Sonntagsgedanken: Papst Benedikt XVI schuldet uns einen letzten Dienst

Im Lebenslauf des Papstes wird erwähnt, dass er im Dritten Reich Flakhelfer war und dass er sich dann unter Lebensgefahr davon gemacht haben soll. Es entsteht der Eindruck, als wäre er automatisch in diese Position gekommen und als habe er sich erst dann von der Truppe entfernen können. Tatsächlich hat er am Kriegsende das gemacht, was die meisten Soldaten getan haben, sofern ihnen das möglich war: Sie sind einfach nach Hause gegangen. M.E. enthält die Biografie des Papstes insoweit ein schiefes Bild.

Der Papst müsste einen Einberufungsbefehl erhalten haben und den müsste er wie Tausende andere Deutsche auch befolgt haben. Es gab nur wenige, die sich dem widersetzt haben: Das waren die Bibelforscher, die das dann oft mit dem Leben bezahlen mussten. Der Papst hat ein typisches deutsches Schicksal hinter sich und er täte seinem Heimatland einen guten Dienst, wenn er sich darüber äußern würde, wie er sich dazu gestellt hat. Damit würde er helfen, dass die Welt die Lage der Deutschen im Dritten Reich besser versteht.
Der Papst war Flakhelfer, also eigentlich Soldat. Die Flakhelfer waren dort eingesetzt, wo früher Soldaten tätig waren, die aber am Schluss des Krieges an die Front geschickt wurden. Die Lücken füllte man mit Jugendlichen aus, die man allerdings nicht Soldaten, sondern nur „Helfer“ nannte, um dem Vorwurf zu begegnen, man beschäftige Kindersoldaten.
Auch der Papst war also „Quasi-Soldat“. Wie ist es dazu gekommen? Sagen Sie uns das doch einmal!
> Aus jugendlichem Leichtsinn?
> Oder hat er gedacht, dass er der von Gott eingesetzten Obrigkeit Gehorsam schuldet?
> Oder hat er gemeint, sein Vaterland gegen einen bösen Feind verteidigen zu müssen? D
ie meisten Deutsche glaubten ja, der Krieg sei Deutschland dadurch aufgezwungen worden, dass man gegen die Polen habe „zurück schießen“ müssen. Und wenn man dann die zweifellos kriegsverbrecherischen Terrorbombenangriffe mit Tausenden von Toten erlebte, dann ist es verständlich, dass sich Jugendliche von der Propaganda beeinflussen ließen und es für richtig hielten, sich am Abwehrkampf zu beteiligen, zumal viele glaubten, wenn die Alliierten nach Deutschland kämen, würden die Frauen vergewaltigt und viele Männer umgebracht.

Der Papst könnte dazu beitragen, das Bild zurecht zu rücken, das viele von den Deutschen haben: In Wirklichkeit waren nämlich auch die meisten Deutschen Opfer der Nazis. Wir Kinder sowieso: Wir wurden bombardiert und von Tieffliegern beschossen. Aber manchmal denke ich an meinen Vater, wenn von der Schuld der Deutschen gesprochen wurde: Er war seiner Wehrpflicht nachgekommen und hatte es als Akademiker natürlich zum Leutnant der Reserve gebracht. Er hatte die Nazis nicht gewählt. Als dann der Krieg ausbrach, wurde er natürlich eingezogen. Ich bin überzeugt, dass er das geglaubt hat, was der Staat verlautbart hatte, nämlich dass Polen diesen Krieg begonnen hatte und Deutschland sich verteidigen musste. Als guter Katholik hat er seinen Dienst als Soldat getan natürlich mit dem Grundsatz: „Die Waffe muss sauber bleiben!“
Versetzen Sie sich einmal in die Lage von Menschen in seiner Situation: Hätten Sie der Einberufung nicht Folge geleistet und damit ihr Leben riskiert? Und wenn Sie wie er Familie gehabt hätten: Hätten Sie mit Ihrer Verweigerung Ihre Familie an den Bettelstab gebracht? Aber vor solchen Fragen stand – wie gesagt – kein Katholik, für den die Obrigkeit von Gott gewollt war und der man daher Folge zu leisten hatte.

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