Der andere gefährlichere Klimawandel (der gesellschaftliche)

Es gibt einen Klimawandel nicht nur beim Wetter, sondern gefährlicher ist der Wandel beim gesellschaftlichen Klima. Er reicht von kleinen harmloseren Veränderungen bis zu Umsturzbestrebungen im Staat.
> Beginnen wir also harmlos: Wenn wir das Fernsehen von früher mit heute vergleichen, so fällt auf, dass die Unterhaltung die Information immer mehr verdrängt. Kochshows, Trash, Promi-News usw. kannte man noch nicht. Heute beschäftigt sich ein großer Teil der Sendungen mit Prominenten und deren Liebesleben oder Drogen- und Alkoholexzessen.
Früher gab es als Krimi nur den „Durbridge“, einen wahren „Straßenfeger“. Heute sind die Sender voll davon.
Eine Flucht aus der Realität ist zu beobachten durch Sci-Fi-, Fantasy-Filme und Ähnliches.
Auch das Bild der Liebe hat sich gewandelt: Früher zeigten die Filme Paare, die nach etlichen Verwicklungen zu einem Happy-End kamen. Heute dominieren Menschen, die nach einem Scheitern ihrer Ehe eine Neuorientierung suchen.
Kritische Sendungen wie Kabarett wurden in die Nachtstunden verlegt. Das ist die Diversionspolitik: Die Menschen sollen das Wichtige weniger erfahren und werden mit Firlefanz vollgestopft.
> Es war einmal so, dass es selbstverständlich war, ordentlich, anständig und gesetzestreu zu sein. Wenn sich heute Menschen beschreiben, gilt es als „in“, ein wenig chaotisch und verrückt zu sein. Die Folge davon ist: „Der Mensch is a Sau“ – wie ich oft beschrieben habe.
> Die Straftaten und Gewalt nehmen zu: Früher waren Polizeibeamte Respektspersonen, heute sind sie zum Ziel von Steinwürfen und Molotow-Cocktails geworden.
> Der Verlust des Anstands zeigt sich besonders beim Bankwesen. Es gab einmal Bankiers, die ihre Kunden ehrlich berieten. Sie sind abgelöst worden von Bankern, die in viele Skandale verwickelt sind und die ihre Kunden als Ausbeutungsobjekte betrachten. In einer Bank wurden Kunden mit den Buchstaben a und b markiert, was so viel hieß wie „alt“ und „blöd“. Diese Kunden, die noch alte Vorstellungen von Anstand und Vertrauenswürdigkeit hatten, wurden zu Anlagen gedrängt, in denen sie alles verloren. Man schwatzte den Kunden wertlose Ostimmoblien auf. Der Schauspieler HorstJanson verlor durch eine solche Investition seine gesamten Altersrücklagen.  Die Banken haben inzwischen ihr wichtigstes Kapital verloren: das Vertrauen ihrer Kunden.
Um beim Thema Altersrücklagen zu bleiben: Da wurden die Bürger um 50 Milliarden betrogen.
> Die Menschen sind inzwischen von einer krank machenden Geldgier befallen. Man sieht diese Erscheinung, wohin man schaut: Nicht nur Cum-Ex- Geschäfte von Unternehmen und Ähnliches beweisen es, sondern sogar diejenigen, die Vorbild sein sollten, nämlich die Abgeordneten, schämen sich nicht dienstliche Bonusflugmeilen selbst zu nutzen, Sekretariatskosten falsch abzurechnen, Anwesenheitsgelder zu kassieren, um dann gleich wieder abzuhauen…
Auch ein Berufsstand, der hoch im Ansehen der Bürger steht, nämlich die Ärzteschaft, ist teilweise vom Virus der Geldgier befallen: Die Kassen werden betrogen, überflüssige Operationen werden den Patienten aufgeschwatzt…  https://autorenseite.wordpress.com/2012/08/09/aerzte-geldschneider-14420135/
> Die hemmungslose Geldgier, die unter dem Schutz der Politik um sich greift, hat dazu geführt, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer. Müssen Topmanager wirklich durchschnittlich das 53-fache ihrer Angestellten verdienen? Das Missverhältnis der Einkommen reicht bis zum 432-fachen.
> Prekäre Arbeitsverhältnisse hat es früher nicht gegeben. Damals konnte man von seiner Arbeit leben, d.h.: sogar eine Familie unterhalten und in der Stadt wohnen, während viele heute „aufstocken“ müssen.
> Auch Tafeln und die steigende Zahl der Wohnungslosen sind ein augenfälliges Zeichen der Wandlung in unserem Land.
> Als ich jung war, gab es ein „Wir-Gefühl“: Das war notwendig, denn wir mussten das zerstörte Land wieder aufbauen. Und heute ist das Land gespalten in die da oben und „die da draußen im Lande“, in Rechtsextreme und Linksextreme, Arme und Reiche…
> Das, was man damals aufgebaut hat, kann man heute nicht einmal mehr richtig erhalten. Die Infrastruktur ist marode: Schulen, Brücken Straßen… alles müsste längst saniert werden.
> Die Justiz liefert mit ihren Bauten aus verschiedenen Zeiten einen Beweis für den Sinneswandel im Staat: Dieses Gebäude aus der Nachkriegszeit zeigt eine transparente Justiz der Bürger mit großen Glasscheiben, bei denen jeder Vorbeigehende von außen zusehen konnte:

