aus: mit sich selbst. Daher brauchen sie die Ablenkung. Nur wenige ruhen noch in sich.

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