Corona: der falsche Weg?

Ich habe hier ja schon öfter gefunden, dass wir bei der Pandemie-Bekämpfung auf dem falschen Weg sind:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/02/11/corona-der-falsche-weg-4/
Nun will sich auch Laschet von der bisherigen Strategie abwenden und erntet dafür teils Zustimmung, aber auch heftige Kritik. Zur Zeit ist die Rede davon, dass man vor Aufhebung des Lockdowns den Grenzwert der Neuinfektionen statt bisher auf 50 nun auf 35 pro 100.000 Einwohner herab setzen will. Laschet meint dazu mit Recht, man könne nicht immer neue Grenzwerte erfinden. Führende Virologen sagen nämlich, den Wert von 35 könne man nicht dauerhaft erreichen.
Was wir bisher machen, ist eine Bekämpfung der Pandemie mit Holzkammermethoden oder wie Gabriel es ausdrückt wie bei der Pest im Mittelalter: Man macht einfach fast alles zu, anstatt darauf zu schauen, wo die Infektionsquellen liegen: Wie schon gesagt beträgt beispielsweise die Ansteckungsgefahr in Biergärten auch ohne Schutzvorkehrungen nur 1:1000. Und wenn ich zum Arzt gehe, schätze ich die Ansteckungsgefahr dort um ein Vielfaches höher ein als in einem gut geführten Lokal mit Abstandsregeln und Plexiglasscheiben.
Wie wäre es denn, wenn wir nun beim Grenzwert von unter 50 statt des Lockdowns auf die Nachverfolgung der Infektionsquellen setzen? Das ist dann ohne weiteres möglich, so hören wir aus Bremen, wo die Neuinfektionen bei 58 liegen:
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/kontakt-verfolgung-gesundheitsamt-bremen-100.html
Übrigens hörte ich im Fernsehen vom Leiter eines Gesundheitsamts, seine Behörde sei sogar in der Lage, bis zu 250 Neuinfektionen verfolgen.
Eine Methode wäre ja auch, dass jeder Infizierte mit Bild im Internet erscheint. Da höre ich schon einen Aufschrei: Um Gottes Willen! Wie kann man bei uns nur auf so eine so blöde Idee kommen! Wo bleibt denn da der Datenschutz?
Man findet es selbstverständlich dass Trumps Corona-Erkrankung publik gemacht wird, aber doch nicht die eigene!
Ich glaube, dass ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung bei so einem Öffentlichkeitsmodell mitmachen würde, wenn man ihm die Notwendigkeit einer solchen Methode erklären würde. Dann könnte jeder in seinem Ort die Neuinfizierten anschauen und überlegen, ob er ihnen begegnet ist, wenn ja, würde er sich testen lassen.
Es bleibt Ihnen unbenommen, das hier für Unsinn zu halten, aber besser als alles zu sperren ist es allemal. Und das würden wohl auch viele einsehen.

Und noch etwas zum Thema „falscher Weg“. Gerade erfahren wir, dass die Impfstoffbeschaffung in der EU deshalb so lange gedauert hat, weil es bei den Preisverhandlungen zugegangen ist wie in einem orientalischen Teppichladen. Der EU ist es dabei gelungen, den Preis von 54 Euro auf 15,50 Euro herunter zu handeln. Wie konnte es so weit kommen? Die Firma Biontech erhielt für die Entwicklung des Impfstoffs von der EU viel Geld. Hätte man nicht die Mittelvergabe an die Bedingung knüpfen müssen, dass der Preis für das Vakzin nicht nach Belieben festgesetzt werden darf, sondern nach Herstellungskosten plus Gewinn in fest zu legender Größe?

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.