Geduld, Ihr Frauen (II)

 

Über dieses Thema habe ich gerade schon etwas geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/02/07/zitat-zum-sonntag-geduld-ihr-frauen/

Es ist nicht so, dass sich in der Katholischen Kirche nichts ändern würde: Wie anders war das alles noch in meiner Jugend!
> Zur Erstkommunion erhielt ich ein Gebetbuch mit einem Bild des Papstes Pius XII. Darauf war er beim Beten abgebildet – mit einem Heiligenschein! So ein Bild würde sich ein Papst heute nie erlauben.
> Und auch das erlaubt sich heute kein Papst mehr: Wenn Pius XII im Petersdom eine Messe las, ließ er sich in einer Sänfte hinein tragen. Ja, das waren noch Zeiten!
> Niemand hätte damals geahnt, was noch alles auf diese Kirche zukommen würde. Erst konnte die Kirche ja noch die Missbrauchsfälle und all die sonstigen Verfehlungen unter der Decke halten. Wer traute sich schon, gegen einen Priester schmutzige Vorwürfe zu erheben? Wenn man so etwas gemacht hätte, hätte man ja befürchten müssen, wegen Verleumdung bestraft zu werden oder schlimmer: von der Gemeinde geächtet zu werden. Aber dann brach der Schmutz überall hervor, denn die Kirche hatte missachtet, was in der Bibel steht:
„Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, auch nichts Heimliches, das nicht kund werde und an den Tag komme.“ (Lukas 8,17) Und noch deutlicher konnte die Kirche bei Hiob 12,22 nachlesen: „Er öffnet die finsteren Gründe und bringt heraus das Dunkel an das Licht.“
> Dadurch hat die Kirche viel an ihrer Autorität verloren und ihre Mitglieder treten in Massen aus. Das hätte früher kaum einer gewagt aus Angst vor der Hölle, aber an den Teufel glauben nur noch die Erzkonservativen.
>  Was sich doch alles seit meiner Kindheit geändert hat: Früher gab es eine echte Fastenzeit. Heute hält man höchstens eine Diät ein. Und die Abstinenz am Freitag ist auch sanft entschlafen.
> Man musste damals nüchtern zur Kommunion gehen und im Religionsunterricht lernten wir, ob man nach einem versehentlichen Wasserschlucken beim Zähneputzen noch nüchtern war.
> Wegen des Nüchternheitsgebots ging man früh in die Kirche. Und die anderen wurden verächtlich die „Halb-Elf-Uhr-Christen“ genannt.
> Wenn jemand starb, las man, wenn alles seine Ordnung hatte, in der Todesanzeige, dass er „wohl versehen mit den Sterbesakramenten verstorben“ ist.
> Man hatte ein Kreuz im Esszimmer und man betete vor und nach dem Essen.
> Und man hatte ein kleines Weihwasserbecken im Haus, mit dem man sich segnete, bevor man fort ging.
> Natürlich ging man am Sonntag in die Messe. Sogar in der oben abgebildeten kleinen Kirche von Bernhaupten, einem Ortsteil des Dorfes Bergen, wurden gut besuchte Messen gelesen.
> Solche Filialkirchen gibt es nicht mehr und immer mehr Kirchengemeinden werden zu einer einzigen zusammengefasst. Oft wird aus vier ehemaligen eine einzige neue Gemeinde – angeblich wegen Priestermangel, aber wirklich wohl eher wegen Mangels an Kirchgängern.
> Es gab einmal einen Index, auf dem Bücher standen, die ein Katholik nicht lesen durfte. Als ich Abitur machte und etwas von C.F.Meyer lesen musste, brauchte ich einen Dispens.
> Und an den Kirchen hingen Film und Theaterkritiken, nach denen man sich zu richten hatte. Da gab es dann beispielsweise Bedenken gegen ein Ballett, weil sich „die Männlichkeit des Solotänzers zu sehr abdrückte“.

Das alles sind Veränderungen innerhalb eines einzigen Menschenlebens, die aus katholischer Sicht geradezu erdrutschartig sind. Daher werden wir nicht mehr lange auf Priesterinnen warten müssen, denn die Kirche braucht die Frauen. weil Männer allein mit Führungsaufgaben überfordert  sind:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/02/06/die-unfaehigkeit-der-maenner/

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