Die Ehe meiner Eltern: Blutschande

Das war schon eine kühne Ehe, die meine Eltern geschlossen haben. Mein Vater war ein (darf man so was noch sagen?) reinrassiger Bayer und meine Mutter war eine astreine Preußin aus Neumünster. Schon das war problematischer, als man sich heute vorstellen kann, wie der Ausspruch eines früheren bayerischen Politikers beweist:
„Wenn ein Bauernsohn eine norddeutsche Blondine heiratet, so ist dies in meinen Augen Blutschande. Die Preußen, dieses Zeugs, und die Flüchtlinge müssen hinausgeworfen werden, und die Bauern müssen dabei tatkräftig mithelfen. Am besten schickt man die Preußen gleich nach Sibirien.“
Man sieht also: Meine tapfere Mutter hatte den Mut, in das Land eines nur bedingt integrationsfähigen Volksstammes zu ziehen:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/11/04/sind-die-bayern-integrationsfaehig/
Meine Eltern hatten aber noch ein viel größeres Problem, nämlich dass mein Vater ein frommer Katholik war und meine Mutter eine Protestantin. Solche Ehen waren von der Katholischen Kirche eigentlich strengstens verboten. Meine Eltern konnten nur heiraten, weil sie den Tipp bekamen, der Prior von Sankt Benno in München sei ein Mann, der Mitgefühl mit den Liebenden habe und daher eine Dispens von dem Verbot erteilen würde.
Ja, das waren noch Zeiten damals! Und heute haben wir die Schwulenehe.
Übrigens: Ungewöhnliche Geschichten über die Liebe finden sie  hier:

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