Inzwischen hat man vorsichtshalber eine Hecke davor gepflanzt und die heutigen Justizgebäude sind aus Sicherheitsgründen zu Bunkern geworden.
> Man sparte einmal, sogar der Staat hatte Rücklagen in einem „Juliusturm“. Heute geben die Bürger das Geld aus, bevor es „kaputt geht“. Und auch der Staat häuft Schulden auf, die  einmal die Enkel bezahlen müssen. Jemand hat sogar ausgerechnet, das diejenigen, die auch noch einmal daran zu tragen haben werden, noch gar nicht geboren sind.
> Man ernährte sich einmal gesund so, wie es althergebracht war. Fleisch war teuer und daher gab es nur einmal Sonntags einen Braten. Heute können sich die Menschen meist alles leisten und ernähren sich immer ungesünder.
> Aus gesunden Bürgern sind daher Patienten geworden: Schon Kinder werden zu Brillenträgern und Pillenschluckern, leiden an Diabetes, Adipositas…  Wir leben zwar dank der modernen Medizin immer länger, aber als Kranke . Die 60- bis 70-jährigen nehmen täglich durchschnittlich 8,5 Tabletten ein.
> Die Familie war einst „die Keimzelle de Staates“. Die Ehen hielten in der Regel ein Leben lang. Doch heute sind sie durch die Vielzahl an Scheidungen zu einer Verbindung auf Zeit geworden. Deshalb hat einmal ein protestantischer Pfarrer die Formel „bis dass der Tod uns scheidet“ durch diese Formel abgelöst: „solange die Liebe dauert.“ Kein Wunder, dass die Ehen vielfach durch Partnerschaften abgelöst wurden, während nun sonderbarerweise die Schwulen einen mächtigen Drang zu einer Ehe verspüren, die es früher nicht gab. Ach, wie sind wir doch modern und tolerant geworden. Als ich jung war, wurden „wilde Ehen“ bestraft. So „moralisch“ war man damals.
> Es gab keine Asylanten, nur Gastarbeiter.
> Fußballer spielten aus Spaß – unbezahlt. Wie haben sich die Leute aufgeregt, als Uwe Seeler Geld dafür bekam, und die Aufregung war auch groß, als die Fußballer zu lebenden „Litfaß-Säulen“ wurden, also Reklame auf die Trikots bekamen. Welcher Verlust an Menschenwürde wurde da gesehen. Heute sind die Balltreter zu Millionären geworden und keiner tut etwas dagegen. Kein Fanverein bleibt mal aus Protest zu Hause.
> Einen ganz gewaltigen Wandel der Gesellschaft brachte eine kleine Pille. Nun konnten die Frauen verhüten. Das leitete eine sexuelle Revolution ein. Für Frauen gab es einmal das „Kranzgeld“. Nun sind sie oft auf One-Night-Stands aus. Der Wandel hat sogar die Königshäuser ergriffen. Prinz Charles ist das letzte Beispiel für die alte Regel, nach der Blaublütige nur Jungfrauen aus ihren Kreisen heiraten durften und sich zum Ausgleich eine Mätresse gönnten. Inzwischen heiratet der männliche Nachwuchs nicht nur Bürgerliche, sondern sogar Geschiedene und Frauen mit unehelichem Kind. 
> Eine weitere einschneidenden Veränderung brachte das Fernsehen, das nicht umsonst „Pantoffelkino“ genannt wird. Deshalb bleiben viele Menschen zu Hause, während sie sich früher etwas einfallen lassen mussten, um ihren Spaß zu haben: Sie gingen ins Wirtshaus, um Karten zu spielen oder sie gingen zum Tanzen… Es gab noch herrliche Bälle, die von der Disco abgelöst wurden.
> Der Sonntag war noch ein Festtag, an dem man sich entsprechend anzog, und viele in die Kirchen gingen, die sich mehr und mehr leeren.
> Die Welt ist in gewisser Hinsicht durchsichtiger geworden. Worüber früher ein Mäntelchen des Schweigens gehängt wurde, wird heute schonungslos aufgedeckt: Auf einmal gab es sogar Missbrauchsfälle in der Kirche.
> Man lernte sich einmal häufig bei gesellschaftlichen Anlässen kennen, beim Tanzen … Heute greift das  Parshippen immer mehr um sich.
> Das Internet hat das Leben auch sehr verändert: Jeder kann dort jeden Unsinn los werden und findet dort auch Abnehmer. Die Deutschen schauen täglich 88 Mal aufs Smartphone und sind 8 Stunden im Internet. Es heißt, dass die Jugend hier ihre neue Heimat gefunden hat.
> Man sah in der Natur ein ewiges „Stirb und werde“, während inzwischen das Artensterben immer erschreckendere Ausmaße annimmt und die Welt immer mehr erschöpft wird.
> Was für einmal in Beichtstühlen geflüstert wurde, wird heute öffentlich „bekannt“. „Outen“ ist in, gleichgültig ob es um Abtreibungen geht oder sexuelle Angelegenheiten. Früher war Das Sexuelle Privatsache, heute veranstalten Schwule „Loveparades“,
> Weil die Welt immer unübersichtlicher wird, setzen die Menschen immer mehr auf Emotionen und das ist die Ursache für den um sich greifenden Populismus, für den Trump das extremste Beispiel ist. Er wurde in den Augen vieler amerikanischer Evangelikalen sogar zum Messias erhöht.
> Die Städte haben ihre Seelen verkauft, nämlich die Innenstädte. indem sie Gewerbegebiete am Stadtrand aus wiesen. Was für einen öden Eindruck machen sie oft mit vielen geschlossenen Geschäften:

