Zitat zum Sonntag: Geduld, Ihr Frauen!

Ich schreibe Aphorismen in dem  Buch „Mit spitzer Feder“.

Zur Zeit gärt es in der Katholischen Kirche und dazu fiel mir diese Erkenntnis ein:

Man kann aus einer Schnecke kein Rennpferd machen..“

Wenn nun auch Frauen Priesterinnen werden wollen, ist das ein berechtigtes Verlangen. Schließlich waren auch in der Urkirche Frauen an entscheidender Stelle tätig. Dass Jesus nur Männer als Jünger mitgenommen hat, ist kein Argument gegen Frauen als Priesterinnen. Dass es nur Apostel und keine Apostelinnen gab,  dürfte zum einen daran gelegen haben, dass sich die Frauen um die Kinder zu kümmern hatten, und zum anderen auch daran, dass die Hohen Priester eben auch Männer waren. Die Zeiten waren halt damals so.

Ihr ungeduldigen Frauen, ich kann nur sagen: Geduld! Googelt mal mit „Frauen“ und „Seele“.  Da werdet ihr staunen, welche Fortschritte die Kirche gemacht hat. Es ist noch nicht lange her (nur ein paar Jahrhunderte), da standen die Frauen in den Augen der Kirche den Tieren gleich: Sie hatten keine Seele. Anstatt dankbar für diesen unglaublichen Fortschritt zu sein, wollt ihr nun plötzlich mehr.
„Plötzlich“ kennt die Kirche nur als Veränderung im Laufe von Jahrhunderten. Dass es aber doch gaaanz langsam voran geht, möchte ich mit dem Beispiel der Ehe meiner Eltern demonstrieren: Meine Mutter war evangelisch und mein Vater war katholisch. Sie durften nach der damaligen Lehre der katholischen Kirche nicht heiraten, denn eine Mischehe war eine schwere Sünde. Sie konnten nur heiraten, weil sie von einem Geheimtipp profitierten: Nur der Prior von St. Benno hatte Verständnis für die Liebenden und traute sie trotzdem entgegen den Regeln der Amtskirche. 
Aus heutiger Sicht ist es kaum zu glauben, dass so etwas noch nicht einmal 100 Jahre zurück liegt.
Verglichen mit dem Leid, das die Kirche früher über die vielen Liebenden gebracht hat, ist doch die Tatsache, dass Frauen (noch!) nicht Priesterinnen werden können, durchaus erträglich. Mein Vater sang öfter eine traurige Moritat über das Verbot der Mischehen, von der mir leider nur der Refrain in Erinnerung geblieben ist:
„…weil die Lina evangelisch und der Schorsch katholisch war.“ 

 

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