Die geldgierige, undankbare Autoindustrie – Motor der Wirtschaft oder Krebsgeschwür?

Die Reaktionen der Autoindustrie auf das Corona-Hilfspaket der Regierung zeigen, dass sowohl der Gewerkschaft wie auch den Bossen die Maßstäbe abhanden gekommen sind. Sie betrachten den Staat als Melkkuh, der nicht nur ihre Forschung großzügig unterstützt, obwohl die Weiterentwicklung der Produkte ureigenste Aufgabe der Unternehmen ist. Die Autoindustrie meint vielmehr auch, sie habe wegen ihrer vielen Arbeitsplätze Anspruch auf eine Prämie für den Kauf neuer Autos. Die gibt es nun zwar für E-Autos, aber anstatt dafür dankbar zu sein, meckert die Autoindustrie daran herum, weil sie auch noch Prämien für Diesel und Benziner will.
Was diese Leute dabei aus den Augen verlieren, ist die Gerechtigkeit: Was haben denn die Freischaffenden und die Gastronomie an Hilfen bekommen?
Gibt es denn nicht auch in der Gastronomie viele Arbeitsplätze?
Die Autoindustrie betrachtet sich immer als Motor der Wirtschaft. In Wahrheit ist sie ihr Krebsgeschwür, wie nur an zwei Beispielen gezeigt werden soll:
> Nehmen wir als erstes Beispiel die Firma Amazon.
Wie ein großer Staubsauger saugt sie die Gewinne der Geschäfte der Innenstädte ab, so dass die Citys immer mehr veröden. Die Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen sinken, so dass immer weniger Geld für die Infrastruktur zur Verfügung steht. Und Amazon zahlt seine Steuern nicht da, wo es sein müsste nämlich da, wo die Gewinne erzielt werden, sondern in einem Land, wo die Steuern am niedrigsten sind. Eigentlich müsste ja der Staat dagegen einschreiten, aber dann droht Trump gleich mit Strafzöllen für deutsche Autos. Richtig wäre eine saftige Besteuerung des Online-Handels, um die Verödung der Städte zu verhindern. Aber so etwas können wir uns mit Rücksicht auf die Autoindustrie nicht leisten. All dies bedeutet eine indirekte milliardenschwere Subvention für die Autoindustrie.

> Ähnlich verhält es sich mit der Landwirtschaft. Weil wir Autos verkaufen wollen, müssen wir unseren Markt für Agrarprodukte aus dem Ausland öffnen. Allerdings konnten unsere Bauern mit ihren kleinen Feldern und strengen Bauvorschriften mit der ausländischen Konkurrenz nicht mithalten und müssen seither subventioniert werden. Diese gewaltigen Subventionen werden indirekt für die Autoindustrie bezahlt, um ihnen die ausländischen Märkte offen zu halten.

> So gäbe es noch etliche Beispiele, die zeigen, dass wir uns durch die Autoindustrie wirtschadtlich  in einer Sackgasse befinden. Wenn man den Weg, auf dem wir uns befinden, zu Ende denken würde, käme dies dabei heraus: Der Staat stockt immer mehr Arbeitslöhne weiter auf, bis er die Löhne überhaupt übernimmt. Und die Kaufprämien steigen immer weiter, bis die Autos verschenkt werden. Am extremen Beispiel kann man prüfen, ob wir auf dem richtigen Weg sind.

Übrigens gab es einmal eine Zeit, da hat die Industrie im wesentlichen den Staat finanziert. Heute hängen große Teile der Wirtschaft am Tropf der Steuern, wie ein Schwerkranker auf der Intensivstation. „Ankurbeln“ ist eine der Vokabeln, die wir mit am meisten aus dem Munde der Politiker hören. Doch was nützt das Ankurbeln, wenn das Auto kaputt ist? Sollten wir daher nicht mehr vom „Reparieren“ hören?
Manchmal frag ich mich, wie haben wir
nur früher besser und sorgenfreier leben können:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.