Fleischindustrie – Ich bin entsetzt!

Was ich gerade von der Fleischindustrie erfahre, hat mich entsetzt.  200 Arbeiter einer Fleischfabrik haben sich mit Corona infiziert, weil sie unter menschenunwürdigen Verhältnissen auf engstem Raum zusammen leben.
(Was haben wir nur für Glück gehabt, dass das Corona-Virus nicht so langlebig ist wie beispielsweise Salmonellen. Wie viele Tote hätte es sonst geben können!)
Ich frage mich, ob wir nicht ein Wirtschaftssystem haben, das die Sklaverei wieder einführt. Immer mehr Menschen müssen fern von ihrer Heimat und ihren Familien irgendwo zusammengepfercht leben und schuften, um Frau und Kinder ernähren zu können. Ich bin der festen Überzeugung, dass es einst der Mehrheit der Sklaven besser gegangen sein dürfte.
Das Schlimme an dieser Erscheinung ist, dass sie sich immer mehr ausbreitet: Bei den Erntehelfern mag es ja noch angehen, weil es da nur um eine kurze Zeit geht. Aber immer mehr Kreuzfahrtschiffe brauchen immer mehr Personal, das womöglich ein Arbeitsleben lang in winzigen Zellen hausen muss, die man hierzulande nicht einmal Strafgefangenen zumuten würde.
Könnte es nicht sein, dass die Corona-Krise ein Umdenken bewirkt? Wir haben so viele erfreuliche Zeichen von Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit gesehen, dass es Herz erwärmend war. Könnte nun nicht sein, dass die Menschen mehr Geld für Fleisch ausgeben, wenn die Produzenten damit werben würden, wie gut ihre Mitarbeiter untergebracht sind?
Und überlegen sollte man auch in der EU, ob Produktionen nicht in die Länder verlegt werden müssen, aus denen die Fremdarbeiter stammen.
Jedenfalls brauchen wir ein anderes Wirtschaftssystem, das nicht immer mehr menschenunwürdige Arbeitsplätze schafft.

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