> Es gab eine Zeit, in der die Menschen die Tiere, von denen sie lebten, achteten und liebten. Wenn eine Kuh zum Schlachten geholt wurde, war das ein Trauertag. Heute lässt eine entmenschte Menschheit zu, dass Schweine ohne Narkose kastriert und kupiert werden und dann ein Leben lang in einem engen Koben stehen müssen, damit sie schnell fett werden. Nicht viel besser geht es den Kühen, die oft angekettet im dunklen Stall stehen, anstatt auf der Wiese zu grasen. Und das Kükenschreddern hat es auch nicht gegeben. Wenn es ein Jüngstes Gericht gäbe, würden die Massentierhalter im Jenseits genau so kastriert und vorne kupiert.
> Die Landwirtschaft von früher wurde in einem autarken umweltfreundlichen Kreislauf betrieben. Heute verseucht sie Flüsse, Seen und Grundwasser mit Gülle und Glyphosat kommt auch noch dazu.
> Bayern wird kaputt gemacht.
> Es gibt keine richtigen Männer mehr:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/06/die-vernichtung-des-mannes/
> Die Menschheit wird immer dümmer:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/08/29/der-niedergang-der-spezies-mensch-hilfe-wir-werden-immer-schlapper-kraenker-duemmer-und-impotent/

Tja, das wäre alles, was mir mal im Augenblick einfällt. Eigentlich sollte ich direkt mal ein Buch darüber schreiben, Aber ich habe schon genug geschrieben.
Falls Ihnen etwas Ergänzendes einfällt, schreiben Sie doch bitte einen Kommentar!


 

 

3 Kommentare zu „Der andere gefährlichere Klimawandel (der gesellschaftliche)

  1. Gut beobachtet.

    De Tocqueville (1805 – 1859) schreib in seinem Werk „On Democracy, Revolution & Society“
    „Die Gesetze und Sitten der Anglo-Amerikaner sind die effizienten Ursachen ihrer Groesse… aber die Sitten (manners) sind wichtiger als die Gesetze. Mexico hat die gleichen Gesetze adoptiert und ist unfaehig sich an die Demokratie zu gewoehnen.“

    Zerstoert man Sitten, Kultur und Anstand, so gehen auch die demokratischen Werte verloren. Aber so ist es ja geplant…

    [P.S.
    „…Früher waren Polizeibeamte Respektspersonen, heute sind sie zum Ziel von Steinwürfen und Molotow-Cocktails geworden…“

    Dazu haben die Behoerden und viele Beamte auch selbst beigetragen]

    MFG

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